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Mit form.bar deine Möbel selbst designen

INTERVIEW | Möbel von der Stange sind nicht dein Ding? form.bar bietet für jede*n die Möglichkeit, individuelle Möbelträume wahr werden zu lassen.

INTERVIEW | Möbel von der Stange sind nicht dein Ding? form.bar bietet für jede*n die Möglichkeit, individuelle Möbelträume wahr werden zu lassen.

18.08.2021 | Ein Interview geführt von Deborah Iber | Bild: form.bar


Beim Möbelkauf gibt es oft den Fall: Das Regal sieht wunderschön aus, macht platztechnisch aber gar keinen Sinn oder ist unpraktisch konstruiert. Diesem Problem möchten Alessandro Quaranta und Nikolas Feth mit ihrer Möbeldesign-Plattform form.bar entgegenwirken. Wie der Name verrät, sind die Möbel formbar – jede*r kann sein Möbelstück so formen, wie sie oder er es möchte, damit es an die individuellen Wohnungsgegebenheiten angepasst ist.

Wie damit jede*r zum/zur Möbel-Designer*in werden kann, welche Möglichkeiten form.bar bietet und was im Bereich Nachhaltigkeit getan wird, erfährst du von Alessandro im Interview.

 

LifeVERDE: Alessandro, erzähl uns einmal, wie form.bar entstanden ist und was der Name mit eurer Mission zu tun hat.

Alessandro: Die entscheidende Idee für form.bar kam uns tatsächlich nachts beim Bier. Und wie so oft war da ganz am Anfang zunächst einmal ein Problem. Ich sollte an der Uni einen Laden einrichten, doch der war super-eng und mit herkömmlichen Regalen gab es einfach keine sinnvolle Lösung. Mehr durch Zufall fragte ich meinen alten Schulfreund Nikolas Feth um Rat. Er ist Architekt und forschte damals an Leichtbauteilen und Bionik. Zusammen fanden wir eine bezahlbare, zugleich aber spektakuläre Lösung, für die wir mit Komplimenten überhäuft wurden. Da wurde uns schlagartig klar, welche Möglichkeiten die Digitalisierung in der Möbelbranche bietet. Und dann legten wir los, tüftelten, diskutierten, Tage, Nächte.

Nach fast zweijähriger Entwicklungszeit mit vielen Höhen und Tiefen war klar, dass wir es schaffen werden: Möbel nach persönlichen Wünschen, online designed, und – das war uns von Anfang an sehr wichtig – immer regional gefertigt und deshalb besser für die Umwelt und das Klima. Der Name form.bar drückt genau unsere Mission aus: Unsere Möbel sind formbar! Jede Kundin und jeder Kunde kann das Möbel auf form.bar durch Klicken und Ziehen intuitiv selbst gestalten, ohne Vorkenntnisse in Konstruktion oder Architektur. Das bietet den Riesenvorteil, dass man genau seinen persönlichen Geschmack umsetzen und zudem jeden Raum optimal nutzen kann. Enge Flure, hohe Decken: Unsere Möbel passen sich an. Mehr noch: Wir glauben fest daran, dass wir alle die Chance haben, die Welt nach unseren Vorstellungen zu formen, sie zu einem besseren Ort zu machen. Das versuchen wir mit form.bar.


Die form.bar Gründer Nikolas Feth und Alessandro Quaranta (Bild: form.bar).

Der Entwickler der form.bar Möbel ist das Startup Okinlab. Wer steckt dahinter und was zeichnet Okinlab aus?

Okinlab ist die GmbH hinter unserer Möbeldesign-Plattform form.bar. Niko und ich haben das „Laboratorium für Architektur & Design“ 2013 gegründet, seit 2016 sind wir mit form.bar ernsthaft online präsent und von Jahr zu Jahr erfolgreicher. Zu verdanken ist das einem sensationellen Team. Denn das Wichtigste sind die Menschen hinter der Idee. Daher sind wir stolz auf ein ebenso interdisziplinäres wie internationales Team aus Architekten, Designern, Informatikern, 3D-Spezialisten, Marketingexperten und Informationswissenschaftlern. Auf unserer spannenden Möbel-Mission begleiten uns inzwischen rund 25 tolle Menschen, zum Beispiel auch aus Mexiko und Brasilien. Dazu kommen die vielen Partner in den Schreinereien und Tischlereien vor Ort, oft sind das kleinere Familienbetriebe.

Zum form.bar-Sortiment zählen Regale, Tische, Sideboards und vieles mehr. Was sind deren Besonderheiten in Sachen Optik, Nutzung und Lebensdauer?

Das Besondere an form.bar ist die grenzenlose Individualität gepaart mit einer unverwechselbaren natürlichen Formensprache und der stets regionalen Fertigung in der Nähe der Kund*innen. Mit Produkten, die so individuell wie ein Fingerabdruck sind, wollen wir einen klaren Gegenpol setzen zur weit verbreiteten Wegwerfmentalität. Wir sind überzeugt: Zu einem Regal, Tisch oder Schrank, den man selbst entworfen hat, der aus hochwertigen, zertifizierten Hölzern besteht und der von einem erfahrenen Schreiner aus meiner Region hergestellt wurde, entwickelt man eine völlig andere emotionale Beziehung als zu einer Massenware aus dem Möbelhaus. Die nahezu unzerstörbaren Design-Unikate von form.bar sind zudem langlebiger, weil beim Aufbau in der Regel auf Schrauben und Klebstoffe verzichtet werden kann und sich Einzelteile problemlos ersetzen lassen. So wird niemals auf einen Schlag ein ganzes Möbel unbrauchbar. Auch kann ein Möbel unkompliziert wieder abgebaut werden, wenn mal ein Umzug ansteht. Langlebigkeit ist für uns der nachhaltigste Einrichtungsstil.


Einblick in die Möglichkeiten der form.bar-Möbel (Bilder: Form.bar).

Die Möglichkeit, sich Möbel über eure Webseite selbst zu „formen“, haben wir uns auch mal angeschaut: Mit dem 3D-Tool kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen, aus verschiedenen Formen und Farben wählen sowie die Maße anpassen. Wird diese Option häufig genutzt und kommen dabei auch manchmal spannende Ergebnisse raus?

Einfache Antwort: immer. Oder fast immer. Ein Tisch oder ein kleineres Regal wird auch mal „von der Stange“ gekauft. Aber ansonsten sind alle unsere Kund*innen tolle Designer*innen. Wir stehen ja für eine absolut freie Formbarkeit, das heißt, es geht nicht nur um Anpassung, nicht nur um ein rechteckiges Möbel, das fünf Zentimeter breiter und sieben Zentimeter höher wird – es geht wirklich um Gestaltung. Und was die Kundinnen und Kunden mit unserer 3D-Software anstellen, ist phänomenal. Da staunen wir selbst täglich. Genau das macht form.bar aus: Dass jeder Möbel genau nach seinen Wünschen und Bedürfnissen designen kann. Wir stellen dafür die Technik zur Verfügung.

Der Kern von form.bar ist unser vielfach preisgekrönter 3D-Konfigurator, ein hochkomplexes, aber leicht zu bedienendes Programm, mit dem jede*r auf spielerische Weise zum*r Designer*in werden kann. Ein Algorithmus sorgt dafür, dass sich die Proportionen der einzelnen Elemente harmonisch verändern und das Möbel immer gut aussieht. Dabei werden jede Änderung des Designs sowie der exakte Preis in Echtzeit angezeigt. Und kommt jemand bei der Planung einmal nicht weiter, steht natürlich unser erfahrenes Designteam zur Seite. Wir geben Tipps, beantworten Fragen und finden gemeinsam dann auch für komplizierte Lagen eigentlich immer eine Lösung.

Welche Materialien werden für die form.bar-Möbel genutzt und wie schneiden diese in Sachen Nachhaltigkeit ab?

Bei der Auswahl unserer Materialien legen wir allergrößten Wert auf Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit. Unsere hochwertigen Hölzer sind extrem langlebig und entsprechen internationalen Umweltstandards und europäischen Normen. Unser Premium-Material ist Birkenschichtholz, extrem robust, stabil und beständig. Als günstige Alternative bieten wir MDF (Medium Density Fiberboard).

Gerade läuft an einer deutschen Uni eine spannende Untersuchung zur Ökobilanz von form.bar. Die Ergebnisse sind vielversprechend, bestätigen eindeutig unsere Mission einer klimafreundlichen Möbelproduktion. Im Vergleich zu klassischen Möbeln entsteht bei form.bar deutlich weniger CO2.

Können die Materialien beim „selbst formen“ ebenfalls selbst ausgewählt werden oder verwendet ihr immer dieselben?

Das Material kann jeder genau wie die Form und die Farbe selbst bestimmen. Wir haben eine schöne Auswahl. Auf Anfrage versuchen wir natürlich auch Sonderwünsche zu erfüllen.

Wie wichtig ist euch allgemein das Thema Nachhaltigkeit und wie bezieht ihr diese in eure Unternehmensprozesse mit ein?

Nachhaltigkeit ist für uns nicht bloß ein Werbeschlagwort, sondern Teil der DNA, ein Antrieb zur Gründung von form.bar. Dank Digitalisierung versenden wir keine physischen Produkte mehr, sondern Daten. Statt Möbel aufwändig verpackt um den Globus zu schicken, nutzen wir vorhandene Kapazitäten von Schreinern in Kundennähe, um regionale Wunschmöbel zu fairen Preisen zu ermöglichen. Möbel von form.bar werden wann immer möglich persönlich und ohne Verpackung ausgeliefert und aufgrund eines ausgeklügelten Stecksystems ohne Schrauben aufgebaut. Die direkte Verbindung von Design- und Produktionsprozess macht das gesamte Herstellungsverfahren effizienter, eine automatisierte Zuschnitt-Optimierung spart Material und Energie. Der sorgsame Umgang mit Ressourcen kennzeichnet bereits das Design von form.bar: Unnötiges kann stets weggelassen werden, nicht in jedes Regalfach müssen Aktenordner oder Schallplatten passen.

Was habt ihr für die Zukunft geplant und welche Ziele wollt ihr weiterhin erreichen?

Wir wollen die führende Online-Plattform für individuelles Möbeldesign werden. Nicht nur wie bereits jetzt in Deutschland, sondern auch in Europa und weiteren Ländern der Erde. Schon heute sind wir zum Beispiel in Südafrika, Kanada und Brasilien vertreten. Weil unser nachhaltiges Geschäftsmodell praktisch unendlich skalierbar ist und wir viele Prozesse bereits für die weitere Internationalisierung optimiert haben, wollen wir die Chance nutzen, um weltweit nah an unsere Kund*innen heranzurücken und damit Transportwege zu verkürzen, die Umwelt zu schonen sowie die Wertschöpfung in den Regionen zu steigern.

 

Vielen Dank für das Interview, lieber Alessandro!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an form.bar stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare - wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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