Während der Periode Geld und Müll sparen
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Während der Periode Geld und Müll sparen

Periodenartikel verursachen viel Müll und sind teuer. Nachhaltigere Alternativen wie Menstruationstassen, waschbare Binden und Periodenunterwäsche sind sowohl gut für die Umwelt, als auch für euren Geldbeutel und eure Gesundheit.

Periodenartikel verursachen viel Müll und sind teuer. Nachhaltigere Alternativen wie Menstruationstassen, waschbare Binden und Periodenunterwäsche sind sowohl gut für die Umwelt, als auch für euren Geldbeutel und eure Gesundheit.

02.04.2019 - Ein Beitrag von Maria Pfeiffer - Bild: Pixabay

Das Thema der Periode ist für viele ein unangenehmes. Dennoch muss darüber gesprochen werden. Zum einen, weil die Regelblutung oft tabuisiert wird, obwohl sie etwas ganz Natürliches ist und einen erheblichen Teil unserer Gesellschaft betrifft. Zum anderen aber auch, weil durch sie ein erheblicher Berg an Müll entsteht.

Die Umweltverträglichkeit gängiger Binden und Tampons

Laut Recherchen des Bayrischen Rundfunks „verbraucht eine Frau bis zu 12.000 Tampons in ihrem Leben“ (BR 2018). Mehr als die Hälfte der Deutschen Frauen, so der Spiegel, benutzen in Deutschland Tampons. Damit fällt einiges an Wegwerfartikeln an, denn es ist i.d.R. nicht nur jeder einzelne Tampon und jede Binde in Plastik verpackt, auch die Produkte selbst bestehen größtenteils aus Kunststoff.

Die Erdbeerwoche schreibt beispielsweise, dass Binden meistens aus Kunststoffen wie Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE) bestehen und damit nicht biologisch abbaubar sind. Kunststoffgranulate seien in Binden zu finden und auch die Oberfläche von Slipeinlagen und Tampons bestehen oft aus Plastikfasern.

Gesundheitsaspekt der Hygieneprodukte

Der Mythos, Tampons seien stark gesundheitsschädlich, stimmt allerdings nicht. Der BR verweist darauf, dass die Bändchen der Tampons im Normalfall auf Baumwolle bestehen, in welchem Glyphosat zu finden sein könnte. Die Tamponwatte könnte außerdem Dioxin beherbergen. Allerdings hat sich seit einigen Jahren einiges bei den Hygienartikelherstellern geändert. Das Magazin Neon schreibt, dass viele regemäßig getestete Tampons sehr gut abschneiden und ungefährlich sind. Aufheller, Pestizide und andere Schadstoffe seien in Tampons heutzutage nicht mehr aufzufinden. Wer dennoch bedenken hat und sich nicht mit unseren unten genannten Alternativen anfreunden kann, für den kommen Bio-Tampons in Frage. Diese schneiden in Tests allgemein sehr weit oben ab.

Tampons können jedoch durch ihre Saugkraft auch die Scheidenwände austrocknen, was das weibliche Geschlechtsorgan anfälliger für Infektionen und Pilze macht. Extra Salben oder Hausmittel verursachen zum einen wieder mehr Müll, zum anderen erhöhen sie die Kosten der Periode.

Die Kosten einer Menstruation

Was kostet eigentlich eine Periode? Genau diese Frage hat sich auch der Spiegel gestellt und das glatt durchgerechnet:

„Eine große Packung mit 64 Tampons einer beliebten Marke kostet im Drogeriemarkt etwa 4,75 Euro. Tampons sollten laut Hersteller etwa alle sechs Stunden gewechselt werden, das macht also vier Tampons pro Tag, bei durchschnittlich fünf Tagen Blutung sind das 20 Tampons pro Zyklus. Bei durchschnittlich 456 Perioden zwischen 13 und 51 Jahren braucht frau im Leben demnach 9.120 Tampons. Das entspricht 143 Packungen, die heute etwa 677 Euro kosten würden. Nicht mitgerechnet: Die vielen Tampons, die in Handtaschen und unterwegs verloren gehen“ (Spiegel 2018).

Ein vergleichbares Szenario gilt für Binden. Nicht mit eingerechnet sind Schmerzmittel und andere Produkte die die Periode für zahlreiche Frauen ertragbar machen.

Alternativen zu den gebräuchlichen Tampons und Binden

Auf Dauer erheblich günstiger als gebräuchliche Tampons und Binden sind Alternativen wie Menstruationstassen, Stoffbinden und Perioden-Unterwäsche. Diese sind bei Erstbeschaffung eurer als konventionelle Hygieneartikel, durch ihre Langlebigkeit sparen sie jedoch Geld. Eine Menstruationstasse kann so beispielsweise mehr als 5 Jahre benutzt werden.

Die genannten Alternativen trocknen außerdem die Scheidewände nicht aus und fangen das Blut genauso gut auf wie andere Menstruationsprodukte.

Vor allem aber spricht für unsere Alternativen ihre Umweltbilanz. Durch die Wiederverwendbarkeit produzieren sie kaum Müll und selbst nach Gebrauch sind sie in der Regel recyclebar oder biologisch abbaubar.

Im Folgenden möchten wir Menstruationstasse, waschbare Binden und Menstruationswäsche genauer vorstellen.

Die Menstruationstasse

Menstruationstassen sind kleine Kelche, die entweder aus Latex oder medizinischem Silikon bestehen. Se werden in die Scheide eingeführt um dort das Blut aufzufangen. Die Tasse wird in regelmäßigen Abständen geleert und nach der Periode kurz in heißem Wasser zur Sterilisierung gekocht. Das Einführen und Herausnehmen der Kelche braucht etwas Übung. Nach einer kleinen Eingewöhnungsphase bieten Menstruationstassen jedoch so viel Bewegungsfreiheit wie der Tampon. Die Tassen sind nicht zu spüren und sind zudem geruchslos.

Menstruationstassen kann man bis zu 10 Jahre benutzen. Damit ersetzen laut Erdbeerwoche bis zu 2.000 Tampons.

Nicht geeignet sind Menstruationstassen allerdings für frisch gewordene Mütter und für Personen mit sehr schwacher Beckenbodenmuskulatur. Menschen mit Latexallergie sollten sich vorher zudem versichern, dass die Tasse aus medizinischem Silikon besteht, was inzwischen den Normalfall darstellt.

Waschbare Binden

Waschbare Stoffbinden sind lang keine Seltenheit mehr. Kaufen gibt es sie in verschiedenen Saugstärken, die man je nach stärke der eigenen Blutung wählen kann. Optimalerweise greift man hier zu Produkten aus Bio- und Fair Trade Baumwolle, aber auch „konventionelle“ Stoffbinden sind bereits um einiges nachhaltiger als reguläre Binden. Sie enthalten nämlich kein Kunststoff und können nach Gebrauch einfach in die Waschmaschine gesteckt werden. Damit spart man sich außerdem einiges an Geld, das man sonst in Wegwerfprodukte investieren würde.

Stoffbinden sind nicht nur für Umwelt und Geldbeutel gut, sie sind außerdem sehr hautverträglich und verursachen keine gesundheitlichen Probleme. Zudem gibt es im Internet zahlreiche Anleitungen zum selber Nähen – so weiß man auf jeden Fall womit man das eigene Periodenblut auffängt und ist damit auf der sicheren Seite wenn es um Allergien oder Empfindlichkeiten geht.

Wer ganz und gar auf waschbare Binden umsteigen möchte kommt mit einer einzigen Binde nicht aus. Zu empfehlen ist, sich den verbrauch konventioneller Binden während einer Periode zu notieren, damit man einen gewissen Anhaltspunkt dafür hat, wie viele Stoffbinden man braucht – vorausgesetzt, dass diese nicht jeden Tag gewaschen werden, sondern erst am Ende der Periode in eine Waschladung kommen.

Das Wechseln der Binden unterwegs ist allerdings auch kein problem. Einige Firmen, wie ImseVimse, liefern einen kleinen Beutel mit, in welchen man die gebrauchten Hygieneartikel platzieren und mit nach Hause nehmen kann. Wer seine eigenen Binden näht, sollte also nicht vergessen zusätzlich auch ein kleines Täschchen zu machen.

Die Lebensdauer einer waschbaren Binde hängt davon ab, wie oft sie gebraucht und gewaschen wird. ImseVimse geben an, dass ihre Binden getestet wurden, um 200 Wäschen standzuhalten.

Periodenunterwäsche

Viele menstruierende Personen kennen diese Momente während der Periode, in welchen man einfach nur auf der Couch liegen und den Dingen ihren Lauf lassen möchte. Mit Periodenunterwäsche ist das durchaus möglich.

Die Unterwäsche besteht aus mehreren Lagen, die alle ausgewählt wurden um die Höschen möglichst dicht und gleichzeitig bequem zu gestalten. Die Firma ooshi gibt an, dass eine Unterhose bis zu 3 Tampons voll Flüssigkeit aufnehmen kann. Das schließt nicht nur Blut, sondern auch andere Körperflüssigkeiten wie Urin mit ein. Damit ist Periodenunterwäsche auch super für frisch gewordene Mütter. Nach der Verwendung wird die Unterwäsche am besten mit kaltem Wasser per Hand gewaschen und dann in die Waschmaschine bei 40 Grad gesteckt.

Die Lebensdauer einer Periodenunterwäsche liegt bei guter Pflege laut ooshi 2 Jahre lang. Danach können sie aber weiterhin als normale Unterwäsche genutzt werden.

Unser Fazit

Menstruationstassen, waschbare Binden und Periodenunterwäsche sind nicht nur gut für die Umwelt, sie sparen auch einiges an Geld. Je nach Stärke und Dauer eurer Periode oder bei bestehenden medizinischen Problemen könnten einige dieser Alternativen für euch jedoch nicht in Frage kommen.

Wer Tampons bereits jetzt nicht ausstehen kann, weil diese unangenehm sind oder man sich lieber nichts einführen möchte, für den ist sicherlich auch eine Menstruationstasse nicht. Generell leisten Menstruationstassen jedoch einen hohen Komfort und stehen dem beliebten Tampon nach einer kleinen Übungsphase in nichts nach.

Periodenunterwäsche ist vor allem dann geeignet, wenn man zuhause ist. Das Wechseln der Unterwäsche unterwegs ist für viele keine Option. Baumwollbinden sind gesundheitlich gesehen die beste Option. Viele Frauen fürchten aber, dass die Binde nicht sicher genug vor sichtbaren Flecken schützt. Auch dafür sind Baumwollbinden kein Garant.



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