Wir verbrauchen vor Weihnachten 8.000 Tonnen Geschenkpapier
Gesellschaft

„Wir verbrauchen vor Weihnachten 8.000 Tonnen Geschenkpapier“

UNTERNEHMENSVORSTELLUNG | „Angenommen jeder Bundesbürger verwendet vor Weihnachten nur 100 Gramm Geschenkpapier, dann verbrauchen wir in Deutschland jährlich rund 8.000 Tonnen, das wäre nebeneinander ausgebreitet eine Fläche von 7.000 Fußballfeldern.“

UNTERNEHMENSVORSTELLUNG | „Angenommen jeder Bundesbürger verwendet vor Weihnachten nur 100 Gramm Geschenkpapier, dann verbrauchen wir in Deutschland jährlich rund 8.000 Tonnen, das wäre nebeneinander ausgebreitet eine Fläche von 7.000 Fußballfeldern.“

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06.04.2017

LifeVERDE: Welches grüne Problem möchte PlanetPaket lösen und welche Vision steckt hinter dem Konzept?

Sarah Reischböck, Gründerin von PlanetPaket: Angenommen jeder Bundesbürger verwendet vor Weihnachten nur 100 Gramm Geschenkpapier, dann verbrauchen wir in Deutschland jährlich rund 8.000 Tonnen, das wäre nebeneinander ausgebreitet eine Fläche von 7.000 Fußballfeldern (laut Mitteldeutscher Zeitung vom 26.12.2013; www.mz-web.de). Diese Mengen muss man sich erst einmal bewusstwerden lassen und konventionelles Geschenkpapier ist (von Gold- oder Glitzer-beschichtetem ganz zu schweigen) kaum wiederverwertbar (es sei denn man bügelt es wie einst meine Großmutter). Ein weiterer Aspekt ist das Image von grünen Produkten, das oft mit muffiger, spießiger und spaßbefreiter Reformhausatmosphäre in Verbindung gebracht wird. Für uns ist „grün“ jedoch die Zukunft – sogar die einzige Zukunft, denn wenn wir uns nicht ändern wird es keine geben. Deshalb ist unser grünes, ökologisches Geschenkpapier jung und frisch, neu und peppig, bunt und clever! Unsere Vision lautet, in Deutschland als DAS ökologische Geschenkpapier mit sozialer Komponente bekannt zu sein.

Wie ist die Idee dazu entstanden und welche Motivation treibt Sie an?

Schon als Teenager hatte ich ein Faible für schöne Schreibprodukte und besonderes Papier. Mir gefällt was hinter dem Brauch steht, Geschenke zu verpacken, nämlich jemandem eine Freude zu machen und durch das Verpacken eine Überraschung zu überreichen. Wenn man das Ganze jedoch auch einmal rational und nüchtern betrachtet, ist die Sache aber auch ein wenig verrückt – man verpackt zum Beispiel an Weihnachten Geschenke und ein paar Stunden später ist das ganze Papier heruntergerissen und im Müll gelandet – eine große Verschwendung, zu der ich mir Gedanken gemacht habe. Mein Standpunkt ist, dass ich nicht den Anspruch an mich habe, mich aufgrund meiner ökologischen Ideologie den schönen Dingen des Lebens zu entziehen (Geschenke schön verpacken und eine Überraschung verschenken), aber ich möchte bewusst leben, mein Konsumverhalten hinterfragen und mir überlegen, wie man die Dinge vielleicht ein bisschen besser, nachhaltiger und sinnvoller gestalten kann. Mich treibt mein Bedürfnis an, mich mit etwas Sinnvollem zu beschäftigen und etwas selbst zu schaffen, womit ich mich identifiziere.

Woraus besteht ihr Geschenkpapier und was macht es nachhaltiger als herkömmliche Verpackungsmaterialien?

Besonders bezeichnend fanden wir die Erkenntnis, dass die Farben, die für konventionelles Geschenkpapier verwendet werden, fast immer Palmöl, tierische Komponenten oder genmodifizierte Inhaltstoffe enthalten. Selbst Recyclingpapier kann nur zu in etwa 70% wiederverwertet werden. Daher besteht die Innovation bei unserem Produkt darin, dass PlanetPaket-Papier nach dem speziellen Cradle-to-Cradle-Druckverfahren hergestellt wird, das komplett für den Recyclingprozess optimiert ist, sodass unser Papier keinerlei Schadstoffe oder giftige Schlämme enthält und zu 100% dem biologischen Kreislauf zurückgeführt werden kann.

Welche Herausforderungen bestehen zurzeit im Thema nachhaltige Verpackung?

Dass heutzutage gerade im Gastronomiebereich ein Verpackungswahnsinn herrscht und dass wir Tag für Tag Müllberge produzieren, zum Beispiel, wenn wir uns Essen liefern lassen, ist sicherlich den meisten Leuten mittlerweile klar. Geschenkverpackungen sind jedoch „schöne Verpackungen“ und keine hässlichen mit Essensresten beschmutzen Pizzakartons und so wird nicht so schnell bewusst, dass diese genauso zum Müll werden und entsorgt werden müssen. Die Herausforderungen für uns ganz im Speziellen bestehen darin, dass Papier als Materie wahnsinnig empfindlich ist und wir unter anderem als Versandunternehmen unsere gerollten Bögen extrem gut polstern und verpacken müssen, damit sie nicht geknickt oder beschädigt beim Kunden ankommen. Der Transport unserer Bögen muss immer genau geplant werden, denn wenn wir zum Beispiel auf einer Messe gerade dann ausladen, wenn ein Regenschauer ausbricht (wie es heuer bereits einmal der Fall war), ist ein Großteil unserer Ware in Minuten ruiniert.

Wie hoch würden Sie sagen ist aktuell das Bewusstsein für ökologische Verpackungen? Und wie könnte man die breite Masse für dieses Thema sensibilisieren?

Das Bewusstsein steigt wie es mir scheint, was wir natürlich sehr erfreulich finden. In letzter Zeit sind mir einige Aktionen wie die von der Studentin Julia Post aufgefallen, die sich gegen Einweg-Kaffeebecher und für Müllvermeidung einsetzt. Auch zum Beispiel der Launch des „Ohne-Ladens“, dem verpackungsfreien Supermarkt hier in München im Februar letzten Jahres ist mir in Erinnerung geblieben, weil so viel darüber berichtet wurde und das Projekt in aller Munde zu sein schien. In meinen Augen sollte man die breite Masse durch Innovationen und Projekte wie diese und unseres sensibilisieren und ihr so eine Konsumalternative aufzeigen, die einleuchtet und darüber hinaus noch Spaß macht und frischen Wind bringt.

Welche Rolle spielt Fairness für- und in Ihrem Unternehmen?

Eine essentielle. Unser Konzept basiert auf drei Säulen – Das Cradle-to-Cradle-Druckverfahren in der Produktion, dann die Tatsache, dass wir seit dem ersten verkauften Bogen 10 Cent an einen sozialen Zweck spenden und drittens, dass unsere Supply-Chain „fairträglich“ ist – das heißt, dass wir vom Tesafilm über die Wahl der Bank bis hin zur Versandoption nach gründlicher Recherche immer auf das sozialste, fairste und grünste Angebot setzen und uns das auch mal etwas kosten lasten – denn diesen ganzheitlichen Ansatz fahren wir aus Überzeugung und in genau so einem Unternehmen wollen wir arbeiten!

Ihr Insidertipp: Welches grüne Produkt hat Sie zuletzt fasziniert?

Wir waren letztens in der Naturkäserei Tegernseer Land zu einer Erlebnisführung und haben dort selber gebuttert – solch naturbelassene Ursprungsprodukte üben immer eine große Faszination auf mich aus, denn hier kann man die Authentizität schmecken. Solche Produkte würde ich gerne viel öfter finden, das ist sogar ein bisschen zu einer meiner Leidenschaften geworden.

Schauen Sie über diesen Link bei PlanetPaket vorbei.

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