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Nachhaltiger Sonnenschutz – mehr als nur ein Baum, der Schatten spendet

Es ist herrlich, im Sommer unter einem Sonnenschirm zu sitzen und das Leben zu genießen. Aber hast du dir schonmal Gedanken über die Nachhaltigkeit eines Sonnenschutzes gemacht?

Es ist herrlich, im Sommer unter einem Sonnenschirm zu sitzen und das Leben zu genießen. Aber hast du dir schonmal Gedanken über die Nachhaltigkeit eines Sonnenschutzes gemacht?

20.04.2022 | Ein Beitrag von Johanna Metz | Bild: Pexels

Wenn es im Frühling endlich wieder wärmer wird und die Sonne scheint, genießen wir sicher alle die Zeit in der Sonne. Doch bald schon scheint sie immer stärker und wir suchen nach schattigen Plätzen, um die Zeit ohne Hitzschlag und Sonnenbrand genießen zu können. 

Neben großen Bäumen, die natürlich sehr lange brauchen, um groß genug zu werden, um dann Schatten zu spenden, bieten sich Markisen, Sonnensegel, Sonnenschirme, Pergolas oder Pavillions an. Doch hier gibt es – wie so oft – verschiedene Umsetzungen in Bezug auf die Nachhaltigkeit. 

 

Wodurch zeichnet sich ein nachhaltiger Sonnenschutz aus?

Nicht nachhaltig sind vor allem Produkte, die schnell kaputtgehen und somit viel Müll verursachen. Kaufst du ein qualitativ hochwertigeres Produkt, wird sich die Investition sicher auch für dich lohnen, da du lange etwas davon hast. Achte aber auch darauf, dass Ersatzteile verfügbar sind und bleiben, sodass du nicht beim ersten defekten Teil einen komplett neuen Sonnenschutz kaufen musst.

Auch der Produktionsort spielt bei dem Thema Nachhaltigkeit immer eine große Rolle. Du solltest darauf achten, nach Möglichkeit Produkte zu kaufen, die in Deutschland oder zumindest möglichst nah produziert werden, sodass der Transportweg nicht so lang ist und somit weniger CO2 ausgestoßen wird.

Die Produktion selbst kann zudem durch Giftstoffe, die beim Färben von Stoffen in Luft oder Wasser gelangen können, weniger nachhaltig sein. Stoffe für Sonnenschutzvorrichtungen bestehen meist aus synthetischen Fasern, da diese robust und leicht zu reinigen sind. In vielen Fällen gibt es für diese – und auch für andere Fasern – ein separates Färbebad, wobei giftige Stoffe freigesetzt werden können. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Stoffe während dem Spinnen zu färben, bei dem  keinerlei Schadstoffe in Luft oder Wasser gelangen. Diese Stoffe bezeichnet man als spinndüsengefärbt. Neben dem Vorteil für die Umwelt ist auch positiv zu erwähnen, dass die Farbe bei dieser Art des Färbens widerstandsfähiger ist, sodass sie länger erhalten bleibt. Auch das OEKO-TEX Label zeichnet eine Produktion ohne gesundheitsgefährdende Farbstoffe und Chemikalien aus.

Die verwendeten Materialien selbst sind für die Nachhaltigkeit eines Produkts ebenfalls von zentraler Bedeutung. Die Stoffe wie auch die Gestelle von Sonnenschutzen  sollten aus nachwachsenden oder klimaschonenden Rohstoffen oder auch aus recycelten oder zumindest recyclebaren Materialien bestehen. 

Vor allem bei Sonnenschirmen kannst du darauf achten, dass der Mast und die Tragarme nicht aus Plastik, sondern aus nachwachsendem Holz oder aber aus robustem Metall bestehen. Auch bei Pavillions kann ein großer Teil des Gerüsts aus Holz gefertigt werden. Um diese Materialien zu erkennen, gibt es verschiedene Siegel, bei dessen Verwendung du dir einer gewissenhaften Prüfung der Materialien sicher sein kannst. So zeigt beispielsweise das FSC-Siegel eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung von Wäldern an.

Pergola mit Weinranken
Bei Produkten aus Holz kann das FSC-Siegel eine nachhaltige und umweltbewusste Bewirtschaftung von Wäldern anzeigen (Bild: Milada Vigerova, Pexels). 

Einige der Produkte – insbesondere Markisen und Sonnensegel – können mit Strom betrieben werden, was die Handhabung sehr bequem macht. Wenn du aber die Möglichkeit hast, diese Aufgaben (wie zum Beispiel das Aufrollen eines Sonnensegels) selbst zu übernehmen, solltest du eher ein Produkt wählen, das keinen Strom braucht, da auch Strom und Batterien oft nicht sehr nachhaltig sind. Ist dir der Stromanschluss jedoch wichtig, gibt es auch Produkte, die mit Solarstrom betrieben werden können. Hierfür brauchst du keine Solaranlage auf dem Dach zu haben, sondern die Produkte generieren den Strom, den sie benötigen, selbst.
 

Welche innovativen Technologien können bei nachhaltigem Sonnenschutz zum Einsatz kommen?

Ein besonders nachhaltiger Sonnenschutz für deine Terrasse wäre eine Markise, die Solarstrom für deinen Haushalt generiert. Hier befinden sich auf der ausfahrbaren Markise Solarpanels, die das auf sie strahlende Sonnenlicht in Strom umwandeln. Sicher erzeugt sie nicht so viel Strom wie ein ganzes Dach voll mit Solarpanelen, aber auch wenn du nur einen kleinen Teil deiner Geräte mit erneuerbarer Energie betreibst, kommt das der Umwelt zugute.

Weiterhin gibt es die Option, mit dem Stoff des Sonnenschutzes CO2 zu eliminieren. Dies geschieht durch einen chemischen Prozess, der als Photokatalyse bezeichnet wird. Bei einer durch Lichteinwirkung ausgelösten Reaktion werden hier Schadstoffe wie Stickoxide und Schwefeloxide, genauso wie organische Stoffe zersetzt und Gerüche werden neutralisiert. Zu dem Oberbegriff der Photokatalyse zählt beispielsweise auch die bekanntere Photosynthese, bei der Pflanzen durch Licht, Wasser und Kohlendioxid zu Glucose und Sauerstoff verarbeiten. Die mit Titandioxid-Nanopartikeln beschichteten Gewebe für Sonnenschutze können somit der Umwelt etwas Gutes tun, sind aber auch pflegeleichter, was sicher alle gerne hören. 

Andere Stoffe werden aus Plastik, das im Meer und am Strand gefunden wird oder aus anderem Plastikmüll recycelt und tragen somit zur Beseitigung von ebendiesem und ersteres auch zur Säuberung der Meere bei.

Eine weitere nachhaltige Idee, die vor allem für Städte gedacht ist, basiert auf dem Prinzip einer Pergola. Um die Städte abzukühlen und die Luftqualität zu verbessern, sollen große bepflanzte Netze gespannt werdenund Schatten spenden. Durch die Photosynthese der Pflanzen sollen auch die CO2 Emissionen reduziert werden.


Nachhaltiger Sonnenschutz für Innenräume

Auch im Haus wird es im Sommer oft ungemütlich warm. Hast du jedoch den richtigen Sonnenschutz für deine Fenster, brauchst du keine Klimaanlage, die Strom und Geld kostet. Um die Hitze draußen zu halten, eignet sich am besten ein außen liegender Hitzeschutz wie Rollläden oder Raffstores. Hier gibt es sogar Modelle, die durch Sensoren zur richtigen Zeit die Sonne vom Eindringen in das Haus abhalten. Ein innen liegender Sonnenschutz – wie zum Beispiel Vorhänge, Jalousien oder Rollos – ist meist weniger effektiv, lässt dafür aber oft mehr Licht herein. Bei einem innen liegenden Sonnenschutz eignen sich besonders gut weiße, reflektierende Oberflächen, um die Hitze fernzuhalten. Um dein Zuhause schön kühl zu halten, solltest du lüften, wenn die Temperaturen draußen noch niedriger sind als im Haus oder in der Wohnung.

Jalousie
Bei einem innen liegenden Sonnenschutz sind helle, reflektierende Oberflächen gut geeignet (Bild: Raisha Nastiti, Unsplash).


Wieviel kostet ein nachhaltiger Sonnenschutz?

Mit welchen Kosten du bei der Anschaffung eines nachhaltigen Sonnenschutzes rechnen musst, hängt stark davon ab, für welche Art Sonnenschutz du dich entscheidest und ob du neu oder gebraucht kaufst. Außerdem werden die Produkte in vielen verschiedenen Größen und Ausführungen – teils sogar maßangefertigt – angeboten. Bei nachhaltig produzierten Sonnenschirmen und -segeln hält sich der Preis im zwei- bis dreistelligen Bereich, bei Markisen, die durch Solarenergie betrieben werden, im vierstelligen Bereich. Markisen, deren Gewebe CO2 eliminiert, kosten bei einer Fläche von sechzehn Quadratmetern etwa 600 Euro.
 

Fazit: Es gibt vieles, worauf du bei einem nachhaltigen Sonnenschutz achten kannst

Wenn du dir einen neuen Sonnenschutz zulegen und dabei auch das Thema Nachhaltigkeit miteinbeziehen möchtest, kannst du erstmal die Qualität, den Produktionsort, die Produktion selbst und die verwendeten Materialien betrachten. Außerdem kannst du nach Möglichkeit auf elektrische Geräte verzichten. Wenn du ein besonders nachhaltiges Produkt haben möchtest, gibt es ebenfalls verschiedene neue Entwicklungen wie eine Solarstrom generierende Markise oder CO2 eliminierende Gewebe. Auch um das Haus im Sommer kühl zu halten, brauchst du keine Klimaanlage, sondern nur den richtigen Sonnenschutz am Haus und den richtigen Zeitpunkt zum Lüften.

 

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