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Gärtnern ohne Garten – Wie du Balkon und Terrasse nachhaltig gestalten kannst

Auch ohne Garten musst du nicht auf Grün verzichten - Balkon und Terrasse können ebenso genutzt werden. Wir haben 6 Tipps für ein nachhaltiges "Urban Gardening".

Balkon und Terrasse nachhaltig gestalten
Designelement

Auch ohne Garten musst du nicht auf Grün verzichten - Balkon und Terrasse können ebenso genutzt werden. Wir haben 6 Tipps für ein nachhaltiges "Urban Gardening".

24.04.2020 - Ein Beitrag von Deborah Iber


Es gibt doch nichts Schöneres, als auch zu Hause von den bunten Farben und frischen Düften der Natur umgeben zu sein. Und am besten noch über eigene Kräuter, Gemüse und Obst zu verfügen, das regional und nachhaltig zu Hause angebaut wird.

Das wünschst auch du dir, hast aber keinen Garten? Dafür aber einen Balkon oder eine Terrasse? Perfekt – denn darauf kannst du auch problemlos ohne Garten eine blühende und nährstoffreiche Grünfläche zaubern und Urban Gardening betreiben. Außer einer Anbaufläche benötigst du nur etwas Zeit und Kreativität. In diesem Beitrag geben wir dir sechs Tipps zur grünen und nachhaltigen Gestaltung deines Balkons oder deiner Terrasse. Wir verraten dir, welche Pflanzen und Gefäße sich eignen und worauf du beim Balkongärtnern achten musst.
 

Was es beim Bepflanzen von Balkon und Terrasse zu beachten gibt

Natürlich kann aus einem Balkon oder einer Terrasse kein riesiges Ernte- und Blumenfeld entstehen, aber auch der kleinste Balkon bietet Platz und Möglichkeiten für mehr Grün und eigene Zutaten direkt beim Haus. Wichtig ist, die Fläche intelligent zu nutzen, auf den richtigen Untergrund zu achten und passende Pflanzgefäße auszuwählen. Außerdem muss die Ausrichtung des Balkons oder der Terrasse berücksichtigt werden: Liegt die Fläche hauptsächlich im Schatten, eignen sich hier andere Pflanzen besser als bei sonnenanbetenden Balkonen. In Gärtnereien gibt es beispielsweise auch speziell auf Balkone ausgerichtete Pflanzensorten.
 

Tipp 1: Den Platz richtig nutzen und die passenden Gefäße verwenden

Wieviel du auf deinem Balkon oder deiner Terrasse anbauen kannst, hängt natürlich davon ab, wieviel Platz du zur Verfügung hast.  Generell sind große Gefäße für Pflanzen besser geeignet – darin bleiben Nährstoffe länger enthalten und die Pflanzen haben ihren nötigen Raum. Wenn deine Anbaufläche viel hergibt, kannst du zum Beispiel ein großflächiges Hochbeet anlegen. Dafür eignet sich ein Holzkasten, den du mit verschiedenen Gemüse- oder Blumensorten bepflanzen kannst. Dabei musst du beachten, ob die Pflanzensorten sich „vertragen“ und unter denselben Umständen gleichgut gedeihen können – mit Kohl, Zucchini, Salat, Tomaten und Spinat kannst du zum Beispiel dein Hochbeet bepflanzen, denn sie passen gut zusammen. Tipp: Es gibt auch Hochbeete auf Füßen. Diese sind um einiges leichter und bieten darunter noch Platz für andere Dinge wie Gießkannen oder Pflanzen, die nicht so viel Sonnenlicht vertragen.

Nachhaltige Hochbeete aus Edelstahl gibt es zum Beispiel bei Prima Terra. Die Oberfläche des Edelrosts wird aus Speiseessig und Salz natürlich hergestellt und kann somit unbedenklich in Kontakt mit Lebensmitteln gelangen. Im Online-Shop Gartenallerei findest du ebenfalls umweltfreundliche Hochbeete, beispielsweise aus regionalem Holz oder auch welche, die speziell für Rollstuhlfahrer entwickelt wurde. Außerdem gibt´s noch viele weitere Produkte zum Gärtnern, bei denen aus Nachhaltigkeit und Regionalität geachtet wird.

Aber auch in kleineren Töpfen und Balkonkisten lassen sich leckerer Kräuter, Beeren und duftende Blümchen heranziehen. Für Kräuter kannst du zum Beispiel kleine Töpfe oder alte Eimer und Dosen nutzen, die du dekorativ auf einem selbstgezimmerten Holzregal, einer Treppe oder an einem Wandgitter verteilen kannst. Beeren kannst du in kleinen Balkonkisten oder Töpfen anpflanzen. Nachhaltige und wunderschöne Alternativen zu Balkonkisten sind Kisten aus Holz. Diese kannst du auch aus alten Brettern selbst zusammenbauen. Wichtig bei aller Art von Topf oder Gefäß ist, dass ein Abflussloch vorhanden ist.
 

Tipp 2: Der richtige Untergrund

Wichtigste Grundlage für das Wachstum der Pflanzen ist das passende Substrat, in dem sich die Wurzeln entfalten können. Dies sollte luftig, wasserspeichernd und gleichzeitig wasserableitend sein. Die Erde kannst du dir entweder selbst mischen – aus Gartenboden zusammen mit Kompost – oder kaufen. Beim Kauf der Erde solltest du auf ökologische Materialien achten und idealerweise torffreie oder –reduzierte Erde wählen. Als Wasserspeicher ist Torf in der Erde ideal und sorgt für eine luftige Konsistenz – allerdings bringt der Torfabbau negative Auswirkungen mit sich. Um an den Torf zu gelangen, müssen Moore entwässert und abgegraben werden – Ökosysteme werden zerstört. Außerdem setzen sich große Mengen an im Moor gebundenen CO2 frei.

Floragard stellt zum Beispiel torfreduzierte und torffreie Bio-Erden her. Der verwendete Torf wird regional aus streng geprüften Abbauflächen gewonnen und nach dem Abbau setzt sich Floragard für die Renaturierung der Flächen ein. Die Bio-Erden gibt es in verschiedenen Sorten, angepasst an die unterschiedlichen Bedürfnisse der Pflanzen.

Eine weitere torffreie und ökologische Alternative für Pflanzerde und Bodenverbesserungsmittel, die für alle Böden geeignet und vielseitig einsetzbar sind, gibt es von Texas Biogold. Auch Naturdünger werden dort angeboten.

Auch Dein Stück Erde steht für natürliche Bodenverbesserer und Pflanzsubstrate, die frei von Torf sind. Die Pflanzerden basieren auf Pflanzenkohle, der als sehr langlebiger Humus gilt und alle Materialien stammen aus der Region.
 

Tipp 3: Eigene Kräuter, Gemüse, Obst und Blumen

Kräuter eignen sich für jeden Balkon oder Terrasse – sie können auch in kleineren Gefäßen angepflanzt werden, verströmen leckere Düfte und verleihen deinem Urban Garden bunte Akzente. Manche Kräuter lieben die Sonne, andere leben lieber auf der Schattenseite. Wenn dein Anbauplatz auf der Südseite liegt und stets mit Sonnenlicht beflutet wird, eignen sich wärmeliebende Kräuter wie Rosmarin, Lavendel, Salbei, Oregano, Thymian und Basilikum. Im Schatten fühlen sich Minze, Petersilie, Zitronenmelisse, Bärlauch und Schnittlauch wohler.

Gemüse kann auch auf der Terrasse oder dem Balkon wachsen. Besonders gut eignen sich Radieschen, Kresse, Rucola und Pflücksalate, die sich alle auch in kleineren Balkonkisten wohlfühlen. Etwas mehr Platz benötigen Gurken, Tomaten und Paprika. Tomaten sollten an einem warmen und regengeschützten Ort angepflanzt werden, Paprika bevorzugen einen warmen Platz an der Hauswand.

Obst darf auf einem reich bepflanzten Balkon auch nicht fehlen. Dafür gibt es auch spezielle Beerensträucher, die kompakter Wachsen und nicht so viel Platz benötigen wie die Gartenbeeren. Trotzdem sollte das Gefäß nicht zu klein sein. Himbeeren und Brombeeren zum Beispiel benötigen ein eher schattiges Plätzchen. Balkon-Erdbeeren fühlen sich in der Sonne wohler und benötigen viel Feuchtigkeit. Um Platz zu sparen, kannst du die Beeren auch in Pflanzengestellen anordnen, die aus verschiedenen Etagen bestehen.

Blumen vervollständigen dein kleines Pflanzenreich mit bunten Farben. Du kannst die Blumen in Töpfen oder Blumenkästen anpflanzen und passende Farbakzente setzen. Margeriten (weiß oder pink), Oleander (Rot- und Rosatöne), Geranien (weiß, rosa oder rot) und Dahlien (weiß, rot, orange, gelb, rosa oder mehrfarbig) mögen die Sonne. Fuchsien (lila, rot, blau oder weiß), Clematis (lila, rot oder rosa), Glockenblumen (weiß oder lila) gehören eher in den Schatten.
 

Tipp 4: Überdachung der Terrasse und Sichtschutz

Wenn dein Balkon oder deine Terrasse stetig in der Sonne liegt und du und deine Pflanzen sich nach Schatten sehnen, gibt es natürlich auch Möglichkeiten zur Überdachung. Handwerklich begabte können zum Beispiel ein Terrassendach selbst bauen. Eine einfachere Art der Überschattung bieten Sonnensegel oder –schirme. Sonnensegel können mit UV-undurchlässigen Stoff auch selbst genäht werden. Auf der Terrasse kannst du dich aber auch mit einem natürlichen Dach aus Blättern vor der Sonne schützen, zum Beispiel mit Kletterpflanzen. Dafür eignen sich Efeu, Blauregen oder Trompetenblumen. Für den Sichtschutz eignen sich ebenfalls auch Kräuterregale.

Tipp 5: Regenwasser sammeln

Deine Pflanzen brauchen natürlich auch regelmäßig Wasser – manche mehr, manche weniger. Wenn du deine Pflanzen auf nachhaltige Weise versorgen möchtest, solltest dazu Regenwasser nutzen. Das kannst du einfach in großen Fässern, Tonnen oder anderen Gefäßen auffangen und zur täglichen Balkon- und Terrassenbewässerung nutzen. Es kommt natürlich darauf an, ob der Standort der Terrasse oder des Balkons dies ermöglicht.
 

Tipp 6: Natürlich Düngen

Neben Wasser benötigen deine Balkon- und Terrassenpflanzen auch genügend Nährstoffe. Diese kannst du ihnen auf nachhaltige Weise aus natürlichem Düngemittel bieten. Regelmäßiges Düngen geht zum Beispiel mit Kaffeeresten. Diese musst du gut einarbeiten, damit die Erde nicht anfängt zu schimmeln. Noch nährstoffreicher und ökologischer wird´s mit eigenem Kompost. Diesen kannst du aus deinen Bioabfällen gewinnen – der muss nicht im Restmüll landen! Eine passende Kompostier-Vorrichtung ist die Wurmkiste des gleichnamigen Unternehmens. In der Holzkiste befinden sich Würmer, die deine Essensabfälle in wertvollen Dünger verwandeln. Super ist auch, dass die Kiste nicht wie ein Abfalleimer aussieht, sondern wie ein Holzhocker, den du sogar innen im Haus stehen lassen kannst.
 

Urban Gardening ist nicht schwer

Wir fassen nochmal zusammen: Für einen nachhaltigen urbanen Garten auf Balkon oder Terrasse brauchst du geeignete Gefäße, zum Beispiel Holzkisten oder Tontöpfe, die genügend Platz für die jeweiligen Pflanzen bieten. Der passende Untergrund sollte ökologisch sein und als Düngemittel gibt es tolle natürliche Alternativen. Sonne und Schatten spielen bei der Auswahl der Kräuter, Blumen sowie Gemüse- und Obstsorten eine wichtige Rolle. Zur Bewässerung kann auch Regenwasser genutzt werden, sofern die Möglichkeit des „Sammelns“ besteht. Mit kleinen Tricks und kreativen Ideen kann auch der kleinste Platz ausgenutzt werden, um einen eigenen, kleinen Garten am Haus zu errichten. 

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