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Tierquälerei in China

Tierschutz vs. Tierquälerei. Besonders in China finden Praktiken statt, die das deutsche Verständnis von Tierschutz erschüttern. Was im bevölkerungsreichsten Land täglich mit den hilflosen Wesen angestellt wird und was du dagegen tun kannst. 

Tierquälerei in China
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Tierschutz vs. Tierquälerei. Besonders in China finden Praktiken statt, die das deutsche Verständnis von Tierschutz erschüttern. Was im bevölkerungsreichsten Land täglich mit den hilflosen Wesen angestellt wird und was du dagegen tun kannst. 

01.10.2020 - Ein Beitrag von Dorothea Meyer

Tierquälerei in China, dem von Traditionen geprägten Reich der Mitte, ist ein vielfach diskutiertes Thema. Es liegen große Differenzen zwischen dem Umgang mit Tieren in der westlichen Welt und dem in China. Tierquälerei ist ein No-Go in jeglicher Hinsicht. Aus diesem Grund bedarf es dem chinesische Tierschutz an Fortschritt. Denn noch immer leben viele Chines*innen in dem Glauben, dass ein Tier vor dem Tod extrem gequält werden muss, um den Adrenalingehalt im Blut in die Höhe zu treiben und demnach den besten Fleischgeschmack zu erzielen. Aber nicht nur für vermeintlich gutes Fleisch werden die Tiere misshandelt, sondern auch, um unser einer zu belustigen und zu entertainen. 

Wir decken über die Geschehnisse in China auf und geben dir außerdem Handlungsmöglichkeiten an die Hand, um deine Stimme für das Wohl unschuldiger Tiere zu erheben und dem Leid ein Ende zu setzen. 

Keine Gesetze gegen Tiergewalt in China

In Deutschland gelten strenge Tierschutzgesetze, an die sich die Bevölkerung zu halten hat. Bei Verstoß drohen hohe Geldstrafen. China dagegen hat kein ausgearbeitetes Gesetz, das die Tiere vor Gewalt und Grausamkeiten schützt. Es gelten also keine verbindlichen Mindeststandards für eine artgerechte Tierhaltung und den Umgang mit ihnen. Das fängt schon bei den Haustieren an. Erst seit knapp 10 Jahren ist die Haustierhaltung in China beliebt. Nach und nach steigen die Zahlen von Hunden, die privat als treuer Wegbegleiter gehalten werden. Informationen zum Umgang mit Tieren oder tierärztliche Versorgung ist kaum vorhanden. Daher werden die Hunde weder geimpft noch finden Kastrationen statt. Die chinesische Bevölkerung ist kaum über die Haltung von Tieren aufgeklärt, so sind die Hunde und Katzen ihrem Schicksal oftmals selbst überlassen. Ein greifendes Tierschutzgesetz, welches für alle verbindlich eingehalten werden muss, könnte nicht nur die fahrlässige Haustierhaltung in China verändern, sondern sich generell klar gegen die weiteren fatalen Quälereien und Schlachtungsmethoden vor Ort aussprechen.

Durch die seltenen Kastrationen steigt die Hundepopulation kontinuierlich. Da sich kaum einer für die Tiere verantwortlich füht, laufen die Tiere oft herrenlos durch die Straßen - hungrig, durstig und übersäht von Wunden und Verletzungen, die das Straßenleben mit sich bringen. Das verärgert die Menschen, die selbst keine Haustiere halten. Schlägertrupps, ausgestattet mit Schlagstöcken, wollen das vermeintliche Problem eindämmen, indem sie frei laufende Hunde auf offener Straße erschlagen. Die Tierrettungsorganisation IFAW setzt sich vermehrt für den Schutz der Tiere in China ein und konnte bereits erreichen, dass Hunde auch tagsüber ausgeführt werden dürfen, dass die Schlägertrupps zur Hundetötung etwas seltener agieren, die Tollwutimpfungen verpflichtend sind und auch die Kastration offener thematisiert wird. Genau solche Hilfsorganisationen braucht es, um gegen die Missstände aufzuklären. Mit weiteren Projekten wie der Gründung einer Greifvogelrettungsstation in Peking, ist der IFAW nicht nur in China, sondern auch anderen Regionen Asiens aktiv darauf bedacht für das Recht der Tiere zu kämpfen und Leben zu retten.

Wenn du helfen möchtest, kannst du dir Organisation jederzeit mit Spendenbeiträgen, welche du über die Webseite tätigen kannst, unterstützen. Neben Spendenbeiträgen ist aber auch eine aktive Teilnahme an den Projekten möglich - dafür musst du auch nicht direkt nach China reisen, sondern kannst zum Beispiel durch PR-Tätigkeiten unterstützen. Informationen dazu findest du ebenfallsauf der Webseite des Vereins.  

Das Hundefleisch-Festival

Jährlich findet in China zur Sommersonnenwende das Hundefleisch-Festival statt.  In Indien wird mit bunten Farben das Holi-Festival gefeiert, im Rheinland wird der Karneval zelebriert, in Schweden wird bei fröhlicher Sommerstimmung in den Midsommar getanzt und in China werden beim zehntägigen Hundefleisch-Festival bis zu 10.000 Hunde und Katzen getötet. Das hat Tradition. Das Verzehren von Hundefleisch in den Sommermonaten soll für Gesundheit und Glück sorgen. Auch die Katzen werden nicht verschont und landen bei dem jährlichen Festival im südchinesischen Yulin auf dem Grill. Die teilweise verletzten und gequälten Tiere werden in viel zu kleinen Käfigen gehalten und dann schamlos getötet und verspeist. Oftmals werden die Tiere bei noch lebendigem Leib in das kochende Wasser oder heiße Fett geworfen. Ein grausamer Anblick. Auch das Häuten der Hunde gehört dazu. Daraus werden Ledertaschen oder Handschuhe gefertigt. In Yulin erfährt der Hund sein Schicksal an lebendigem Leib.

Inzwischen sind in vielen Regionen Cinas Hundefleisch-Festivals offiziell verboten worden. Dennoch finden sie teilweise noch im Verborgenen statt. Da sich das Bewusstsein der Einwohner*innen des Landes sich jedoch zu ändern beginnt und ein Umdenken im Bereich artgerechtem Umgang mit Tieren stattfindet, stoßen die fatalen Festivals immer häufiger auf Kritik und Ablehnung. Daraus resultiert glücklicherweise, dass inzwischen Unterschriftenaktionen, kritische Berichterstattungen und Befreiungsaktionen immer häufiger vollzogen werden, um gegen solche fragwürdige Aktionen aktiv vorzugehen und ihnen Stück für Stück ein Ende zu bereiten. 

Auch du möchtest dich gegen die Huundefleisch-Festivals erheben? Auf change.org gibt es beispielsweise eine Petition, die sich für das Beenden des Hundefleisch-Festivals in Yulin richtet, um eine Kampagne mit tausenden von Unterschriften zu starten und der chinesischen Botschaft zu übergeben. 

Ist das Verspeisen von Katzen und Hunden in China Alltag?

Die chinesischen „Köstlichkeiten“ werden meist nur zu speziellen Anlässen zubereitet. Das Fleisch von Hund oder Katze ist eher der ärmeren Bevölkerung vorbehalten. Die großen Metropolen sind sehr westlich orientiert. Hier wird es schwer Hunde- oder Katzenfleisch zu finden. Landestypischere Speisen sind Pekingente, Schwein und Huhn aber auch viele Produkte aus Soja sind in China beliebt, so zum Beispiel Tofu. Es ist ein Irrtum zu glauben, die gesamte chinesische Bevölkerung esse täglich Hunde und Katzen. China ist sehr groß und in den wenigsten Regionen wird das Hundefleisch konsumiert. Nur ca. 20% der chinesischen Bevölkerung hat jemals Hundefleisch gegessen. Es handelt sich also um ein Vorurteil, dass „alle“ Chinesen Hunde verspeisen. Dass die chinesische Bevölkerung aber einen anderen Zugang zum Umgang mit den Tieren hat, bleibt unbestritten.

Da jedoch der Konsum von Schweinfleisch enorme Ausmaße angenommen hat, baut China derzeit sogenannte Schweine-Hochhäuser, um der Nachfrage trotz Import-Schwierigkeiten gerecht zu werden. Kleinere Schlachtbetriebe mussten bereits geschlossen werden und für die Schweine in solchen Einrichtungen herrschen grausame Bedingungen. Trotzdessen sollten wir hierin Deutschland nicht mit erhobenem Finger auf China zeigen, denn auch hier gibt es eindeutig zu viele Massentierhaltungs-Betriebe und Tierquälerei im Alltag. Dabei kommt es nicht darauf an, ob es sich um Hund, Katze, Schwein oder Kuh handelt, denn am Ende sind sie alle eines - Lebewesen, die ein zufriedenes Leben ohne Leid auf der Erde verbringen möchten.

Wie du den Tieren helfen kannst, erfährst du unter anderem von der Organisation Peta, die täglich versucht über genau solche Missstände aufzuklären. In erster Linie gilt: Schraub deinen Fleischkonsum runter, überlege dir ehrlich, woher das Fleisch und die Tierprodukte wirklich stammen, welche du kaufst und kläre dein Umfeld über solch katastrophale Umstände auf. Nur so kann der Massentierhaltung in china, Deutschland und allen anderen Teilen der Welt sowie der Entstehung von ganzen Hochhäusern für Schlachttiere ein Ende bereitet werden. 

Adrenalin pur

Es heißt, die Qualität des Fleisches nimmt ab, sobald das Tier vor der Schlachtung zu viel des Hormons Adrenalin ausgeschüttet hat. Adrenalin schüttet der Körper in Angst- und Stresssituationen aus. So wird in der EU zumindest bei Fleischprodukten in demeter-Qualität darauf geachtet, dass das Tier vor dem Schlachtprozess möglichst keinen Stress verspürt. Die chinesische Bevölkerung geht allerdings davon aus, dass gerade das Adrenalin zu einer Qualitätssteigerung führt. Aus diesem Grund werden die Tiere vor der Schlachtung des Öfteren gequält und bei vollen Bewusstsein verstümmelt. Auch in einigen Restaurants finden diese Praktiken vor Augen der Kundschaft statt. Die speisenden Gäste fühlen sich dadurch amüsiert. Sie machen sich teilweise sogar lustig über den Überlebenskampf der Tiere. Je mehr ein Tier gequält wird, desto mehr Adrenalin wird ausgeschüttet. Das Fleisch gewinnt dadurch in China an Wert. Diese Praktiken finden allerdings auch nur in wenigen Regionen Chinas statt und sind nicht Gang und Gäbe.

Nicht nur Hunde und Katzen sind betroffen

Nicht nur bei der Lebensmittelgewinnung werden Tiere schmerzhaften Qualen ausgesetzt, sondern auch bei der Gewinnung von „Medizin“. In der traditionellen chinesischen Medizin glaubt man daran, dass die Gallenflüssigkeiten von Bären heilende Wirkungen haben. Um an die Flüssigkeit zu gelangen, werden die Bären in frühen Jahren gefangen, in viel zu kleine Käfige gesteckt und dort bis zu zweimal täglich ihrer Gallenflüssigkeit beraubt. Die Tiere werden bei diesem Prozess nicht betäubt. Sie sind bei vollem Bewusstsein und stoßen schreckliche Schreie unter Qualen aus. Die Pflege der Tiere wird vollkommen vernachlässigt. Sie haben oftmals gebrochene Gliedmaßen, sind verkrüppelt, unterernährt und krank. Bis zu 20 Jahre können die Bären unter diesen Umständen leben. Ein Leben voller Schmerz und Grausamkeit. Die Wirkung der Bärengalle ist dabei aus medizinischer Sicht widerlegt. Es handelt sich um Aberglaube, um eine sehr alte Tradition, die zudem teuer ist. Dennoch ist das Produkt, welches in Pulverform verkauft wird, sehr gefragt. Die Tierrechtsorganisation Animals Asia Foundation (AAF) setzt sich für die Rettung der Bären ein und will gemeinsam mit der Regierung die Bärenfarmen schließen. 

Bei der AAF kannst du neben Spendenbeiträgen auch freiwillige*r Helfer*in werden und zum Beispiel als Fundraiser*in oder Eventplaner*in Bärenleben retten. Eine weitere tolle Möglichkeit zu helfen, ist eine Bärenpartnerschaft einzugehen. Hierbei wird du zum Sponsor eines geretteten Bären und kannst dabei unterstützen, dem Tier ein schönes und qualfreies Leben zu geben. Weitere Informationen und Möglichkeiten die Organisation zu unterstützen findest du auf der Webseite der Animals Asia Foundation

Zum Schluss eine wichtige letzte Anmerkung. 

Ja, es stimmt - die Bedingungen unter denen Tiere in China leben und sterben müssen, sind gravierend, brutal und pure Folter. Dennoch sollte zum einen nicht außer Acht gelassen werden, dass es bereits tolle Organisationen gibt, die sich seit Jahren für das Wohl der Tiere für Ort einsetzen und versuchen so viele Leben wie möglich zu retten. Zudem findet auch ein Umdenken in den Köpfen der Einwohner*innen des Landes statt: längst findet dort nicht mehr jede*r die Art und Weise der Tötung von Tieren und der Umgang mit ihnen normal oder gar richtig und belustigend.

Außerdem hat auch Deutschland in Sachen artgerechter Tierhaltung längst keine weiße Weste an. Auch hier ist Tierquälerei trotz Gesetzen sowie Massentierhaltung leider Alltag. Der Unterschied ist hier nur, dass er nicht so offenkundig ausgelebt wird wie zum Beispiel in China und eher vor verschlossenen Türen stattfindet, um in unserer Gesellschaft die Missstände soweit wie möglichst zu verstecken. So essen die Deutschen gerne Schnitzel, Currywurst und Co. Auch diese Tiere haben vor dem Verzehr gelitten und kein artgerechtes Leben geführt. Zum Glück gibt es inzwischen immer mehr Endverbraucher*innen denen bewusst ist, dass ein Stück Fleisch von hoher Qualität und artgerechter Haltung nicht nur 70 Cent kosten kann. Das zeigt nicht nur die wachsende Zahl der Veganer*innen, sondern auch das gefühlt täglich steigende Angebot an tierleidfreien Lebensmitteln, sowohl in Discountern als auch in Supermärkten. Ein Umdenken findet schon statt - es liegt in unserer Verantwortung jenes in die Tat umzusetzen und uns klar gegen Tierquälerei, sei es nun in Deutschland, China oder anderswo, auszusprechen! 

 

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Bilder: Pixabay, Unsplash

 



Kommentare
Bock,Edelgard
20.10.2020
Ich leide total wenn ich sowas lese , warum werdenTiere so misshandelt,jedes Tier hat Schmerzen und Ängste. Wie krank sind Menschen die Freude am Leid der Tiere empfinden . Ich hoffe dass es irgendwann ein Gesetz mit Überwachung gibt , dass wir egal was für Tiere es sind diese vor unendliches Leid schützen

Ulrich
09.05.2020
Die Welt schaut nur zu, da muß endlich was geschehen.Von China kommt auch der vierus . Man hat es gestern den08.05.2020 im TV gesehen

Ulrich
09.05.2020
09.05.2020 Ulrich Die Welt bzw. Poliker schauen nur zu.Daa muß endlich was geschähen. Gegen die Tierquelerrei. Den von China kommt auch der Vierus

Simone Warias
27.04.2020
Die Chinesen kann man eigentlich gar nicht mehr als menschlich bezeichnen. Sie quälen Tiere, essen Tiere, die noch leben und Mitgefühl oder Empathie wird als schwach angesehen. Mit ihrer Ess"kultur" und abergläubischen Glauben daran, geriebene getrocknete Hoden von Bär oder anderen Tieren, würden Erektionsprobleme beseitigen, zeigen sie eindrücklich, wie degeneriert sie sind mitsamt ihrer ganzen Kultur

Lisa
19.04.2020
Ich finde so etwas einfach nur abartig und ich schäme mich dafür dass es Leute unserer rasse tun, denn wir sind alle gleich, wir sind alle Menschen.
Klar man kann sagen, dass man es schrecklich findet aber der größte Teil der Menschen die das sagen essen doch selber Fleisch dass meist auch nicht gerecht gehalten wurde. Es sind Tiere egal welche die für uns Menschen sterben aber wir tun nichts für diese armen Lebewesen. Wenn man sowas schrecklich findet sollte man erstmal an sich arbeiten !
Ich bin sehr jung und beschäftige mich viel damit und will und tue etwas dafür.



Jeanine
30.03.2019
Wie kann ich helfen?

Mina
25.03.2019
Bitte bitte helft den Tieren und ich selber würde gerne tätig werden

Frank Hagenau
19.03.2019
Der Umgang mit Hunden , Katzen und anderen zum Verzehr gedachten Tiere, die gnadenlos gequält werden, ist für mich einfach nur unerträglich.
Bären, die des Gallensaftes wegen jahrelang angezapft und unter erbärmlichen Zuständen dahin vegetieren. sind auch nicht besser dran.
China ein Land, so reich an Kultur und technisch mittlerweile hochentwickelt, ist in dieser Beziehung zurück geblieben.
Natürlich gibt es in Europa genug Elend, was den Umgang mit Tieren angeht und auch hier besteht genug Handlungsbedarf.

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