FRIDAYS FOR FUTURE erneut in Berlin und die Frage, was sagt der Rest der Gesellschaft dazu
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FRIDAYS FOR FUTURE erneut in Berlin und die Frage, was sagt der Rest der Gesellschaft dazu?

KOMMENTAR | Die Klimaaktivistin Greta Thunberg ist heute erneut nach Berlin gekommen und mit ihr tausende Demonstranten. Die Fridays for Future Demos gehen weiter, nur mit welchem Ziel?

FRIDAYS FOR FUTURE in Berlin
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KOMMENTAR | Die Klimaaktivistin Greta Thunberg ist heute erneut nach Berlin gekommen und mit ihr tausende Demonstranten. Die Fridays for Future Demos gehen weiter, nur mit welchem Ziel?

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19.07.2019 - Ein Beitrag von Marcus Noack

Wir haben uns die Fridays for Future Demonstrationen in Berlin unweit des Hauptbahnhofes angeschaut und waren zunächst verwundert über die starke Polizeipräsenz. Die Frage der Verhältnismäßigkeit tat sich beim Anblick von hunderten Polizisten, Absperrgittern, dutzenden großen Polizeifahrzeugen und Überwachung von oben wahrscheinlich jedem Passanten auf. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer waren wie immer auf den Friday for Future Demos Kinder und Jugendliche. Die Stimmung vor Ort war durch die Masse an Menschen und musikalischer Begleitung etwas aufgeheizt, aber durchweg friedlich. Nichts desto trotz, waren die Reden von Greta Thunberg und anderen ziemlich impulsiv und fordernder, als man das vielleicht von vorherigen Veranstaltungen der Friday for Future Demos bisher gewohnt war.

Beim Durchqueren des Geländes wurde einem schnell klar, die meinen das ernst. Die, das sind die Kinder und Jugendlichen und auch vereinzelte Eltern, die ihre Kinder begleiteten. Ohne ein Pauschalurteil fällen zu wollen, kann man konstatieren, dass der jungen Generation das Klima am Herzen liegt und die Klimaerwärmung das Thema ist, worüber sich die Jungen mit den Alten streiten können und wollen. Der ewige Kampf, Alt gegen Jung und umgekehrt; das ist wohl Teil der menschlichen Natur und ein Grund, weshalb viele Veränderungen viel Zeit benötigen oder auch nie stattfinden. Beispiele sind ja auch schnell genannt, die „verlorenen Generation“ zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg, die 68er-Bewegung oder nicht ganz so extrem aber dennoch gesellschaftlich relevant, die Generationen Golf und Y.

Immer erkämpften sich die Jungen ihren Platz in der Gesellschaft und bemühten hierfür ein Thema, auf das sich die Generation einigen konnte.

Aber was ist das nun mit dem Klima?

Sind die Demonstrationen für das Klima von der jungen Generation ernst gemeint und vor allem durchdacht oder geht es hierbei eher um eine Bewegung, bei der es Spaß macht dabei zu sein?

Dass die Demos mittlerweile etwas bewirken, indem sie die Europawahl und einige Landtagswahlen entscheidend beeinflusst haben - Ergebnisse der Europawahl 2019 in Deutschland: Grüne 20,5% versus 10,7% in 2014, CDU 22,6% versus 30% in 2014 und SPD 15,8% versus 27,3% in 2014 - ist evident.

Was aber sind jetzt die Forderungen der Umweltaktivisten, die wissenschaftlich haltbar und politisch durchsetzbar sind?

Es reicht nicht, einfach weiter zu demonstrieren, wenn ein anderer Teil der Gesellschaft noch nicht mitziehen. Vielen gehen die Forderungen der Aktivisten nämlich deutlich zu weit, das war auch am Rande der heutigen Kundgebung zu vermerken. Auch die Art und Weise wie die Forderungen kommuniziert werden, ist vielen Älteren eine Nummer zu forsch. Indem man die Demos fortführt, hält man das Eisen im Feuer und verschafft sich so Gehör. Was nun aber folgen muss, sind konkrete Vorschläge, wie wir den Klimawandel stoppen können beziehungsweise wie wir mit den Veränderungen in der Welt leben können. Wird es zukünftig wirklich Klimaflüchtlinge geben, ist grüne Mobilität der erhoffte Game-Changer, müssen wir unser Konsumverhalten drastisch ändern? All das sind Fragen, die derzeit im Raum stehen, aber überhaupt nicht geklärt sind. Und warum sind sie nicht geklärt? Weil mit diesen Themen nur wirtschaftlich gespielt wird, aber keine Aufklärung stattfindet.

Politik muss wieder näher am Bürger sein. Es kann nicht sein, dass die Mehrheit der Politiker von klimatischen Veränderungen, neuen Technologien und einer sich immer stärker verändernden Gesellschaft keine Ahnung hat. Frag dich mal, wie oft du in der letzten Zeit etwas wirklich neues und wichtiges zum Thema Umweltschutz von Angela Merkel, Svenja Schulze (Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit – SPD) oder Anton Hofreiter (Vorsitzender der grünen Bundestagsfraktion) gehört hast? Wir erinnern uns an relativ wenig und sind damit sicherlich nicht allein.

Uns, als LifeVERDE-Redaktion, interessiert es, wie du über die Friday for Future Demos denkst und was deine Vorschläge sind, wie es mit den Aktionen und der Thematik weitergehen soll. Wir werden in den nächsten Wochen unterschiedliche Akteure zum Thema zu Wort kommen lassen. Neben vielen Experten-Meinungen möchten wir aber die Meinung des Bürgers ebenfalls sichtbar machen, um einen globalen Überblick über das Thema geben zu können.

Wir freuen uns also auf die Diskussion mit dir und euch und hoffen, viele Meinungen und Ideen kennen zu lernen.

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