100 Prozent Ökostrom aus deutscher Wasserkraft und 100 Prozent Ökogas aus organischen Reststoffen
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100 Prozent Ökostrom aus deutscher Wasserkraft und 100 Prozent Ökogas aus organischen Reststoffen

"Wir sind der erste Ökoenergieversorger in Deutschland, der Haushalten und Unternehmen ausschließlich 100 Prozent Ökostrom aus deutscher Wasserkraft und 100 Prozent Ökogas aus organischen Reststoffen bietet"

"Wir sind der erste Ökoenergieversorger in Deutschland, der Haushalten und Unternehmen ausschließlich 100 Prozent Ökostrom aus deutscher Wasserkraft und 100 Prozent Ökogas aus organischen Reststoffen bietet"

26.05.2015 - Foto: Die Polarsterngründer Simon Stadler, Jakob Assmann, Florian Henle (v. l. n. r.)

UMWELTHAUPTSTADT.de: Herr Henle, Sie sind Gründer und Geschäftsführer von Polarstern Energie. Was ist Ihr Kerngeschäft und an wen richtet sich Ihr Angebot konkret?

FLORIAN HENLE: Wir sind der erste Ökoenergieversorger in Deutschland, der Haushalten und Unternehmen ausschließlich 100 Prozent Ökostrom aus deutscher Wasserkraft und 100 Prozent Ökogas aus organischen Reststoffen bietet. Wir machen ganz bewusst keine halben Sachen und setzen sowohl beim Strom als auch beim Gas auf 100 Prozent erneuerbare Energien. Das ist gerade im Wärmebereich neu. Dabei entfällt über 70 Prozent des Energiebedarfs in privaten Haushalten auf Heizen und Warmwasser.

Welches sind aktuell die größten Themen und Herausforderungen Ihrer Branche?

Die Energiewende ist die große Herausforderung unserer Zeit. Jetzt müssen die richtigen Weichen gestellt werden. Das bedeutet auch, den Wärmemarkt nicht zu vernachlässigen. Er hängt bis heute dem Ökostrommarkt weit hinterher, obwohl fällt hier der Großteil des Energieverbrauchs anfällt. Auch wird die Energiewende zu regional bzw. national angegangen. Dabei ist sie eine weltweite Aufgabe, die letztlich auch nur gemeinsam gelöst werden kann. Und, sie wird oft zu theoretisch und politisch behandelt. Es fehlen konkrete Ansätze und Angebote, um die Menschen zu überzeugen, sie zu motivieren und so die Basis für notwendige Veränderungen im Sinne der Energiewende zu schaffen.

Und wie geht Ihr Unternehmen damit um?

Wir sind der erste Energieversorger in Deutschland, der ein Ökogasprodukt auf den Markt gebracht hat, das zu 100 Prozent aus organischen Reststoffen kommt. Es ist der Kern unserer Gründung von Polarstern. Wir wollten den Ökogasmarkt in Schwung bringen – schließlich ist er wie bereits angesprochen der Schlüssel für die Energiewende. Unser Ökogas gewinnen wir aus Zuckerrübenschnitzeln, die bei der Zuckerproduktion als Abfall anfallen.

Fester Bestandteil unserer Energieprodukte ist unser Engagement für die weltweite Energiewende. Neben Projekten zum Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland, unterstützen wir für jeden Kunden pro Jahr eine Familie in einem Entwicklungsland bei ihrem Weg in eine gemeinsame, nachhaltige Energiezukunft. Konkret erhalten sie Hilfe beim Bau ihrer eigenen Mikro-Biogasanlage, die sie mit dem Dung ihrer Tiere betreiben können.

Schließlich engagieren wir uns in Aktionen, Events und zahlreichen praktischen Tipps, die wir auf unseren Kanälen teilen, für ein energiebewusstes Leben. Uns ist es wichtig zu zeigen, wie viel Spaß es macht und wie gut es uns tut.

Aus welcher Motivation heraus wurde das Thema Nachhaltigkeit in das wirtschaftliche Handeln Ihres Unternehmens implementiert?

Als ich mit meinen Mitgründern Jakob und Simon Polarstern gegründet habe, waren wir alle drei in einer ähnlichen Situation. Wir wollten uns beruflich verändern und etwas mit Sinn tun. Etwas, mit dem wir unsere Zukunft und die unserer Kinder mitgestalten. Und weil wir alle drei Erfahrungen und ein großes Interesse an Energiethemen haben, war uns schnell klar: Wir wollen mit Energie die Welt zu verändern.

Auf welche betrieblichen Bereiche hat sich Ihre nachhaltige Ausrichtung besonders niedergeschlagen?

Wir verfolgen einen sozialen Unternehmensansatz. Es geht uns in erster Linie mit Polarstern darum, einen Beitrag zur Lösung der Energiewende zu leisten. Das bedeutet für uns, von der Energieerzeugung bis hin zur Vermarktung und Produktgestaltung unseren Anspruch nie aus den Augen zu verlieren: Mit Energie die Welt zu verändern.

Welche Themen, Informationen und Netzwerke waren nötig, um sich nachhaltiger auszurichten?

Polarstern wächst von Jahr zu Jahr – auch inhaltlich. Das ist gut, weil wir unsere Wirkung vergrößern wollen. Um unsere Interessen in die Breite zu tragen, brauchen wir Gleichgesinnte und Unterstützer. Wir sind froh, so viele Partner gefunden und ein Netzwerk aufgebaut zu haben, das sich gegenseitig befruchtet.

Inwiefern wird Ihre nachhaltige Ausrichtung von den Kunden honoriert und lässt sich das messen?

Seit unserer Gründung verzeichnen wir ein stetiges Kundenwachstum – sowohl bei unserem Produkt Wirklich Ökostrom als auch bei Wirklich Ökogas. Das ist in dem immer härter umkämpften Energiemarkt wirklich toll. Auch weil es zeigt, dass die Menschen ehrliche Ökoenergieprodukte schätzen. Für unsere nachhaltige Ausrichtung haben wir mehrfach Siegel bekommen. Zuletzt haben das Magazin ÖkoTest und die Umweltorganisation Robin Wood uns als einen der glaubwürdigsten Ökostromanbieter ausgezeichnet. Besonders wertvoll sind für uns die Weiterempfehlungen unserer Kunden und das großartige Feedback, das wir auch direkt bekommen – bei persönlichen Gesprächen, in Briefen oder Facebook-Posts etc.

Wie messen oder überprüfen Sie Ihre nachhaltige Ausrichtung insgesamt?

Es ist unser Gründungsanspruch, mit Energie die Welt zu verändern. Wir verfolgen einen sozialen Unternehmensansatz und sind unter anderem Mitglied der Social Entrepreneurship Akademie München*. Außerdem konzentrieren wir uns auf ausschließlich 100 Prozent Ökostrom und 100 Prozent Ökogas.

Verraten Sie uns, welche Innovationen wir in der nächsten Zeit von Ihrem Unternehmen erwarten dürfen?

Wir wollen den Wärmemarkt weiter in Schwung bringen. Dabei hilft uns auch unsere Partnerschaft mit dem Schweizer Energieunternehmen Energie 360°, einem Vorreiter erneuerbarer Energien im Schweizer Wärmemarkt. Außerdem treiben wir mit BHKWs und Mieterstrom/Quartierstrom-Projekten die dezentrale Energieversorgung voran und arbeiten an Angebote im Bereich Smart Home und Smart Meter, um jedem Haushalt eine komfortable Energiewende zu ermöglichen.

Stichwort Unternehmensstandort Deutschland: An welchen Stellschrauben würden Sie gerne drehen, um die Rahmenbedingungen für Ihre Branche zu verbessern?

Mehr Unterstützung von neuen Ansätzen, mit denen Energiewende vorangetrieben werden soll. Die Energiewende soll kein bürokratisches Monster sein, sondern eine Energiewende der Menschen.

Ihr Nachhaltigkeitsleitspruch lautet?

Um es mit den Worten von Mahatma Ghandi auszudrücken: „Be the Change you wish to see in the world“ oder in unseren Worten: Mit wirklich besserer Energie die Welt verändern.

 

* eine Kooperation zwischen den vier großen Hochschulen in München - LMU, TUM, Hochschule München und der Universität der Bundeswehr sowie ihren Gründerzentren



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