Das Thema Social Startups ist in den USA viel größer als in Deutschland
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Das Thema Social Startups ist in den USA viel größer als in Deutschland

In den USA ist das Thema bereits weit fortgeschritten und es gibt haufenweise Ideen von denen auch deutsche Social Entrepreneurs profitieren können, so Christian Deiters von social-startups.de.

In den USA ist das Thema bereits weit fortgeschritten und es gibt haufenweise Ideen von denen auch deutsche Social Entrepreneurs profitieren können, so Christian Deiters von social-startups.de.

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27.08.2015 - Bild: Co-Gründer Torsten Schreiber und Christian Deiters (v.l.n.r.)

Lieber Christian, im Mai 2013 haben wir dich das letzte Mal interviewt – zum Interview. Schon damals hat sich eure Website „social-startups.de“ gut entwickelt. Was ist seitdem passiert?

Bei uns ist die letzte Zeit einiges passiert. Zum einen haben wir unser Team  vergrößert - mittlerweile arbeiten knapp 30 Personen an der Plattform. Außerdem bieten wir viel mehr Informationen für Gründer an: Neben Informationen zu Social Impact Investoren werden wir in Kürze auch ein eigenes Gründer-Lexikon veröffentlichen und schrittweise erweitern.

Weiterhin konnten wir einen hochwertigen Beirat für uns gewinnen. Mit dabei:

Christian Vater, Ashoka-Fellow und Gründer von „Deutschland rundet auf“, Tina Teucher, Moderatorin und Gründerin des Netzwerks Sustainable Matchmaker sowie Nils Hafa, Leiter des Social Impact Lab in Frankfurt. Das auffälligste siehst man allerdings gleich auf der Startseite: Wir haben ein komplett neues Design, welches durch unsere Community mit ausgesucht wurde.

Aktuell schielen wir auf das Thema Expansion. Derzeit planen wir auf Dauer ein Team in den USA aufzubauen und uns selbst internationaler aufzustellen. Mit James Bates haben wir einen tollen Manager gefunden, der mit uns an dieser Expansion arbeiten wird. Die ersten englischen Artikel sind bereits auf unserer Website erschienen und wir wollen das nun schrittweise ausweiten. Nicht nur in Deutschland gibt es herausragende Konzepte und Startups im Bereich Nachhaltigkeit und Social Entrepreneurship. In den USA ist das Thema bereits weit fortgeschritten und es gibt haufenweise Ideen von denen auch deutsche Social Entrepreneurs profitieren können.

Angefangen habt ihr zu zweit. Wenn man heute auf eure Team-Seite schaut, dann tummeln sich dort zahlreiche Redakteure. Ist euer Kerngeschäft der Content oder für was genau steht social startups aktuell?

Unser Kerngeschäft ist weiterhin das Sozialunternehmertum in Deutschland zu fördern. Dazu gehören eine kleine Jobbörse, Information für Gründer und natürlich das Vorstellen von Projekten in News- sowie normalen Artikeln und Interviews. Unsere Beratungsaktivitäten gehen fließend in diese Bereiche über - hier haben wir ja auch schon Referenzprojekte. Daher spielt Content für unsere Allrounder-Position natürlich eine sehr wichtige Rolle.

Das letzte Mal als wir uns sprachen waren dein Geschäftspartner Anton und du noch in einem festen Job, ihr habt also Social Startups in eurer Freizeit gemacht. Ist das noch immer so und wenn ja, warum und wie lange noch?

Social-startups.de war Anfang an darauf ausgelegt, nebenberuflich betrieben zu werden – deshalb haben wir unsere Organisation auch sehr flexibel aufgebaut. Zumindest aktuell sehen wir keine Bewandtnis dies zu ändern. 

Wie würdest du den Status quo des Themas „Social Entrepreneurship“ beschreiben?

Im Vergleich zu 2012 hat sich einiges getan. Aktuell finden die Themen rund um Social Entrepreneurship endlich mehr Beachtung in den größeren Medien. Die sich daraus resultierende Aufmerksamkeit schlägt sich natürlich auch gleich auf andere Bereiche nieder. So hat es das Social Business im allgemeinen etwas leichter an Kooperationspartner oder Finanzierungen zu kommen - immerhin gibt es einige Crowdfundingplattformen die eben mit von medialer Verbreitung leben. Wo wir auch schon beim Thema sind: Mit bettervest und beispielsweise EcoCrowd gibt es zwei erstklassige Crowdfunding Plattformen, die großartiges bewegen können und werden. Wichtige Institutionen wie das Social Impact ab sind in den letzten Jahren in Deutschland weiter in andere Bundesländer expandiert - unter anderem wurde auch ein Lab in Frankfurt eröffnet. Auch auf Landes- und Bundesebene tut sich einiges. Insgesamt kann man festhalten, dass sich in Deutschland das Thema eindeutig ausbaut. Für meinen Geschmack könnte es aber noch um einiges schneller gehen.

Auch bei euch gibt es mittlerweile eine Rubrik Jobs, nämlich die „Social Jobs“. Ist dieser Bereich ein Geschäftsmodell für euch oder eher ein Mehrwert der Seite für Jobsuchende und Arbeitgeber?

Für uns ist das im Moment eher ein Mehrwert für unsere Seite. Jobplattformen gibt es ja schon eine Menge, mittlerweile auch im nachhaltigen Bereich.

Wie gut funktioniert „Social Impact Finance“?

Es funktioniert auf jeden Fall immer besser als noch vor 2 Jahren. Da die Themen Social Entrepreneurship, Nachhaltigkeit und Social Startups immer mehr in den Vordergrund rücken, erkennen die Menschen auch die Finanzierungsnotwendigkeit solcher Projekte. Natürlich ist es noch immer sehr schwer an Geld zu kommen – neue Finanzierungskonzepte wie Crowdfunding können hier aber vieles erleichtern. Das hat unter anderem auch die Deutsche Umweltstiftung mit der Plattform EcoCrowd erkannt, um nur ein Beispiel zu nennen. Ich bin mir sicher, dass sich das Thema die nächsten Jahren auch recht schnell entwickeln wird.

Welche Social Events sollte man im Jahr nicht verpassen und warum nicht?

Hinweisen möchte ich ganz besonders auf den Next Economy Award - ein Award für Socia Startups des Deutschen Nachhaltigkeitspreises, bei dem wir auch offizieller Medienpartner sind. Die nachhaltige Szene braucht große Preise wie diesen. Allgemein sind Preise mit großer Medienwirksamkeit besonders für Social Startups wichtig, da es hier noch immer noch an medialer Aufmerksamkeit mangelt. Das hat sich in den letzten Jahren, auch durch uns, zwar zum positiven geändert aber nachhaltige Preise sind ein wichtiger Eckpfeiler.

Wie geht es mit Social-Startups.de weiter?

Wir werden jetzt die nächsten Monaten das Thema „englischsprachige Artikel“ sowie USA weiter fokussieren und fleißig an dem Lexikon für nachhaltige Gründer arbeiten. Natürlich haben wir auch noch weitere Pläne! Es wäre aber verfrüht schon jetzt darauf einzugehen.



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