"Aus gebrauchten Paletten lassen sich nicht nur Balkonmöbel selbst gestalten"
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"Aus gebrauchten Paletten lassen sich nicht nur Balkonmöbel selbst gestalten"

Monika Götze, Mitautorin von "Einfach öko" im Interview mit LifeVERDE über die Vorteile von nachhaltigen Möbeln, die verschiedenen Siegel, die sie auszeichnen und über die neusten Trends.

Monika Götze, Mitautorin von "Einfach öko" im Interview mit LifeVERDE über die Vorteile von nachhaltigen Möbeln, die verschiedenen Siegel, die sie auszeichnen und über die neusten Trends.

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30.06.2017

LifeVERDE: Frau Götze, was unterscheidet nachhaltige Möbel von konventionellen Möbeln?

Monika Götze: Auf den ersten Blick ist das gar nicht immer so einfach zu unterscheiden, zumal das größte Augenmerk meist der Optik gilt. Wichtig ist: woher kommen die Rohstoffe für die Möbel, was ist sonst noch drin und wie energieaufwendig wird produziert, dazu kommen die Arbeitsbedingungen in den Herkunftsländern. Nachhaltiger als Spanplatten sind meist Vollholz-Möbel, schon wegen der längeren Haltbarkeit. Entsprechende Siegel zeigen die Herkunft aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern.

Unschlagbar im Punkt Nachhaltigkeit von Möbeln ist deren lange Nutzung. Ein frischer Look durch einen neuen Sofabezug oder farbige Lackierung spart Ressourcen und meist auch Geld. Besonders nachhaltig sind auch gebrauchte Möbel, heute oft Vintage-Möbel genannt.

Was sind die Vorteile von ökologischen Möbeln?

Holz als nachwachsender Rohstoff ist ein klares Plus von ökologischen Möbeln. Massivholzmöbel dünsten in der Regel keine Schadstoffe aus und bringen weniger schwierige Lackstoffe mit - ein klarer Vorteil aus Verbrauchersicht. Ökologische Möbel sind bei fairen Arbeitsbedingungen solide verarbeitet, gut reparierbar und entsprechend auch noch etwas für die nächste Generation. Ökologische Möbel zu kaufen oder auch mal ein gebrauchtes Stück aufzuarbeiten spart Ressourcen wie Energie, Holz, erdölbasierte Produkte, Metalle und andere Rohstoffe. Das schont Wälder und Umwelt und setzt ganz persönliche Akzente in der Einrichtung.

An welchen Siegeln für nachhaltige Möbel können sich Interessierte orientieren und wofür stehen diese Siegel dann?

Das Goldene „M“ vergibt die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel an Einrichtungsgegenstände für Produktqualität, wie Stabilität und Gesundheitsaspekte. Der »Blaue Engel« schützt vor Holz aus Raubbau und schädlichen Farben und garantiert, dass Sie lange Ersatzteile bekommen.  Bei Holzprodukten stehen die Siegel FSC und PEFC für nachhaltig bewirtschaftete Wälder.

In unserer Ernährung ist das Öko-Thema bereits angekommen. Gilt das auch für den Bereich Wohnen/Möbel. Wie wird sich dies die nächsten Jahre Ihrer Meinung nach weiterentwickeln?

Sicher ist die Entwicklung in Sachen „Öko“ im Bereich Wohnen/Möbel verglichen mit der Ernährung bisher eine andere. Neue Trends und Materialien zeigen aber: es bewegt sich was, beim Umweltbewusstsein und dem Lebensstil. Wer häufiger umzieht, ob wg. der Arbeit oder dem Wohnungsmangel will sich mit weniger und v.a. weniger schweren Dingen belasten. Das stärkt den Trend zum Gebrauchten, Aufgearbeiteten und auch mal Unperfekten und ist zugleich ein echter Nachhaltigkeitstrend, der ein gutes Gefühl verspricht.

Vor welchen Herausforderungen steht die Branche aktuell zum Thema Nachhaltigkeit?

Der Trend zu nachhaltigen Möbel hat durchaus das Potenzial die Branche zu verändern und neue Konzepte hervorzubringen. Heute schreckt oft noch der Preis von ökologischen Vollholzmöbeln, die in Deutschland gefertigt werden. Viele Kunden greifen zu preiswerten, wenig haltbaren Möbeln. Mit einem anderen Konsum- und Umweltbewusstsein der Menschen können Hersteller profitieren, die früh auf nachhaltige Konzepte gesetzt haben.

Welche Trends im Bereich nachhaltiges Wohnen finden Sie aktuell besonders spannend?

Vintage-Möbel im Gebraucht-Look sind schon eine Weile voll im Trend. Gleiches gilt fürs Upcycling: aus gebrauchten Paletten lassen sich nicht nur Balkonmöbel selbst gestalten. Dazu kommt jetzt der Shabby-chic, bei dem die Möbel gebraucht und abgenutzt aussehen dürfen. Makellosigkeit ist damit nicht mehr das erste Kaufkriterium. Bei den Bezügen kann Korkstoff neue Trends setzen: fast wie Leder und doch ganz vegan!



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