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Nachhaltige Mützen, Stirnbänder & Schals

Wer einen Blick auf die Zusammensetzung von Mützen, Stirnbändern und Schals wagt, wird feststellen, dass diese zum Großteil aus Kunstfasern bestehen. Wir haben uns die Problematik dieses Materials einmal genauer angeschaut und stellen fünf Labels vor, die mit umweltfreundlichen Alternativen arbeiten.

Nachhaltige Mützen, Stirnbänder & Schals
Designelement

Wer einen Blick auf die Zusammensetzung von Mützen, Stirnbändern und Schals wagt, wird feststellen, dass diese zum Großteil aus Kunstfasern bestehen. Wir haben uns die Problematik dieses Materials einmal genauer angeschaut und stellen fünf Labels vor, die mit umweltfreundlichen Alternativen arbeiten.

29.09.2020 I Ein Beitrag von Annalena Bruse-Smith I Bild: pixabay


Zwar fühlen sich unsere Winter mittlerweile deutlich wärmer an als gewohnt, doch Wetter für Mützen-, Stirnband- und Schal ist es allemal. Beim Kauf eines solchen Kopfwärmers ist uns meist am wichtigsten, dass es so weich wie möglich ist. Wer jedoch hinter die Fassade schaut und einmal einen Blick auf die Zusammensetzung der Strickwaren wagt, wird feststellen, dass die meisten Mützen und Schals zum Großteil aus Kunstfasern bestehen. Was genau ist so schlimm daran? Wir haben uns die Problematik dieses Materials einmal genauer angeschaut.

Warum sind Kunstfasern so schädlich?

Kunstfasern sind nicht natürlichen Ursprungs und werden als preisgünstiger Ersatz natürlicher Fasern produziert. Greenpeace erklärt, dass die Herstellung des Materials zwar deutlich weniger Wasser als z.B. Baumwolle benötigt, der Energieaufwand der Gewinnung des Materials, welches aus Erdöl besteht, jedoch deutlich höher ist als bei der Baumwollproduktion. Es gibt viele verschiedene Kunstfasern - die wohl bekannteste Faser ist “Polyester”. Diese hat mit einem Anteil von über 60 Prozent der in Textilien eingesetzten Fasern den wohl höchsten Textil-Anteil (Greenpeace).

Problematisch sind Kunstfasern nicht nur bei ihrer Herstellung, sondern während ihres gesamten Lebenszyklus - während des Tragens, Waschens und auch nach der Entsorgung. Vor allem während des Gebrauchs und der Wäsche lösen sich Fasernteile, die nichts anderes sind, als das mittlerweile allbekannte Mikroplastik. Beim Tragen und Waschen gelangen die kleinen Plastikteile in die Umwelt und besonders große Mengen ins Meer. Da das Material nicht natürlichen Ursprungs ist, kann es von der Natur kaum abgebaut werden und so verweilen diese Mikropartikel in der Regel hunderte von Jahren in der Natur. Dort schaden sie vor allem Tieren, da diese das Mikroplastik mit Nahrung verwechseln und die Partikel so in deren Organismus gelangen.

Folgendes Video geht noch einmal genauer auf die Problematik von Mikroplastik ein:

 

Nun wieder zurück zu den Mützen, Stirnbändern und Schals: Wir stellen dir neun Label vor, die für ihre Strickartikel alternative Materialien verwenden, um die Plastik-Problematik zu umgehen.

Salzwasser

In Hamburg setzt sich das Modelabel Salzwasser für mehr Nachhaltigkeit in der Textilindustrie ein. Die Kollektionen eignen sich sowohl für Männer als auch Frauen und folgen einem schlichten und zeitlosen Design, erhältlich in verschiedenen Farben. Was Salzwasser besonders wichtig ist: Die Nachhaltigkeit der verwendeten Materialien. Für Salzwasser kommen daher nur natürliche Fasern in Frage, wie Bio-Baumwolle und Merinowolle, die ohne Chemikalien und Pestizide auskommen. Aus diesen Materialien stellt Salzwasser nachhaltige Shirts, Hoodies, Sweater und natürlich Mützen, Stirnbänder und Schals her. Letztere werden regional in einer Familienstrickerei in Norddeutschland gefertigt. Mit dem Unternehmen möchte Salzwasser nicht einfach nur nachhaltige Kleidung anbieten, sondern diese auch als Mittel nutzen, um auf die negativen Auswirkungen der konventionellen Textilindustrie aufmerksam zu machen und Veränderungen zu erzielen. Im Fokus steht der Schutz der Ozeane und Meere – Salzwasser spendet Teile seines Umsatzes an gemeinnützige Projekte im Bereich Meeresschutz.

Manitober

Manitober ist eine nachhaltige (Kinder-)Bekleidungsmarke aus Hamburg. Alle Artikel sind geschlechtsneutral konzipiert, farbenfroh stylisch designt und doch funktional. Dafür verwendet das Label ausschließlich ökologisch verträgliche Materialien und produziert unter fairen Bedingungen in Europa. Neben ihren Klassikern aus Wollwalk und vereinzelten Produkten für Erwachsene umfasst die aktuelle Kollektion auch Mützen und Schals aus recycelter Wolle, sowie Strick-und Fleeceartikel. Außerdem hat Manitober ein lebenslanges Rücknahmekonzept entwickelt, um sowohl Verantwortung für ihre Artikel zu übernehmen, als auch um ihre Langlebigkeit zu sichern, die eine effektive Nutzung der dafür verwendeten Ressourcen gewährleistet. Kunden können getragene Kleidung jederzeit an Manitober zurücksenden und erhalten dafür einen Gutschein, dessen Höhe sich nach ihrem Zustand richtet. Das Label bereitet diese Rückläufer auf und führt sie dem Kreislauf als generalüberholte Artikel mit einjähriger Garantie wieder zu.
 

Pure pure by Bauer

Ein weiteres Label für nachhaltige Kinderbekleidung ist pure pure. Das Unternehmen setzt auf funktionale und altersgerechte Bekleidung mit modernem Design. Verwendet werden dazu ausschließlich Naturfasern, wie handgepflückte Bio-Baumwolle aus der Türkei und chlorfreie Bio-Wolle aus Argentinien. Die Mützen werden in Italien, Litauen und Polen fair produziert und sind GOTS-zertifiziert. Erwerbbar sind die pure pure Artikel in nachhaltigen Stores in ganz Deutschland und bei verschiedenen Online-Händlern, wie Hans Natur oder Greenstories. Pure pure setzt sich für einen respektvollen Umgang mit Natur und Mensch in der gesamten Wertschöpfungskette ein.

soki Kassel

Das Label soki Kassel arbeitet im Sinne des Mottos „Don’t worry, wear happy!“. Zum Sortiment gehören unter anderem auch Streetwear Kollektionen aus Bio-Baumwolle und passend zum kalten Wetter natürlich auch Mützen, Stirnbänder und Schals, die die “traditionelle Handwerkskunst der Schneiderei mit den Prinzipien der Fair Fashion” vereinen. So etwa auch ein veganes Stirnband aus 100% Bio-Baumwolle aus fairer und sozialer Produktion.
 

Obumi

Obumi baut mit seinen Produkten auf die Säulen der “Menschlichkeit”, des “Naturschutzes” und der “Wertschätzung” und kreiert so “stilvolle Naturprodukte” mit “respektvoller Zusammenarbeit”. Dazu gehört unter anderem ein fairer Lohn aller Mitarbeiter der Produktionskette und die Einbindung von Menschen mit Behinderung in die Herstellung der Accessoires. Die Nachhaltigkeit der Produkte wird durch folgende Maßnahmen gewährleistet:

  • "Ökologischer Anbau
  • Verbot giftiger Pestizide und Gentechnik
  • Reduzierter Wasserverbrauch
  • Keine Gewässerverschmutzung durch Auswaschen von Schadstoffen”

Das TWIST Stirnband aus Bio-Baumwolle ist zu 100% vegan und außerdem GOTS-zertifiziert.

 
 

Róka – fair clothing

Hinter Róka – fair clothing steckt eine Frau, die ihr Hobby zum Beruf gemacht hat: Das Bedrucken von fair hergestellten, nachhaltigen Textilien. Die Artikel von Róka sind farbenfroh und mit individuellen Motiven bedruckt. Neben den Shirts und Hosen für Frauen und Männer gibt es bei Róka auch warme Mützen und Stirnbänder aus Bio-Baumwolle, fair produziert in Portugal. Das vegane Leder-Patch der Kopfbedeckungen besteht aus einer Mischung von Papier und Kunststoff und wird durch die Inhaberin selbst bedruckt und aufgenäht. Das macht die Textilien von Róka auch so einzigartig – jedes Teil wird eigenhändig bedruckt und ist somit ein fair produziertes Unikat.
 

eisbörg

Das Dresdner Modelabel eisbörg ist der “kühle Traum gestrickt aus der Liebe zum Design, hochwertiger Streetwear und der Idee zum bewussten Umgang mit Kleidung”. Aus diesem Grund werden alle eisbörg Produkte von der Idee bis hin zum Endprodukt im Studio in Dresden gefertigt. Die eisbörg Beanie Mütze wird aus 100% Merino Schurwolle hergestellt, eine Wolle, die von Natur aus wasserabweisend, wärmeregulierend und selbstreinigend ist.

 
 

ACHAHHA

Der Name des Labels ACHAHHA findet seinen Ursprung im Sanskrit (altindische Sprache) und bedeutet “Gutes”. Das bedeutet für das Label eine “hochwertige Produktqualität, Nachhaltigkeit, Fairness und Umweltschutz”. Die ECOTEC® Strickmütze Seamless envelope beispielsweise wird aus recycelter Baumwolle, der sogenannten  ECOTEC®-Baumwolle,  in Deutschland produziert. Dadurch, dass die Mütze nahtlos gestrickt wird, kann man sie in vier verschiedenen Varianten tragen.
 

We are Knitters

Nachhaltige Mützen und Schals gibt es auch bei We are Knitters – mit einem Unterschied zu den vorherigen Labels: Diese Strickwaren sind zum Selbermachen. Im Online-Shop erwarten dich verschiedene Stricksets, bestehend aus Anleitung und zugehörigem Material: Nadeln aus Buchenholz, Garne aus recyceltem Stoff und Wolle aus Peru. Du kannst zwischen Baumwolle, Alpakawolle oder Schafwolle wählen, erhältlich in verschiedenen Farben. Das Unternehmen möchte sich mit seiner DIY-Grundlage für eine grünere Welt einsetzen und bietet Anleitungen sowohl für Anfänger als auch für Profis.

Unser Fazit:

Zur nachhaltigen Mütze, dem Stirnband oder dem Schal gehört nicht nur die Verarbeitung ökologischer Materialien, sondern ebenfalls eine faire und soziale Produktion. Diese neun Labels beweisen, dass es durch die Verwendung verschiedener Bio-Wollen oder auch recycelter Wolle möglich ist, ressourcenschonend zu produzieren und dabei auf die Wertschätzung aller involvierter Mitarbeiter zu achten. Nachhaltige Produkte dieses Segments, vor allem Mützen, sind meist unisex und somit ist die Auswahl für Frauen und Männer von ähnlicher Spanne. Achte beim Kauf einfach auf die Herkunft der Materialien und den Verlauf der Produktionskette, die für die soziale Komponente eines Produktes besonders ausschlaggebend ist. Jetzt gibt es keine Ausrede mehr für kalte Ohren und einen nackten Hals!

 

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Bilder: Salzwasser, pure pure, Obumi, eisbörg, We are Knitters



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