Keine Lebensmittelverschwendung mit The Good Foodœ
Gesellschaft

Keine Lebensmittelverschwendung mit „The Good Food“

Der Kölner Laden “The Good Food” rettet Lebensmittel vor dem Wegwerfen und verkauft sie zum “Zahl was es dir wert ist”-Prinzip. Wir haben das nachhaltige Geschäft besucht und mit der Gründerin Nicole Klaski gesprochen.

Der Kölner Laden “The Good Food” rettet Lebensmittel vor dem Wegwerfen und verkauft sie zum “Zahl was es dir wert ist”-Prinzip. Wir haben das nachhaltige Geschäft besucht und mit der Gründerin Nicole Klaski gesprochen.

27.11.2018 - Autor: Eva Burghardt - Bilder: Eva Burghardt/Jana Ludwig

Spaziert man in Köln auf der Venloer Straße entlang, vorbei an den Cafés und Restaurants, stößt man bald auf einen kleinen Laden vor dem sich nicht selten kleine Menschengruppen tummeln. „The Good Food“ heißt der Ort des Geschehens. Dort werden gerettete Lebensmittel, die zum Wegwerfen bestimmt waren, wieder weiterverkauft. Zum „Zahl was es dir wert ist“-Prinzip können sie die Kunden hier erwerben und so im Kreislauf halten.
 „Viel gutes Essen, was auf jeden Fall noch genießbar ist, landet bei uns in Deutschland in der Tonne“, erzählt Nicole Klaski, die den Laden und das Konzept gegründet hat. Sie erklärt weiter: „Das fängt damit an, dass zum Beispiel Kartoffeln, die nicht in die EU-Norm passen, nicht weiterverkauft werden. Sowas ist natürlich ein Unding, weil die Kartoffel ja genau so lecker schmeckt.“ Aus diesem Grund fahren Nicole Klaski und ihr Team aus ehrenamtlichen Mitarbeitern mehrmals in der Woche zu den Höfen der Landwirte, um deren übriges Gemüse einzusammeln. Dadurch ist das Sortiment abwechslungsreich und enthält hauptsächlich saisonale Produkte.

Ein „Good Life“ mit „The Good Food“

Doch nicht nur gerettetes Gemüse landet in den Regalen des urigen Ladens mit den knarzenden Holzdielen: Auch Backwaren vom Vortag oder Lebensmittel, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, werden vom „The Good Food“-Team gerettet. Hier arbeiten viele ehrenamtliche Helfer und Helferinnen gerne mit, um etwas für eine nachhaltige Gesellschaft zu tun. So auch Viola, die an der Slow Food Uni im italienischen Pollenzo studiert und bei „The Good Food“ ihr Praxis-Semester macht. „Für mich bedeutet Nachhaltigkeit einen Ausgleich mit der Natur zu schaffen und ihr auch etwas zurück zu geben“, erklärt die Studentin. Das Treiben im Laden gefalle ihr gut: „Hier ist immer was los. Viele Menschen kommen neugierig von der Straße rein und tauschen sich hier mit den anderen aus. Es geht auch um ein „Good Life“ bei „The Good Food““, lacht sie.

Der Trend geht zur Nachhaltigkeit

Es gibt viele Gründe warum die Kölner den Laden so gerne besuchen: Wer nicht in erster Linie Lebensmittel retten will, den überzeugt vielleicht das „Zahl was es dir wert ist“-Konzept. „Da ist oft eine große Unsicherheit darüber wie viel so Lebensmittel eigentlich wert sind und da merken die Kunden dann, dass sie oft die Preise gar nicht mehr hinterfragen in einem normalen Supermarkt.“, überlegt Nicole Klaski. Das sei auch Teil eines nachhaltigen Lebensstils: Seinen Konsum zu überdenken und möglichst vieles lang im Kreislauf zu halten.

Generell liege Nachhaltigkeit gerade im Trend, betont Klaski. „Das freut mich natürlich aber ich hoffe auch, dass das kein vorübergehendes Phänomen ist. Wir können langfristig viel bewirken, wenn wir uns für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur einsetzen“ findet sie.  Das scheinen auch ihre Kunden verinnerlicht zu haben, so erzählt einer von ihnen: „Ich komme ja nicht nur wegen der leckeren Lebensmittel und dem „Zahl was du willst“-Prinzip her. Ich finde es höchst sinnvoll genießbare Lebensmittel im Kreislauf zu halten und denke, dass es wichtig ist ressourcenschonend zu leben.“

Grüne Mobilität für nachhaltige Lebensmittel

Dieser Grundgedanke hatte die Kölnerin Nicole Klaski schon 2015 dazu motiviert Lebensmittel zu retten. Was als kleiner Marktstand begann, ist heute der kultige Laden in Ehrenfeld geworden. Hier bleibt man dem ökologischen Anspruch treu: „Wir sind durch und durch ein grünes Unternehmen. Wir drucken nur auf Ökopapier, holen die Waren mit dem Fahrrad ab und recyclen die Taschen, die wir benutzen“ lächelt Klaski stolz. Doch vor allem in diesem Bereich hat das Team um „The Good Food“ mit Problemen zu kämpfen. Wegen der zunehmenden Spenden brauchen die Lebensmittelretter dringend einen Transporter. Das Problem: Er soll die Umwelt schonen und trotzdem große Lasten transportieren können. Bisher überschreitet die benötigte Ladungsmenge allerdings die Kapazitäten solcher Fahrzeuge weswegen „The Good Food“ dringend nach einer umweltfreundlichen Lösung für den Transport großer Mengen geretteter Lebensmittel sucht.

Auf dem richtigen Weg

„The Good Food“ ist ein Lichtblick in unserer konsumorientierten Gesellschaft. Nicole Klaski und ihr Team gehen mit gutem Beispiel voran, wenn es darum geht Produkte so lang wie möglich im Kreislauf zu halten. Egal ob krumme Kartoffel oder süßes Schokobrötchen vom Vortag – The Good Food hat immer eine leckere Überraschung auf Lager. Den Kunden gefällt das und viele freuen sich über das nachhaltige Konzept: „Ich finde, das ist genau der richtige Weg der Lebensmittelverschwendung etwas entgegen zu setzen“, freut sich eine Kundin.

 

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