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Flexibel Wohnen – Das funktioniert mit den wandelbaren Möbeln von FEYDOM

INTERVIEW | Besuch kündigt sich spontan an, doch du hast nicht genug Platz auf deinem Sofa? Kein Problem! Mit wandelbaren Möbeln bist du für alle Spontanbesuche vorbereitet.

 

 

INTERVIEW | Besuch kündigt sich spontan an, doch du hast nicht genug Platz auf deinem Sofa? Kein Problem! Mit wandelbaren Möbeln bist du für alle Spontanbesuche vorbereitet.

 

 

23.02.2021 | Ein Interview geführt von Jasmin Vief | Bilder: Unsplash, FEYDOM

Ein normaler Sessel ist nicht wirklich mehr als eine Sitzgelegenheit für 1 Person. Auch generell ist die Wohnzimmereinrichtung, wenn sie einmal geplant wurde, nicht wirklich veränderbar. Man könnte das Sofa an eine andere Stelle stellen, aber das war’s dann wohl. Viel zu unpraktisch und starr, das dachten sich die Gründer von FEYDOM. Unser Alltag heute ist weitaus dynamischer als früher. Zudem tendiert der Wohnraum dazu, kleiner zu werden. Kein Wunder, denn Wohnraum in Deutchland ist begehrt. Laut der Hans-Böckler Stiftung fehlen rund 2 Millionen bezahlbare Wohnungen in unseren Großstädten. 

Weniger Wohnraum = kompakteres Wohnen. Man kann sogar sagen: Das Wohnzimmer als Symbol für das Zuhause schrumpft und übernimmt inzwischen die Fuktionen eines Gästezimmers, Büroraums, Kinderspielplatzes oder sogar eines Schlafzimmers. Mit wandelbaren Möbeln wird das Wohnzimmer genau zu dem Ort, den du gerade brauchst. So entsteht aus vier einfachen Elementen ein bequemer Sessel, der sich in Sekundenschnelle in ein stabiles Einzelbett oder sogar eine Mini-Ecklounge verwandelt. Praktisch, oder?

Wie das mit dem wandelbaren Wohnzimmer konkret funktioniert und wie Nachhaltigkeit in der Möbelindustrie aussieht, erfährst du in unserem Interview mit Kasten Gärtner, geschäftsführender Gesellschafter bei FEYDOM Deutschland.

LifeVERDE: Karsten, warum braucht die Welt FEYDOM?

Karsten Gärtner: Ob die Welt nun FEYDOM braucht lassen wir mal dahingestellt. Ich bin überzeugt, dass die Welt nachhaltigere Möbel mit gutem Design zu erschwinglichen Preisen braucht. Und aus Herstellersicht sind Vorbilder gefragt, die zeigen, dass Möbel auch in Europa zu fairen Bedingungen hergestellt werden können.

Möchtest du uns FEYDOM kurz vorstellen? Wer steckt hinter dem Unternehmen und wie kam es zur Gründung?

Das Architektenpaar Filimena und Zoran Radonjanin war Anfang der 2000er Jahre beruflich in Australien und Asien unterwegs. Die vielen Ortswechsel haben Filimena auf die Idee gebracht, Möbel zu entwickeln, mit denen das Paar einfach und leicht umziehen kann. Während der Zeit in China – inzwischen war auch Tochter Luna geboren, wurde bereits erste Sofas in Kleinserie auch für Kundinnen und Kunden produziert. Dann trafen beiden die Entscheidung, dass sie Möbel auch in der Heimat Mazedonien bauen können. 2006 startete dann die Produktion in sehr kleinen Stil als Möbelwerkstatt in Skopje.

Dreizehn Jahre später, Ende 2018, war die FEYDOM FACTORY in Skopje immer noch als „experimentelle Produktionslinie“ organisiert, beschäftigt rund 100 Mitarbeiter*innen auf einer Fläche von 4.000 m2 und produzierte etwa 6.000 Sofas pro Jahr.

Wie wird Nachhaltigkeit bei FEYDOM gelebt?

FEYDOM hat in den letzten zwei Jahren 12.000 Bäume gepflanzt. Seit 2018 wächst in unserem „eigenem Wald“ für jedes in unserer Fabrik produzierte Sofa ein Baum. Wir bereiten gerade eine weitere Plantage vor. Auch für die nächsten Sofas werden wir neue Bäume pflanzen. Paulownia tomentos, der Blauglockenbaum ist schnellwachsend, passt ökologisch zu Europa und liefert und ideales Holz für den Möbelbau.

Anfang 2020 haben wir unser neues Solarkraftwerk in Betrieb genommen. Hier wird die gesamte Energie produziert, die für die FEYDOM-Fabrik benötigt wird. Wir produzieren aus den Stoffverschnitten Möbel, wie unseren PAKS. Ein Hocker, der aus Patchwork-Stoffresten auch Hunden und Katzen als Zuhause dient. Schaumstoffreste aus der Produktion werden in einer speziellen Anlage zu Füllmaterial für unsere Kissen verarbeitet.

Für erste Sofas wie das FEYDOM CLOOODS verzichten wir weitgehend auf Plastik als Verpackungsmaterial und schicken die Sofa-Elemente dafür uns Pappkartons zu Kundinnen und Kunden. Wir arbeiten auch an wiederverwendbaren Verpackungen. Ähnlich wie Taschen aus Lkw-Planen. Da stecken wir aber noch in der Versuchs- und Erprobungsphase. Es wird noch etwas dauern.

Woher bezieht ihr eure Stoffe und sind diese schadstoffgeprüft?

Mittlerweile kaufen wir fast ausschließlich Möbelstoffe aus europäischer Produktion. Ökotex und REACH sind für uns wichtige Auswahlkriterien. Die Verbraucher*innen fragen auch nach Stoffen aus 100% Baumwolle. Wer sich mit der Produktion von Baumwolle beschäftigt, der kennt die Problematik dahinter. Mit COTONE haben wir jetzt den ersten Baumwollstoff im Programm.

Persönlich schlägt mein Herz für Möbelstoffe aus recyceltem Kunststoff. Hier liegen viele Chancen und ich hoffe, dass wir bald erste Sofa mit diesem Material anbieten können.

Wie hebt euch von der Konkurrenz in der Möbelindustrie ab?

Das beginnt für mich mit den „Rohstoffen“, also Holz aus nachhaltigem Anbau und einer Produktion, die auf Schadstoffe verzichtet und tierische Produkte vermeidet. Sowohl beim Bau der Möbel, als auch bei den Bezugsmaterial. Ledersofas kannst du bei FEYDOM nicht für Geld und gute Worte kaufen.

Wir begreifen uns als Kollektiv. Die Näherin, der Polsterer, die Designer - alle gehören zur FEYDOM-Family, essen in der gleichen Kantine, arbeiten und feiern zusammen – du bist übrigens herzlich eingeladen uns in Skopje zu besuchen. Nordmazedonien ist ein tolles Urlaubsland. Komm doch einfach vorbei und schau dir die Produktion an.

Was machen wir noch anders? Wir sind nicht im klassischen Möbelhaus vertreten, sondern setzen auf wenige Partner und unseren eigenen Direktvertrieb. Als anderen noch sagten, dass sich Sofas nur schwer über das Internet verkaufen lassen, haben wir einfach damit angefangen.

Du bist geschäftsführender Gesellschafter bei FEYDOM Deutschland. In welchen Ländern kann man noch FEYDOM Möbel kaufen und sind weiter Expansionen geplant?

FEYDOM Möbel sind auf dem Balkan bereits sehr bekannt. Dazu gehört auch Griechenland. Dann sind wir in Österreich, Italien und der Schweiz vertreten. FEYDOM ist in Belgien, Luxemburg und den Niederlanden vertreten. Aus Deutschland liefern wir auch in die baltischen Länder. Unsere Präsenz in Westeuropa wollen wir stark ausbauen. Bei FEYDOM können die Kundinnen und Kunden nach ihren Wünschen ihr Sofa selbst zusammenstellen.

Die Kombinationsmöglichkeiten scheinen unendlich, gibt es hier die Möglichkeit einer Beratung?

Das stimmt. Die Möglichkeiten sind fast unendlich. Jedes Teil kann in einem anderen Stoff und anderer Farbe geliefert werden… auch wenn das nur wenige Kundinnen und Kunden tatsächlich machen.

Wir haben schon länger kostenlose Apps für iOS und Android. Damit kannst du dir dein Sofa zuhause entwerfen und sogar dank AR, augmented reality, auf dem Bildschirm ansehen, wie es in deinem Zimmer aussieht.  Auch im Onlineshop gibt es einen 3D-Konfigurator und natürlich sind wir telefonisch, via Chat oder Mail erreichbar. In unseren Showrooms lassen sich Sofas probesitzen und anfassen. Was ich persönlich viel spannender finde, sind kostenlose Stoffmuster und jetzt neu unsere Test-Sofa für Zuhause. Da wir auf modulare Sofas setzen können wir oftmals ein einzelnes Element zum Testen liefern. Oft bleiben diese Module heute schon bei Kundinnen und Kunden. Die Sofabezüge sind ja komplett abnehmbar und sie/er braucht nur den Wunschbezug drauf ziehen. Den schicken wir mit den restlichen Sofa-Elementen. Alle sind dann zufrieden. Bezüge kannst du auch einzeln oder als Set nachkaufen. Auch so ein Aspekt von Nachhaltigkeit.

Was sind eure Ziele für dieses Jahr?

In Skopje nehmen wir eine Erweiterung der Fabrik in Betrieb. Wir haben ein paar neue Sofa-Modelle in Vorbereitung. Hoffentlich gewinnen wir wieder einen Design-Preis. Wir wollen mit mehr Ausstellungsräume kurze Wege für Kundinnen und Kunden zum Ausprobieren bieten. Süddeutschland hat eine hohe Prio auf unserer Liste und Sachsen und Thüringen. Für mich steht an erster Stelle „Kundenzufriedenheit“. Die tollen Bewertungen bei Google möchte ich erhalten. Selbst ärgere ich mich ja auch, wenn nach dem Kauf von irgendwas, sich Verkäufer*innen nicht mehr zuständig fühlen. Beim Möbelversand kann immer mal etwas schiefgehen. Das darf nicht zu Lasten derKundinnen und Kunden gehen. Hört sich abgedroschen an, aber 100% Kundenzufriedenheit ist unser Erfolgsrezept.

Noch eine letzte, abschließende Frage: Auf welchem Möbelstück entspannst du am liebsten?

Aktuell liebe ich das neue MATACAO CITY – Elegant aber auch toll zum „flezen“ - wie wir im Norden sagen.

 

Vielen Dank für das Interview, Karsten!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an FEYDOM stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare - wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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