Gesellschaft

Grün ins neue Jahr: Der Garten im Frühjahr

Langsam erwachen nicht nur einige Tiere aus ihrem Winterschlaf, sondern auch der eigene Garten erblüht zu neuem Leben. Im Frühling gibt es dort eine Menge zu tun – Hier findest du Alles, was du wissen musst.

Langsam erwachen nicht nur einige Tiere aus ihrem Winterschlaf, sondern auch der eigene Garten erblüht zu neuem Leben. Im Frühling gibt es dort eine Menge zu tun – Hier findest du Alles, was du wissen musst.

Aktualisiert am 21.02.2022 (erstveröffentlicht am 20.12.2017) | Ein Beitrag von Gianina Morgenstern | Bild: Unsplash

Wenn es draußen noch ungemütlich und kalt ist, gibt es nichts Schöneres, als von warmen Stunden im Freien zu träumen. Wer einen eigenen Garten besitzt, muss für eine Auszeit im Grünen dann meist nicht einmal weit fahren. Aber so schön die Vorstellung von einem Sommer im Gartenstuhl inmitten einer grünen Wohlfühl-Oase auch ist: Zuerst kommt die Arbeit und dann das Vergnügen. Ein gemütlicher Garten ist nicht einfach so da – tatsächlich stehen dort jede Menge Arbeiten an. Und vor allem nach dem Winter gibt es Einiges zutun, bevor die ersten Gartenpartys stattfinden und eigenes Gemüse geerntet werden kann. Bis wann solltest du deine Bäume zurückschneiden und warum überhaupt? Musst du ein Beet wirklich umgraben und wie bringst du deinen Rasen wieder in Schuss?  Hier erfährst du, wie du deinen Garten fit für die kommende Gartensaison machen kannst.

 

Bestandsaufnahme im Frühjahr: Wie sieht es im Garten aus?

Um mit den Vorbereitungen für die bevorstehende Gartensaison zu beginnen, sollte zunächst eine ausführliche Bestandsaufnahme der bereits vorhandenen Pflanzen durchgeführt werden. Am besten machst du erstmal eine Runde durch deinen Garten und überprüfst, welche Pflanzen den Winter gut überstanden haben, welche nicht durchgekommen sind und entsorgt werden müssen. Anschließend ist es auch gut, das vergangene Gartenjahr einmal zu resümieren und zu überlegen, was du in diesem Jahr besser oder anders angehen könntest. Wenn du dir einen ersten Überblick verschafft hast, ist es viel leichter, deine Ziele für die diesjährige Gartensaison zu planen und anzugehen. Eine strukturierte und bewusste Vorgehensweise ist in der Gartenarbeit schon die halbe Miete – nimm dir dafür also ruhig Zeit und erkunde deinen Garten ausführlich, bevor es an die ersten Arbeitsschritte geht.

 

Frühjahrsputz im Garten: Aufräumen ist angesagt.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Um deinen Garten aus dem Winterschlaf zu holen, ist zuallererst Aufräumen angesagt. Bevor du mit Neubepflanzung und Baumschnitt loslegen kannst, müssen erstmal die Überbleibsel der Wintermonate beseitigt werden. Wiesen und Beete sollten von Laubresten, liegen gebliebenen Baumfrüchten und abgefallenen Zweigen befreit werden, sonst könnte es vor allem auf dem Rasen eventuell zu Fäulnisbildung kommen. Jung austreibendes Unkraut jätest du am besten so früh wie möglich, dann besteht gar nicht erst die Chance zur Samenbildung und Vermehrung. Wenn du in deinem Garten angelegte Gehwege hast, empfiehlt es sich, auch von diesen Laub, Moos und Erdreste zu entfernen. 

 

Richtig Stutzen: Gönn deinen Pflanzen einen Haarschnitt

Wenn keine Kälteperiode mehr in Sicht ist, dann kannst du dich auch daranmachen, vertrocknete und abgestorbene Pflanzenteile zu entfernen, um neuen Trieben und dem Licht Platz zu schaffen.

Bei Gräsern beseitigst du abgestorbene Bestandteile am einfachsten, indem du sie vorsichtig mit einer Harke mehr oder weniger durchkämmst. Du kannst zum Beispiel das Argentinische Pampasgras auch stark zurückschneiden, um den Neuaustrieb zu fördern, sobald der erste junge Trieb zu sehen ist. Dafür die Schere am besten etwa eine Hand breit über dem Boden ansetzen, um schon vorhandene frische Triebe nicht zu verletzen. 

Kalender und Thermometer im Auge behalten!

Gehölze und Heckenpflanzen stutzt du am besten spätestens Ende Februar. Danach sind Schnittarbeiten an deinen Bäumen und Hecken nicht nur nicht mehr empfehlenswert, sondern sogar gesetzlich durch das Bundesnaturschutzgesetz verboten. In der Zeit vom 01.März bis zum 30.September jeden Jahres ist die sogenannte “Schonzeit” oder “Vogelschutzzeit”, in der weder Bäume gefällt, noch Sträucher beschnitten werden dürfen. Diese muss vor allem mit Rücksicht auf die Vögel eingehalten werden, die während dieser Zeitspanne ihre Nist- und Brutzeit haben und darin durch jegliche Schnittarbeiten gestört werden würden.

Am besten machst du dich also noch in den nächsten Wochen daran, deine Bäume und Büsche zu stutzen, denn zu wenig Schnitt lässt die Triebe der Pflanzen verkümmern. 

Allerdings solltest du beim Stutzen von Gehölzen und Heckenpflanzen nicht nur den Kalender, sondern auch das Thermometer im Auge behalten. Am besten liegt die Temperatur schon einige Tage über 0 Grad bevor du zur Schere greifst, da Holz sonst zu brüchig sein kann und auch nicht gut verheilt. 

Richtig Stutzen für einen bunteren Garten

Ganz schön viel zu beachten. Aber es lohnt sich, denn ein kräftiger Rückschnitt sorgt für üppige Neuaustriebe. Gerade deine Stauden werden dadurch in noch prachtvollerer Blüte stehen können. Ein weiterer Tipp zum Beschnitt von Obstbäumen: Schneide die Äste am besten bis zu waagerechten Trieben zurück, diese neigen nämlich eher zur Fruchtbildung. So bescherst du dir selbst eine reiche Ernte.

In milderen Gegenden können auch Strauchrosen und einige Zierhölzer schon ab Ende Februar zurückgeschnitten werden. Informiere dich hier aber am besten gezielt zu den jeweiligen Arten. 

Immer wichtig bei allen Stutz-Arbeiten: Saubere und scharfe Geräte benutzen, damit die Schnittstellen gut verheilen können!

Ein ordentlicher Rückschnitt sorgt für eine größere Blütenpracht (Bild: Unsplash).

 

Auch Pflanzen brauchen richtige Hygiene!

Ähnlich wie beim Menschen brauchen auch Pflanzen regelmäßige Gesundheits-Checks. Nicht nur nach Schädlingen solltest du dabei Ausschau halten, sondern auch nach braunen Stellen, hängenden Blättern oder Schimmel. Wenn eine Pflanze so aussieht, als ginge es ihr nicht gut, dann stimmt auch in der Regel etwas nicht. Rosenzweige zum Beispiel, die verdächtige braune Stellen an ihrer Oberfläche zeigen, müssen konsequent bis in das gesunde Holz zurückgeschnitten werden. Hier handelt es sich häufig um Holzkrankheiten, die durch Pilze verursacht werden. Diese können bis in die Wurzeln der Pflanze vordringen, weshalb bei einer solchen Entdeckung ein schnelles Handeln unerlässlich ist. Zusätzlich zum starken Rückschnitt kannst du die Pflanze auch an einen besser geeigneten Standort umsetzen, da Pilzkrankheiten häufig bei zu feuchtem und schlecht gelüftetem Untergrund entstehen. Leider lassen sich diese Krankheiten nicht direkt bekämpfen - nur das vorbeugende Entfernen der betroffenen Stellen verhindert eine Ausbreitung. Deshalb solltest du auch vertrocknete Blätter der befallenen Pflanzen aus dem Beet entfernen und im Hausmüll entsorgen. Abfälle von kranken Pflanzen gehören nicht auf deinen Kompost, da sonst Sporen der Krankheitserreger ein leichtes Spiel haben werden, sich dauerhaft in deinem Garten einzunisten.

 

Auf jeden Fall das Beet umgraben. Oder?

Eine Tätigkeit, die am häufigsten mit der Gartenarbeit verbunden wird, und die sich nicht gerade großer Beliebtheit erfreut, ist neben dem Unkraut jäten das Umgraben. Nun könnte man denken, dass beim Frühjahrsputz diese leidige Aufgabe auch ansteht. Wenn dich der Gedanke daran bisher noch davon abgehalten hat, in deinem Garten Klar Schiff zu machen, kommt hier eine beruhigende und vielleicht auch motivierende Information: Umgraben ist nicht nötig. In der Regel schadet es sogar dem Boden. Wachrütteln solltest du deine Beete aber dennoch, weil der Boden durch den Frost der Wintermonate hart geworden ist. Die Erde dazu gut und sorgfältig, aber vorsichtig durchlockern, aber nicht umgraben! Der Grund: In ihr lebt es wie wild, in perfekt ausgewogener Zusammensetzung. In einem Liter Boden finden sich circa zehn Milliarden Mikroorganismen, die wichtige Umsetzungsprozesse im Gartenboden einleiten. Und ähnlich wie wir, fühlen sie sich am wohlsten in ihrem gewohnten Umfeld. Sie sind an bestimmte Bedingungen wie Temperatur und Feuchtigkeit in den unterschiedlichen Bodenschichten gebunden und überleben Veränderungen in ihrem Lebensraum nur schwerlich. Das Umgraben stellt einen großen Eingriff in die Strukturen des Bodens dar und bringt diese kräftig durcheinander. Das hat zur Folge, dass die Mikroorganismen absterben, wodurch Umsetzungsprozesse stoppen und sich die Nährstoffkonzentrationen im Erdboden ändern können. Außerdem gelangen durch das Umgraben nicht selten Unkrautsamen an die Oberfläche und fangen dort dann an zu keimen.

Du solltest also möglichst nur dann umgraben, wenn du einen Teil deines Gartens neu bepflanzen oder einsäen möchtest, der bislang noch nicht genutzt wurde. Empfehlenswert ist es auch bei schweren, lehmigen Böden. Dann aber am besten im Herbst, weil die Winterwitterung mithilft, die grobe Struktur aufzubrechen und sie leichter bearbeiten zu können. Eine Alternative zu herkömmlichen Beeten bietet das Hochbeet. Hier musst du lediglich eine Schicht Erde erneuern.

Am Besten lockerst du die Erde deiner Beete nach dem Winter einfach vorsichtig durch, statt sie umzugraben (Bild: Ossei Oesterwind).

 

Spritzen von Obst- und Ziergehölzen: Geht das auch ohne Chemie?

Gehölze gegen Schädlinge zu spritzen, klingt erstmal immer nach Chemie, einem unnötigen Gesundheitsrisiko und einer Belastung für die Umwelt. Dabei ist diese Arbeit vom Prinzip her genau das Gleiche, wie deine Zimmerpflanzen mit Neemöl zu besprühen, um zum Beispiel Spinnmilben zu bekämpfen - und geht natürlich auch genauso mit Wirkstoffen natürlichen Ursprungs. Also aus ökologischer Sicht gibt es keinen Grund, das Spritzen deiner Gehölze auszulassen. Bei deinen Zimmerpflanzen sammeln sich Schädlinge im Winter wegen der oft trockenen Heizungsluft gerne an. In deinem Garten überwintern Läuse, Milben und Thripse gerne auf dem Holz von Obstbäumen und Sträuchern. Bei den Ziergehölzen sind vor allem Schneeball, Zierkirsche oder Zierjohannisbeere besonders anfällig. In der Wohnung kannst du den kleinen Blattfeinden zum Beispiel mit Luftbefeuchtern und Duschen zu Leibe rücken. Oder auch mit bestimmten Ölen wie Neemöl oder einer Mischung aus Spülmittel und Pflanzenöl. So ähnlich verhält es sich auch beim Spritzen deiner Gehölze. Wenn du zur richtigen Zeit ein Spezialöl auf die Pflanzen spritzt, geht das Ungeziefer bereits im überwinterungsfähigen Larvenstadium ein und kann später keine Schäden mehr verursachen. Damit fallen deine Ernten reicher aus, und Ziergehölze bleiben attraktiv.

 

Den richtigen Zeitpunkt abpassen

Am Zustand der Knospen kannst du erkennen, wann es Zeit dafür ist, deine Pflanzen von Schädlingslarven zu befreien. Wenn diese dicker und klebrig werden, aufspringen, aber noch keine Blättchen sichtbar sind, ist der ideale Zeitpunkt. Dann nämlich stehen auch die Larven kurz davor, zu schlüpfen und sind dadurch auch am empfindlichsten. Spritzt du zu früh, befinden sich die Eier noch im Ruhezustand und das Mittel kann ihnen nichts anhaben. Wartest du aber zu lang, riskierst du Schäden an den noch zarten Blättchen.

Auch hier solltest du ebenso auf die richtige Temperatur achten. Damit das von dir verwendete Mittel richtig wirken kann, solltest du es erst an etwas wärmeren Tagen ausbringen. Temperaturen um den Gefrierpunkt sind nicht gut geeignet. Warte lieber, bis das Thermometer auf mindestens 5 °C klettert.

Was sind umweltfreundliche Spritzmittel?

Zur ökologischen Vorbeugung von Schädlingen an deinen Obst- und Ziergehölzen verwendest du am besten Austriebsspritzmittel, die auf Konzentraten mit Wirkstoffen natürlichen Ursprungs basieren und  keine weiteren insektiziden Zusätze beinhalten. 

Diese Mittel umhüllen die Insekten-Larven mit einem öligen Film, der die Sauerstoffzufuhr abstellt. Es handelt sich also nicht um ein Gift, das die Schädlinge tötet. Umweltfreundliche Austriebsspritzmittel eignen sich zur Winter- und Austriebsspritzung von Obst- und Ziergehölzen sowie an Weinreben, sind nicht gefährlich für Bienen und außerdem raubmilbenschonend. Empfehlenswert sind zum Beispiel die Produkte von Maag oder Neudorff.

 

Rasenpflege im Frühjahr

Die Rasenflächen in deinem Garten lechzen nach der ausgiebigen Winterruhe nach einer ausgiebigen Pflege, um mit starken Grashalmen nachwachsen zu können. Sicher haben Frost, Gartenstühle, liegengebliebenes Laub und Baumfrüchte auch an einigen Stellen kahle Stellen in der Wiese hinterlassen. Um deinen Rasen wieder auf Vordermann zu bringen, empfiehlt es sich, ihm eine Kur zu gönnen. Mähen, Vertikutieren, Nachsäen und Düngen sind die vier Schritte zu einem Rasen, der für eine ausgiebige Gartensaison und ausgelassene Sommergartenpartys bereit ist. 

So eine Rasenkur wendest du am besten ab Anfang April an. Warte, bis die Temperaturen schon leicht ansteigen und das Gras wieder richtig wächst. Hier findest du einige besonders effiziente Rasenmäher, für eine noch nachhaltigere Rasenpflege.

Vertikutieren

Bevor du neuen Rasen aussäst, um Lücken zu füllen, solltest du deinen Rasen zuerst kräftig mähen und vertikutieren. Das ist nichts Anderes als das Anritzen der Grasnarbe einer Rasenfläche und hilft bei der Entfernung von Moos und Mährückständen (Mulch). Außerdem fördert es die Belüftung des Bodens. Wenn du keinen Vertikutierer besitzt, kannst du ihn dir zum Beispiel im Baumarkt oder Gartencenter ausleihen – pro Tag kostet das zwischen 15 und 30€. Anschließend Schnitt- und Vertikutiergut gründlich entfernen.

Nachsäen 

Neue Rasensamen kannst du idealerweise von Ende März bis Anfang Mai ausbringen. Mische für ein besseres Streugefühl die Samen 1:1 mit trockenem Sand und verteile sie dann gleichmäßig auf den betroffenen Stellen. Mit einem Rechen lassen sich die Samen danach gut in die Grasnarbe einarbeiten – das ist besonders wichtig, damit sie Bodenkontakt bekommen und keimen können. Achte darauf, die Fläche die nächsten vier Wochen ausreichend feucht zu halten und sie möglichst nicht zu betreten. Erst danach kannst du den Rasen dann das erste Mal wieder mähen. Voll belastbar ist die Rasenfläche aber erst wieder nach dem dritten bis vierten Mähen. Berücksichtige das also bei der Planung von Grillpartys mit deinen Freunden.

Düngen 

Damit dein Rasen gleichmäßig wächst und dicht und gesund aussieht, kannst du deinen Rasen düngen. Entweder direkt nach der Neuaussaat oder nach dem ersten Mähen im Frühjahr. Durch Dünger versorgst du ihn mit Nährstoffen, die er während der Wachstumsperiode dringend braucht. Für nachhaltige Ergebnisse wiederholst du das am besten etwa alle 3 Monate mit Langzeitdünger in der Zeit von Frühjahr bis Herbst.

Um den Rasen nach dem Winter wieder auf Vordermann zu bringen, empfiehlt sich eine Rasenkur (Bild: Unsplash).

 

Das richtige Aussäen

Bevor du voller Motivation neues Leben in deine Beete bringen kannst, ist es wichtig, die individuellen Aussaat-Zeitpunkte der Pflanzen zu kennen, die du in deinem Garten kultivieren möchtest. Für Gemüse und Obst lohnt sich ein Blick auf einen Aussaat-Kalender. Aber Achtung: Es besteht ein Unterschied zwischen der Direktsaat ins Beet und dem Zeitpunkt, ab dem Samen vorkeimbar sind. Die Direktsaat ist abhängig von der Winterhärte der jeweiligen Blumen- oder Gemüseart. Wenn du es gar nicht mehr abwarten kannst, mit dem Anpflanzen zu beginnen, empfiehlt es sich, mit  Möhren, Mangold oder Zwiebeln zu beginnen. Diese Sorten können bereits im März ins Beet, wenn kein Bodenfrost mehr in Sicht sein sollte. Für den Fall der Fälle gibt es hierfür aber auch spezielle Folien oder Gärtnervlies, mit denen du deine Beete vor spätem Frost schützen kannst.

Auch bei kälteren Temperaturen mit dem Gärtnern anfangen

Einige Pflanzenarten vertragen die Frühjahrskälte allerdings weniger gut, können aber auch schon im Frühjahr in wärmerer Umgebung vorgezogen werden. Blumenkohl, Kohlrabi und Schnittsalate kannst du jetzt bereits schon super in der Wohnung aussäen und vorziehen, bevor die Temperaturen draußen hoch genug sind und die Pflänzchen ins Beet umziehen können. Bei einigen Pflanzen kommst du um die Vorzucht gar nicht herum: Neben einjährigen Gemüsearten wie Tomate, Chili und einigen Kräuterpflanzen, müssen auch Zierpflanzen vor der Auspflanzung vorkultiviert werden. Abhängig von der Art kannst du auch damit bereits jetzt beginnen. 

Bei der Vorzucht in Innenräumen solltest du gut auf den Standort achten, damit die Samen gut und kräftig keimen können. Das Verhältnis zwischen Licht und Temperatur ist hierbei vor allem ausschlaggebend. Je mehr Wärme und Sonnenlicht du deiner Aussaat bieten kannst, desto besser. Informiere dich auch unbedingt, ob deine Samen Hell- oder Dunkelkeimer sind, sprich ob die Samen zum Keimen einfach auf der Erde aufliegen können oder einige Millimeter unter die Erdoberfläche gesetzt werden sollten. Wenn du über kein Gewächshaus verfügst, sind zum Beispiel Minigewächshäuser hilfreich bei der Anzucht in der Wohnung. In der Regel passen diese sogar auf ein Fensterbrett. Ein Tipp dazu: Gewächshäuser, egal welcher Größe, müssen regelmäßig gelüftet werden. Die Luft darf nicht stickig werden, damit Fäulnis und Schimmelbildung verhindert werden können. 

Nachhaltig Aussäen – Wie geht das am besten?

Eine besonders nachhaltige Aussaat beginnt schon mit der Auswahl deiner Samen. Achte hier vor allem auf den Begriff “samenfest”. Das bedeutet, dass du aus den Samen deiner geernteten Früchte wieder neue Pflanzen ziehen kannst, die die gleichen Eigenschaften aufweisen, wie die Elternpflanzen. Also zum Beispiel ebenfalls essbare Früchte tragen. Du produzierst also dein Saatgut für das nächste Jahr schon mit und musst dann nicht erneut Geld dafür ausgeben. Ist dieser Begriff nicht explizit auf der Verpackung angegeben, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Hybridsamen (sogenanntes F1-Saatgut), aus deren Pflanzen du nicht problemlos neue Samen gewinnen kannst. Der Vorteil dieser Pflanzen ist jedoch, dass sie durch Kreuzungen gezielt resistenter gegen Schädlinge und auch unter Umständen ertragreicher sein könnten, als Pflanzen aus samenfestem Saatgut. 

Auch bei dem sonstigen Equipment, das du neben entsprechenden Samen zur Aussaat benötigst, kannst du nachhaltige Produkte wählen. Zum Beispiel gibt es spezielle Anzuchtpads, die aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen und die herkömmliche Anzuchterde ersetzen können. Eine Möglichkeit dafür sind Kokos-Quelltabletten. Sie bestehen, wie der Name schon sagt, aus den Pflanzenfasern und der Rinde der Kokospalme. Die Fasern sind ein Abfallprodukt, das bei der Herstellung verschiedener anderer Kokosprodukte entsteht, wodurch die Kokos-Tabs auf einem nachwachsenden Rohstoff basieren und eine wunderbare Alternative zu beispielsweise vergleichbaren Tabs aus Torf darstellen, da sie vorhandene Torfvorkommen schonen. Außerdem verursachen sie kaum Schmutz und sind außerdem sehr leicht. Blumenerde wiegt vergleichsweise etwa dreimal so viel – das Schleppen von schweren Erdsäcken würdest du dir damit also auch sparen. Auch Pflanzenlampen unterstützen ein gesundes und kräftiges Wachstum deiner Keimlinge. Neben herkömmlichen kannst du hier zum Beispiel auch auf solarbetriebene LED-Pflanzleuchten zurückgreifen, um Strom zu sparen. Und um den kleinen Pflänzchen noch mehr Energie auf ökologischem Weg zuzuführen, kannst du auch auf eine Reihe biologischer Pflanzendünger zurückgreifen.

Kokosquelltabletten sind eine super Alternative zur herkömmlichen Anzuchterde (Bild: Unsplash).

 

Eine neue Hecke. Aber wann?

Hecken kannst du grundsätzlich im Herbst oder Frühjahr pflanzen. Stehen die Pflanzen im Topf, ist sogar ganzjährig Pflanzzeit – doch auch in diesem Fall sind die Zeiträume zwischen Oktober und November sowie Februar und März am ehesten zu empfehlen. Wenn du in deinem Garten also in diesem Jahr Lust auf eine neue Hecke bekommst, kannst du das im Frühjahr definitiv in Angriff nehmen. Allerdings solltest du auch hier auf die Pflanzenart achten. Wurzelnackte, sommergrüne Heckenpflanzen wie die Hainbuche oder wintergrüne Arten wie den Liguster kannst du schon im Herbst pflanzen – dann sind sie bis zum Frühjahr bereits eingewurzelt und wachsen im ersten Jahr besser. Frostempfindliche, immergrüne Heckenpflanzen setzt du besser im Frühjahr. 

Finger weg von der Kirschlorbeerhecke

Wichtig vor einer Neuanschaffung ist auch, dich darüber zu informieren, mit welcher Heckenpflanze du den Tieren in deinem Garten etwas Gutes tust. Ein allgemeiner Irrglaube besteht zum Beispiel bei der sehr beliebten Kirschlorbeerhecke. Die Früchte dieser Pflanze seien zwar für den Menschen giftig, nicht aber für Vögel. Das stimmt schlichtweg nicht. Der Kirschlorbeer bietet auch für Vögel keine Nahrungsgrundlage. Bestenfalls finden sie zwischen den Zweigen ein wenig Unterschlupf, aber sie brüten nicht einmal zwischen den Blättern dieser Pflanze. Der NABU-Geschäftsführer Sönke Hofmann meinte dazu, dass sogar eine Betonmauer ökologisch wertvoller wäre als eine Kirschlorbeerhecke, da auf ihr wenigstens Flechten und Moose wachsen. Zusammen mit dem Rhododendron verdrängt der Kirschlorbeer heimische Heckenpflanzen immer mehr und entzieht zahlreichen Insekten die Nahrungsgrundlage, und somit verschwindet auch die der Babyvögel. Außerdem ist diese Pflanze auch für den Menschen giftig und damit denkbar ungeeignet im eigenen Garten. Vor allem kleine Kinder können schnell aus Versehen die süßlich schmeckenden Früchte der Pflanze mit anderen verwechseln und sich durch die Samen vergiften. Also lieber Finger weg von dieser Pflanze, wenn du einen tier- und menschenfreundlichen Garten anlegen möchtest.

Eine tierfreundliche Gartenhecke 

Bessere Alternativen sind zum Beispiel Liguster oder der Gartenbambus. Beide sind immergrüne Pflanzen, kinderfreundlich, benötigen wenig Pflege und wachsen sehr schnell. Die serbische Fichte wäre außerdem noch eine immergrüne, frostharte Möglichkeit, die schnell wächst und auch einen kräftigen Rückschnitt gut verträgt.

Für eine tierfreundliche Gartenhecke pflanzt du am besten einheimische Gewächse dicht beieinander stehend an. Wenn du zwischen dornigen Hecken, kleineren Bäumen und Büschen wechselst und dazwischen noch Platz für kleinere Pflanzen lässt, finden nicht nur Vögel dort Schutz und Nahrung, sondern auch kleine Säugetiere wie Igel und Eichhörnchen.

 

Nistkästen aufhängen

Wenn du deinen Garten noch tierfreundlicher gestalten möchtest, kannst du neben entsprechenden Hecken auch gezielt Nistkästen anbringen. Am besten lässt du dich dabei von den Empfehlungen von Naturschutzverbänden leiten, wenn es um gute Standorte und die richtige Höhe geht. Der NABU empfiehlt eine Mindesthöhe von 2-3 Metern und eine Ausrichtung nach Osten bis Südosten. Zum Anbringen einer Halbhöhle eignen sich geschützte, für Katzen und Marder möglichst unzugängliche Orte an Hauswänden, auf Balkonen oder an Schuppen und Gartenhäuschen. Lass die Nistkästen ruhig auch im Winter hängen, so können Vögel, Kleinsäuger und Insekten diese gleich zum Überwintern nutzen.

Beachte beim Anbringen von Nistkästen die Empfehlungen von Naturschutzverbänden (Bild: Unsplash).

 

Ökologischen Dünger selbst herstellen – einen Kompost anlegen

Der beste und ökologischste Universaldünger ist Kompost. Richtig auf- und umgesetzt, liefert er alles, was die Pflanzen in deinem Garten benötigen. Empfehlenswert sind zwei bis drei Liter pro Quadratmeter. Baust du im Gemüsegarten sogenannte Starkzehrer wie Kartoffeln und Kohlarten an, sollten es eher drei bis vier Liter Kompost pro Quadratmeter sein. Schwachzehrer wie Kräuter benötigen weniger Nährstoffe. Durch deinen eigenen Kompost kannst du normale Garten- und Küchenabfälle in gehaltvollen Naturdünger verwandeln. Am Ende hältst du einen lockeren, wunderbar nach Wald duftenden Humus in den Händen, der ganz natürlich für nahrhaften Gartenboden und prächtige Pflanzen sorgt. Die beste Jahreszeit, das Projekt in Angriff zu nehmen, ist im Frühjahr. Steigende Temperaturen rufen die unverzichtbaren Bodenorganismen auf den Plan, die für den Zersetzungsprozess zuständig sind. Außerdem entstehen bei diesem Temperaturen von bis zu 70 Grad, weshalb ein möglichst geringer Unterschied zur Außentemperatur für den Beginn auf jeden Fall förderlich ist.

 

Die wichtigsten Hinweise im Überblick

  • Der Kompost sollte nicht in der Sonne stehen – halbschattige bis schattige Standort sind ideal
  • Gekochtes, Zitrusfrüchte, Fleisch und Fisch, Katzen- und Hundekot, Unkraut sowie Reste von kranken Pflanzen haben auf dem Kompost nichts zu suchen
  • Feuchter Abfall wie Obst- und Gemüseabfälle sollten mit trockenem Abfall wie Laub oder Rasenschnitt geschichtet werden
  • Besonders funktionstüchtig – auch für den Balkon – ist ein Mehrkammerkompost, dessen Kammern sich in unterschiedlichen Kompoststadien befinden

Schritt für Schritt zum eigenen Kompost

Das klingt erstmal ein wenig kompliziert und nach vielen Regeln, aber eigentlich ist es gar nicht schwer, deinen eigenen Dünger herzustellen. Der klassische Kompost kommt für den Start mit einem Behälter aus. Traditionell handelt es sich um ein einfaches Silo aus Holzlatten oder Maschendraht, worin du die organischen Abfälle sammeln kannst. Vorteilhaft ist die Erweiterungsmöglichkeit zu einem “Mehrkammerkompost” mit einem zweiten oder dritten Behälter, die später halbreifen oder reifen Kompost aufnehmen.

So gehst du am Besten vor, wenn du deinen eigenen Kompost anlegen möchtest:

  1. am gewählten Standort zum Schutz vor Wühlmäusen Maschendraht auslegen
  2. Kompostbehälter aufstellen
  3. als erste Lage 15 bis 20 cm hoch grobes Material verteilen, beispielsweise ein Mix aus Gehölz- und Staudenschnitt
  4. als zweite Lage 15 bis 20 cm hoch zerkleinerte Küchen- und Gartenabfälle aufhäufen
  5. als dritte Lage 5 bis 10 cm hoch humose Gartenerde oder fertige Komposterde verteilen
  6. bei Trockenheit mit Regenwasser gießen
  7. Komposthaufen bis auf eine maximale Höhe von 120-150 cm mit gemischten Abfällen beschichten

 

Unser Fazit: Viel zutun, aber es lohnt sich!

Um nicht den Überblick über die anstehenden Aufgaben und damit die Motivation für das neue Gartenjahr zu verlieren, bevor es richtig startet, nimm dir am Anfang ruhig kurz Zeit, um eine aktuelle Bestandsaufnahme und einen Rückblick des vergangenen Jahres zu erstellen und klare Ziele für die kommende Saison zu formulieren. Wenn du deinen Garten dieses Jahr nachhaltiger bewirtschaften willst, kannst du bei der Anzucht neuer Pflanzen auf ökologische und langlebige Sorten setzen und durch einen eigenen Kompost besonders nachhaltigen Naturdünger erzeugen. Für einen tierfreundlichen Garten kannst du schon mit der bewussten Wahl deiner neuen Hecke und dem Anbringen von Nistkästen viel erreichen. Auch solltest du vor dem Schnitt von Bäumen und anderem Gehölz die Daten der “Schonzeit” des Bundesnaturschutzgesetzes überprüfen. Dein Garten ist voller Potenzial für das kommende Jahr. Leg jetzt los und der Sommer wird grün!

 

 

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