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Umweltfreundliche Bikinis & Badeanzüge – Wie du deinen Sommer nachhaltig genießen kannst

Umweltfreundlicher Badespaß für alle – diese fünf Labels bieten dir nachhaltige Bademode, mit der du fair und stylisch durch die warmen Sommertage kommst. 

 

Umweltfreundlicher Badespaß für alle – diese fünf Labels bieten dir nachhaltige Bademode, mit der du fair und stylisch durch die warmen Sommertage kommst. 

 

15.01.2024 | Ein Beitrag von Annalena Bruse-Smith, Delisa Bangura und Linda Siepmann-Hücking | Bild: Simona Sergi, Unsplash

Die warme Jahreszeit ist endlich da und lädt uns ein, das Beste aus dem Sommer herauszuholen! Egal ob wir die Sonne am Strand genießen, auf dem Balkon entspannen oder in einen erfrischenden Pool springen – es ist Zeit, unsere Bikinis und Badeanzüge aus dem Schrank zu holen und uns in die strahlende Sonne zu stürzen. Genieße die unbeschwerten Tage, bade im klaren Wasser und spüre den warmen Sand unter deinen Füßen. Koste den Sommer in vollen Zügen aus und fühle dich dabei in nachhaltiger Bademode rundum wohl.

 

Das Problem herkömmlicher Bademode

 

Schadstoffe

In einer Studie von Greenpeace wurde repräsentative Badebekleidung im Labor getestet. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass in der Hälfte der Kleidungsstücke schädliche polyfluorierten Chemikalien (PFC) und in 80% der Proben zudem Alkylphenolethoxylaten nachgewiesen wurden. Beide Stoffe können unser Hormonsystem stören. PFC wird zudem mit der Beeinflussung des Immunsystems und der Fortpflanzung in Verbindung gebracht. Polyfluorierte Chemikalien sind ursprünglich dazu gedacht dem Stoff unserer Kleidung eine öl-, schmutz und wasserabweisende Wirkung zu verleihen. Gelangen diese Chemikalien allerdings in die Natur können sie kaum abgebaut werden. Meldungen dieser Art sind leider keine Einzelfälle. Besonders in Kleidung von Fast-Fashion Marken werden immer wieder Schadstoffe entdeckt. 

Herstellung

Die Herstellung von herkömmlicher Bademode ist nicht weniger problematisch. Sie erfolgt häufig unter Bedingungen, die sowohl die Umwelt als auch die Arbeitskräfte belasten. Zur Herstellung vieler synthetischer Materialien werden chemisch besonders intensive Prozesse eingesetzt, wodurch es zu einer großen Menge schädlicher Emissionen kommt. Diese gelangen durch das Abwasser teilweise direkt in die Gewässer und können somit erheblichen Schaden in Tier- und Pflanzenwelt anrichten.
Auch das häufig in Badebekleidung enthaltene Nylon wirft einen Schatten auf den Produktionsprozess, da für dessen Herstellung Erdöl benötigt wird.


Mit nachhaltiger Bademode kannst du warme Sommertage guten Gewissens genießen (Bild: Arturo Rivera, Unsplash).

 

Vorteile von nachhaltigen Bikinis und Badeanzügen

Glücklicherweise müssen wir diese Nachteile nicht in Kauf nehmen, da es mittlerweile ein breites Angebot nachhaltiger Badeanzüge und Bikinis gibt. Diese kommen nicht nur der Umwelt zugute, sondern bringen auch eine Reihe weiterer Vorteile mit sich.

Hautfreundlichkeit

Nachhaltige Bademode wird oftmals aus hochwertigen und natürlichen Materialien hergestellt, die sanft zur Haut sind. Im Vergleich zu herkömmlichen synthetischen Stoffen weisen sie ein wesentlich angenehmeres Tragegefühl auf und verringern das Risiko von Hautirritationen.

Material

Die nachhaltigen Stoffe reduzieren den Bedarf an neuen Ressourcen und tragen zur Verringerung von Abfällen und Umweltbelastungen bei. Häufig verwendet werden beispielsweise Bio-Baumwolle, recyceltes Polyester aus PET-Falschen oder Nylon aus regenerierten Fischernetzen.
Um die Langlebigkeit unserer Lieblingsteile zu gewährleisten, wird zudem auf hochwertige Verarbeitung und Haltbarkeit geachtet. Durch sorgfältige Nähte, strapazierfähige Materialien und eine gute Passform wird sichergestellt, dass die Kleidungsstücke lange halten und nicht nach einer Saison entsorgt werden müssen.

Herstellung

Natürliche und nachhaltige Badebekleidung wird mit einem starken Fokus auf ethische Herstellungsverfahren produziert. Die Hersteller setzen auf umweltfreundliche Produktionsverfahren, die den Wasser- und Energieverbrauch minimieren und den Einsatz schädlicher Chemikalien reduzieren. Dazu gehören beispielsweise der Einsatz von umweltschonenden Druck- und Färbetechniken sowie die Verwendung von erneuerbaren Energien in den Produktionsstätten.

Darüber hinaus wird bei der Produktion von nachhaltiger Bademode großer Wert auf faire Arbeitsbedingungen und soziale Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette gesetzt. Dazu gehören enge Beziehungen zu den Lieferant*innen, um sicherzustellen, dass faire Löhne gezahlt werden und keine Form von Zwangsarbeit oder Ausbeutung stattfindet.

Unterstützung von sozialen Projekten

Viele Unternehmen, die nachhaltige Bademode produzieren, engagieren sich aktiv für soziale Projekte und gemeinnützige Initiativen. Sie setzen sich beispielsweise für den Schutz von Meereslebewesen ein. Durch den Kauf nachhaltiger Bademode, hat man als Verbraucher die Chance diese Projekte zu unterstützen und kann somit zu positiven sozialen und ökologischen Veränderungen beitragen.

Innovationen

Viele umweltfreundliche Hersteller*innen setzen auf innovative Technologien und neue Ansätze, um nachhaltige Materialien und Herstellungsverfahren zu entwickeln. Dieser Innovationsgeist fördert den Fortschritt in der Modeindustrie insgesamt und eröffnet neue Möglichkeiten für nachhaltiges Design und Produktion.

Vielfalt

Vor ein paar Jahren mag das Angebot nachhaltiger Badebekleidung noch recht dürftig gewesen sein, mittlerweile hat sich der Markt aber deutlich gewandelt und immer mehr Unternehmen präsentieren ihre nachhaltigen Kollektionen. Ob Bikini oder Einteiler, es gibt für jeden Geschmack und Körpertyp passende nachhaltige Optionen in einer Vielzahl von Stilen, Farben und Mustern. Somit muss auch die individuelle Ausdrucksmöglichkeit und der Wohlfühlfaktor bei der Wahl einer nachhaltigen Alternative nicht auf der Strecke bleiben.

Bewusster Konsum

Nachhaltige Bademode fördert einen bewussteren Konsum und damit auch eine nachhaltige Lebensweise. Indem man sich für langlebige und qualitativ hochwertige Kleidungsstücke entscheidet, reduziert man den Bedarf an häufigem Ersatz und trägt dazu bei, Ressourcen zu schonen.

Hast du Lust auf eine kleine Abkühlung bei dir Zuhause ? Wir zeigen dir Nachhaltige Pools für den Garten, mit denen du bestens gegen die warmen Temperaturen gewappnet bist. 

 

Unsere Lieblingsmarken für nachhaltige Bademode

Wenn es darum geht herauszufinden, welche Anbieter tatsächlich nachhaltige Bademode anbieten, kann dies einige Fragen aufwerfen. Doch brauchst du dir keine Sorgen machen, dass du auf das Sonnenbaden oder den erfrischenden Sprung in den Pool verzichten musst. Wir präsentieren dir unsere Lieblingslabels, die ihre Bademode auf faire und nachhaltige Weise herstellen und dir somit eine verlässliche Auswahl bieten.

Oceanchild

Oceanchild vereint Minimalismus und Komfort mit Stil und Nachhaltigkeit. Das in Deutschland gegründete Unternehmen legt viel Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen. Als Mitglied von 1% for the Planet setzt das Label sich zudem aktiv für den Umweltschutz ein.
Material: Die Bademode von Oceanchild besteht aus ECONYL®, einer Nylonfaser, die aus recycelten Fischernetzen, Stoffabfällen und Industriekunststoff gefertigt wird. Zudem ist ECONYL® sowohl nach dem Global Recycling Standard (GRS), als auch nach dem OEKO-TEX® 100 Standard zertifiziert und weist einen LSF von 50+ auf.
Verpackung: Die Pakete von Oceanchild kommen bei dir in vollständig kompostierbaren und biologisch abbaubaren Verpackungen an.
Transport: Das einzige kleine Manko findet sich bei den Transportwegen des Labels. Zwar handelt es sich um ein deutsches Unternehmen, welches in Portugal produziert, allerdings liefert das Label seine Kleidung weltweit aus.
Preis: Bikinioberteile beginnen bei 24€, Bikinihosen bei 15€. Wer nach einem Badeanzug sucht kann ab 29€ fündig werden.

Anekdot

Herstellung: Die nachhaltige Bademode und Unterwäsche vom Berliner Label Anekdot wird ausschließlich in Berlin und Polen in Handarbeit hergestellt, um die beste Qualität und eine nachhaltige Nutzung der Materialien zu gewährleisten.
Material: Anekdot versteht sich als Upcycling Brand, da sie Materialien verwenden, die nicht mehr gebraucht werden. Unter anderem wird auch das bereits erwähnte ECONYL®-Nylon verwendet. Allerdings werden auch Stoffe genutzt, die beispielsweise aus einer Bekleidungsfabrik stammen, die schließen musste oder von Hersteller*innen, die überflüssige Stoffe aussortiert haben. Hierbei handelt es sich nicht um gebrauchte Ware, sondern um Stoffe, die keinen Verwendungszweck mehr haben und ansonsten ungenutzt entsorgt werden würden. Das Schöne daran: bei vielen Textilien handelt es sich daher um Unikate, hinter denen einzigartige Geschichten stecken.
Preis: Bikinioberteile gibt es ab 65€, Bikinihosen ab 75€, und Badeanzüge ab 150€.
Besonders gut gefällt uns für diesen Sommer der elegante Badeanzug Jane (*) mit tiefem Rückenausschnitt. 


Die Bademode von Anekdot überzeugt mit eleganten Designs und nachhaltigen Materialien (Bild: Avocadostore).

Inaska Swimwear

Für Inaska ist „Nachhaltigkeit kein Trend, sondern eine Lebenseinstellung“.
Material: Dies zeigt sich auch in der obersten Priorität des Unternehmens bestehende Materialien zu recyceln und die Entstehung von Müll zu reduzieren. Daher findet sich auch hier Badekleidung aus regeneriertem Nylon in Form von ECONYL® oder Q-Nova®.
Herstellung: Stoffproduktion, Fertigung und Verpackung erfolgen innerhalb Europas, um eine möglichst kontrollierte und nachhaltige Produktion zu gewährleisten.
Transport: Inaska Swimwear liefert außerdem weltweit CO2-neutral, ohne hierbei den Aufpreis an die Kund*innen weiterzugeben und spendet bei jeder Bestellung 20 Cent an die Surfrider Foundation Europe, eine NGO, die Projekte zum Schutz der Meere, Seen, Flüsse und Küsten organisiert.
Preis: Bikinioberteile bekommt man ab 35€, Bikinihosen ab 30€ und Badeanzüge ab 70€.
Der stylische Badeanzug CHILL (*) ist in einem schlichten Schwarz gehalten, überzeugt jedoch mit einem einzigartigen Rückenausschnitt. 

Frija Omina

Das nachhaltige Modelabel Frija Omina produziert seine Ware in einer ehemaligen DDR-Tischlerei in Berlin Pankow.
Material: Für die Herstellung der nachhaltigen Bademode wird auch hier auf recycelte Fischernetze gesetzt, um zeitlose und einzigartige Kleidungsstücke zu kreieren. Das Recycling Bikinitop Fjordella (*) besteht beispielsweise aus 78% recyceltem Nylon und 22% Lycra und ist damit die perfekte Ergänzung für deinen nachhaltigen Kleiderschrank. Das Modell wird in verschiedensten Farben angeboten und damit ist wirklich für jeden etwas dabei.
Preis: Bikinioberteile sind erhältlich ab 44,90€, Bikinihosen ab 44,90€ und Badeanzüge ab 109€.

Lilja

Laut dem finnischen Label Lilja darf es nicht allein darum gehen, sich in der eigenen Kleidung gut zu fühlen, sondern auch darum sich mit der getroffenen Kaufentscheidung langfristig wohlzufühlen.
Material: Lilja setzt auf nachhaltige Materialien, darunter ECONYL® und weitere recycelte Stoffe. Trotzdem kommt dabei die Vielfalt unterschiedlicher Schnitte und Farben nicht zu kurz und Lilja bietet somit für jeden von uns die perfekte Möglichkeit sich auch mit nachhaltiger Bademode stilvoll zu kleiden.
Herstellung: Seit dem Jahr 2022 erfolgt die gesamte Produktion des Labels ausschließlich im europäischen Raum. Entgegen den Praktiken gängiger Fast-Fashion Labels werden Retoure-Ware, Samples und Kleidungsstücke die für Produktfotos verwendet wurden nicht entsorgt, sondern nach sorgfältiger Inspektion und Reinigung mit einem Preisabschlag im Lilja Store in Helsinki verkauft.
Preis: Bikinitops sind erhältlich ab 37,80€, Bikinihosen ab 24€ und Badeanzüge ab 46€.

 

Fazit

Es ist erschreckend, wie viele Schadstoffe in herkömmlicher Bademode enthalten sind und welche Auswirkungen sie sowohl auf unsere Gesundheit als auch auf die Umwelt haben können. Die Vielzahl nachhaltiger Alternativen bietet hier jedoch die ausschlaggebende Lösung für mehr Nachhaltigkeit in der Branche.

Umweltfreundliche Modelle wirken im ersten Moment zwar kostspieliger als Bekleidung von gängigen Fast-Fashion Labels, allerdings lässt sich auch dieses Problem mit einer einfachen Rechnung lösen. Gemeint ist die so genannte „Cost-per-Wear“-Formel, bei der man den Preis eines Kleidungsstückes durch die Anzahl der Tage teilt, an denen man es trägt. Dazu ein kurzes Beispiel: Du könntest dir diesen Sommer einen Bikini für 20 Euro kaufen und diesen an 20 Sommertagen tragen. Im darauffolgenden Sommer fällt dir aber auf, dass leider einige Nähte am Bikini gerissen sind, da er mangelhaft verarbeitet wurde. Damit liegen die „Kosten pro Tragen“ bei 1 Euro. Stattdessen könntest du dir einen nachhaltigen Bikini kaufen, der zwar zu Beginn etwas kostspieliger ist, im Gegenzug aber aus hochwertigen Materialien besteht und dadurch mehrere Jahre hält.

Damit steht eines fest: die Investition in nachhaltige Bikinis und Badeanzüge lohnt sich allemal und zwar nicht nur für unsere Umwelt sondern auch für deinen Geldbeutel.
Mit jeder Kaufentscheidung hast du die Wahl zur nachhaltigen Alternativen zu greifen und damit deine Chance zu nutzen die Modeindustrie positiv zu beeinflussen.
 

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Dieser Artikel wurde am 15.01.2024, am 15.05.2023, sowie am 29.07.2022 aktualisiert und am 18.07.2019 erstveröffentlicht.

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Kommentare
Terry
05.09.2019
Hallo,
gibt es auch aqua socks aus recyceltem Material.
Danke
LG Terry

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