Science For A Better Life
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Science For A Better Life

Innovative Produkte und nachhaltiges Handeln sind entsprechend der Unternehmensmission von Bayer: "Science For A Better Life“ zentrale Grundlage für den geschäftlichen Erfolg.

Innovative Produkte und nachhaltiges Handeln sind entsprechend der Unternehmensmission von Bayer: "Science For A Better Life“ zentrale Grundlage für den geschäftlichen Erfolg.

22.06.2015

UMWELTHAUPTSTADT.de: Herr Dr. Große Entrup, Sie sind Leiter Konzernbereich Umwelt & Nachhaltigkeit der Bayer AG. Was ist Ihre Hauptaufgabe?

DR. WOLFGANG GROSSE ENTRUP: Mein Bereich gestaltet und steuert die strategischen Nachhaltigkeitsthemen des Konzerns. Ich fungiere mit meinem Team als Schnittstelle zwischen dem externen Unternehmens-umfeld, den operativen Geschäftsfeldern und dem Bayer -Vorstand. Die Aufgaben reichen dabei von der Identifizierung nachhaltigkeitsrelevanter Themen und Trends, der Initiierung und Steuerung entsprechender Projekte, der Festlegung und Überprüfung nicht-finanzieller Ziele bis hin zur Leistungsdarstellung des Unternehmens gegenüber Dritten.

Welches sind aktuell die größten Themen und Herausforderungen Ihrer Branche? Und wie geht Ihr Unternehmen damit um?

Herausforderungen, aber auch Chancen stellen sicher derzeit die Zunahme der Weltbevölkerung, die älter werdende Gesellschaft, die Verknappung fossiler Ressourcen, der Klimawandel und die Urbanisierung dar. Entsprechend unserer Mission: „Bayer: Science For A Better Life" nutzen wir unsere wissenschaftliche Kompetenz und entwickeln Innovationen, um zur Lösung dieser großen globalen Herausforderungen beizutragen. Neuartige Medikamente in relevanten Therapiegebieten, Saatgut mit verbesserten Pflanzeneigenschaften u. a. gegen Klima- und Umweltstress und hochwertige Materialien und Technologien, die zu Energieeinsparungen bei unseren Kunden führen, sind hier nur einige Beispiele.

Aus welcher Motivation heraus wurde das Thema Nachhaltigkeit in das wirtschaftliche Handeln der Bayer AG implementiert?

Ganz klar, weil wir bei Bayer in der nachhaltigen Ausrichtung unseres Geschäfts eine Grundvoraussetzung für die Zukunftsfähigkeit des Konzerns sehen. Verantwortliches Handeln ist bei Bayer seit langem etabliert. Nach den Anfängen v.a. im Bereich Umweltschutz, haben wir daher frühzeitig die systematische Integration von Nachhaltigkeit in die Konzernstrategie und damit ins operative Geschäft auf den Weg gebracht.

Das bedeutet im Klartext, dass wir bei der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung unserer Produkte unsere ökonomischen Ziele in Einklang mit gesellschaftlichen und ökologischen Anforderungen bringen wollen. Dazu gehören für uns eine verantwortungsvolle Unternehmensführung, die unsere geschäftlichen Risiken mindert, und unsere Innovationskraft, durch die wir sowohl neue Geschäftschancen erschließen als auch wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Nutzen generieren wollen. Dabei berücksichtigen wir die Erwartungen relevanter Stakeholder, um eine breite gesellschaftliche Akzeptanz für unsere Geschäfte zu gewinnen.

Die wachsende Forderung relevanter Stakeholder nach einer nachhaltigen Entwicklung des weltweiten Wachstums war hier sicher ein wichtiger Motivationsfaktor. Stakeholder erwarten von Unternehmen zu recht substanzielle Beiträge und beeinflussen die gesellschaftliche Akzeptanz eines Unternehmens und damit den Geschäftserfolg. Auch die Entwicklung von Nachhaltigkeit zu einem Mega-Trend vor allem in der Finanz- und Wirtschaftskrise, forcierte die Implementierung von Nachhaltigkeit. Es zeigte sich, dass kurzfristig orientiertes Verhalten in die Krise geführt bzw. sie verstärkt hatte.

Wir wollen daher deutlich machen, dass Bayer unter „Ge­schäft“ nicht nur das Erreichen kurzfristiger Umsatz- und Ergebnisziele versteht, sondern auch das Verfolgen ambitionierter, längerfristig ausgerichteter nicht-finanzi­eller Ziele, die – streng genommen – die Voraussetzung unseres Geschäftserfolgs darstellen. Das dokumentieren wir u.a. auch durch die Zusammenführung unserer jährlichen Finanz-und Nachhaltigkeitsberichterstattung in einem Integrierten Bericht.

Auf welche betrieblichen Bereiche hat sich Ihre nachhaltige Ausrichtung besonders niedergeschlagen? Ziele?

Dazu möchte ich zwei Bereiche hervorheben: den Einkauf und die Produktion in Bezug auf Ressourceneffizienz und Sicherheit. Unser Einkauf umfasst ca. 110.000 Direktlieferanten mit einem Volumen von über 20 Mrd. Euro. Wir haben 2009 mit unserem ersten Lieferantenkodex die Initiative Nachhaltigkeit im Einkauf gestartet. Dazu gehörten umfangreiche Schulungen der Einkäufer, wie auch Überprüfungen der Einhaltung des verpflichtenden Lieferantenkodex anhand von Online -Bewertungen und Audits beim Lieferanten vor Ort. Außerdem engagieren wir uns in zwei Industrieinitiativen mit dem Ziel Nachhaltigkeitsbewertungen und -audits zu standardisieren, auszutauschen und um entsprechende Nachhaltigkeitspraktiken bei unseren Lieferanten zu etablieren.

In der Produktion haben wir bereits 2007 durch unser Bayer-Klimaprogramm ein umfangreiches Maßnahmenpaket mit sehr anspruchsvollen Zielen zur Ressourceneffizienz und Emissionsminderung auf den Weg gebracht, die immer wieder, gerade 2014, verschärft wurden. Zwischen 2005 und 2014 hat Bayer u.a. seine spezifischen Teibhausgas-Emissionen bereits um 16,3 % gesenkt. Für die Leistungen zur Treibhausgas-Reduktion und den strategischen Umgang mit den Folgen des Klimawandels ist Bayer zum vierten Mal in „The A List: The CDP (Carbon Disclosure Project) Climate Performance Leadership Index“ aufgenommen worden. Sicherheit in den Bereichen Arbeit-, Anlagen- und Transport hat bei Bayer seit jeher einen hohen Stellenwert: ein umfassendes Sicherheits - Management sorgt innerhalb des Konzerns weltweit für ein angemessenes und gleich hohes Niveau, das ständig weiterentwickelt und auf allen Ebenen mit herausfordernden Zielen versehen wird.

Welche Themen, Informationen und Netzwerke waren nötig, um ein Großunternehmen wie die Bayer AG nachhaltiger auszurichten?

Umweltschutz, Klima, Ressourcenverknappung, Lieferantenmanagement, Menschenrechte, Produktverantwortung, demographischer Wandel sind relevante Themen, die sicher dazu beigetragen haben, dass sich Großunternehmen immer nachhaltiger ausgerichtet haben. Diese Themen forcierten ja auch die Entwicklung von Nachhaltigkeit als Mega-Trend. 2000 haben wir uns als Gründungsmitglied der Idee des UN Global Compact angeschlossen und engagieren uns in unterschiedlichen seiner Initiativen. Wir sind außerdem seit 10 Jahren als Organizational Stakeholder bei GRI (Global Reporting Initiative) aktiv, die die Reporting-Landschaft für Nachhaltigkeit international entscheidend beeinflusst hat.

Wie schon erwähnt, sind die global wachsenden Forderungen nach einer nachhaltigen Entwicklung auch durch relevante Stakeholder, seien es gesellschaftliche Gruppen, Investoren, Mitarbeiter oder die breite Öffentlichkeit, ein entscheidender Faktor für die nachhaltige Ausrichtung von Unternehmen.

Selbstverständlich beeinflusst auch nicht zuletzt die stärkere Ausrichtung der EU und einzelner Regierungen auf Nachhaltigkeit, die mit regulatorischen Verpflichtungen verbunden werden sollen, die Umsetzung in Großunternehmen. Hinzukommen natürlich Unternehmensnetzwerke, wie Verbände oder Initiativen.

Inwiefern wird Ihre nachhaltige Ausrichtung von den Kunden honoriert und lässt sich das messen?

Eine nachhaltige Geschäftsausrichtung ist heute eine Grundvoraussetzung für Geschäftsabschlüsse vor allem bei Geschäftskunden. Sie erkennen dies an Vertragsbedingungen, die Nachhaltigkeitskriterien und ggf. Audits zur Überprüfung einschließen. Viele Kunden erwarten auch eine gute Performance in Nachhaltigkeitsratings und sehen diese als Zeichen für ein gut etabliertes Chancen- und Risikomanagement und als wichtigen Beitrag zur Reputation des Unternehmens. Kunden honorieren dies z.B. durch „Preferred Supplier“- Programme oder langfristige Verträge. Aber auch Direktkonsumenten, z.B. unserer Arzneimittel erwarten Produktsicherheit, transparente Aufklärung über Nebenwirkungen und umweltfreundliche Verpackungen. Alle Bayer-Geschäftsbereiche kommunizieren daher intensiv mit ihren relevanten Kunden, haben spezifische Systeme zur Messung der Kundenzufriedenheit und verfügen über eigene Managementsysteme zur Erfassung von Beschwerden.

Verraten Sie uns, welche Innovationen wir in der nächsten Zeit von Ihrem Unternehmen erwarten dürfen?

Neben der kontinuierlichen Entwicklung von innovativen Produkten in unseren Handlungsfeldern wird einer der nächsten großen Innovationstreiber unseres Erachtens die Digitalisierung. Sie wird oft als die sogenannte „dritte industrielle Revolution“ bezeichnet, die sich auf alle Lebensbereiche auswirken wird. Für die Pharma- und Chemieindustrie gibt es noch viel Entwicklungspotenzial: Die Digitalisierung ermöglicht beispielsweise völlig neue Wege, wie wir Patienten bei der Bewältigung ihres Alltags noch besser unterstützen können. Sie verstehen ihre Erkrankung besser, und es erlaubt den Mitarbeitern im Gesundheitswesen, ihr Wohlergehen zu überwachen, indem sie neue Instrumente wie Healthcare Apps nutzen. Aber genauso bietet die Digitalisierung auch Chancen für die Landwirtschaft: Durch die Kombination aus digitalen Diensten und integrierten Agrarlösungen können wir beispielsweise unser Serviceangebot verbessern, Erträge steigern und damit unseren Beitrag für die Ernährungssicherung noch verbessern.

Stichwort Unternehmensstandort Deutschland: An welchen Stellschrauben würden Sie gerne drehen, um die Rahmenbedingungen für Ihre Branche zu verbessern?

Ganz eindeutig an den Rahmenbedingungen für Innovationen, die ein wichtiger Erfolgsfaktor unserer Volkswirtschaft sind: Sie erschließen neue Märkte und stärken die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Für uns ist eine starke Innovationsfähigkeit der entscheidende Faktor unseres Geschäfts. Aber Innovationen brauchen auch Akzeptanz durch die Gesellschaft. Wir benötigen ein Umfeld des Vertrauens und eine gesunde Risikokultur. Voraussetzung für ein besseres Innovationsklima sind die ausreichende Ausstattung mit Kapital, politische Anreize hierfür sowie verlässliche rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen. Wir begrüßen die neue Hightech-Strategie der Bundesregierung, die Impulse für mehr Technikakzeptanz in der Bevölkerung setzen will. Diesen Prozess wollen wir durch den Dialog mit der Öffentlichkeit unterstützen, um Transparenz herzustellen und vor allem ein tieferes Verständnis zu schaffen.

Ihr Nachhaltigkeitsleitspruch lautet?

 „Bayer: Science For A Better Life“ - Innovative Produkte und nachhaltiges Handeln sind entsprechend unserer Mission „Bayer: Science For A Better Life“ zentrale Grundlage für unseren geschäftlichen Erfolg.

                                                   

                                                   



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