Nachhaltige und stylische Schürzen
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Nachhaltige und stylische Schürzen

INTERVEIW | Bisher fand das Thema Nachhaltigkeit bei Berufskleidung noch wenig Beachtung: Das Segment war durch langweilige Küchenschürzen und tristen Kochjacken bestimmt. KAYA&KATO hat das mit ihrer stylischen Arbeitskleidung nun geändert. Sie präsentieren neue Formen und Farben.

INTERVEIW | Bisher fand das Thema Nachhaltigkeit bei Berufskleidung noch wenig Beachtung: Das Segment war durch langweilige Küchenschürzen und tristen Kochjacken bestimmt. KAYA&KATO hat das mit ihrer stylischen Arbeitskleidung nun geändert. Sie präsentieren neue Formen und Farben.

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19.05.2017

LifeVERDE: Herr Dr. Rennicke, bei KAYA&KATO dreht sich alles um fair produzierte Arbeitskleidung insbesondere Schürzen. Welche Idee steckt dahinter und was ist das Besondere an Ihrem Konzept?

Dr. Stefan Rennicke: Biologisch, sozial und nachhaltig soll es sein: Im Bereich Lebensmittel ist das Thema „Bio“ längst bei Herstellern und Endverbrauchern angekommen. Auch in der Textilbranche wird seitens der Konsumenten zunehmend auf faire Produktionsbedingungen geachtet - egal ob bei Sportbekleidung, Streetwear oder High-Fashion. Doch während neue „grüne“ Mode-Labels aus dem Boden sprießen, findet das Thema „Nachhaltigkeit“ bei Berufskleidung noch wenig Beachtung. Ein Segment, das durch langweilige Schürzen oder triste Kochjacken bestimmt ist. Dort setzten wir an: KAYA&KATO ist die neue Marke für stylische Arbeitskleidung. Wir präsentieren Schürzen in neuen Formen und Farben: Mal kurz aus Denim-Stoff mit der Anmutung eines Mini-Jeanskleids – mal lang in bunten Kombinationen von Stoff und Schürzenbändern. Genäht unter fairen Bedingungen – mit Stoffen aus kontrolliert biologischem Anbau stehen bei der Produktion unserer Arbeitskleidung Respekt, Fairness und Qualität im Mittelpunkt.

Hat der Name KAYA&KATO eine bestimmte Bedeutung?

Bei der Markenbildung wollten wir einen Namen finden, der sowohl Frauen als auch Männer anspricht und ein stimmiges Layout ermöglicht. KAYA&KATO hat uns gut gefallen - und ist eine Marke, die es so weltweit auch noch nicht gibt.

An wen richtet sich Ihr Angebot konkret?

Aktuell produzieren wir stylische und hochwertige Schürzen, Kochjacken und Kasacks. Wir haben zwei Zielgruppen:  Zum einen Endkonsumenten, die für ihre Hobbys eine Schürze brauchen. Egal ob beim Kochen, Backen, Nähen, Tischlern, Malen, oder Gärtnern, aus unserer Sicht sind Schürzen ein unterschätztes Kleidungsstück, das nicht nur praktisch ist, sondern auch viel Potenzial für einen guten, neuen Stil im Alltag hat. Wir wollen erreichen, dass Schürzen ihr verstaubtes Image verlieren und stolz getragen werden. Außerdem bieten wir für Hotellerie und Gastronomie hochwertige Arbeitsbekleidung an:  Wir entwickeln unsere Designs gemeinsam mit Köchen, um ihren Bedürfnissen in puncto Funktionalität und Style zu entsprechen. Auch Kasacks für Mitarbeiter in Pflege und medizinischen Bereichen können schick aussehen. Das ist ein weiterer Bereich, den wir gerade ausbauen. Passend zum Design und Außenauftritt unserer Kunden entwerfen wir auf Anfrage stylische, hochwertige und fair produzierte Arbeitskleidung. Ziel ist es, den Markt für Arbeitskleidung fair zu revolutionieren. 

Welches Feedback erhalten Sie von Ihren Kunden und wo kommen Ihre innovativen Schürzen besonders gut an?

Wir sind selber überrascht und freuen uns sehr über die so positive Reaktion – sowohl von Endverbrauchern als auch unseren Kunden aus Hotellerie und Gastronomie.  Jeder will bei der Arbeit gut aussehen – und stylische Bekleidung, die auch noch fair produziert ist, ist schwer zu finden. Auch die besondere Qualität unserer Produkte wird immer sehr gelobt. Zu unseren Kunden zählen neben Endverbraucher Restaurants, Cafés, Friseure, Tätowierer, Floristen und sogar Musikbauer. Wir von KAYA&KATO setzen uns für faire Bezahlung und sichere Arbeitsplätze ein, das kommt sowohl bei Endkonsumenten und Geschäftskunden sehr gut an. 

Geben Sie uns doch einen kleinen Einblick in Ihren Herstellungsprozess, was machen Sie besser als die meisten konventionellen Hersteller?

Wir arbeiten mit Partnern zusammen, die bei der Textilproduktion Menschen und Umwelt in den Vordergrund stellen. Besonders wichtig ist uns, dass wir unsere Partner und Zulieferer persönlich kennen. Deshalb verlassen wir uns nicht nur auf Siegel und Zertifikate. Wir wissen, wer die Baumwolle anbaut, wie sie angebaut wird, wo die Stoffe gesponnen und unsere Schürzen genäht werden. Wir setzten uns für faire Produktionsbedingungen, fairen Handel und biologischen Anbau ein. Bei der Herstellung achten wir auf beste Qualität.

Gibt es bestimmte Zertifizierungen auf die Sie setzen und woran sich auch Verbraucher generell orientieren können, wenn Sie nachhaltige Mode suchen?

Unsere Stoffe entsprechen den Global Organic Textile (GOTS) oder IVN-Best Standards, den höchsten Standards für Naturtextilien. Vor allem aber arbeiten wir eng mit cotonea zusammen. Dadurch haben wir die Möglichkeit, jeden Produktionsschritt eigenständig zu sehen. Das ist für uns wichtiger als alles andere. Das contonea Bio-Siegel steht für soziale Verantwortung, fairen Handel und Vertrauen. Um den Verbraucher über die Herkunft seines Produkts zu informieren, legen wir jeder KAYA&KATO Schürze einen Produktpass bei, der vom Anbau der Baumwolle über die Produktion bis hin zum genähten Endprodukt über die Herkunft der Schürze aufklärt. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit zwei Inklusionsprojekten zusammen.

Kostet der Umstieg auf hochwertige und fair produzierte Alternative mehr und wenn ja warum?

Der Produktionsprozess eines fair gehandelten Textils ist mit großen Aufwand verbunden, der natürlich Kosten verursacht. Beim Kauf von Kleidung macht man sich oft keine Vorstellungen davon, wie aufwendig der Herstellungsprozess ist. Unsere Schürzen durchlaufen verschiedene Produktionswege:

  1. Baumwollanbau und -ernte in Partnerprojekten in Kirgisistan und Uganda
  2. Verarbeitung der Baumwolle zu Rohstoffen in Cotonea Webereien in Deutschland und Tschechien
  3. Veredelung der Stoffe in Deutschland
  4. Zuschneiden und Nähen der Stoffe in mittelständigen Betrieben in Deutschland, Portugal und Tschechien.

Allein die Ernte von Bio-Baumwolle ist sehr aufwendig und zeitintensiv, da man aufgrund des Verzichtes von chemischen Mitteln keine gleichzeitige Blüte der Pflanzen hat und mehrfach ernten muss. Uns ist wichtig, dass die Menschen von ihrer Arbeit auch leben können. Wir kennen unsere Partner und Zulieferer innerhalb des Produktionsprozesses persönlich und verlassen uns nicht nur auf Siegel. Das hat natürlich seinen Preis. Aber immer wieder sind unsere Kunden erstaunt, wie wettbewerbsfähig unsere Preise sind – Im Vergleich zu Billigware rechnen sich die wenigen Euro Einsatz mehr, da die Qualität sehr viel hochwertiger ist und die Stoffe viel länger halten.

Welche Trends finden Sie generell im Bereich nachhaltiger Mode besonders spannend?

Fairtrade-Mode hat schon lange nichts mehr mit langweiligen, kratzigen Bio-Stoffen und eintönigen Designs zu tun, sondern kann mit neuen Designs und modernen Looks absolut mithalten. Zudem wird das Thema „nachhaltige Arbeitskleidung“ auch im Profi-Bereich immer bedeutender - und das Bewusstsein von Gastronomie und Hotellerie für „grüne“ Arbeitsmode, die mit Stolz getragen werden kann, sensibilisiert.

Vor welche Herausforderungen stellt Sie die Verfolgung Ihrer Nachhaltigkeitsstrategie?

Aktuell arbeiten wir an einem Konzept, mit dem getragene Arbeitskleidung weiterverarbeitet oder wiederverwertet werden kann. Das heißt, wir nehmen die Stoffe nach Gebrauch zurück und recyceln sie, so dass sie danach wieder in den Einsatz kommen. Damit sparen wir viel Müll, denn die üblicherweise genutzten Polyester-Baumwollmischungen können nicht recycelt werden.

Verraten Sie uns, was es künftig Neues von Ihnen geben wird?

Wir arbeiten ständig an der Erweiterung unseres Sortiments. Noch in diesem Jahr dürfen sich unsere Kunden auf neue Designs, aber auch auf ein paar ganze neue Produkte freuen. Mehr möchten wir noch nicht verraten.



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