Faitrade Kaffee Wie fair ist er wirklich
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Faitrade Kaffee - Wie fair ist er wirklich?

Das Geschäft mit Fairtrade-Produkten boomt - vor allem Fairtrade-Kaffee wird immer beliebter. Doch was bedeutet Fairtrade überhaupt und welche Produkte sind wirklich fair? 

Das Geschäft mit Fairtrade-Produkten boomt - vor allem Fairtrade-Kaffee wird immer beliebter. Doch was bedeutet Fairtrade überhaupt und welche Produkte sind wirklich fair? 

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09.11.2018 - Bild: Pixabay - Autor: Eva Burghardt

Für einen guten Start in den Tag gehört sie für viele einfach dazu: Eine dampfende Tasse Kaffee. Schon seit einigen Jahren hat bei dem zweitwichtigsten Exportrohstoff ein Umdenken stattgefunden. Um die Lebensbedingungen der Kaffeebauern in den Anbauländern in Lateinamerika, Afrika und Asien zu verbessern, kann man sie mit dem Kauf von Fairtrade-Produkten unterstützen.

Fairer Handel = Faires Leben?

Doch warum ist es überhaupt wichtig sich für fair gehandelten Kaffee zu entscheiden? In vielen Anbauländern leben die Kaffeebauern weit abgeschieden und außerhalb jeder Infrastruktur. Für viele bedeutet also der Transport des Kaffees eine kräftezehrende Reise, wenn sie nicht für viel Geld den Transport den Abnehmern überlassen wollen.
Seit je her ist der Anbau von Kaffee oft mit Ausbeutung verknüpft gewesen. Schon seit seiner Verbreitung in der Kolonialzeit stand der Genuss der Konsumenten weit über dem Wohl der Kaffeebauern. Bei nicht fair gehandeltem Kaffee verdient eine Familie von Kaffeebauern an 3 Tonnen Kaffee jährlich gerade einmal 4000 Euro. Das reicht oft nicht einmal für die Grundversorgung der Familien geschweige denn für ein Auto, um den frisch geernteten Kaffee selbst zum Hafen transportieren zu können.

Fairtrade-Labels

Das wohl bekannteste Fairtrade-Label "Fairtrade" setzt sich daher für eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Bauern ein. Fairtrade arbeitet dauerhaft mit den Bauern zusammen und sorgt so für eine sichere Grundlage. Durch die Gründung von Genossenschaften sorgen sie dafür, dass die Bauern eine konstante Grundversorgung erhalten und ihre Geschäfte selbst verwalten können. Durch den Bau von Straßen und die Anschaffung von eigenen LKWs sind sie nicht länger an die hohen Preise der industriellen Abnehmer gebunden. Außerdem ermöglichen die Genossenschaften den Bauern die Qualitätskontrolle selber zu übernehmen wodurch sie ihr Produkt immer wieder überprüfen können. Laut Fairtrade sei vor allem die Lebensgrundsicherung der Bauern das oberste Ziel der Zusammenarbeit.

Fairen Kaffee kaufen

Mittlerweile gibt es auf vielen nachhaltigen Produkten Fairtrade und Bio-Siegel. Einige Kritiker behaupten deswegen, dass Fairtrade-Produkte nur ein fadenscheiniger Versuch seien die Produkte teurer zu verkaufen ohne, dass das Geld jemals in den Anbauländern ankommt. Um solchen Vorwürfen entgegen zu treten, lohnt sich ein Blick auf eine Studie von Stiftung Warentest. Im Jahr 2016 wurden dort verschiedene Fairtrade-Labels hinsichtlich ihres Einsatzes für die Produzenten und der Qualität ihrer Produkte getestet. Die wichtigsten Ergebnisse stellen wir Ihnen im Folgenden nun kurz vor.

Fairtrade

Das wohl bekannteste Fairtrade-Label desselben Namens hat bei dem Test denkbar gut abgeschnitten. Fairtrade zahlt den Erzeugern einen Mindestpreis und Prämien. Sie verzichten außerdem auf den Einsatz von Gen-Technik. Lediglich ihre Rohstoffe entsprechen nicht den Bio-Kriterien, was bedeutet, dass die Fairtrade-Produkte fair gehandelt sind aber keine Bio-Qualität aufweisen. Trotzdem hat Fairtrade bei dem Test vergleichsweise gut abgeschnitten und ist als fairer Kooperationspartner zu empfehlen.

Naturland fair
 
Besonders gut abgeschnitten hat das Fairtrade-Siegel "Naturland fair". Ihre Anforderungen an die Produkte sind besonders hoch und ihre Zusammenarbeit mit den Erzeugern ist eng. Auch sie zahlen den Bauern den Mindestlohn, Prämien, verzichten auf Gen-Technik und ihre Rohstoffe entsprechen den Bio-Kriterien. Damit ist Naturland fair ein hoch vertrauensvolles und zuverlässiges Fairtrade-Label.

Rapunzel Naturkost: Hand in Hand

Auch das Fairtrade-Label Rapunzel hat bei dem Test gut abgeschnitten. Sie zahlen den Mindestlohn und Prämien und verzichten ebenfalls auf Gen-Technik. Außerdem entsprechen ihre Produkte den Anforderungen für Bio-Produkte.

Diesen drei Labels sind also vertrauenswürdig und unterstützen somit die Bauern in den Anbauländern und verbessern ihre Lebensbedingungen. Auch für andere Bio-Labels hat Stiftung Warentest den Test gemacht. Hier lohnt sich ein Blick auf die einzelnen Unterpunkte, um zu beurteilen in welchen Punkten die Labels besser oder schlechter abschneiden.

Fairtrade-Kaffee ist also unter Berücksichtigung der Kriterien für den Anbau und die Lebensbedingungen der Bauern ein sinnvoller Schritt, um den ausbeuterischen Großhändlern entgegen zu treten und die Produzenten zu unterstützen.

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