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Nachhaltige Fahrradbekleidung für jedes Wetter

Möglichst kurze Transportwege und die Verwendung von recycelten Materialien – erfahre hier, wie du nachhaltige Fahrradbekleidung für jedes Wetter erkennen kannst.

Möglichst kurze Transportwege und die Verwendung von recycelten Materialien – erfahre hier, wie du nachhaltige Fahrradbekleidung für jedes Wetter erkennen kannst.

11.04.2022 (aktualisiert, erstveröffentlicht am 01.10.2021) | Ein Beitrag von Loretta Tokarska | Bild: Himiway Bikes, Unsplash

Wenn die Sonne wieder regelmäßiger zum Vorschein kommt, verschlägt es wieder mehr Menschen auf die Fahrradwege. Die besonders Sportbegeisterten von uns, haben sich aber auch im Winter aufs Fahrrad geschwungen. Dabei spielen Fahrradklamotten immer eine wichtige Rolle: Sie sollen gut am Körper anliegen, passend zum Wetter ausgewählt werden und am besten noch nachhaltig hergestellt worden sein.

Es gibt also viele Aspekte, die Fahrradklamotten erfüllen sollten, um am Ende im eigenen Kleiderschrank zu landen. Mindestens genauso viele Aspekte sollten bereits vor dem Kauf berücksichtigt werden. Im folgenden Artikel erfolgt ein Überblick, was nachhaltige Fahrradbekleidung eigentlich ausmacht und wie sie zu erkennen ist.

Vorab: Nachhaltige Sport- und Fahrradkleidung findet ihr u.a. hier:

Schöffel (*)

Weekendbee (*)

Bergfreunde (*)

patagonia (*)

hessnatur (*)

grundstoff (*)

Was ist nachhaltige Fahrradbekleidung?

Bei nachhaltiger Fahrradbekleidung handelt es sich im Kern um nachhaltige Mode. Nachhaltigkeit ist in der Modebranche leider keine Standard-Voraussetzung, noch immer ist das Angebot an nicht-fairer Fashion besonders groß. Die Ansprüche an eine nachhaltige Kollektion sind vielseitig. Alle haben gemeinsam, dass die Produktion so ressourcenschonend wie möglich gestaltet werden sollte.

Zum einen ist es wichtig, sich Gedanken zu machen, ob das jeweilige Kleidungsstück überhaupt benötigt wird. Ist es beispielsweise wirklich notwendig, ein neues Paar Fahrrad-Shorts zu kaufen oder erfüllt die alte Shorts noch ihren Zweck? Muss es wirklich ein neues Teil sein oder genügt auch ein Second-Hand Kauf? Nachhaltigkeit beginnt also bereits vor dem eigentlichen Kauf, indem sich Kund*innen über ihr eigenes Kaufverhalten Gedanken machen. Wenn jedoch kein Weg an einem Neukauf vorbeigeht, beginnt die Beachtung von fairer Mode.

Nachhaltige Fahrradbekleidung sollte, genauso wie nachhaltige Mode generell, den Käufer*innen Langlebigkeit bieten. Dazu gehört, dass die verwendeten Ressourcen und das schließliche Endprodukt eine hohe Qualität aufweisen. Oftmals ist dies durch Produktionen in Deutschland oder in der EU geboten. Bei einer Herstellung in Asien ergibt sich eine Kombination aus minderwertigen Materialien, welche oftmals aus fragwürdigem Anbau stammen und langen Transportwegen. Zum fragwürdigen Anbau wiederum zählt unter anderem der Einsatz von Pestiziden und die Verwendung von Plastik. Jede*r sieht schnell: Das Thema Fair-Fashion ist komplex und bedarf vielerlei Berücksichtigungen in verschiedenen Bereichen.

Wieso ist herkömmliche Fahrradbekleidung nicht nachhaltig?

Verwendetes Material: Plastik, welches oft bei herkömmlichen Fahrradklamotten zum Einsatz kommt, ist aus verschiedenen Gründen nicht nachhaltig. Zum einen wird es aus dem fossilen Rohstoff Erdöl hergestellt. Zum anderen wird somit Mikroplastik in unsere Gewässer sowie Körper freigegeben. Bei herkömmlicher Fahrradbekleidung wird Plastik in Form von Polyester genutzt, da es sich um ein günstiges Material mit vielen Vorteilen handelt. So ist beispielsweise die Reinigung von Kleidung, die aus Polyester besteht, leichter als bei anderen Materialien.

Arbeitsbedingungen: Bangladesh, China, Taiwan – die Liste von Ländern, in denen zu günstigen Preisen Klamotten produziert werden können, ist lang. Auch bei Fahrradbekleidung werden von Herstellern oftmals diese Länder als Produktionsstätte ausgewählt. Zur Folge hat dies, dass Arbeiter*innen teilweise unter gefährlichen Bedingungen arbeiten müssen und gleichzeitig lediglich einen Hungerlohn erhalten.

Treibhausgasemissionen: Bei der gesamten Wertschöpfungskette werden vor allem Treibhausgasemissionen produziert. Durch lange Transportwege, Energienutzung und Produktion entstehen bei der Produktion von herkömmlichen Klamotten sehr viele CO₂-Emissionen. Laut Europaparlament ist die Mode-Branche übrigens für knapp 10 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Vor einer Radtour sollte man sich mit passender, nachhaltiger Fahrradbekleidung eindecken (Bild: Ryan Caffrey, Unsplash).

Wasserverbrauch: Selbst wenn kein Polyester, sondern Baumwolle als Material für Fahrradklamotten genutzt wird, entstehen Nachteile für die Umweltverträglichkeit. Durch den Anbau von Baumwolle werden nämlich große Mengen von Wasser verbraucht, die dann wiederum an anderen Stellen fehlen oder aufwendig wieder aufbereitet werden müssen.

Abfälle: Die Fast-Fashion-Branche steht wie kaum eine andere Branche für übertriebenen, nicht endenden Konsum. Wenn immer wieder neue Klamotten gekauft werden, landet die alte Kleidung häufig im Müll, wo sie dann anschließend verbrannt werden muss. Außerdem entstehen bereits bei der Produktion, der Verpackung und ggf. bei der Retoure große Mengen an Abfällen.

Worauf muss ich bei dem Kauf von nachhaltiger Fahrradbekleidung achten?

Nachdem wir erklärt haben, was an herkömmlicher Fahrradbekleidung nicht nachhaltig ist, geht es nun darum, vor dem Kauf wirklich nachhaltige Fahrradklamotten zu erkennen. Hierfür gibt es einige Aspekte, auf die geachtet werden sollte:

Verwendung von Siegeln: Bei dem Fairtrade Siegel oder der Rainforest Alliance handelt es sich nur um zwei Siegel, die auf eine nachhaltige Produktion hinweisen. Generell kann es ein guter Hinweis bei Fahrradklamotten sein, wenn diese mit Siegeln oder Zertifikaten versehen sind. Jedoch solltest du nach den Siegeln gewissenhaft recherchieren, um sicherzustellen, dass es sich um wirklich nachhaltige Zertifizierungen handelt. Es gibt nämlich einige Unternehmen, die lediglich Schein-Siegel nutzen. Bei solch einem Schein wird sich dann gar nicht an wirklich nachhaltigen Kriterien orientiert, sondern lediglich Greenwashing betrieben.

Material: Wie bereits erklärt wurde, ist es in der Regel nicht nachhaltig, Plastik bei der Herstellung von Klamotten zu nutzen. Eine Ausnahme hierbei bildet recyceltes Polyester. Dieses wird meist aus zuvor benutzten PET-Flaschen oder Garn wiederverwertet, sodass dem Plastik ein zweites Leben eingehaucht wird. Eine weitere Alternative bildet Merinowolle, bei der es sich um eine ökologische, nachwachsende Ressource handelt.

Produktionsorte: Generell lässt sich sagen, dass eine Herstellung in Deutschland oder in der EU nachhaltiger ist, als eine Produktion außerhalb der EU. Das liegt an der bereits erwähnten Problematik von langen Transportwege und der jeweils dort herrschenden Arbeitsbedingungen. Je regionaler eine Produktion erfolgt, desto nachhaltiger ist das Endproduktion.

Transparenz: Es ist immer ein gutes Zeichen Richtung Authentizität, Ehrlichkeit und Nachhaltigkeit, wenn Marken und Unternehmen Transparenz zeigen. Das bedeutet, es sollte erklärt werden, wieso welche Materialien verwendet werden, wo die Herstellungsorte sich befinden und inwieweit das Thema Nachhaltigkeit für sie relevant ist. Wenn Marken keinerlei, freiwillige Angaben dazu machen oder sich nur schwammig ausdrücken, ist dies meist ein schlechtes Zeichen für die Umweltverträglichkeit der Fahrradklamotten.

Unternehmerisches Engagement: Je mehr Schritte einer Produktion in nachhaltiger Weise erfolgen, desto besser für die Klimabilanz. Vielen Unternehmen ist es aber aus unterschiedlichen Gründen (noch) nicht möglich, ihre Produktion zu 100% nachhaltig zu gestalten. Das bedeutet nicht, dass eine Modemarke dann nicht mehr nachhaltig ist und nicht mehr mit einem Kauf unterstützt werden sollte. Viele Unternehmen probieren dann sich in anderer Art und Weise für den Klimaschutz einzusetzen, indem sie beispielsweise selber Bäume pflanzen oder einen gewissen Anteil ihres Gewinns spenden. Auch dadurch lässt sich eine nachhaltige Fahrradmarke erkennen.

Ob im Winter oder im Sommer – nachhaltige Fahrradbekleidung sollte uns immer begleiten (Bild: KBO Bike, Unsplash).

Nachhaltige Fahrradbekleidung im Sommer

Shorts, T-Shirts, luftige Kleidung – für den Sommer brauchen Fahrradfahrer*innen Klamotten, die dem Wetter gerecht werden und sie gleichzeitig schützen. Bei allen Kleidungsstücken sollte darauf geachtet werden, dass sie wasserdicht sind. Denn auch wenn im Sommer die Sonne gerne und lange scheint, gibt es immer mal wieder Regenschauer oder Unwetter.

Auch der Einsatz von leichten Jacken bietet sich im Sommer an, da dann die ein oder andere Brise den Fahrradspaß stören kann. Außerdem sind für den Sommer speziell der Kauf von nachhaltigen Sonnenbrillen eine gute Idee. Ansonsten kann es nämlich schnell passieren, dass Fahrer*innen von der Sonne geblendet werden oder Insekten sowie Wind ins Auge kriegen könnten.

Nachhaltige Fahrradbekleidung im Winter

Zugegebenermaßen werden sich die meisten Leute aufs Fahrrad schwingen, wenn das Wetter sonnig und warm ist. Eine entweder gemütliche Radtour mit Freunden, alleine radeln um den Kopf freizukriegen oder als Sporteinheit lässt sich aber auch im Winter gut gestalten. Wichtig ist hierbei eben geeignete Kleidung. Zu nachhaltiger Fahrradbekleidung im Winter gehören unter anderem lange Innenhosen, wärmende und gleichzeitig schweißabsorbierende Oberteile, griffige Handschuhe und dickere Jacken dazu. Viele Shops und Webseiten bieten passende, nachhaltige Fahrradbekleidung für das ganze Jahr an. Oft existieren sogar extra Reiter und Filter, die nach Winterklamotten suchen.

Nachhaltige Fahrradbekleidung für Kinder

Allgemein gibt es auch für Kinder eine große Auswahl an Fahrradbekleidung, die online oder in Geschäften vor Ort angeboten werden. Wer auf der Suche nach explizit nachhaltigen Klamotten für die kleinen Mitmenschen ist, der findet online die meiste Auswahl. Der Vorteil dabei ist, dass Käufer*innen direkt einsehen können, inwieweit die Kleidung nachhaltig ist. Bei Kinderkleidung kann sich an den gleichen Kriterien für Nachhaltigkeit orientiert werden, wie es bei Erwachsenenkleidung der Fall ist.

Ein spezielles Thema bilden hier Protektoren, die den Kinderkörper vor Schäden durch Stürze schützen sollen. Genauso wie bei Fahrradhelmen, ist es schwierig, das Sicherheitsthema mit Nachhaltigkeit zu verbinden. Das liegt zum einen daran, dass die Verwendung von Materialien in diesem Bereich begrenzt ist. Zum anderen gibt es Sicherheitsvorschriften, die sich teilweise schwierig in nachhaltig gestalten lassen. Deswegen wäre es am besten, auf qualitativ hochwertige Protektoren und Warnwesten zu setzen, die eine möglichst lange Lebensdauer aufweisen. Im Endeffekt ist es nämlich immer von Vorteil für die Nachhaltigkeit und den Geldbeutel, wenn Klamotten so lange wie möglich getragen werden.

Fahrradbekleidung in nachhaltig – das geht ganz gut!

Fahrradklamotten gehören zur Modebranche. In dieser Branche ist es leider immer noch gang und gäbe, zu menschenunwürdigen Bedingungen qualitativ minderwertige Klamotten herstellen zu lassen. Zum Glück gibt es immer mehr Hersteller*innen und Marken, die zu anderen Bedingungen produzieren lassen und dabei auf Nachhaltigkeit achten. Diesen Richtungswechsel kann man auch bei Fahrradbekleidung erkennen. Dabei können Käufer*innen auf einige Aspekte vor dem Kauf beachten, um eine richtige Kaufentscheidung treffen zu können. Nachhaltige Fahrradbekleidung ist kein Nischenthema mehr, sondern es gibt mittlerweile eine große Auswahl an verschiedenen Klamotten Teilen für Jung und Alt, für Groß und Klein, für Sommer und Winter.

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Auch interessant: Nachhaltiges Fahrradzubehör – wenn das Rad nachhaltiger ist, als das Radfahren selbst

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