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„Wise with Waste” – Papier und Karton aus landwirtschaftlichen Abfällen

INTERVIEW | PaperWise stellt aus landwirtschaftlichen Abfällen neue Rohstoffe her und revolutioniert so die Papier- und Kartonherstellung.

INTERVIEW | PaperWise stellt aus landwirtschaftlichen Abfällen neue Rohstoffe her und revolutioniert so die Papier- und Kartonherstellung.

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28.09.2021 | Ein Interview geführt von Nele Hofmann | Bild: Unsplash

Holz ist der am häufigsten benutzte Rohstoff für die Herstellung von Papier – dabei kann die Wachstumszeit von Bäumen bis zu 80 Jahre betragen. Peter van Rosmalen ist der Meinung, dass diese Zeit in keinem Verhältnis zur eigentlichen Nutzungsdauer von Papier steht. Mit PaperWise stellt er deshalb Papier und Karton aus landwirtschaftlichen Abfällen her. Die Wenigsten wissen vermutlich, dass die eigentliche Ernte von Reis, Getreide etc. nur zu 20 % zu Nahrungsmitteln weiterverarbeitet wird - die anderen 80 % werden als Abfall meist einfach verbrannt. Im Interview mit dem Geschäftsführer erfährst du, wie er daraus sein Potenzial für PaperWise geschöpft hat und wie diese Art der Papierproduktion in der Branche, aber auch darüber hinaus, alles verändern kann.

LifeVERDE: Peter, stell uns PaperWise doch bitte einmal vor.

Peter van Rosmalen: Vor einigen Jahren, im Alter von 55 Jahren, nahm ich die größte Herausforderung meines Lebens an. Als Großvater von 4 Enkelkindern hatte ich das Gefühl, dass es Zeit für eine Veränderung war. Unsere Kinder und Enkelkinder werden die negativen Auswirkungen des Klimawandels und der Ressourcenknappheit zu spüren bekommen. Das hat mich dazu bewogen, PaperWise zu gründen, denn, wenn ich mich nicht ändere, wer dann?

Meine Arbeit hat mich zu ausgedehnten Reisen in die ganze Welt veranlasst. Auf diesen Reisen sah ich, wie die Bauern/Bäuerinnen ihre landwirtschaftlichen Abfälle (Stängel und Blätter) auf den Feldern anzündeten. Dies verursacht eine Menge Rauch (Smog) und unnötige CO₂-Emissionen. Inspiriert von der Natur, in der es keinen Abfall gibt, beschäftigte mich dieses Thema immer wieder. Weltweit wird der überwiegende Teil der landwirtschaftlichen Abfälle verbrannt. Vieles davon auf Feldern und bestenfalls in Kraftwerken. Aber wenn wir etwas verbrennen, ist es weg, verloren, für immer.

Wäre es nicht schöner, wenn wir den Abfall aus der einen Industrie als Rohstoff für eine andere Industrie verwenden könnten? Auf der Erde leben fast 8 Milliarden Menschen, und um uns zu ernähren, bauen wir landwirtschaftliche Produkte wie Reis, Getreide, Mais und Zuckerrohr an. Im Durchschnitt bestehen die Ernten nur zu 20 % aus Nahrungsmitteln. Die Stängel und Blätter, die nach der Ernte übrigbleiben, werden als landwirtschaftliche Abfälle bezeichnet und machen 80 % der Pflanze aus. Untersuchungen zeigen, dass weltweit jedes Jahr Zehntausende von Milliarden Kilogramm landwirtschaftlicher Abfälle anfallen. Dieser enorme Abfallstrom ist viel zu viel für Ställe und eignet sich nicht als Tierfutter. Was können wir mit diesem riesigen Abfallberg im positiven Sinne anfangen? Wie wir selbst sagen: „Was ist das Potenzial des Überschusses?”

Die Papier- und Kartonindustrie hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Diese Innovationen betreffen vor allem den Produktionsprozess. Weniger Chemikalien, weniger Wasser, weniger Energie, weniger Abfall und dennoch qualitativ bessere Produkte. Was das Rohmaterial betrifft, so haben wir das Aufkommen von zertifiziertem Holz mit Gütesiegeln wie FSC und PEFC erlebt. Der am häufigsten verwendete Rohstoff für Papier, die Kiefer, hat eine Wachstumszeit von 70 bis 80 Jahren und wird von den Herstellern zunehmend gegen Eukalyptusbäume mit einer Wachstumszeit von 10 bis 15 Jahren ausgetauscht. Aber warum sollten wir einen Rohstoff mit einer Wachstumszeit von vielen Jahrzehnten für die Herstellung von Papier und Karton verwenden, die in vielen Fällen nur wenige Minuten lang genutzt werden?

Die Idee war geboren. Von nun an sollen Papier und Karton aus landwirtschaftlichen Abfällen hergestellt werden. Diese Papierinnovation könnte sich in unvorstellbarem Maße positiv auf die Umwelt auswirken. In Europa verbrauchen wir jährlich 76 Milliarden Kilogramm Papier und Karton, eine Menge, die 5 Millionen vollen Lastwagen entspricht (Quelle: CEPI). Bei der Produktion werden mehr als 100 Milliarden Kilogramm CO₂ freigesetzt. Die größte Papierinnovation der letzten 100 Jahre liegt in etwas so Einfachem, wie der Änderung der Rohstoffwahl. Und die gute Nachricht ist, dass wir nur 1,8 % der jährlichen weltweiten landwirtschaftlichen Abfälle benötigen, um das gesamte Papier und den Karton in Europa für ein ganzes Jahr herzustellen.

Die Natur kennt keinen Abfall, das ist unsere Inspiration. Wir schließen den Kreislauf, indem wir landwirtschaftlichen Abfällen ein zweites Leben in Form von umwelt- und sozialverträglichem Papier und Karton geben. Blätter und Stängel, die nach der Ernte übrigbleiben, werden zu Rohmaterial für Papier und Karton verarbeitet. So entsteht eine Kreislaufwirtschaft, in der Abfallstoffe wieder zu Rohstoffen werden.

Wir helfen allen Arten von Organisationen, mit umweltfreundlichen Druckerzeugnissen, nachhaltigen Verpackungen und umweltfreundlichem Briefpapier nachhaltiger zu werden. Seit seiner Einführung im Jahr 2015 hat sich PaperWise mit mehr als 2.500 Kunden in 23 Ländern zum europäischen Marktführer für landwirtschaftliches Altpapier und Kartonagen entwickelt. Dazu gehören Marktführer von der Fluggesellschaft Lufthansa über den Bierkonzern Heineken und dem Kosmetikmulti Weleda bis hin zu Festivals wie Tomorrowland, aber auch Regierungen, gemeinnützige Organisationen und KMU.

PaperWise hofft, dass Schulkinder in einigen Jahren spontan auf die Frage „Woraus besteht Papier?“ mit „Aus landwirtschaftlichen Abfällen wie Blättern und Stängeln“ antworten. Gemeinsam können wir die Welt zu einem besseren Ort machen. Gemeinsam „Wise with Waste!“ – was so viel bedeutet wie der vernünftige Umgang mit Abfällen.

Gründer von PaperWise

Peter van Rosmalen ist Geschäftsführer von PaperWise (Bild: PaperWise).

„Wise with Waste“ – was steckt genau hinter diesem Slogan?

Vom ersten Tag an stand auf der Vorderseite der PaperWise-Verpackung für nachhaltiges Kopierpapier: „Die Natur kennt keinen Abfall. Gemeinsam machen wir aus Abfall schönes Papier. Wenn möglich, verwenden Sie weniger Papier. Wenn Sie jedoch Papier verwenden, wählen Sie PaperWise.“

Landwirtschaftliche Abfälle sind weltweit der größte Abfallstrom, der jedes Jahr anfällt. Das weiß fast niemand und die derzeitige Industrie tut fast nichts dagegen. Verrückt, nicht wahr? Mit weniger als 2 % der jährlich weltweit verfügbaren landwirtschaftlichen Abfälle, könnte der gesamte Papier- und Kartonbedarf in ganz Europa gedeckt werden, während diese landwirtschaftlichen Abfälle heute überwiegend verbrannt werden. Deshalb kam PaperWise auf die Idee, diesen Abfallstrom von nun an als Rohstoff zu betrachten und ein zusätzliches Einkommen für Bauern/Bäuerinnen in Indien und Südamerika zu schaffen, wo PaperWise derzeit produziert wird.

PaperWise möchte Menschen und Organisationen auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Gesellschaft begleiten. Wir tun dies mit Papier und Karton, die aus landwirtschaftlichen Abfällen hergestellt werden. Gemeinsam können wir die Papierindustrie nachhaltiger machen und landwirtschaftliche Reststoffe durch die Verarbeitung zu hochwertigem Papier und Karton aufwerten. Nachhaltigkeit steht in unserem Namen. PaperWise: Wise with Waste.

Wenn die Kinder in den Schulen lernen, dass Papier aus landwirtschaftlichen Abfällen hergestellt wird, haben wir unser Ziel erreicht. Dann werden wir wissen, dass wir die Papierindustrie für immer verändert haben!

PaperWise stellt Papier- und Kartonprodukte aus landwirtschaftlichen Abfällen her. Was ist hierbei der Vorteil gegenüber Holz als Rohstoff?

Die Umweltauswirkungen von PaperWise-Papier sind deutlich geringer als die von Papier aus Bäumen. Die landwirtschaftlichen Abfälle, die PaperWise verwendet, sind Restströme von Landwirt*innen: Sekundärrohstoffe, die nicht für den Verzehr durch Mensch oder Tier geeignet sind. Die Bäume, aus denen herkömmliches Papier hergestellt wird, werden speziell für die Papierindustrie gepflanzt. Bäume sind Primärrohstoffe, die unnötig viel Land verbrauchen. Mit der Zunahme der Weltbevölkerung wird die Landfläche immer wichtiger. Außerdem tragen Plantagenwälder überhaupt nicht zur biologischen Vielfalt bei; es handelt sich um eine Monokultur. Papier wird seit 5.000 Jahren aus Pflanzenresten hergestellt. Aber in den letzten 150 Jahren hat die Papierindustrie wegen der niedrigeren Kosten, der höheren Gewinne und der guten Qualität massiv auf Bäume umgestellt. Nachhaltigkeit war damals kein Thema, und wenn man erst einmal auf Bäume als Rohstoff für Papier und Karton umgestiegen ist, kann man das nicht einfach so rückgängig machen.

Aber landwirtschaftliche Abfälle als Rohstoff für nachhaltiges Papier haben noch mehr Vorteile. Die Herstellung von Papier und Karton aus landwirtschaftlichen Abfällen erfordert weniger Energie und Chemikalien als die Herstellung von Holzfasern aus Bäumen, da sich der Rohstoff Zellulose leichter aufschließen lässt. Da es sich bei den landwirtschaftlichen Abfällen um ein Nebenprodukt der lebensmittelverarbeitenden Industrie handelt, wird im Gegensatz zur Ernte der Bäume keine zusätzliche Energie benötigt. Die PaperWise-Fabriken befinden sich mitten im landwirtschaftlichen Gebiet, wo die landwirtschaftlichen Abfälle zur Verfügung stehen. Und natürlich wird auch dafür gesorgt, dass der Transport auf die umweltfreundlichste Weise erfolgt. Der über die gesamte Kette berechnete Kohlenstoff-Fußabdruck ist 47 % geringer als der von FSC-Papier aus Bäumen und 29 % geringer als der von Recyclingpapier. Dies wurde durch eine unabhängige Umweltstudie der Universität Amsterdam (IVAM) nach der LCA-Methode nachgewiesen. Darüber hinaus gleicht PaperWise das nicht vermeidbare CO₂ in der gesamten Kette aus, so dass PaperWise CO₂-neutrales Papier und Karton produziert. PaperWise hilft seinen Kund*innen damit, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

PaperWise hat viele Anwendungen und bietet Lösungen für drei Hauptsegmente. In der Büroumgebung kann man an Schreibwaren, Druck- und Kopierpapier, Schreibblöcke, Notizbücher und Briefumschläge denken. Über Druckereien ist es möglich, PaperWise-Karten, Broschüren, Faltblätter, Zeitschriften und Bücher drucken zu lassen. Im Bereich der Verpackungsmaterialien sehen wir Anwendungen in Form von Beuteln, Schalen, Schachteln, Etiketten, Bechern und Tragetaschen. Diese können für eine Vielzahl von Produkten verwendet werden, z. B. für umweltfreundliche Kosmetikverpackungen, nachhaltige Lebensmittelverpackungen und ökologische Bekleidungsverpackungen.

Bilder: PaperWise

Seit der Gründung im Jahr 2015 haben wir gemeinsam mit all unseren Kund*innen bereits mehr als 10,7 Millionen Kilogramm landwirtschaftlicher Abfälle, ein zweites Leben als Papier und Karton für Druck und Verpackung gegeben. Damit haben wir 16.100.000 kg CO₂ eingespart, weil wir keine landwirtschaftlichen Abfälle verbrennen (das entspricht den Emissionen von 10.250 Autos, die ein Jahr lang fahren). Durch die Umwandlung von landwirtschaftlichen Abfällen in hochwertiges Papier und Karton haben wir insgesamt 31.800 Bäume gerettet. Insgesamt wird die Abholzung von 30,5 km² vermieden, was 4300 Fußballfeldern entspricht.

Alle Vorteile von PaperWise Papier und Karton auf einen Blick:

  • Basierend auf landwirtschaftlichen Reststoffen (Wise with Waste)
  • Baumfrei (für PaperWise Natural werden keine Bäume gefällt)
  • CO₂-neutral
  • Umweltfreundlich (47 % geringere Umweltauswirkungen als bei Papier aus Bäumen)
  • Sozial verantwortlich (zusätzliches Einkommen für Landwirt*innen)
  • Wiederverwertbar durch Altpapier
  • Zertifiziert sowohl für die Heimkompostierung als auch für die industrielle Kompostierung EN 13432
  • Zertifiziert für direkten Lebensmittelkontakt EC1935/2004

Bild: PaperWise

Wie können sich unsere Leser*innen diese besondere Produktion konkret vorstellen?

Eigentlich unterscheidet sich der Produktionsprozess nicht so sehr von dem üblichen Produktionsprozess von Baumpapier. Um Papier herzustellen, braucht man Zellulose. Das sind Fasern, die in der Zellwand von Pflanzen und Bäumen vorkommen. Die Herausforderung besteht darin, die Zellulose von den anderen Pflanzenteilen zu trennen. Die Hauptbestandteile von Bäumen und Pflanzen sind Wasser, Zellulose, Hemizellulose, Lignin und Kieselsäure. Vor allem Kieselsäure ist nicht in Bäumen, sondern in landwirtschaftlichen Abfällen wie Reis- und Getreidestroh enthalten.

Das Sulfatverfahren ist das weltweit bei Weitem am häufigsten eingesetzte Trennverfahren, um die Zellulose aus der Pflanze oder dem Baum zu lösen. Auch die Produktionsstätten in Indien und Südamerika, in denen PaperWise hergestellt wird, nutzen diese Technologie. Dies erklärt, warum das Aussehen und die Qualität von PaperWise identisch sind mit Papier, das aus Bäumen hergestellt wird. Zellulose bleibt Zellulose. Und ja, je nach Pflanzenart oder Baum variiert die Zellulose in Länge, Dicke, Zug- und Biegefestigkeit, aber bei PaperWise stellen wir sicher, dass die Qualität immer den festgelegten Anforderungen entspricht. Der Vorteil ist, dass PaperWise, genau wie Baumpapier, technisch bis zu 7-mal durch das Altpapier recycelt werden kann.

Die Papierfabriken, in denen PaperWise hergestellt wird, befinden sich inmitten von landwirtschaftlichen Gebieten, in denen Nahrungsmittel angebaut werden. Die Stängel und Blätter (landwirtschaftliche Abfälle) von Nahrungspflanzen wie Reis, Weizen, Gerste, Roggen, Mais, Hanf, Bananen, Zuckerrohr usw. machen 80 % der Pflanze aus. Nur 20 % der Ernte sind für den Verzehr bestimmt. Der Anbau von landwirtschaftlichen Kulturen, die Verarbeitung von Lebensmitteln und die Herstellung von PaperWise-Papier finden in einem Umkreis von 100 km statt. Dieses Konzept „lokal für lokal“ sorgt für kurze Transportwege im Produktionsland.

Die Landwirt*innen erhalten einen finanziellen Ausgleich sowohl für die Lebensmittel als auch für die landwirtschaftlichen Abfälle. Dies wird über die Lebensmittelindustrie oder die Papierfabrik abgewickelt. Eine weitere positive Folge könnte sein, dass dort, wo derzeit Wälder für die Herstellung von Papier aus Holzfasern bewirtschaftet werden - ein Prozess, der oft 30 Jahre dauert - Lebensmittel produziert werden können. So entsteht eine schöne „Win-Win“-Situation: nicht nur hochwertige Lebensmittel, es werden mit jeder Ernte Fasern für die Herstellung von Papier und Karton zur Verfügung gestellt.

Wie achtet ihr in eurem Unternehmen außerdem noch auf Nachhaltigkeit?

Wir nutzen die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) als Kompass für unsere Geschäftsstrategie. Wir von PaperWise wollen einen positiven Beitrag zu möglichst vielen SDGs leisten, denn so bieten wir als Sozialunternehmen langfristig den größten Mehrwert. Sowohl mein Partner Nick op den Buijsch als auch ich, arbeiten seit über 15 Jahren in verschiedenen Positionen bei verschiedenen Unternehmen im Bereich der sozialen Verantwortung von Unternehmen (Corporate Social Responsibility, CSR). Damals konnte man sehen, dass sich nur eine Handvoll Unternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigte, aber heute ist dies zum Glück alltäglich geworden. Wir haben dazu beigetragen, das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schärfen, und wir freuen uns immer noch sehr, dass sich immer mehr Menschen dieser Entwicklung anschließen. Einkäufer*innen, Manager*innen und Direktor*innen erkennen zunehmend, dass es nicht nur um die Maximierung des finanziellen Gewinns geht, sondern um eine kreislauforientierte und integrative Wirtschaft, in der soziale und ökologische Aspekte die gleiche Aufmerksamkeit verdienen.

Peter van Rosmalen auf einem Feld

PaperWise ist stolz auf die innovative Idee der Papierherstellung (Bild: PaperWise).

Nicht nur das Produkt selbst muss nachhaltig sein, sondern die gesamte Kette. CSR-Kriterien sind entscheidend für die Auswahl der Fabriken, die für PaperWise produzieren. Die Fabrik in Indien verwendet beispielsweise nur Flusswasser zur Herstellung von Papier. Grundwasser würde den Grundwasserspiegel senken, was für die Landwirt*innen, mit denen wir zusammenarbeiten, von Nachteil ist. Das Flusswasser ist zusätzlich so gut gereinigt, dass es neben dem Brauchwasser auch geeignet ist, 1,4 Millionen Menschen in den umliegenden Dörfern mit reinem Trinkwasser zu versorgen. Das Werk verfügt seit 1993 über einen eigenen Windpark und zwei Biovergärungsanlagen, die 100 % grüne Energie für die Herstellung von PaperWise-Papier erzeugen. Die Null-Abfall-Politik sorgt dafür, dass kein Abfall den Standort verlässt. Vor einigen Jahren wurde auf dem Werksgelände ein Zementwerk gebaut, um Rückstände aus der Papierproduktion als Rohmaterial für Zement zu verarbeiten. Auf diese Weise wird die Philosophie „Natur kennt keinen Abfall“ einen Schritt weitergeführt.

Auf dem Gelände der Papierfabrik gibt es zwei Schulen, eine Grundschule für 400 Kinder und eine weiterführende Schule für 2.000 Schüler. Die Kinder der Beschäftigten und der umliegenden Dörfer nutzen diese Schulen kostenlos. Die PaperWise-Papierfabrik verfügt über eigene Schulbusse, die die Kinder in den Dörfern abholen. Jedes Jahr erhalten die 10 besten Schüler*innen ein Stipendium. Auf dem Gelände gibt es zahlreiche Sporteinrichtungen wie einen Fußballplatz, eine Leichtathletikbahn, Tennisplätze und Badminton. Außerdem gibt es ein kleines Krankenhaus für Personal und Bewohner*innen. 90 % des Personals sind Mitglieder*innen in einer der 4 Gewerkschaften. Die Religionsfreiheit ist wichtig. Auf dem Fabrikgelände befinden sich eine christliche Kirche, eine islamische Moschee und einen Hindu-Tempel. Jedes Jahr fließen 3 % des Gewinns der Fabrik in Investitionen in Kunst, Kultur und Infrastruktur.

Wenn Sie sich für PaperWise entscheiden, tragen Sie direkt zu mehr Wohlstand in den Entwicklungsländern bei. Die PaperWise-Fabriken sind für die lokalen Gemeinden von großer Bedeutung. Sie investieren in Bildung, Infrastruktur und Gesundheitsfürsorge, und der Herstellungsprozess ist auf Sicherheit, Abfallfreiheit und den Erhalt der Ökologie ausgerichtet. Nur so können wir mit den Produzent*innen zusammenarbeiten. Auf diese Weise können die Papier- und Kartonkund*innen von PaperWise einen sozialen und ökologischen Beitrag zu einer besseren Welt leisten.

Wie ist die Qualität von Paper Wise-Papier im Vergleich zu konventionellem Papier zu beurteilen?

PaperWise kann mit den besten und feinsten Papierqualitäten mithalten. PaperWise ist haltbares Papier und Karton in A-Qualität und in den Farben weiß (PaperWise White) und hellbraun (PaperWise Natural) erhältlich. Die hellbraune Farbe ist darauf zurückzuführen, dass wir das Papier nicht bleichen, so dass es besonders umweltfreundlich ist. Die häufigste Bemerkung von Kund*innen, nachdem sie PaperWise gesehen haben, ist: „Es ist genau wie normales Papier!“ Und das macht Sinn. Durch die Freisetzung der Zellulose ist es möglich, PaperWise-Papier aus 100 % landwirtschaftlichen Abfällen und von hervorragender Qualität herzustellen. Darin sind wir einzigartig. Während andere Papiere mit dem Anspruch der Nachhaltigkeit nicht über 30 % alternative Fasern hinauskommen und meist bei 5 % hängen bleiben, bietet PaperWise mit Graspapier, Tomatenpapier, Kakaopapier, Rübenpapier usw. einen großen Unterschied. Das umweltfreundliche PaperWise-Papier kann sowohl in Farbe als auch in Schwarz-Weiß bedruckt werden und ist für alle Offsetdruckmaschinen, Flexodruckmaschinen, Digitaldrucker und Kopierer geeignet. 

Möchten Sie wissen, welche Verpackung am umweltfreundlichsten ist? Oder sind Sie auf der Suche nach einer nachhaltigen ökologischen Lösung für Ihren Druck oder Ihre Verpackung? Mit PaperWise können Sie der Nachhaltigkeit ganz einfach Substanz verleihen. Besonders die Einfachheit, die Qualität und der günstige Preis sind für den Erfolg von PaperWise wichtig. Die Kund*innen müssen den Anbieter nicht wechseln. Ihr bisheriger Druck- oder Verpackungslieferant kann PaperWise-Papier und -Karton problemlos auf seinen vorhandenen Maschinen verarbeiten. Bei PaperWise stellen wir zu allen PaperWise-Papieren, Mustermappen zur Verfügung, damit die Kund*innen ihre Wahl leicht treffen können. Danach holen sie ein Angebot von ihrem bisherigen Lieferanten ein, und wenn der Preis in ihr Budget passt, können sie sofort auf das umweltfreundliche PaperWise-Papier umsteigen.

PaperWise-Papier und -Karton ist als Druck-/Kopierpapier als Großformatbogen und auf Rollen in verschiedenen Grammaturen und Größen erhältlich. Das PaperWise-Sortiment ermöglicht die Erstellung und den Druck von Schreibwaren, Schreibblöcken, Notizbüchern, Flipcharts und allen erdenklichen Verpackungsmaterialien, einschließlich ökologischem Geschenkpapier. Neben ungestrichenen Papieren und Kartons für Druck- und Naturverpackungen kann PaperWise auch feuchtigkeits-, wasser- und fettbeständige Papiersorten liefern. Diese fett- oder wasserbeständigen Papier- und Kartonsorten sind ideal für Snackverpackungen, Catering-Verpackungen, kompostierbare Verpackungen, Trinkbecher oder nachhaltige Verpackungen für den Kühl- und Gefrierschrank. Die Endprodukte müssen nicht oder kaum teurer sein als normales Papier und Karton. PaperWise ist mehr als nur ein Preis, bei höchster Qualität bietet es nicht nur eine erhebliche CO₂-Reduzierung, sondern auch soziale Innovationen.

Alles in allem werden Sie mit PaperWise-Papier und -Karton im Vergleich zu Papier aus Bäumen oder Recyclingpapier keine Einschränkungen erfahren.

Wie möchte PaperWise auch in Zukunft noch nachhaltiger agieren?

Die Verwendung von landwirtschaftlichen Abfällen als Rohstoff für Qualitätspapier ist nicht nur logisch, sondern auch innovativ. So innovativ, dass renommierte (Umwelt-)Label wie FSC und das EU Ecolabel, aber auch der WWF diesen Rohstoff für Papier und Karton noch nicht als Option in ihren Grundsätzen anerkennen! PaperWise ist federführend und führt Gespräche mit allen Beteiligten, um sicherzustellen, dass landwirtschaftliche Abfälle zum neuen Standard für Qualitätspapier und (Falt-)Karton werden. Denn grüner kann es nicht mehr werden.

Gemeinsam mit Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt arbeitet PaperWise an neuen Technologien, um den Papierprozess noch sauberer zu machen. Wir gehen davon aus, dass wir die bereits erreichte Umweltverträglichkeit von 47 % im Vergleich zu Papier aus Bäumen auf über 75 % weiter verbessern (reduzieren) können. Wäre es nicht wunderbar, das Wissen aus Indien und Südamerika auch nach Europa zu bringen? Und um die Technologie zur Erschließung der Zellulose direkt umweltfreundlicher zu machen? Damit können wir Transportwege verkürzen, landwirtschaftliche Abfälle in Europa aufwerten und mit der neuen umweltfreundlichen Technologie, die Umweltauswirkungen von PaperWise-Papier und -Karton noch weiter reduzieren. Das ist es, woran wir glauben und woran wir jeden Tag arbeiten.

Unser Ziel ist es, die Papierindustrie zu verändern und einen positiven Beitrag zum Wohlergehen und zur Natur weltweit zu leisten. PaperWise ist skalierbar und kann mit den erforderlichen Anpassungen in der gesamten Papierindustrie eingesetzt werden.

 

Vielen Dank für das ausfürliche Interview, lieber Peter!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an PaperWise stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare - wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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