Kamikatsu Die Zero Waste Stadt, wo weniger mehr ist
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Kamikatsu - Die Zero Waste Stadt, wo weniger mehr ist

Den Müll sortieren, recyclen oder kompostieren ist für den Einzelnen machbar, aber dass eine ganze Stadt zur Zero Waste Stadt wird ist nicht ganz so leicht. Trotzdem hat Kamikatsu genau das geschafft. Lies hier, wie Kamikatsu zur Zero Waste Stadt wurde.

Den Müll sortieren, recyclen oder kompostieren ist für den Einzelnen machbar, aber dass eine ganze Stadt zur Zero Waste Stadt wird ist nicht ganz so leicht. Trotzdem hat Kamikatsu genau das geschafft. Lies hier, wie Kamikatsu zur Zero Waste Stadt wurde.

05.02.2019 - Ein Beitrag von Sophie-Laurine Roger

Im Jahr 2003 hat die japanische Stadt von Kamikatsu angekündigt, dass sie bis zum Jahr 2020 dank einer Zero Waste Politik keine Verbrennungsofen und Mülldeponie mehr brauchen würden. Die Zero Waste Bewegung besteht in die Verringerung der Abfälle bis zu dem Punkt, dass kein Müll erzeugt wird. Wie plant die Stadt Kamikatsu, ihr Ziel zu erreichen?

Die Abfallbeseitigung in Japan

Bis in die 1950er wurde der größte Anteil der Abfälle in Japan recycelt. Nach dem Krieg erlebte das Land einen wirtschaftlichen Aufschwung und die Entwicklung der Industrie und die Urbanisierung verursachten mehr Abfall. Die Verbrennungsofen wurden durch Abgaben in den Gemeinden finanziert. Dennoch in den 1980er haben einige Städte die Müllverbrennung aufgeben. In Kamikatsu wurden ab den 1990er Änderungen betrachtet.

Zero Waste, ein weites Feld

Wie funktioniert das System?

Die derzeitige Hibigaya Waste Station steht in Kamikatsu, wo früher ein Verbrennungsofen stand. Heute wird jede Art des Mülls aussortiert, recycelt oder kompostiert, so dass die Stadt 81 Prozent Abfälle recycelt und nur 20 Prozent der Abfälle verbrannt werden. Nahe des Zero Waste Ziels der japanischen Stadt.

Dank einer finanziellen Entscheidung der Stadt im Jahr 1995 besitzt fast jeder Privathaushalt einen Kompostbehälter, wodurch jeder Haushalt seinen Biomüll kompostieren kann.

Im 1997 wurde der Container and Packaging Recycling Act in Japan verabschiedet. Nach dieser Gesetzgebung gab es zuerst 9 Kategorien. Mittlerweile gibt es 13 Hauptkategorie mit 45 Subkategorie. Beispielsweise die Kategorie Pappe besteht aus Papier, Karton und Magazin.

Dennoch wird ein kleiner Teil des Abfalls noch verbrannt. Es handelt sich um Material, das nicht recyclebar ist,, wie Windeln oder feminine Hygiene Produkte. Zu diesem Problem hat die Stadt eine Lösung gefunden und bietet seit 2017 Stoffwindel für Eltern an, die einen Säugling haben.

Eine Frage der Gewohnheitsänderung

Für viele Einwohner schien das Zero Waste Ziel unerreichbar und viele waren am Anfang gegen dieses Projekt. Den Müll richtig zu sortieren war eine schwere Aufgabe für die meisten Einwohner, aber sie bemerkten schnell, dass man seine Gewohnheiten ändern kann. Der erste Schritt ist der schwierigste.

Am Rand der Abfallbehandlung wurde eine Grafiteria geöffnet. Der Neologismus kommt aus  dem Spanischen und bedeutet “freier Markt”. Es handelt sich um einen Ort, an dem es möglich ist alte Gegenstände, die man nicht mehr benutzt, abzustellen, und neue mitzunehmen. Statt neu zu kaufen und die alten Gegenstände wegzuwerfen, ermöglicht diese Initiative den Gegenstände ein neues Leben.

Die japanische Stadt als Vorreiter und Inspiration für Zero Waste

Dieses besondere Konzept hat Neugierde und Interesse geweckt und zieht jetzt mehr Leute nach Kamikatsu, die mehr über Zero Waste wissen wollen. Manche Interessierte reisen nach Japan, um die Zero Waste Akademie zu besuchen und zu lernen wie sie ihr Handeln und Abfallverhalten verändern können.

Die Akademie hat bereits 12 Projekte umgesetzt, unter anderem: “Kuru-Kuru” ein Geschäft  für wiederverwendbare Gegenstände, Zero Waste - Audits und Training, Zero Waste Japan Netzwerk.

 

Für mehr Informationen über Zero Waste besuche die Website der Akademie: http://zwa.jp/en/

Auch interessant: Abfallvermeidung im Alltag


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