BioOlivenöl Preis, Vorteile und Verträglichkeit
Gesellschaft

Bio-Olivenöl - Preis, Vorteile und Verträglichkeit

Was muss Bio-Olivenöl kosten, damit es gesund und gut verträglich ist und hat es wirklich Vorteile gegenüber konventionellem Olivenöl?

Was muss Bio-Olivenöl kosten, damit es gesund und gut verträglich ist und hat es wirklich Vorteile gegenüber konventionellem Olivenöl?

11.07.2018 - Ein Beitrag von Gessica Mirra, Foto: Symbolbild © Pixabay

Vor allem in Italien, wo in jedem guten Haushalt Olivenöl jederzeit vorrätig ist, verbraucht eine durchschnittliche vierköpfige Familie im Jahr rund 30 bis 35 Liter Olivenöl. Das Olivenöl hier wird nicht nur im kalten Zustand verwendet, sondern auch zum Braten und Frittieren. Auch hierzulande wird Olivenöl für die Zubereitung von verschiedenen Vorspeisen, Nudel- und Fleischgerichten, Gemüse und sogar für Backwaren verwendet. Aber ist Olivenöl gleich Olivenöl? Was gilt es zu beachten?

Bio-Olivenöl: Wie wird es hergestellt?

Für die Herstellung von einem Liter Olivenöl braucht es allgemein - je nach Olivensorte und Reifegrad - zwischen 5 und 8 kg Oliven. Der Olivenbauer pflückt die dafür notwendigen Oliven zunächst per Hand. Dann geht es zur Pressung. Die Oliven werden dafür von Zweigen, Blättern und Stielen entfernt und anschließend gewaschen. In der Olivenpresse werden die Oliven mitsamt ihrem Kern zermahlen. Das daraus entstehende dunkle Fruchtfleisch wird dann von der Flüssigkeit getrennt, die aus einem Öl-Wasser-Gemisch besteht. Das Öl wiederrum wird im nächsten Produktionsschritt vom Wasser getrennt und heraus fließt das grüne Olivenöl.

Die Oliven für konventionelle Olivenöle werden meist aus Oliven hergestellt, die künstlich gedüngt und gespritzt werden. Anders sieht es bei den Oliven für Bio-Olivenöle aus: diese sind natürlich gedüngt und werden nicht gespritzt – und wenn, dann ausschließlich mit natürlichen, geprüften Mitteln. Die Bauern von Bio-Olivenöl und ihre Öle werden außerdem strenger und öfter auf ihre Qualität kontrolliert.

Olivenöl ist gesund

Sowohl Olivenöl, als auch Bio-Olivenöl, haben, wenn sie qualitativ hochwertig sind, viele positive Wirkungen auf unseren Körper. Gutes Olivenöl kann nämlich vor Herzinfarkt und Krebs schützen, Arteriosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Osteoporose und Übergewicht vorbeugen, das Knochenwachstum fördern, Cholesterinspiegel und Bluthochdruck senken, die Nerven stärken, die Haut straffen und es hat eine desinfizierende und entzündungshemmende Wirkung. Und auch auf Abszesse, Nagelerkrankungen, Wunden, Insektenstiche, rheumatische Beschwerden, Muskelkater und Krämpfe soll sich Olivenöl positiv auswirken.

Was kostet gutes Bio-Olivenöl?

Der Olivenbauer hat allerlei Kosten zu tragen, damit aus seinen Oliven später gutes Olivenöl entsteht. Er muss den Olivenhain pflegen, sich um den Baumschnitt, die Behandlung zum Schutz vor Krankheiten und Schädlingen und die Bearbeitung des Bodens kümmern. Die Ernte ist dann nur mit vielen Arbeitern händelbar. In aufwändiger Arbeit ernten sie von Hand und streifen die Oliven von den Ästen ab. Diese Arbeiter wollen selbstverständlich bezahlt werden und auch Maschinen, wie Traktor, kosten im unterhalt. In der Ölmühle, wo die Oliven zur Verarbeitung zum Olivenöl landen, müssen ebenfalls Mitarbeiter bezahlt und Maschinen in Stand gehalten werden.
Laut verschiedenen Studien kostet gutes Bio-Olivenöl somit etwa 8 Euro pro Liter. Hinzu kommen noch Kosten für Zertifizierungen und Analysen – die sind in diesem Preis noch nicht berücksichtigt.

Verträglichkeit von Olivenöl und gutes Olivenöl erkennen

Das Aroma von guten Olivenöl wird als fruchtig, etwas bitter und manchmal auch etwas scharf beschrieben. Weniger gutes Olivenöl, wird von Experten mit den Adjektiven “stichig”, “schlammig” und “ranzig” beschrieben. Eine gute Verträglichkeit des Olivenöls ist bei solchen Olivenölen nicht mehr gegeben.

Neben dem Geschmack erkennt man gutes Olivenöl auch an der Farbe. Olivenöl sollte eher dünnflüssig sein, eine leuchtend grüne Farbe haben oder zumindest einen Grünschimmer aufweisen. Ein zähflüssiges, gelbes Olivenöl weist auf eine fortgeschrittene Oxidation hin und ist weniger gut für uns.

Der Säuregehalt eines guten Olivenöls (“nativ extra”) darf nach EU-Richtlinen außerdem den Säuregehalt von 0,8 Prozent nicht überschreiten. Olivenöl, das in Tests gut abschneidet, hat oft sogar einen Säuregehalt von weniger als 0,4 Prozent.

Bio-Olivenöl vs. Konventionelles Olivenöl: Gibt es wirklich Vorteile?

Der Kauf von Bio-Olivenöl unterstützt auf jeden Fall eine nachhaltige Landwirtschaft – das ist für uns und alle künftigen Generationen von großem Vorteil. Viele Tests zeigen aber, dass die Qualität von Bio-Olivenöl nicht automatisch besser sein muss, als die von konventionellem. Immer wieder schneiden konventionelle Olivenöle in Verbrauchertests besser ab, als biologische. Ebenso erkennen Experten auch im Geschmack keinen wirklichen Vorteil gegenüber konventionellem Olivenöl. Hier gilt also: Bio-Olivenöl ist nicht besser als “normales” Olivenöl. Aber: Gutes Olivenöl hat seinen Preis!

Leider, leider - Immer wieder erschreckende Testergebnisse von den Olivenölen, die wir kaufen

In zahlreichen Tests von Stiftung Warentest wurde in den letzten Jahren immer wieder aufgezeigt: Viele Öle, die uns in unseren Supermärkten und Discountern angeboten werden, schmecken ranzig und enthalten gesundheitsbedängliche Schadstoffe. Auf der Etikettierung vieler Olivenöle wird außerdem geschwindelt, hier werden falsche Güteklassen angegeben. Laut Stiftung Warentest sollte man beim Kauf des Olivenöls nicht nur auf den Preis schauen, denn die sensorisch besten Öle sind teuer. Davon abgesehen konnte in dem Test aber auch nicht automatisch jedes teure Olivenöl überzeugen.

Stiftung Warentest: Bio-Olivenöl liegt nur im Mittelfeld

Die meisten getesteten Bio-Olivenöle liegen laut Stiftung Warentest eher im Mittelfeld, beispielsweise das “Bio Natives Olivenöl extra” von dm oder auch das “Bio Natives Olivenöl extra” von Edeka. “Das Rapunzel Kreta P.G.I., nativ extra” aus Griechenland schaffte es im Olivenöl-Test auf eine etwas bessere Position.

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Kommentare
Kommentare
Naturlinchen
23.07.2018
Bio-Olivenöl ist auch in meinen Augen ein total unterschätztes Wundermittel. Ich verwende es für fast alles. Sogar als Haarkur und als Handcreme bzw. "Handöl". In meinen Augen ist es noch besser als das um einiges teurere Arganöl.

Alfonso Linares
11.07.2018
Einige Forschungen haben schon gezeigt, dass Olivenöl eine echtes Medikament ist. Es ist aber keine Überraschung, dass in den südlichen Ländern wie Spanien, Italien oder Griechland, Krebs Fälle wircklich niedriger vorkommen, als in Deutschland, UK oder Schweden. In unserem Blog (http://nativesolivenoelextra.com/) arbeiten wir dafür, die Einzelheiten dieser Forschungen Ihnen zu erklären. Schönes Mittwoch!

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