Gesellschaft

Mobilitätswende: Förderung von E-Mobilität und Ladelösungen

INTERVIEW | Die Mobilitätswende schreitet voran. Eine große Rolle dabei spielen der Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Förderung von Elektroautos.

INTERVIEW | Die Mobilitätswende schreitet voran. Eine große Rolle dabei spielen der Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Förderung von Elektroautos.

26.08.2021 | Ein Interview geführt von Deborah Iber | Bild: Unsplash


Christian Mauthe ist Fördermittel-Experte bei der auf Elektrofahrzeuge spezialisierten Unternehmensberatung M3E GmbH. Die M3E GmbH unterstützt Unternehmen und Privatpersonen beim Umstieg auf Elektrofahrzeuge und berät unter anderem im Bereich Fördermittelmanagement. Im Interview gibt Christian einen Überblick über die aktuellen Gegebenheiten in Sachen Ladeinfrastruktur und E-Auto-Förderung.

 

LifeVERDE: Christian, was bewegt dich am Thema Mobilitätswende?

Christian Mauthe: Wir bei M3E glauben, dass Elektromobilität und alternative Antriebstechniken, wie Hybrid- und Brennstoffzellentechnologien, zukunftsfähig und ein wichtiger Baustein im Sinne des Klimaschutzes sind. Sie alle haben gemeinsam, dass sie die CO2-Emissionen im Straßenverkehr und die Abhängigkeit vom umweltschädlichen Energieträger Erdöl reduzieren. Damit verbunden ist zudem der Ausbau von Ladeinfrastruktur. Elektromobilität ist also entscheidend für eine klimafreundliche Zukunft, wenn sie ganzheitlich angegangen wird.

Wie steht es aktuell um die Ladeinfrastruktur in Deutschland?

Momentan gibt es mehr als 39.500 öffentliche Ladepunkte in Deutschland. Jedoch gibt es auch ein stetig wachsendes Aufkommen an E-Autos. Aktuell sind rund 365.300 Elektroautos in Deutschland zugelassen (Stand: April 2021). Die müssen alle irgendwo geladen werden. Daher ist der Ausbau des Netzes öffentlich zugänglicher Ladestationen, neben privaten Ladepunkten, so wichtig. Die Bundesregierung hat sich eine Zielmarke von 1 Million öffentlich zugänglichen Ladepunkten bis zum Jahr 2030 gesetzt. Dieser massive Ausbau ist nur möglich, wenn ausreichend Fördermittel zur Verfügung stehen. Das Gute ist, dass Elektromobilität in Deutschland verstärkt gefördert wird. Mittlerweile existiert eine Vielzahl an Fördertöpfen, aus denen Privatpersonen wie auch Unternehmen Zuschüsse für den Kauf von Elektrofahrzeugen sowie für die Installation von Ladeinfrastruktur erhalten können. Allerdings ist die Förderlandschaft sehr dynamisch und komplex, da kann man als Branchenfremder schon mal schnell den Überblick verlieren.


Christian, Experte in Sachen Fördermittel und Elektromobilität (Bild: M3E).

An dieser Stelle kommt die M3E GmbH ins Spiel. Stelle uns eure Leistungen einmal vor.

Ganz genau. Die M3E GmbH bietet Unternehmen und Privatpersonen Beratung und Unterstützung beim Umstieg auf Elektromobilität sowie Unterstützung bei der Beantragung von Fördermitteln. Wir haben die europaweit größte Fördermitteldatenbank für Elektromobilität entwickelt, die von unseren Fördermittel-Experten fortlaufend aktualisiert wird. Mit unserem Antragsservice können Privatpersonen wie Unternehmen ganz einfach Unterstützung bei der Beantragung  von Fördermitteln erhalten. So möchten wir dazu beitragen, die Mobilitätswende voranzutreiben, indem wir unsere Kund*innen beim gesamten Prozess des E-Autokaufs begleiten und jedem Kunden und jeder Kundin einen maßgeschneiderten Fördermix zugänglich machen. Zu unseren Kund*innen zählen unter anderem Energieversorger, Automobilhersteller, Zulieferer und Sharing-Anbieter. Auch Privatpersonen erhalten bei uns die nötige Beratung zu E-Autos und Ladestationen sowie Unterstützung bei der Beantragung von Förderungen.

Welche Förderungsmöglichkeiten gibt es momentan?

In Deutschland bilden sich die Zuschüsse vom Bund für den Kauf von Elektroautos aus Umweltbonus und Innovationsprämie. Die Zuschüsse liegen aktuell bei:

  • 9.000 Euro für rein batteriebetriebene E-Pkw mit einem Nettolistenpreis von max. 40.000 Euro.
  • 7.500 Euro für rein batteriebetriebene E-Pkw mit einem Nettolistenpreis von 40.000 – 65.000 Euro.
  • 6.750 Euro für Plug-in-Hybrid-Pkw mit einem Nettolistenpreis von max. 40.000 Euro.
  • 5.625 Euro für Plug-in-Hybrid-Pkw mit einem Nettolistenpreis von 40.000 – 65.000 Euro.

Die Anschaffung gebrauchter Elektroautos wird unter bestimmten Voraussetzungen mit maximal 5.000 Euro bezuschusst. Auch auf Landes- und Kommunalebene gibt es verschiedentliche Fördermöglichkeiten. Zudem sind Vollstromer, die noch bis 2025 zugelassen werden, von der Kfz-Steuer befreit (dies ist zunächst befristet bis 2030). Je nach Bundesland gibt es einige weitere Förderprogramme, vor allem für gewerblich genutzte E-Fahrzeuge. Hinzu kommen bundesweite Vergünstigungen für Unternehmen und Arbeitnehmer*innen. So zum Beispiel Sonderabschreibungen für E-Nutzfahrzeuge, aber auch Lastenräder sowie eine reduzierte Bemessungsgrundlage für die Versteuerung von E-Dienstwagen und eine Steuerbefreiung des Aufladens privater E-Autos beim Arbeitgeber.

Um hier nicht versehentlich fälschliche Anträge einzureichen oder sogar Förderungen zu versäumen, ist es sinnvoll eine Beratung im Bereich Elektromobilität in Anspruch zu nehmen. Auch Beratungsleistungen können subventioniert werden, ggf. sogar zu 100 Prozent.

Da gibt es ja reichlich Möglichkeiten. Wie sieht es mit Förderungen für die dazugehörigen Ladepunkte aus?

Aus unserer Beratungspraxis können wir ableiten, dass die Förderung von Ladepunkten komplizierter ist als die von E-Autos. Bei E-Fahrzeugen sind die Bedingungen für Förderung häufig klarer formuliert und relativ ähnlich zwischen den einzelnen Förderprogrammen. Ganz grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass eine Wallbox für zuhause pauschal mit 900 Euro gefördert wird – erst kürzlich wurde die Förderung aufgrund der hohen Nachfrage verlängert.

Für Unternehmen ist zudem das Bundesförderprogramm “Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland” interessant. Folgende Fördermittel für öffentliche Ladeinfrastruktur stehen dort zur Verfügung:

  • AC-Ladepunkte: max. 40% der Anschaffungskosten, höchstens 2.500 Euro
  • Anschlusskosten an das Niederspannungsnetz: max. 5.000 Euro
  • DC-Ladepunkte: max. 50% der Anschaffungskosten, höchstens 30.000 Euro
  • Anschlusskosten an das Mittelspannungsnetz: max. 50.000 Euro

Daneben existieren teilweise auch Förderprogramm auf Landesebene.

Immer mehr Privatpersonen entschließen sich, ein Elektroauto zu kaufen. Das beinhaltet auch den Kauf einer dazu passenden Ladelösung. Was muss bei der Beantragung auf Förderung von Ladestationen für zuhause beachtet werden?

Das ist besonders interessant, denn noch immer finden rund 80 Prozent der Ladevorgänge zuhause oder etwa am Arbeitsplatz statt. Da ist es wichtig zu wissen, was man beim Kauf einer Ladestation beachten muss.

Die staatliche Förderung von privaten Ladepunkten ist an einige Bedingungen geknüpft. Diese lauten wie folgt:

  • Der Ladepunkt muss mit einer Ladeleistung von 11 kW Leistung ausgestattet sein. Verfügt die Wallbox über eine höhere Ladeleistung, muss diese von einem Fachbetrieb auf 11 kW begrenzt werden. Beachten Sie, dass für eine Ladestation mit einer Ladeleistung von 11 kW ein Starkstromanschluss vonnöten ist.
  • Der Wandlader muss mit einer intelligenten Steuersoftware ausgestattet sein, damit der Ladepunkt mit dem Stromnetz kommunizieren und interagieren kann.
  • Die Gesamtkosten für den Ladepunkt dürfen 900 Euro nicht unterschreiten. Diese beinhalten die Wallbox, deren Anschluss durch einen Fachbetrieb sowie gegebenenfalls weitere notwendige Installationsarbeiten.
  • Der Ladepunkt muss mit grüner Energie betrieben werden – entweder mit Sonnenstrom von der eigenen Solaranlage oder mit Ökostrom eines Energieanbieters.
  • Eine Förderung wird nur bei bestehenden Wohngebäuden gewährt, sie kann nicht im Rahmen von Neubauprojekten beantragt werden.
  • Der Antrag auf Förderung muss vor dem Kauf der Wallbox erfolgen.

Kann ich auch als Mieter*in eine Ladestation für ein E-Auto installieren?

Grundsätzlich ja. Seit der Modernisierung des Wohneigentumsgesetzes haben Mieter*innen und Wohnungseigentümer*innen in Wohnungseigentümergesellschaften (WEG) einen Anspruch darauf, auf eigene Kosten eine Lademöglichkeit zu installieren. Dies kann nur in begründeten Fällen vom Vermietenden oder der WEG untersagt werden, so zum Beispiel Denkmalschutz.

Wo siehst du aktuell Hürden in der Elektromobilität und was muss getan werden, um diese zu überwinden?

Die im Vergleich zu konventionellen Antrieben geringe Reichweite von E-Autos und die lange Ladezeit an öffentlichen Ladepunkten sind Gründe, sich vorläufig noch gegen ein Elektroauto zu entscheiden. Es gibt einfach noch zu wenige Ladesäulen, die öffentlich zugänglich sind. Um das zu ändern, ist es zunächst einmal wichtig, das Netz an öffentlich zugänglichen Ladestationen weiter auszubauen, um potentiellen E-Autokäufer*innen die Reichweitenangst zu nehmen. Das umfasst eine möglichst flächendeckende öffentliche Ladeinfrastruktur sowie bedarfsgerechte private und gewerbliche Lademöglichkeiten, die einheitlich genutzt und bedient werden können.

Im Bereich Förderungen würde der Ausbau von Elektromobilität davon profitieren, wenn die Förderlandschaft etwas vereinfacht würde. Wie eingangs schon beschrieben, gibt es zwar zahlreiche Förderprogramme, jedoch sind diese oft recht kurzlebig und teilweise nicht kombinierbar mit Förderprogrammen des Bundes (aufgrund des Kumulierungsverbots). Es fehlt an einer einheitlichen bundesweiten Förderlinie, denn die Mobilitätswende sollte kein regionales Projekt sein. Es wäre zielführender, wenn es ein programmübergreifendes Antragsverfahren mit einheitlichen Bedingungen gäbe.

 

Vielen Dank für das Interview, Christian!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an M3E stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare - wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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