Gebrauchtwarenmarktplätze Second Hand für mehr Nachhaltigkeit
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Gebrauchtwarenmarktplätze - Second Hand für mehr Nachhaltigkeit

Gebrauchtwarenmarktplätze sind wieder schwer im Kommen. Wir leben in einer Konsumgesellschaft mit einer extrem kurzen Produktnutzungsdauer und genau diese zu verlängern, ist der Schlüssel zur Nachhaltigkeit.

Gebrauchtwaren - marktplätze
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Gebrauchtwarenmarktplätze sind wieder schwer im Kommen. Wir leben in einer Konsumgesellschaft mit einer extrem kurzen Produktnutzungsdauer und genau diese zu verlängern, ist der Schlüssel zur Nachhaltigkeit.

23.10.2019 I Ein Beitrag von Annalena Bruse-Smith I Bild: pixabay

Laut Umwelt Bundesamt sind in den Jahren seit 2000 in Deutschland vor allem die haushaltstypischen Siedlungsabfälle gestiegen. Das beinhaltet unter anderem unseren Hausmüll, Papier und Verpackungen, aber auch, und das ist besonders in diesem Artikel wichtig, Elektrogeräte und Sperrmüll. Insgesamt betrugen diese Siedlungsabfälle im Jahr 2017 unglaubliche 46.151 Tausend Tonnen. Doch was haben Statistiken über Müll mit Gebrauchtwarenmarktplätzen zu tun? Ganz einfach - wir leben in einer Konsumgesellschaft mit einer extrem kurzen Produktnutzungsdauer und genau diese zu verlängern, erklärt das Umwelt Bundesamt, ist der Schlüssel zur Nachhaltigkeit.

“Da die wichtigsten Belastungen in der Produktionsphase (Rohstoff- gewinnung und Vorprodukte) entstehen, ist die Erhöhung der Produktnutzungsdauer einer der zentralen Schlüssel zu mehr Nachhaltigkeit. Dazu gehören neben dem längeren Tragen ei- gener Kleidung auch der Erwerb von Second-Hand-Kleidung oder die Weitergabe gebrauchter Kleidung zur weiteren Nutzung ebenso wie die Reparatur beschädigter Kleidung."  - Umwelt Bundesamt

Anstatt also ein Produkt, welches wir nicht mehr benötigen, direkt in den Müll zu schmeißen, können wir ihm ein zweites Leben schenken und die Produktnutzungsdauer verlängern. So werden Rohstoffe und Energie für die Produktion eines weiteren Produktes gespart. Natürlich kann man dieses Produkt an eine gemeinnützige Organisation spenden, aber es gibt auch so einige Plattformen, auf denen du ein Produkt verkaufen oder auch kaufen kannst, auf denen Verkäufer und Käufer miteinander verbunden werden.

Im Folgenden stellen wir euch einige solcher Plattformen vor, die sich auf bestimmte Produktgruppen spezialisiert haben. So findest du ganz bestimmt den richtigen Ort, um deinen zu verkaufenden Produkten eine längere Lebensdauer zu schenken oder gar selber etwas zu kaufen.

booklooker

Die Plattform booklooker.de wurde im Oktober 1999 von Jens Bertheau und Daniel Conrad als Bücher-Flohmarkt für Studenten gegründet. Mittlerweile ist booklooker.de mit über 2,5 Mio. registrierten Kunden (Stand: Oktober 2019) einer der größten Bücher-Marktplätze im deutschsprachigen Raum und tatsächlich kommen jeden Tag fast 600 neue Kunden dazu. Bei booklooker kann jeder Bücher, Tonträger, Filme & Spiele kaufen und verkaufen. booklooker selbst verkauft keine Artikel, sondern bringt Anbieter/innen und Interessent/innen zusammen. Der Kontakt wird ganz einfach per E-Mail hergestellt. Wer also seine gelesenen Bücher, Filme und viele weitere Produkte verkaufen oder kaufen möchte, wird hier garantiert fündig.

Fairmondo

Bei Fairmondo ist der Name Programm. Denn der Online-Marktplatz ist ein faires Unternehmen, welches auf Großinvestoren verzichtet und stattdessen mit bereits mehr als 2.000 Privatpersonen und gewerblichen Händler/innen arbeitet. Welche Artikel über den Marktplatz ver- und gekauft werden spielt im Prinzip keine Rolle, jedoch werden “faire, nachhaltige und qualitative Produkte besonders gefördert” (Fairmondo). Außerdem engagiert sich Fairmondo aktiv gegen Korruption als “Ursache vieler gesellschaftlicher Probleme” und spendet deshalb 1% jeder Transaktion an Transparency International Deutschland e.V..Kleiderkreisel

Kleiderkreisel

Kleiderkreisel dreht sich, wie der Name schon verrät, alles um den Verkauf von Kleidung - genauer: Second Hand Kleidung. Ganz nach dem Motto “Verkaufe deine Kleidung und schenke ihr ein zweites Leben.” hat Kleiderkreisel einen Online-Marktplatz geschaffen, der Kleidungsstücken ein längeres Leben ermöglicht. Weltweit hat die Plattform bereits 22 Millionen Mitglieder und bedient Märkte in England, Frankreich, Deutschland, Polen, der Tschechischen Republik, Litauen, den USA, Spanien, Österreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden.

Kalaydo

Was als Online-Anzeigenportal begann, entwickelte sich schnell in einen Online-Marktplatz für “Stellenangebote, kostenlose Kleinanzeigen, Gebrauchtwagen oder alles rund um Haus und Wohnung” (Kalaydo). Heute besuchen monatlich etwa 1 Millionen Besucher die Website und stolze 2 Millionen sind bereits auf dem Portal registriert. Ob Bücher, Musik und Filme, Haushaltsgeräte oder gar eine neue Küche, hier findet wirklich alles ein neues Zuhause.

Refurbished Produkte

Ein Segment, dass durchaus ganz für sich alleine stehen kann, sind die sogenannten Refurbished Produkte - gebrauchte elektronische Geräte, die wieder auf Vordermann gebracht wurden und für einen günstigeren Preis online einen neuen Besitzer finden. Dazu gehören z.B.  Refurbed und AfB. Mehr zu diesem Thema erfährst du übrigens in unserem Artikel “Refurbished Produkte - Refurbishment als Alternative zum Neukauf”.

Unser Fazit:

Gebrauchtwarenmarktplätze spielen eine unglaublich wichtige Rolle, wenn es darum geht Ressourcen zu schonen, Produkten, die sonst auf dem Müll landen würden, ein zweites Leben zu schenken und unsere Konsumgesellschaft zum Umdenken anzuregen. Sämtliche Online-Marktplätze haben einen Raum geschaffen, in dem gebrauchte Produkte verkauft, aber auch einzigartige Schätze gefunden werden können. Wer nach gebrauchten Büchern, Filmen oder Spielen sucht, der wird ganz bestimmt bei booklooker, einer der größten Bücher-Marktplätze im deutschsprachigen Raum, fündig. Second Hand Kleidung sucht bei Kleiderkreisel einen neuen Besitzer und elektronische Geräte erhalten als Refurbished Produkte bei Refurbed ein zweites Leben. Wer also nach Wegen sucht, den eigenen Alltag nachhaltiger zu gestalten, der sollte genau hier ansetzen, denn nur, wenn der Bedarf an neuen Produkten sinkt, versteht auch die Wirtschaft, dass sich unsere Konsumgesellschaft verändert.

 

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