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Stay cool: nachhaltige Kühlboxen & Kühlelemente für den Kühltransport

Wie ein umweltfreundlicher Kühltransport von Lebensmitteln und Co. funktioniert und welche nachhaltigen Kühlboxen es auf dem Markt zu kaufen gibt, erfährst du hier.

Wie ein umweltfreundlicher Kühltransport von Lebensmitteln und Co. funktioniert und welche nachhaltigen Kühlboxen es auf dem Markt zu kaufen gibt, erfährst du hier.

02.09.2022 | Ein Beitrag von Jasmin Vief und Ariane Jäger | Bild: Pixabay

Ob zum Genießen eines kühlen Getränks beim Treffen mit Freunden, zum Transportieren des selbstgemachten Nudelsalats auf dem Weg zur Geburtstagsparty oder zum Frischhalten von Lebensmitteln bei einer langen Zugfahrt –  ohne Kühlboxen sind deine Lebensmittel an heißen Sommertagen oder bei längeren Transportwegen schnell nicht mehr genießbar. Für die Kühlung von Köstlichkeiten greifen jedoch viele Verbraucher*innen zu herkömmlichen Kühlboxen und Akkus aus Styropor und Plastik, da diese gut vor Wärme schützen. 

Mobile Kühltaschen und -elemente sind daher alles andere als nachhaltig, oder? In diesem Beitrag erfährst du mehr darüber, warum du im Alltag auf Styropor verzichten solltest und welche nachhaltigen Alternativen es zum Kühlen von Lebensmitteln gibt. 

Styropor als Dämmmaterial für Kühlboxen 

Egal ob im Fahrradhelm, Dämmmaterial oder Glühweinbecher-to-go. Styropor ist überall und in vielen Bereichen einsetzbar. Doch woraus wird Styropor hergestellt und wie umweltverträglich ist es? 

Styropor enthält zu 98 % Luft, die restlichen zwei Prozent sind Polystyrol. Polystyrol ist einer der häufigst verwendeten Kunststoffe. Gut zu wissen: Styropor ist eigentlich nur der Markenname des Kunststoffes vom Chemiekonzerns BASF, zudem wird Styropor heute auch Airpop genannt. Der hohe Luftanteil macht Styropor zu einem guten Dämmstoff gegen Wärme und Kälte. Ausgangsstoff für die Herstellung von Styropor ist Styrol, welches wiederum aus Erdöl hergestellt wird. Dass Erdöl eine Gefahr für Umwelt, Klima und Mensch darstellt, darüber informiert zum Beispiel Greenpeace ausführlich. Styropor ist weder biologisch abbaubar noch können verschmutzte Styroporbecher oder Take-away-Behälter recycelt werden. Laut dem grünen Punkt gehören deshalb Styroporreste nicht in den gelben Sack. 


Styropor gilt als universell einsetzbarerer Stoff, nachhaltiger ist er jedoch nicht (Bild: Unsplash). 

Welche nachhaltigen Alternativen zu Styropor gibt es? 

Wer sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt, der weiß nicht erst seit gestern, dass Styropor schädlich für die Umwelt und alles andere als nachhaltig ist. In diesem Abschnitt stellen wir dir gute und vor allem umweltfreundlichere und nachhaltigere Alternativen zu Styropor vor, die Lebensmittel kühl halten und sie gleichzeitig beim Transport schützen. 

Hanf:

Dämmstoffe aus Hanf bieten einen guten Schutz vor sommerlicher Hitze. Die Wärmeleitfähigkeit der Hanfdämmung liegt bei ca. 0,045 Watt pro Meter und Kelvin, was eine gute Dämmleistung garantiert. Hanf ist zudem beständig gegen Schimmel und Feuchtigkeit. Außerdem verfügen Hanffasern über eine offenporige Zellstruktur, die Feuchtigkeit gut aufnimmt und mit dem Trocknen wieder abgeben kann.

Mineralschaum: 

Mineralschaum ist ein Baustoff, der aufgrund seiner mineralischen Bestandteile faserfrei, brandsicher und formstabil ist. Auch dieser Stoff hat eine hohe Porosität und eignet sich daher auch sehr gut als Dämmstoff, der Feuchtigkeit gut aufnehmen und wieder abgeben kann. Zudem sind Mineraldämmplatten aufgrund ihres hohen ph-Wertes beständig gegen alkalisch reagierende Stoffe und resistent gegen Schimmel und Bakterien. 

Steinwolle: 

Auch Steinwolle eignet sich mit ihrer niedrigen Wärmeleitfähigkeit von 0,35 Watt pro Meter und Kelvin. Genau wie bei Mineralschaum handelt es sich um einen mineralischen Stoff, der gegen Feuchtigkeit und Schimmel schützt. 

Holzfaser: 

Holzfaser wird aus Resten von Sägewerken hergestellt. Die Verarbeitung zur Dämmung erfolgt überdies ohne den Zusatz von Chemikalien. Da Holzfaser nach der Nutzung ebenfalls wieder recycelt werden kann, stellt es eine sehr nachhaltige und umweltschonende Alternative zur Wärmedämmung. 

Stoh: 

Aufgrund seines natürlichen Ursprungs ist Stroh atmungsaktiv und verfügt damit über eine gute Wärmeisolierung, wenig Dichte und einen hohen Anteil an offenem Porenraum. Damit eignet sich Stroh sehr gut als Stoff zur Wärmedämmung. Stroh-Dämmungen enthalten keine chemischen Zusätze, halten Witterung und Feuchtigkeit stand und versprechen daher eine lange Lebensdauer. 

Zellulose:

Auch Zellulose besteht aus Holzfasern aus recycelten Materialien, nämlich aus Altpapier. Mit Wasserdampf werden die Fasern zu Zellulose-Dämmplatten gepresst und getrocknet. Auch Zellulose ist resistent gegenüber Schimmel, allerdings sollte darauf geachtet werden, dass Zellulose nicht zur Dämmung von Bereichen, die mit Wasser in Berührung kommen, genutzt wird. 


Stroh und andere Naturmaterialien mit einem hohen Anteil an offenem Porenraum eigen sich als gutes Dämmmaterial (Bild: Pixabay). 

Kühlboxen & Kühlelemente für Endverbraucher*innen

Für uns Endverbraucher*innen gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten, Lebensmittel ohne Unterbrechung der Kühlkette von A nach B zu transportieren. Denn wer kennt es nicht: Gefühlt kochend heißes Wasser am Badesee und warme Wassermelone für das Picknick sind nicht gerade die gewünschte Erfrischung. Hier stellen wir dir einige Produkte vor, die umweltfreundlich hergestellt wurden oder aus nachhaltigen und recycelten Materialien bestehen. 

Vlocke

Bei Vlocke handelt es sich um die erste plastikfreie Kühltasche, die ausschließlich aus natürlichen Materialien gefertigt ist. Die Tasche ist zudem kompostierbar und vegan. Als Pendant für das Plastikinnenleben einer Kühltasche dienen die Wachstücher des Unternehmens Vaxtuch, aus dessen Sortiment auch die Kühltasche stammt. Als Dämmstoff wird Hanfvlies verwendet. Zudem ist die Tasche modular aufgebaut und die unterschiedlichen Teile der Kühltasche austauschbar, was auch die Langlebigkeit der Tasche verlängert. Vlocke eignet sich perfekt für die Mitnahme im Alltag und hält deine Lebensmittel ca. sechs bis acht Stunden kühl.

easy2cool

Mit den Kühlelementen von easy2cool sollen deine Lebensmittel frisch bleiben, egal ob auf Festivals, Ausflügen oder beim Transport. Die Kühlakkus in verschiedenen Größen können dank robuster PE Folie wiederverwendet werden und bestehen aus ungiftigen Inhaltsstoffen. Wer es unkompliziert mag, kann für den Festivalbesuch eine ganze Kühlbox mit Akkus (und auf Wunsch sogar mit Inhalt) bestellen. Der Festival Cooler ist eine Kühlbox aus 100% recyclingfähigen Materialien. Das Versprechen: 4 Tage lang gekühlte Lebensmittel ohne Strom oder andere Hilfsmittel.  Erhältlich ist der easy2cool Festival Cooler 3.0 beispielsweise bei Amazon (*).

QOOL

Die QOOL® Box ist keine gewöhnliche Kühlbox, das schreibt das Unternehmen auf ihrer Website. Sie benötigt keinen Strom und soll bis zu 10 Tage kühl halten. Die QOOL® Box wird in Würzburg mit Rohstoffen aus der Region hergestellt. Hinter der innovativen Kühlbox steht die va-Q-tec Ag, welche Dämmlösungen auf Basis von energieeffizienten, platzsparenden und zugleich umweltfreundlichen Vakuumisolationspaneelen herstellt. Diese besonderen Paneele werden auch in der Raumfahrt benutzt, cool oder?


Plastik und Styropor waren Gestern! Mitterlweile gibt es viele nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Kühlmaterialien (Bil: Unsplash). 

Kühlboxen & Kühlelemente für den Großhandel

Die folgenden Hersteller haben sich diesen nachhaltigen Styropor-Alternativen gewidmet und Kühlsysteme hergestellt, die Waren umweltfreundlich kühl halten können. Doch woraus bestehen die Kühlboxen & Kühlelemente und wer steckt hinter den Innovationen? 

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ECO°COOL

Die erste nachhaltige Alternative zur herkömmlichen Styroporbox ist die INNOBox von ECO°COOL. Sie besteht fast zu 100% aus recyceltem Zellstoff und ist somit komplett recycelbar. Die etwas kleinere Version wäre die INNOBag, eine Kühltasche für den Lebensmittelversand. Die passende Isolierung stellt die aus Kunststoffvlies hergestellte Einlage für Versandkartons dar: Der SMARTliner basiert zu 80% auf recyceltem PET und hält die Ware über 48 Stunden kühl. 

Generell bietet ECO°COOL individuelle Kühl- und Isolierverpackungen an, die Lösungen für unterschiedliche Kühl-Anforderungen darstellen. Produziert werden die Kühlelemente in Deutschland, das Unternehmen blickt auf mehr als 15 Jahre Erfahrung im Bereich der Kühlketten-Logistik zurück. Seit 2020 bietet ECO°COOL auch wasserbasierte Kühlelemente für Transportverpackungen. Hier kann man nach dem Transport das Wasser einfach im Waschbecken ablassen und die übrigbleibende Kunststoffhülle über den gelben Sack recyceln. 

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Landpack

Seit 2014 hat sich das Unternehmen auf die Entwicklung und Herstellung von umweltfreundlicher Isolierverpackung, insbesondere für den Lebensmittel-Versand, spezialisiert. Die Landbox ist eine umweltfreundliche Isolierverpackung, die in ihrer Kühlleistung mit der von Styropor vergleichbar ist. Die Landbox gibt es aus Stroh oder Hanf oder als kompostierbare Isoliertasche. Im Vergleich mit Styropor sind die Landpacks nicht nur aus umweltfreundlichem Material, die Boxen sind auch platzsparender und kostengünstiger. 

FRESH!PACKING

Das Unternehmensziel des Familienunternehmens: Den Versand von frischen und gekühlten Waren einfacher und umweltverträglicher zu machen. Mit den Verpackungssystemen von FRESH!PACKING können Lebensmittel nachhaltig kühl verschickt werden. Die 3-teilige Box wird mit 100% Zellstoff isoliert. Das Beste: Alle FRESH!PACKING-Isolierelemente und Kartonagen können über die Papiertonne dem Recycling zugeführt werden.

IsoPack

Tschüss Styropor, hallo IsoPack Kühlboxen made in Germany. Die flexible Isoliertasche im Inneren des Karton passt sich laut IsoPack optimal an die Ware an und macht somit Füllmaterial überflüssig. So sollen Luftzwischenräume vermieden werden und die Lebensmittel bleiben bis zu 48 Stunden frisch. Im Gegensatz zu Styropor lassen sich die Boxen bis zu 90% platzsparender lagern.

Fazit: Cool down - mit umweltfreundlichen Kühl-Alternativen

In der Natur gibt es einige Stoffe, die vergleichbar gut isolieren wie Styropor. Deshalb setzen immer mehr Unternehmen bereits auf einen umweltfreundlichen Versand ihrer Produkte, gekühlt und ungekühlt. Für ungekühlte Waren gibt es ebenso innovative, nachhaltige Verpackungen aus zum Beispiel recycelter Pappe, Grasfasern oder Zuckerrohr. Wenn die Waren dann auch noch durch einen klimaneutralen Versand verschickt werden, ist das eine runde Sache, oder nicht? 

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Dieser Beitrag wurde am 02.09.2022 aktualisiert und erstveröffentlicht am 14.01.2021.

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