Nachhaltige Transportlogistik made in Mannheim
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Nachhaltige Transportlogistik – made in Mannheim

Das Unternehmen Alpensped steht für eine nachhaltige Logistik, die Rücksicht nimmt auf Ökonomie und Ökologie. Erfahren Sie mehr zur Alpensped GmbH im Interview mit Geschäftsführer Christian Faggin.

Das Unternehmen Alpensped steht für eine nachhaltige Logistik, die Rücksicht nimmt auf Ökonomie und Ökologie. Erfahren Sie mehr zur Alpensped GmbH im Interview mit Geschäftsführer Christian Faggin.

18.06.2018 - Das Interview führte Gessica Mirra, Foto: © Alpensped

LifeVERDE: Herr Faggin, stellen Sie uns das Unternehmen Alpensped bitte kurz vor.

Christian Faggin: Der Name Alpensped hat wie einer seiner Firmengründer, Rinaldo Faggin, italienische Wurzeln und beschreibt die anfangs ausschließlich die Alpen überquerende speditionelle Tätigkeit von Italien nach Deutschland und zurück.

Heute ist das Familienunternehmen mit 30 Mitarbeitern in mehr als 20 europäischen Ländern aktiv, der Name Alpensped passt noch immer – denn durch die Fokussierung auf die Länder Südosteuropas werden die Alpen noch immer regelmäßig durchfahren und überquert – seit 1993.

Unser logistisches Dienstleistungsangebot umfasst die Organisation und Durchführung von Teil- und Komplettpartien, Kontrakt- und Projektlogistik sowie Schwer- und Sondertransporten. 2017 transportierte Alpensped 64.800 Sendungen und erzielte einen Jahresumsatz von 20,7 Millionen Euro.

Sie leben in Ihrem Unternehmen nach dem „N3-Konzept“. Was bedeutet das?

Unser unternehmerisches Denken und Handeln zeichnet sich durch Engagement für unsere Kunden, hochwertige logistische Dienstleistungen und den verantwortungsvollen Umgang mit Umwelt und Mensch aus. Das verstehen wir unter Nachhaltigkeit und nennen die drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und soziale Verantwortung, kurz N3.

Wie kann Logistik nachhaltig gestaltet werden?

Das beschreibt unser N3-Konzept, in welches wir unsere Kunden, unsere Mitarbeiter und Dienstleister einbeziehen. Bei unserem täglichen Handeln achten wir immer auf Ausgewogenheit, wollen Vorbild für unsere Mitarbeiter sein und engagieren uns tatkräftig. Das spiegelt auch der Lea-Mittelstandspreis für soziale Verantwortung wider, mit dem wir 2017 vom baden-württembergischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau sowie von Caritas und Diakonie für unser freiwilliges soziales und gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet wurden.

Im ökologischen Bereich werden neue Konzepte, beispielsweise für Klimaneutralität, benötigt. Wir haben uns das Ziel gesetzt, bis 2025 klimaneutral zu sein. Denn als Transportdienstleister fühlen wir hier eine besondere Verantwortung. Neben der Reduktion und Kompensation von CO2 Emissionen prüfen wir dazu die Verlagerung von Lkw-Transporten auf die Schiene.

Um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, wollen wir in Zukunft auch unsere Kunden mitnehmen. Wir möchten sie einladen, sich an den Kompensationsleistungen zu beteiligen und somit klimafreundlichere Transporte auf die Straße zu bringen.

Wie organisiert Alpensped die Fahrten nach Süd- und Osteuropa?

Unser Fuhrpark umfasst aktuell 550 langfristig vertraglich gebundene sowie 60 eigene Trailer.

Der gesamte Ablauf von der Auftragserfassung über die Abwicklung bis hin zur Abrechnung und Bezahlung wird über unsere komplexe Unternehmens-IT, die selbst entwickelte Anwendung „Speditor“ gesteuert. Auch Prozesse wie die Sendungsverfolgung und das Zeitfenstermanagement werden darüber abgebildet.

Dass Logistik und IT immer mehr verschmelzen, haben wir früh erkannt und die Weichen entsprechend gestellt. Alle Prozessbeteiligten der Supply Chain werden zukünftig sämtliche Daten über Schnittstellen austauschen, transparent steuern, abbilden und überwachen. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen und effizienter zu arbeiten, haben wir 2017 mit der Umstellung von „Speditor“ zu „CarLo“ begonnen. Die Software integriert alle am Kernprozess Beteiligten (Kunde – Alpensped – Frachtführer) und wird künftig unsere gesamten logistischen Prozesse erfassen, steuern und fehlerfreier machen.

Effiziente Prozesse tragen ebenso zum Klimaschutz bei wie die Reduktion von CO2 durch den Einsatz von Lkws der neuesten Generation (EURO EEV* und 6), durch Sendungsbündelung und durch Fahrerschulungen für besonders energieeffizientes Fahren. Darauf achten wir bei der Organisation, Steuerung und Durchführung unserer Transporte.

Wie nachhaltig ist die Logistikbranche Ihrer Meinung nach aktuell aufgestellt? Was denken Sie, muss im Sinne der Nachhaltigkeit verbessert werden?

Die Logistikbranche hat sicherlich noch Spielraum nach oben, was die Nachhaltigkeit betrifft und ist vor allem gerade durch den Konkurrenzdruck und die Vorgaben der Kunden sehr kaufmännisch getrieben. Es gibt aber auch, Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit zu sein. Ich denke unsere Branche sollte sich in Zukunft noch mehr mit der ökologischen und sozialen Dimension der Nachhaltigkeit auseinander setzen. Z. B. sehe ich in der CO2-Messung und deren Reduktion, aber auch in der Bewertung sozialer Vorgaben an unsere Dienstleister bzw. Subunternehmer große Chancen für die Zukunft.

Seit 2011 neutralisieren Sie den Energieaufwand Ihres Unternehmens und haben 2017 noch einmal deutlich zugelegt – und 1.250 Tonnen CO2 kompensiert. Davon profitiert auch ein Kompensationsprojekt von myclimate in Tansania. Können Sie uns mehr dazu verraten?

Die Kompensation kommt nicht nur der Umwelt zugute. Von dem Klimaschutzprogramm ‚Solarenergie für Bildung und Jobs in Tansania‘ von myclimate profitieren auch Menschen. Wie weltweit 2,5 Milliarden Menschen leben auch in Tansania viele Familien ohne zuverlässige Stromquelle für ihren täglichen Energiebedarf. Sie nutzen ineffiziente Lichtquellen mit teurem Brennstoff wie Kerosin, die alle Aktivitäten stark einschränken, sobald es dunkel wird. Im Rahmen des Projektes erhalten Haushalte mit geringem Einkommen sowie kleine Unternehmen in Tansania smarte Solar-Home-Systeme. Fast 47.000 wurden bislang installiert und rund 200.000 Menschen profitieren bereits davon.

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