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Festivals – 7 Tipps für nachhaltiges Feiern

Die Festivalsaison hat begonnen und fast jeder Besucher hinterlässt bis zu 15 kg Müll. Wir geben dir die besten Tipps, um nachhaltig in den Festivalsommer zu starten.

Nachhaltige Festival Tipps
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Die Festivalsaison hat begonnen und fast jeder Besucher hinterlässt bis zu 15 kg Müll. Wir geben dir die besten Tipps, um nachhaltig in den Festivalsommer zu starten.

23.06.2022 (aktualisiert, erstveröffentlicht am 21.06.2019) I Ein Beitrag von Annalena Bruse-Smith und Franziska Gissel I Bild: Pexels

Festivals sind der perfekte Ort, um den Alltag mal so richtig zu vergessen und das Leben in einer mehrtägigen Fantasiewelt zu feiern. Dabei vergessen viele aber schnell, dass der Müll in den Mülleimer gehört, Zigarettenkippen nicht auf den Boden geschmissen werden und, dass das Zelt am Ende vom Festival wieder mitgenommen werden sollte. Jedes Jahr verbringen Festival-Veranstalter*innen Wochen damit den Müll des Events einzusammeln und zu entsorgen. Unter dem Müll leiden allerdings nicht nur die Festival-Mitarbeiter*innen, sondern vor allem die Natur. Hier sind sieben Tipps, wie du deinen nächsten Festivalbesuch nachhaltiger gestalten kannst.

1. Die Anreise

Fangen wir doch mal ganz am Anfang an, denn wenn wir ehrlich sind, ist die Anreise zum Festival doch schon der halbe Spaß. Um deine Umweltbilanz nicht schon vor dem Betreten des Festivalgeländes zu verderben, nimm doch anstatt des Autos diesmal den Bus oder Zug.  Hier gehts zum Fernbus Festival Guide, wo bestimmt auch die richtige Fahrt für dich dabei ist.

2. Eigenes Geschirr statt Berge von Einwegplastik

Einer der einfachsten Wege, um beim Festivalbesuch Müll zu vermeiden ist, sein eigenes Geschirr mitzubringen. Anstatt bei jedem Bier einen neuen Plastikbecher anzunehmen, nimm dir doch einfach einen Becher von Zuhause mit, den du am Getränkestand über den Tresen reichst. Ebenso leicht geht das beim Essen, da gibt es tolle Alternativen zu Plastikteller und Besteck. Schau doch mal bei unserem Artikel “Die 5 besten nachhaltigen Lunchboxen für dein Mittagessen” vorbei, um dich inspirieren zu lassen.

3. Nachhaltige Festivalkost

Bleiben wir doch gleich beim Thema Essen. Oft werden kistenweise die Raviolidosen angeschleppt, doch ist das, vor allem was den Müll angeht, nicht besonders nachhaltig. Auf manchen Festivals gibt es mittlerweile Supermärkte, damit du das Essen direkt vor Ort kaufen kannst. Beispielsweise bei Rock am Ring findest du einen Lidl, der nur für das Festival aufgebaut wird. Dort kannst du dir dann auch frische Lebensmittel kaufen und nur das besorgen, was du für den Tag brauchst, wodurch weniger Abfälle anfallen. Wenn du so richtig ehrgeizig bist, könntest du dir natürlich schon Zuhause etwas vorbereiten, dass nicht unbedingt im Kühlschrank gelagert werden muss. So sparst du beim Festival Zeit, Geld und Müll ein.

4. Entsorge deinen Müll selbst

Der oder die Durchschnitts-Besucher*in hinterlässt auf einem Festival bis zu sage und schreibe 15 kg Müll (Feel Festival). Das Hurricane Festival gab an, mit seinen 70.000 Besucher*innen mittlerweile fast jedes Jahr bis zu 1.000 Tonnen Müll einsammeln und entsorgen zu müssen. Damit dein Müll nicht auf dem Boden des Festivalgeländes landet und fachgerecht entsorgt wird, such dir doch entweder einen nahegelegenen Recycling-Punkt oder nimm’ deinen Müll, sofern möglich, mit nach Hause und entsorge ihn dort. Wenn du deinen eigenen Trinkbecher und Geschirr mitbringst, dann sollte das ja sowieso schon etwas weniger sein.

Die Festivalgelände sehen nach mehreren Tagen Feierei aus wie ein Schlachtfeld. Überall stehen verlassene Zelte, Kühlschränke oder sogar Möbel. Viele Veranstalter*innen brauchen nach Ende eines Festivals traurigerweise mehrere Wochen, um sich um den Sondermüll zu kümmern. Um dafür zu sorgen, dass noch brauchbare Gegenstände gar nicht erst im Müll landen, sammelt der Verein Hanseatic Help nach großen Festivals die vielen Schlafsäcke, Isomatten und Zelte ein, säubert sie und verteilt sie an Bedürftige, denen z.B. ein altes Zelt vorübergehend ein Dach über dem Kopf bietet. Wenn du Teil dieser coolen Initiative werden möchtest, kannst du dich hier bewerben.

Wenn du dich der Herausforderung gewachsen fühlst, dann kannst du natürlich auch versuchen während des Festivals den Prinzipien von Zero Waste zu folgen. Um zu schauen, wie gut das klappt, hat PULS eine Reporterin auf das PULS Open Air Festival geschickt.

5. Plastikfrei sauber bleiben

Falls sich überhaupt gewaschen oder geduscht wird, fallen leider auch hier Massen an Plastikmüll an. Da wird nach der Katzenwäsche schnell mal eben die leere Shampooflasche ins Gebüsch geworfen, um sich den Weg zum Mülleimer sparen zu können. Dabei ist das doch gar nicht so schwer bei Hygieneartikeln auf Plastik zu verzichten. In unserem Artikel “Zero Waste Kosmetik” zeigen wir dir, zu welchen praktischen nachhaltigen Alternativen du auch beim Festivalbesuch greifen kannst. 

6. Der nachhaltige Festival-Look

Zum richtigen Festival-Feeling gehört natürlich auch der richtige Look. Am besten muss direkt ein neues Outfit her, denn das ist die einmalige Chance seinen inneren Hippie rauszulassen. Der perfekte Ort, um deinen Festival-Look zu finden ist doch ganz klar ein Second Hand Shop. Wenn du in deiner Nähe keinen findest, kannst du z.B. auch bei Vinted, einem Online-Shop für Second Hand Vintage Produkte, vorbeischauen.

Zum Festival-Look gehört natürlich auch jede Menge Glitzer und da sollt ihr auch auf keinen Fall sparen. Achtet doch einfach beim nächsten Festival darauf, dass ihr nachhaltiges Glitzer verwendet, denn herkömmliches Glitzer landet in großen Mengen in der Natur. Das Glitzer von Birkenspanner ist nachhaltig hergestellt und biologisch abbaubar. Auf der Website von Birkenspanner kannst du schauen, ob es einen Händler in deiner Nähe gibt.

7. Animiere & inspiriere auch andere

Der Fakt, dass du diesen Artikel liest und bereits nach Alternativen suchst, um deinen Festivalbesuch nachhaltiger zu gestalten, zeigt dass du auf dem richtigen Weg bist, deinen ökologischen Fußabdruck zu verringern - weiter so! Teile doch deine Ideen und Tipps mit Freunden und anderen Festival-Besucher*innen, damit auch sie Teil der Bewegung werden können!

Hier sind ein paar nachhaltige Festivals, die du auf keinen Fall verpassen solltest:

Das Fusion Festival

Das Fusion Festival findet jedes Jahr im Sommer auf dem ehemaligen Militärflugplatz Müritz Airpark statt. Von Elektro, Techno und House bis Dubstep und Drum and Bass ist für jeden etwas dabei. Den Veranstalter*innen des 4-tägigen Festivals ist es besonders wichtig, die Massen an herumliegendem Müll zu minimieren und hat deshalb einen Müllpfand eingeführt, der mit einem Wert von 10 Euro im Ticketpreis einberechnet wird. Am Eingang zum Festival erhält jede*r Besucher*in einen Müllsack, der mit einer Müllpfandmarke an einer der Müllstationen abgegeben werden kann, sobald er voll ist. Der Müllpfand wird bei der Abgabe wieder ausgezahlt. Außerdem sind in den Bars und Infoständen Taschenaschenbecher erhältlich, damit niemand seine Zigaretten einfach auf den Boden schmeißen muss. Tolle Ideen und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Das Pohoda Festival

Beim Pohoda Festival in Polen geht es neben Musik auch um Kunst, Literatur, Film und Theater. Dieses Jahr geht das 3-tägige Festival bereits in die 23. Runde und bietet musikalisch alles von Elektro, über Punk bis hin zu klassischer Musik. Die Festival-Veranstalter*innen legen besonders großen Wert darauf, der umgebenden Natur mit Respekt zu begegnen und haben sich deshalb so einiges einfallen lassen. Unter anderem wird das Festivalgelände abends von 19 Uhr, durch Solarenergie betriebene Lichtanlagen, beleuchtet. Außerdem gibt es Ladestationen für Elektroautos, 17 Recycling Points, Mehrwegbecher, kompostierbares Geschirr und sogar Sammelpunkte für alte Zahnbürsten. Die auf dem Gelände befindlichen Vakuumtoiletten verbrauchen nur wenig Wasser und das wird sogar aus der eigenen Quelle vor Ort bezogen. Zu guter Letzt ist für alle Besucher*innen auch das Trinkwasser umsonst. Ein Vorbild für alle anderen Festivals!

Das WE LOVE GREEN Festival

Das Pariser WE LOVE GREEN Festival bedient wirklich alle Musikgeschmäcker, denn von Indie bis Hip Hop ist für jeden was dabei. Wie der Name schon verrät wird Nachhaltigkeit hier besonders groß geschrieben. Der Strom wird zu 100% aus erneuerbaren Energien bezogen, alle Einrichtungen sind mit LED-Sparlampen ausgestattet und Einwegplastik wird nicht geduldet. Das Festival sticht besonders mit seinem Angebot an verantwortungsbewussten Catering aus der Masse. Es wird auf regionale Produkte gesetzt und übrig gebliebene Ware wird an Wohltätigkeitsorganisationen weitergegeben. Um alles abzurunden, gibt es auch hier kostenlose Versorgung mit Trinkwasser. Wem neben Müllentsorgung und erneuerbaren Energien vor allem eine nachhaltige Ernährung wichtig ist, der ist auf dem WE LOVE GREEN Festival genau richtig.

Das Paléo Festival

Das Paléo Festival ist das größte Openair-Festival der Schweiz und bietet mit mehr als 300 Shows Musik für jeden Geschmack. Die Veranstalter*innen des Festivals bemühen sich bereits die Anfahrt für die Besucher*innen so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten, indem sie Sonder-Züge und -Busse zur Verfügung stellen. Abfall, der während der Festival Tage anfällt wird von einem Team aufgesammelt und getrennt. Dazu gehört auch Kleinabfall wie Zigarrettenstümmel. Um aktiv gegen die Verschwendung von Lebensmitteln vorzugehen, pflegen die Veranstalter*innen Kooperationen mit Unternehmen wie Too Good To Go. Ab 2022 soll auf dem gesamten Festivalgelände außerdem ein Mehrweg- und Abwaschgeschirrsystem eingeführt werden. Wer also Lust auf bis zu 6 Tage Openair Party ohne schlechtes Gewissen hat, der sollte sich definitiv diesen Sommer auf den Weg in die Schweiz machen!

Das Lollapalooza Festival

Das Lollapalooza findet unter anderem in Berlin statt und bietet eine Vielzahl verschiedener Artists aus der Alternative-Music, -Rock, -Punk und Rap Szene. Die Veranstalter*innen bieten nicht nur den unterschiedlichsten Künstler*innen eine Bühne, sondern auch grünen Start-Ups, Vereinen und Initiativen, die mit ihren Ideen und Projekten rund um Umweltschutz und soziales Engagement das Festival, zusammen mit den Besucher*innen, mitgestalten können.

Das Splash Festival

Das beliebte Hip-Hop-Festival am Gremminer See hatte, wie so viele andere auch, ein großes Problem mit den anfallenden Müllbergen während den Veranstaltungstagen. Um dagegen anzugehen haben die Veranstalter*innen bereits vor Jahren ein Müllbeutelpfandsystem eingeführt, bei dem die Besucher*innen nach Abgabe ihrer gefüllten Müllsäcke Geld zurückbekommen. Außerdem sorgt ein Team vor Ort schon während den Shows dafür, dass herumliegender Müll eingesammelt und sorgfälltig getrennt wird. Beim Ticketkauf können die Käufer*innen einen sogenannten Green Pass gegen einen Aufpreis erwerben, der durch die Unterstützung zertifizierter Umweltschutz-Hilfsprogramme den jeweiligen CO2 Fußabdruck senken soll. 

Also, worauf wartest du noch? Biologisch abbaubarer Glitzer ins Gesicht und ab aufs nächste Festival!

 

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