Veganes Leder Alternativen, die man vielleicht noch nicht kennt
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Veganes Leder - Alternativen, die man vielleicht noch nicht kennt

Veganes Leder erobert weltweit die Modeindustrie. Wir zeigen dir die spannendsten Leder-Alternativen.

 

Veganes Leder
Designelement

Veganes Leder erobert weltweit die Modeindustrie. Wir zeigen dir die spannendsten Leder-Alternativen.

 

17.06.2019 I Ein Beitrag von Annalena Bruse-Smith I Bild: pixabay

Unser Konsumverhalten verändert sich, immer öfter hinterfragen wir Herstellungsprozesse und auch wie ethisch ein Produkt ist. Wurden Menschen bei der Produktion ausgebeutet oder mussten Tiere dafür leiden oder sogar sterben? Besonders ins Licht der Medien ist hier, neben Debatten über Wolle und Fell, die Diskussion über eines der meistverwendeten Materialien in der Fashionindustrie gerückt - Leder. Schon lange wird Leder durch Plastik ersetzt, aber auch damit soll jetzt Schluss sein. Seit kurzem findet man immer mehr innovative Alternativen für Leder, die aus den verschiedensten Materialien hergestellt werden. Wichtig ist dabei, dass die Materialien sowohl umweltschonend, als auch “cruelty free” hergestellt werden, also kein Tier für das Produkt leiden muss. Wir schauen uns drei der spannendsten Leder-Alternativen an, von denen du bestimmt noch nicht gehört hast.

Pilz-Leder

Ja, du hast richtig gelesen, Pilz-Leder. Das in 2017 gegründete deutsche Fashionlabel ZVNDER hat dieses Konzept zu seinem Eigen gemacht. Alles begann damit, dass die Gründerin Nina Fabert ihre Masterarbeit über die traditionelle Verarbeitung von Zunderschwamm im Bezug auf Materialkonzepte schrieb. Hieraus entwickelte sich die Idee das Leder aus den Zunderschwamm-Pilzen zu einem Fashionkonzept zu machen.

Die Zunderschwamm-Pilze wachsen vor allem in Rumänien.  Seit 1850 wird hier das Handwerk der Zunderschwammverarbeitung praktiziert und so ehrt ZVNDER die Fachkenntnisse der dort praktizierenden Familienbetriebe und lässt das Pilz-Leder noch vor Ort produzieren. Der Zunderschwamm-Pilz wächst an Bäumen und wird mit keinerlei Chemikalien gedüngt, um ein zu 100% natürliches Endprodukt anbieten zu können und die Umgebung, aus der die Pilze geerntet werden zu schützen.

Das in Rumänien gefertigte Leder wird dann nach Deutschland, genauer gesagt, nach Berlin gebracht. Dort wird es weiterverarbeitet, indem z.B. eine Beschichtung auf dem Leder aufgetragen wird, damit es vor Wind und Wetter geschützt ist. Aus dem Leder werden vor allem Fashion-Accessoires, wie Portemonnaies oder Uhren hergestellt, die ihr auf der Website ersteigern könnt.

Ananas-Leder

Jetzt wird es etwas exotischer, denn wir schauen uns die Alternative Ananas-Leder genauer an. Das Londoner Unternehmen Piñatex hat die gleichnamige Leder-Alternative, ein natürliches, aus Ananasblättern hergestelltes Leder entwickelt. Die Ananasblätter stammen von den Philippinen, wo Piñatex auf enge Zusammenarbeit mit den Ananasplantagen setzt, um ihre Gemeinschaften zu unterstützen. Die Blätter sind ein Nebenprodukt der Landwirtschaft und werden dankbar abgenommen. Im nächsten Schritt werden die Fasern der Blätter extrahiert und zu einem Gewebe weiterverarbeitet. Das Gewebe wird dann nach Spanien geschickt, wo aus dem Gewebe die Leder-Alternative Piñatex hergestellt wird. Von dort aus wird es dann weltweit versandt.

Piñatex arbeitet mit Designern und Fashion Labels weltweit zusammen, stellt also nur die Leder-Alternative zu Verfügung. Alle Marken, mit denen sie bereits kooperieren findest du hier.

Kork-Leder

Auch aus Kork, der normalerweise in unserer Weinflasche steckt, werden mittlerweile Leder-Alternativen hergestellt. Das deutsche Unternehmen KORKundKULÖR arbeitet mit dem formbeständigen und elastischen Naturmaterial, welches durch seine individuellen Muster jedes Produkt zum Unikat macht.

Der Kork stammt aus Portugal, wo er von der Korkeiche nachhaltig geerntet wird. Die Korkrinde wächst immer wieder neu nach. Der sogenannte Korkstoff wird dann wie herkömmliches Leder zu Kleidung oder Accessoires verarbeitet und hat somit wohl den einfachsten Herstellungsprozess. KORKundKULÖR bietet den Korkstoff sowohl in seiner natürlichen Form, als auch gefärbt oder gemustert an. Auf ihrer Website kann man die verschiedenen Korkstoffe, aber auch Taschen und Rucksäcke, Schulterriemen, Taschengriffe, Laptophüllen und Tischsets bestellen. Taschen und Rucksäcke gibt es ab einem Preis von 75 Euro, Laptophüllen schon ab 48 Euro.

Unser Fazit

Umweltschonende und vegane Leder-Alternativen sind unserer Meinung nach die Zukunft. Diese Unternehmen haben alle drei gezeigt, dass es ihnen nicht nur um das Produkt selbst geht, sondern auch um all diejenigen, die an der Produktion des Leders beteiligt sind. Momentan sind diese Alternativen noch recht teuer, da ,wie am Beispiel von Piñatex auffällt, hauptsächlich kleinere innovative Label an der Verarbeitung interessiert sind. Auch, wenn wir diese Alternativen gerne vermehrt in den Läden sehen würden, sind diese in ihrer Produktion einfach noch zu aufwendig und könnten unter erhöhter Nachfrage an Nachhaltigkeit verlieren - dennoch in diesem Rahmen tolle Alternativen nach denen man Ausschau halten sollte.



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