Grüne Wirtschaft

Pfiffige Möbelstücke, die Ästhetik und Ökologie vereinen

INTERVIEW I Aus einer anfänglich leichten Idee werden nachhaltige Möbel. Im Interview mit Christof Mayer findest du heraus, wie labilstabil Ökologie, pfiffige Konstruktion und Ästhetik in einem Möbelstück vereint.

INTERVIEW I Aus einer anfänglich leichten Idee werden nachhaltige Möbel. Im Interview mit Christof Mayer findest du heraus, wie labilstabil Ökologie, pfiffige Konstruktion und Ästhetik in einem Möbelstück vereint.

06.05.2021 I Ein Interview geführt von Dorothea Meyer I Bilder: labilstabil

Nachhaltige Möbelstücke sind oft dadurch gekennzeichnet, dass sie aus schwerem Massivholz bestehen. Das kleine Unternehmen labilstabil hingegen bringt etwas Abwechslung in die nachhaltige Möbelbranche. Denn hier entstehen aus experimentellen und spielerischen Ideen funktionelle und nachhaltige Möbel für ein ansehnliches It-Piece im Eigenheim, welches bei Bedarf auch individuell bei labilstabil angefertigt wird.

Warum die nachhaltigen Möbelstücke so individuell sind, welche ökologischen Merkmale sie mit sich bringen und was es mit r1, k2 oder t3 auf sich hat, erfährst du unter anderem im Interview mit Gründer Christof Mayer.  

LifeVERDE: Christof, wie entstand aus deiner Leidenschaft für Werkzeuge und Werkstätte labilstabil und wofür steht das Unternehmen?

Christof: Technik und der Umgang damit haben mich seit meiner Kindheit fasziniert. Schon immer habe ich gern Dinge repariert oder neues für andere gebaut. Ich war in meiner Umgebung eigentlich immer derjenige, dem man kaputte Sachen bringen konnte oder der sich für irgendein Problem eine Lösung ausgedacht hatte. Eigenständigkeit war mir immer sehr wichtig: nach einigen Semestern Theologie musste ich zurück zur Technik und Gestaltung. Eigenschaften von Materialien und Formen lösen bei mir starke Gefühle aus und so hat sich labilstabil entwickelt: das Spiel mit Elastizität, Biegsamkeit, Festigkeit, intelligenter Konstruktion und die Vereinigung all dieser und weiterer Aspekte zu einem funktionalen, schönen und haltbaren Produkt.

Die Absicht ist, dass die Benutzer-in das spürt.

Was zeichnet die Möbelstücke von labilstabil aus und wie lässt du die sich verändernden gesellschaftlichen Verhältnisse dahingehend in deine Arbeit mit einfließen?

Als ich vor jetzt über 25 Jahren mit labilstabil anfing, hatte ich das Gefühl, eine übersättigte bürgerliche Gesellschaft bräuchte eigentlich keine schweren Eichenmöbel sondern eher eine kleine Verunsicherung, ein Infrage-stellen des Lebensstils. Gleichzeitig gefielen mir möglichst dünne, an die Grenze des Möglichen gehende Bauteile. so entstand die kleine Provokation: der Stuhl sagt: hast du den Mut, dich draufzusetzen, mal sehen ob's hält.

Das funktioniert noch immer. Es kommt auch vor, dass Leute sagen: da setz ich mich lieber nicht drauf. Das ist genau beabsichtigt. Eine deutliche Reaktion und ein bewusstes Wahrnehmen.
Inzwischen sehe ich aber andere wichtige Einflüsse. Verunsichert sind wir ja alle mehr oder weniger und fühlen uns bedroht durch Klimawandel, die Pandemie, das Gefühl, dass der Staat die Dinge nicht immer in der Hand hat....
Ist weitere Verunsicherung da noch hilfreich? So sind andere Aspekte wichtiger geworden. Heute versuche ich die Provokation sein zu lassen (ist nicht leicht) und Ökologie, pfiffige Konstruktion und Ästhetik beizubehalten.

r1,k2,t3... die Namen deiner Design Möbel klingen nahezu wie mathematische Gleichungen. Wofür stehen sie und wie kamst du auf die Idee, deine Möbel so zu benennen?

Tja, ich wusste immer nicht, wie ich sie nennen sollte und eine Beschreibung war auch sehr umständlich. So habe ich mir dann dies System ausgedacht: s1=Stuhl; t3= Tisch und so weiter. Ein beschreibender Name engt auch etwas ein.

Beschreib uns einmal generell, wie deine Möbelstücke aussehen. Woran erkennt man die Handschrift von labilstabil?

Am meisten erkennt man, glaube ich, dass alles sehr experimentell ist. Am Ende kommt dann zwar ein funktionelles und haltbares Objekt heraus, also etwas Ernsthaftes, aber der Ursprung ist immer das Ausprobieren und das Spielerische. Viele Seile gibt es, die unter Spannung stehen, meist dünne Stäbe, die nur dort dicker sind, wo es nötig ist. Dass alles zu kombinieren und zu einem guten Produkt zu machen ist nicht immer einfach.

Was ist dir bei der Anfertigung deiner Möbel besonders wichtig - auch in puncto Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit haben Leute wie ich ja quasi schon in den Genen. Aber trotzdem ist das im jeweiligen konkreten Fall nicht so einfach. Ich glaube am wichtigsten ist mir, alle oben genannten Aspekte zu einem runden Ganzen zu vereinen. Das macht dann wirklich viel Spaß und gibt Befriedigung. Haltbar und reparierbar sollten die Sachen möglichst sein. Beispielsweise habe ich sehr, sehr lange an einer Hülle für das Fairphone entwickelt bis sie auch reparierbar war wie das Fairphone selbst, ohne Abstriche an der Erscheinung und Funktionalität.



Das Entwickeln hört für mich eigentlich nie auf, auch wenn ich Dinge mehrfach baue.

Bei der Fertigung neuer Möbel berücksichtigst du auch die Wünsche deiner Kund*innen. Wie läuft so ein Gespräch vor der Entwicklung eines individuellen Möbelstücks genau ab?

Es kommen häufig Leute mit speziellen Wünschen zu mir. Das spornt mich sehr an, denn es macht mir viel Freude, Wünsche zu erfüllen. Oft hat das mit dem, was ich sonst gerne mache wenig zu tun, aber darum geht es in dem Moment auch nicht. das Bedürfnis der Kund-in zu erspüren und zu spiegeln ist dann die Herausforderung. Meine eigenen Vorlieben kommen trotzdem nicht zu kurz.

Auf deiner Webseite schreibst du alle Wörter ausschließlich klein. Machst du das aus besonderen Gründen?

Der wichtigste Grund ist. dass ich nur mittelgut tippen kann. Ich spare mir einfach die Shift-Taste. Unabhängig davon kann ich mir auch die Haltung zu eigen machen, die es im Bauhaus gab, wo viele auch einfach klein schrieben. Mir gefällt es, dass alle Wörter, auch die kleinen dann gleichwertig sind. Nur wenn ich mit der Hand schreibe steckt mir die Schulzeit doch zu sehr in den Knochen.

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Was inspiriert dich zu neuen Möbelstücken und welche Rolle spielen nachhaltige Materialien für dich?

Eigentlich kann fast alles, was mir begegnet mich auch inspirieren. Am meisten kommt es aber vor, wenn ich ein bestimmtes Bedürfnis wahrnehme oder mir ein Konstruktionsprinzip einfällt und ich das ausprobieren möchte. Oder eine Geschichte wie die von Schneewittchen.
nachhaltige Materialien sind oft auch die besten und stabilsten! Nicht unbedingt die billigsten und die Herstellung wird manchmal komplizierter. Aber es macht einfach mehr Spaß, wenn ein in möglichst gutes Produkt entsteht. Das kann auch z.B. mit Kunststoffseilen sein. Durch die Langlebigkeit wird das aber auch wieder nachhaltig.

Können auch Kund*innen außerhalb von Ichenheim deine Möbel bestellen und wie läuft das Ganze dann ab?

Man kann mich auf allen Kanälen kontaktieren und je nach Wunsch läuft das dann ganz unterschiedlich ab. Bilder, Zeichnungen, Texte können ja digital ausgetauscht werden. In 250km Entfernung habe ich schon Möbel geliefert und eingebaut. Bei kleineren Einzelmöbeln ist es einfach: die verschicke ich.   
 

Vielen Dank für das Interview, lieber Christof!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an labilstabil stellen möchtest?

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