Naturschutz im eigenen Garten
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Naturschutz im eigenen Garten

Den Begriff „Umweltschutz“ verbinden die meisten mit groß angelegten Projekten von Institutionen und Abkommen einzelner LĂ€nder. Doch tatsĂ€chlich fĂ€ngt Umweltschutz bereits im Kleinen an. Denn das Ökosystem der Erde ist unglaublich komplex und wird auch von den Mikroökosystemen im heimischen Garten beeinflusst.

Den Begriff „Umweltschutz“ verbinden die meisten mit groß angelegten Projekten von Institutionen und Abkommen einzelner LĂ€nder. Doch tatsĂ€chlich fĂ€ngt Umweltschutz bereits im Kleinen an. Denn das Ökosystem der Erde ist unglaublich komplex und wird auch von den Mikroökosystemen im heimischen Garten beeinflusst.

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05.06.2019

Mehr Natur in den Garten bringen

Um mehr Natur in den Garten zu bringen, sollten Sie heimische Pflanzen sowie standortgerechte BÀume, StrÀucher und Stauden bevorzugen. Diese Arten bieten heimischen Tieren einen Lebensraum, da sie optimal aufeinander abgestimmt sind.

Generell sollten Sie in Ihrem Garten eine ĂŒppige Pflanzenvielfalt schaffen. Dementsprechend werden sich auch viele Tierarten dort ansiedeln und fĂŒr einen bunten, lebendigen Garten sorgen. Das gelingt besonders gut, wenn die Tiere Orte haben, an denen sie möglichst ungestört sind. Deswegen ist es fĂŒr HobbygĂ€rtner zu empfehlen, einen Teil des Gartens als Blumenwiese und einen weiteren fĂŒr WildkrĂ€uter zu belassen.

WildkrĂ€uter wie Löwenzahn, Brennnessel und GĂ€nseblĂŒmchen locken viele Insektenarten an, vor allem Schmetterlinge. Wer WildkrĂ€uter stehen lĂ€sst, bietet den Tieren eine wichtige Lebensgrundlage und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt: Wo es Blumen gibt, sind auch Insekten und wo Insekten sind, werden Blumen bestĂ€ubt.

Außerdem belebt eine WasserflĂ€che jeden Garten und ist sowohl Ă€sthetisch als auch ökologisch betrachtet ein Gewinn.

Pflanzen richtig pflegen

Damit die Pflanzen im Garten gut gedeihen und gesund bleiben, benötigen sie das ganze Jahr ĂŒber die richtige Pflege. Jeder Monat hĂ€lt andere Arbeiten bereit: In den Wintermonaten geht es vor allem darum, den Zustand des Gartens zu kontrollieren und die FrĂŒhlingsaussaat zu planen. Zu Beginn des FrĂŒhjahrs wird der Garten auf die kommende Saison vorbereitet. Im Sommer steht die erste Ernte der angebauten GemĂŒse- und Obstsorten sowie das regelmĂ€ĂŸige BewĂ€ssern auf dem Plan. Im Herbst geht es mit dem Ernten weiter, wobei der Garten allmĂ€hlich auf den nĂ€chsten Winter vorbereitet wird.

 

Quelle: fotolia.com © Animaflora PicsStock #117628643


Sauberes Saatgut verwenden

Warum sollte man auf Hybride zurĂŒckgreifen, wenn man auch gesundes, sauberes Saatgut pflanzen kann, das sich genauso gut vermehren lĂ€sst? Genauso wenig gibt es einen guten Grund dafĂŒr, genetisch verĂ€nderte Organismen in die Natur zu bringen und im Garten einzupflanzen, deren Langzeitfolgen weder untersucht noch absehbar sind.

Stattdessen sollten Sie eine der inzwischen zahlreichen Möglichkeiten nutzen und sich sauberes Saatgut fĂŒr Ihren Garten besorgen. Zum Beispiel gibt es 14 Bauernhöfe in ganz Deutschland, die sich der Erhaltung alter und seltener Arten verschrieben haben und das Saatgut verkaufen.

Auf Pflanzenschutzmittel verzichten

In einem gut gepflegten Garten wachsen krĂ€ftige und gesunde Pflanzen heran. Gifte in jeglicher Form sind daher nicht nur umweltschĂ€dlich, sondern auch ĂŒberflĂŒssig. Zudem können Pestizide und Ă€hnliche Mittel die eigene Gesundheit gefĂ€hrden, wie Dioxin und Glyphosat bereits bewiesen haben.

Das Gute: Mit den richtigen Pflanzen im Garten, die gezielt gemischt angepflanzt werden, gelingt es, die unerwĂŒnschten SchĂ€dlinge auf ganz natĂŒrliche Weise auf Abstand zu halten. Chemiefreie SchĂ€dlingsbekĂ€mpfung ist außerdem dann möglich, wenn sich ausreichend natĂŒrliche Feinde im Garten ansiedeln.

NĂŒtzlinge anlocken und die Umwelt schĂŒtzen

Um das Ökosystem in Ihrem Garten aufrechtzuerhalten, ist es wichtig, dass sich in Ihrem Garten viele Insekten- und Vogelarten, aber auch andere nĂŒtzliche Tiere wohlfĂŒhlen. Wer heimische Pflanzen im eigenen Garten hat, schĂŒtzt damit nicht nur deren Bestand, sondern pflegt außerdem einen natĂŒrlichen Garten und schafft obendrein die Nahrungsgrundlage und einen Lebensraum fĂŒr heimische Tiere.

Laub- oder Asthaufen sind ideale Überwinterungsorte fĂŒr verschiedene Tiere, darunter Igel und MarienkĂ€fer. Pflanzen mit dornigen StrĂ€uchern eignen sich fĂŒr Vögel als sichere RĂŒckzugsorte und NistplĂ€tze. Reptilien und andere Kleinlebewesen freuen sich ĂŒber GesteinshĂ€ufungen, in die sie sich zurĂŒckziehen können. Insektenhotels und spezielle Nisthilfen fĂŒr Bienen schaffen einen idealen Platz fĂŒr Insekten aller Art, sodass sich diese gerne im Garten ansiedeln.

Wenn Sie den Lebewesen solche LebensrĂ€ume schaffen und ihnen ausreichend Futterquellen bieten, fĂŒhlen sie sich in Ihrem Garten sehr wohl.

In KreislÀufen denken

In der Natur gibt es keinen Abfall: Jeder Rohstoff wird auf irgendeine Art und Weise wiederverwertet und zwar solange wie möglich. Diese Herangehensweise ist auch fĂŒr den heimischen Garten sinnvoll und zudem ein sehr nachhaltiges Konzept. Materialien und Rohstoffe wiederzuverwenden, ist eine effiziente Art der MĂŒllvermeidung.

Schon bei der Anschaffung von neuen Sachen sollten Sie bedenken, wie die einzelnen Komponenten wieder zurĂŒck in den Kreislauf gebracht werden können. Dadurch werden die Ressourcen geschont, weil keine neuen Produkte hergestellt werden mĂŒssen.

  • Kompostieren

In der Natur werden stĂ€ndig Pflanzenreste von Organismen zersetzt. Dadurch entstehen NĂ€hrstoffe, die den Boden verbessern. Eine wichtige Grundlage, damit neue Pflanzen gut gedeihen können. Warum es der Natur also nicht nachmachen? Beim Kompostieren im Garten werden wertvolle Rohstoffe als Humus genutzt, die sonst einfach im MĂŒll landen. Das Gute: Organische AbfĂ€lle gibt es das ganze Jahr ĂŒber. Der natĂŒrliche DĂŒnger, der auf dem eigenen Komposthaufen oder im Silo entsteht, schont das Klima: Wer weniger Erde, DĂŒnger und Pflanzenschutz kauft, vermeidet die Kohlendioxidemissionen fĂŒr die Produktion und den Transport. Allerdings ist darauf zu achten, was auf den Kompost darf und was nicht.

  • Hölzer wiederverwenden

Äste und Reisig lassen sich aber noch anderweitig nutzen. Etwa fĂŒr Wallhecken oder fĂŒr einen Totholzhaufen. Der wiederum ist ein idealer Lebensraum fĂŒr so manche Tierarten. Oder wie wĂ€re es mit Möbeln aus altem Holz? Ausrangierte FĂ€sser oder Paletten eignen sich gut als Tische und StĂŒhle und Weinkisten ergeben stilvolle Regale.

  • GegenstĂ€nden eine neue Aufgabe geben

Doch auch außerhalb des Gartens finden sich viele Dinge, die Sie wiederverwenden können. Vorausgesetzt, sie bestehen aus natĂŒrlichen Ausgangsmaterialien. Aus Ziegel- oder Betondachpfannen kann man eine KrĂ€uterspirale oder einen eigenen Brunnen bauen. Alte Fenster lassen sich fĂŒr das Gartenhaus, fĂŒr den Bau eines GewĂ€chshauses oder als Abdeckung fĂŒr das Hochbeet nutzen. DrahtkleiderbĂŒgel können Sie zu einer Rankhilfe fĂŒr Pflanzen umfunktionieren.

Regenwasser nutzen

Wer die Möglichkeit hat, Regenwasser zum WĂ€ssern der Pflanzen zu nutzen, sollte das tun und das aus gleich mehreren GrĂŒnden: Zum einen mĂŒssen Sie dafĂŒr kein Trinkwasser aus der Leitung verschwenden, was die Umwelt und den Geldbeutel schont. Zum anderen ist das Regenwasser gesĂŒnder fĂŒr die Pflanzen.

Am besten sammeln Sie das Wasser in Regentonnen oder Zisternen an. So haben Sie in der Regel das ganze Jahr ĂŒber einen guten Vorrat zur BewĂ€sserung der Gartenpflanzen.

LĂ€rm verscheucht die Tiere aus dem Garten

Wer in seinem Garten den Rasen mĂ€ht, das Gartenhaus renoviert oder die Terrasse umgestaltet, kommt in der Regel nicht um den LĂ€rm der Maschinen und Werkzeuge herum. Dieser Krach allerdings wirkt sich negativ auf die Tiere aus und verscheucht sie aus dem Garten. Vor allem bei Vögeln, die sich nicht mehr zurĂŒck zum Nest trauen, kann das fatale Folgen haben, weil die KĂŒken nicht mehr versorgt werden.


Nicht immer lĂ€sst es sich umgehen, dass im Garten RasenmĂ€her, KreissĂ€ge, Bohrer und Co. zum Einsatz kommen. Aber wenn der LĂ€rm schon nicht vermeidbar ist, sollten Sie auf leise Modelle zurĂŒckgreifen und Bauprojekte möglichst schnell erledigen, damit die Tiere nicht oder zumindest nicht lange gestört werden.

Auf natĂŒrliche und nachhaltige Materialien setzen

Wann immer möglich, sollten Sie im Garten auf natĂŒrliche Baustoffe und Materialien zurĂŒckgreifen, in erster Linie Holz. Doch auch da gibt es große Unterschiede in Sachen Nachhaltigkeit: Tropenhölzer mögen zwar sehr wetterbestĂ€ndig sein, nachhaltig sind sie aber nicht. Achten Sie beim Kauf von Holz daher immer darauf, dass es sich möglichst um zertifiziertes, schnell nachwachsendes, heimisches Holz handelt. Die Auswahl ist inzwischen sehr groß.
 

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