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zündstoff – Nicht nur fair, sondern auch stylisch

INTERVIEW | zündstoff bietet online sowie offline ein großes Sortiment an nachhaltiger cooler Klamotte.

INTERVIEW | zündstoff bietet online sowie offline ein großes Sortiment an nachhaltiger cooler Klamotte.

30.09.2021 | Ein Interview geführt von Nele Hofmann | Bild: Unsplash

 

Schon viel früher als andere erkannte zündstoff den „need“ nach fair hergestellter, aber trotzdem modischer Kleidung. Mittlerweile vertreibt zündstoff ein breit gefächertes Angebot an öko-fairer Casual Wear in ihrem Online-Shop, aber auch analog in ihrem Laden in Freiburg.

Wie zündstoff nachhaltige Produktions- und Lieferprozesse sichert, welche Siegel und Zertifizierungen für sie besonders wichtig sind und warum sie sich in ihrem Laden noch mehr Platz wünschen, erfährst du im Interview mit Geschäftsführer Sascha Klemz.

Sascha, was war 2006 eure Intention, zündstoff zu gründen?

Kurz davor hatte ich meine Abschlussarbeit über Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion geschrieben und an einer Ausstellung zu dem Thema mitgearbeitet. Für die Ausstellung waren wir auf der Suche nach Kleidung, die nicht nur fair hergestellt, sondern auch modisch zeitgemäß war. Leider gab es überhaupt nichts faires, das wir auch stylisch fanden. Ich hatte mir vorher schon öfter die Frage gestellt, warum es recht normal für mich war, fairen Kaffee zu kaufen, aber ich keine einzige faire Klamotte im Kleiderschrank hatte. Die Frage war durch die Suche natürlich beantwortet.

Matthias und ich wollten das ändern, weil sich ethisch und modisch ja gar nicht ausschließen. Wir haben also angefangen noch mal richtig zu recherchieren und ein paar Marken gefunden, die faire Produktionen hatten und die wir gleichzeitig cool fanden.

Welche Werte verfolgt ihr seitdem?

Wichtig sind für uns die Werte Fairness, Nachhaltigkeit und Transparenz. Das gilt nicht nur für die verkaufte Kleidung. Auch für unseren Umgang mit den Marken, den Kund*innen und untereinander im zündstoff-Team gelten diese Werte. Sollten mal Probleme auftreten, versuchen wir immer offen und ehrlich zu kommunizieren und Probleme gemeinsam mit unserem Gegenüber zu lösen.

Um ins Sortiment von zündstoff aufgenommen zu werden, muss die Kleidung fair hergestellt und möglichst ökologisch sein. Wir achten zuerst vor allem darauf, dass uns die Marke glaubwürdig erscheint und transparent arbeitet.

Eine große Auswahl an nachhaltiger Kleidung.

zündstoff bietet eine große Auswahl an ökologischen Styles (Bild: zündstoff).

Sämtliche Marken in unserem Sortiment haben eine ähnliche Geschichte wie wir und wurden von Leuten gegründet, die fair und nachhaltig wirtschaften wollen.

Welche unterschiedlichen Produkte gibt es bei euch zu kaufen? Was ist euer absoluter Bestseller?

In unserem Sortiment haben wir vor allem Kleidung, die dem modischen Zeitgeist entspricht und gleichzeitig alltagstauglich sein soll: Sneaker und Boots, Jeans und Chinos, T-Shirts und Hemden, Hoodies und Sweatshirts, Cardigans und Strickpullover, Kleider, Röcke und so weiter. Natürlich führen wir auch Unterwäsche, Socken und je nach Saison Winterjacken oder Bademode, sowie ein paar Accessoires und Schmuck. Im Laden verkaufen wir auch Kaffee.

Besonders stolz sind wir auf unsere große Auswahl an Jeans. Ich glaube es gibt nicht viele Läden in Deutschland, die solch ein breites Sortiment der Marken K.O.I, Nudie und Kuyichi haben. Einen richtigen Hype hatten in den letzten Jahren die Sneaker von Veja. Aber auch unsere preiswerten Basic-Shirts verkaufen wir sehr gut.

Wie stellt ihr sicher, dass in der gesamten Produktions- und Lieferkette eurer Händler*innen faire Arbeitsbedingungen herrschen?

Wie gesagt achten wir sehr darauf, dass wir die Marken glaubwürdig und transparent finden. Wir nehmen auch keine Marken auf, die nur einen Teil ihrer Produkte ökologisch und fair produzieren lassen und den Rest konventionell. Fairness sollte Teil der „DNA“ einer Marke sein, damit sie wirklich gut zu uns passt. Wir haben auch öfter schon Marken abgelehnt, obwohl wir die Produkte mögen und die Marke auch insgesamt glaubwürdig wirkt, aber uns die Zertifizierung nicht stark genug ist.

Im Prinzip richten wir uns dabei stark nach der Fair Wear Foundation (FWF), die Länder nach der Wahrscheinlichkeit von Arbeitsrechtsverletzungen klassifiziert. Je höher die Wahrscheinlichkeit, desto stärker achten wir auf unabhängige Kontrollen. Hat eine Marke dann die entsprechenden Zertifikate oder produziert z.B. in Portugal oder Spanien ist das für uns ausreichend.

Wir schreiben auch recht viel zu den Marken auf unserer Website www.zuendstoff-clothing.de oder stellen die Marken ausführlich in unserem Blog vor.

Wie kam es dazu, dass ihr neben eurem Online-Shop ein Ladengeschäft in Freiburg eröffnet habt?

Wir hatten bereits in unserem ersten winzigen Büro eine Art Lagerverkauf, weil wir immer wieder gefragt wurden, ob man auch vorbeikommen kann, um Sachen direkt anzuprobieren. Das hat sich dann über ein paar Jahre immer weiter professionalisiert. 2012 fühlten wir uns dann reif für einen „echten“ Laden.

Wir sind seit 2012 in derselben Location und immer noch glücklich mit der Lage und den großen Schaufenstern. Ein bisschen mehr Platz wäre mittlerweile allerdings gar nicht so schlecht.

Welche Siegel oder Zertifizierungen kann zündstoff vorweisen? Wie wichtig sind euch diese bei der Auswahl eurer Marken?

Wir selbst sind nicht im eigentlichen Sinne zertifiziert, haben aber mal einen Peer-Audit nach den Richtlinien der Gemeinwohlökonomie gemacht.

Online Shop.

Im Onlineshop von zündstoff gibt es coole Klamotte zu entdecken (Bild: zündstoff).

Am besten für die Marken in unserem Sortiment finden wir eine Mitgliedschaft in der Fair Wear Foundation und das GOTS-Siegel. Fast alle größeren Lieferanten (die auch in Indien oder China produzieren lassen) sind Mitglied in der FWF. Die kleineren Marken produzieren fast ausschließlich in Europa. Viel der Produkte sind komplett GOTS-zertifiziert, so dass auch auf Produktebene hohe soziale und ökologische Standards sichergestellt sind.

Wie versucht zündstoff, in Zukunft noch nachhaltiger zu werden?

Gute Frage! Wir sind immer darum bemüht besser zu werden und stellen unsere internen Prozesse auf den Prüfstand. Dadurch haben wir unseren eh schon recht hohen Standard immer weiter optimiert. In Freiburg liefern wir ausschließlich per Rad, wir verwenden die Versandkartons so oft wie möglich wieder, der Server läuft mit Ökostrom, und so weiter.

Ich persönlich würde mir auch eine Reparatur-Ecke und eine Vintage-Ecke bei uns im Laden wünschen. Aber dafür reicht der Platz momentan nicht.

Spannend sind aber auch die Aktivitäten unserer Lieferanten, bei denen immer stärker das Thema Recycling in den Focus rückt. Zunehmend wird z. B. recycelte Baumwolle in den Produkten verwendet. Wir freuen uns immer sehr, dass sich die einzelnen Marken mit denen wir arbeiten, auch im Detail so viel Mühe geben noch nachhaltiger zu werden.

 

Vielen Dank für das Interview, lieber Sascha!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an zündstoff stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare - wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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