Grüne Wirtschaft

Nachhaltiger Echtschmuck von BRUNA the Label

Interview | Sich mit Nachhaltigkeit und Ethik zu schmücken war noch nie so schön. Im Interview mit BRUNA erfährst du mehr über das zeitlose und nachhaltige Schmucklabel.

Interview | Sich mit Nachhaltigkeit und Ethik zu schmücken war noch nie so schön. Im Interview mit BRUNA erfährst du mehr über das zeitlose und nachhaltige Schmucklabel.

22.04.2020 | Ein Interview geführt von Fiona Hörtrich | Bilder: BRUNA the Label

Folgt man Fair-Fashion-BloggernInnen und der nachhaltigen Fashion Szene, fällt früher oder später BRUNA the Label ins Auge. Die Echtschmuck-Kollektion begeistert dabei nicht nur durch nachhaltige Ketten, Ohringe, Fußketten und besonders faire Herstellung, sondern strahlt gleichzeitig Selbstbewusstsein, Leichtigkeit und auch ein bisschen Urlaubs-Feeling aus. Im Gespräch mit Helena Milchrahm, der Gründerin von BRUNA, erfährst du mehr über das nachhaltige Schmucklabel aus Österreich und was es so einzigartig macht.

LifeVERDE: Frau Milchrahm, bitte stellen Sie uns BRUNA the Label vor.

Helena Milchrahm: BRUNA the Label oder kurz BRUNA genannt ist ein Schmuckunternehmen, das sich auf die nachhaltige und faire Herstellung von Echtschmuck spezialisiert hat.

Bis dato standen Verbrauchern nur zwei Optionen zur Auswahl: Teurer Echtschmuck oder günstiger Modeschmuck in niedriger Qualität, der bereits nach ein paar Wochen verfärbt oder kaputt geht. BRUNA schließt genau diese Lücke und bietet seinen Kundinnen und Kunden qualitativ sehr hochwertigen handgefertigten Echtschmuck aus 18-Karat Gold Vermeil und 925 Sterling Silber zu einem fairen Preis. Anders als bei vielen großen Unternehmen in der Schmuck und Fashion-Industrie werden unsere Schmuckstücke in kleinen, familienbetriebenen und ethisch geführten Manufakturen liebevoll veredelt. Unsere lokalen Kunsthandwerker in Italien sind ausgebildete Goldschmiede und verfügen über traditionelles Know-how, das über Jahrzehnte weitergegeben wurde.

Wir arbeiten ausschließlich mit Zulieferern und Mitgliedern des Responsible Jewellery Council zusammen, einer gemeinnützigen Zertifizierungsorganisation, die Menschenrechte, Arbeitsrechte, Umweltauswirkungen und Bergbaupraktiken in der Schmuckindustrie kontrolliert. 

Wofür steht BRUNA in drei Worten?

Verantwortungsvoll hergestellter,  hochqualitativer und vor allem einzigartiger  Designerschmuck

Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit bei BRUNA und wie spiegelt sich das in Ihrer Arbeit wieder?

Aufgewachsen bei meinen Großeltern auf einem Biobauernhof in der Steiermark (Österreich), war nachhaltiges Wirtschaften und das Leben im Einklang mit der Natur schon immer Teil meiner DNA und somit auch der DNA von BRUNA. Ich habe auch mein Masterstudium in Umwelt-und Systemwissenschaften absolviert, bevor ich BRUNA gegründet habe, um mir neben der Praxis auch die Theorie anzueignen. Jede meiner Entscheidungen im Unternehmen ist daher schon auf natürliche Weise stark von nachhaltigen Prinzipien geprägt. Ob Klimaschutz, Geschlechtergleichheit oder Nachhaltiger Konsum, das alles hat für mich höchste Priorität und ich sehe mich auch als Teil einer neuen nachhaltigen Bewegung.

Als Zeichen meiner Verbundenheit und Liebe zur Natur, war es für mich daher auch von Beginn an klar, ein Teil der Organisation 1% for the Planet zu werden. Im Rahmen dieser Bewegung haben wir uns dazu verpflichtet, Jahr für Jahr 1% unseres gesamten Jahresgewinns Umweltorganisationen, die uns besonders am Herzen liegen, zugutekommen zu lassen.

Welche Produkteigenschaften sind in der Kollektion von BRUNA, als nachhaltiges Schmucklabel, im Vergleich zu konventionellen Anbietern besonders hervorzuheben?

Das sind bei uns zum einen die recycelten Materialien die wir für unsere Schmuckstücke verwenden. Wie Sie vielleicht wissen, hat die Gewinnung von Rohstoffen wie Gold, Silber, Kobalt etc. einen sehr negativen Einfluss auf die Umwelt und die Menschen in den dortigen Abbaugebieten. Daher haben wir uns dazu entschlossen unser reines Gold und Sterlingsilber aus recycelten Quellen und von zertifizierten Unternehmen zu beziehen. Wir setzen zudem alles daran, diesen Anteil stetig zu vergrößern (momentan sind wir je nach Produkt bei einer Recyclingquote von circa 60 -90%). Da der Bergbau nicht nur Unmengen an Wasser verbraucht sondern auch Schadstoffe, Chemikalien und Schwermetalle in die umliegende Natur und das Grundwasser befördert, haben wir uns von Beginn an gegen konventionellen Diamanten entschieden und benutzen stattdessen lieber nachhaltige gewachsene Perlen.

Zum anderen sind unsere umweltfreundlichen Verpackungen wirkliche Marktneuheiten und wir experimentieren ständig mit neuen Produkten. Momentan benutzen wir FSC recyceltes Altpapier und Gras (deutscher Wiesen) und setzen natürlich auf absolut Plastikfrei. Unser langfristiges Ziel ist es einen komplett in sich geschlossenen Zyklus (from cradle to grave)  zu erschaffen, in dem wir unsere nicht verkauften Produkte wieder Einschmelzen und damit neue Schmuckstücken schaffen (ein ganzheitliches Upcycling).

In welchem Preissegment ist die BRUNA-Kollektion einzuordnen und welche Rolle spielt das Thema Preis allgemein?

Unser Produkte kosten zwischen 50 und 150 Euro. Diese Preise können wir auch nur dank unseres Businessmodells des Direkthandels  (Direct-to-Consumer)  anbieten, da der Kunde quasi direkt bei uns, dem Hersteller kauft und es keinen Mittelsmann gibt.  Ähnliche Qualität kostet bei dem Juwelier nebenan mindestens das Doppelte.

Was ist Ihr Lieblings-Piece aus der BRUNA Kollektion und vielleicht gibt es ja eine kleine Geschichte dazu?

Eine sehr schwierige Frage, denn ehrlich gesagt liebe ich jedes Produkt (ich habe ja jedes einzelne davon selbst designt). Aber müsste ich mich entscheiden, wäre es momentan wohl der Antibes Choker. Die Geschichte dazu ist eigentlich auch die Geschichte der Gründung von BRUNA:

Während meiner Weltreise mit Simon (Anmerkung: meinem Freund und Co-Gründer) entdeckte ich auf einem Markt in Papeete, der Hauptstadt der kleinen Südseeinsel Tahiti, eine Gruppe von Frauen, die Schmuckstücke aus einer ganz besondere Perle, der Keshiperle, zauberten. Die Keshiperle gilt dort eigentlich als Nebenprodukt der Perlenzucht, was ich so allerdings nicht hinnehmen wollte. Die kleinen Keshiperlen zeichnen sich durch ihre einzigartige Farbe und imperfekte Form aus, jede Perle ist ein Unikat. Der Gedanke, dass aus einem quasi ‚Abfallprodukt‘, etwas so Wunderschönes und Einzigartiges entstehen kann, fand ich sehr inspirierend. Ich kaufte mir noch am letzten Tag unserer Reise ein kleines Säckchen voller Perlen und begann noch am Heimflug die ersten Designs zu kreieren. Nach einem Jahr intensiver Vorbereitung wurde BRUNA Ende August 2019 geboren.

Welche aktuellen Trends und Entwicklungen finden Sie im Bereich nachhaltiger Schmuck und Accessoires besonders spannend?

Ich würde es toll finden, unseren Ethos und unser Engagement bei ganz großen & etablierten Brands zu sehen, leider ist das allerdings oft nicht der Fall und es wird einfach nur sehr viel Greenwashing betrieben. Dennoch gibt es viele junge Leute wie wir, die einen echten Wandel herbeiführen möchten und das sehe ich als Chance für unseren Planeten.

Welche Bedingungen in der Schmuck-Branche würden Sie gerne ändern, damit alles noch etwas nachhaltiger abläuft?

Eine große Schwierigkeit für viele Schmuckunternehmen, auch wenn die meisten es gerne unter den Tisch kehren möchten, ist die 100% Nachvollziehbarkeit und Herkunft der Rohstoffe. Viele Unternehmen werben damit z.b in Deutschland oder einem anderen EU Land zu produzieren, kaufen allerdings sogenannte ‚Unbranded‘ jewellery wie kleine einfache Ohrringe, Ringe, Ketten etc. bei nicht nachhaltigen und unethischen (meist Chinesischen oder Indischen) Produzenten ein, fügen dann einen kleinen Anhänger hinzu und werben mit Made in Germany. Das ist natürlich eine absolute Irreführung der Konsumenten und fällt mir persönlich in letzter Zeit immer häufiger auf. 

Auf welche Produktneuheiten dürfen sich BRUNA Liebhaber*innen in nächster Zeit freuen?

In unserer neuen Kollektion die Ende Mai Anfang Juni erhältlich sein wird, wird es erstmalig Ringe geben. Da freue ich mich selbst auch schon sehr darauf. Außerdem werden wir unser Ohrring Sortiment noch um einiges erweitern. Auch unsere Verpackungen werden zu 100% kompostierbar sein, worauf wir sehr stolz sind.

 

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