Im Interview: Christian Deiters, Socialstartups.de
Grüne Wirtschaft

Im Interview: Christian Deiters, Social-startups.de

Bereits im letzten Jahr interviewten wir einen der Gründer von social-startups.de. Jetzt erklärt Herr Deiters (Stellv. Chefredakteur) wie sich die Plattform bisher entwickelt hat und wie es weitergehen soll.

Bereits im letzten Jahr interviewten wir einen der Gründer von social-startups.de. Jetzt erklärt Herr Deiters (Stellv. Chefredakteur) wie sich die Plattform bisher entwickelt hat und wie es weitergehen soll.

22.05.2013 - Das Interview führte Marcus Noack

UMWELTHAUPTSTADT.de: Herr Deiters, Anfang des Jahres haben wir bereits Ihren Geschäftspartner Anton Nagatkin zu Ihrer Website Social-Startups.de interviewt - Interview mit Anton Nagatkin. Seitdem scheint sich bei Ihnen einiges getan zu haben, welche Neuigkeiten haben Sie für uns?

CHRISTIAN DEITERS: Nun zunächst einmal haben wir mit Natália Kassner und Jenny Lorbeer unser Redaktionsteam verstärkt. Dadurch sind wir erheblich flexibler geworden und konnten kürzlich unser Konzept um einen interessanten Punkt erweitern: die Beratung. Primär sind und bleiben wir aber ein Informationsportal, welches die Themen Startup, nachhaltige Geschäftsideen und Social Entrepreneurship sinnvoll vereint.

Noch immer bekommen wir von Universitäten und Hochschulen Angebote für Gastvorträge und vermehrt treffen bei uns auch Kooperationsangebote aus dem ganzen Bundesgebiet ein. Mal sehen was sich davon realisieren lässt.

Welche Erfahrungen haben Sie seit der Gründung des Portals Social-Startups gemacht?

Gerade wenn man ganz am Anfang steht, wird man oftmals noch müde belächelt. Frei nach dem Motto: Die gibt es in fünf Monaten sowieso nicht mehr. Nun, unglaublich viele Arbeitsstunden und 9 Monate später hat sich die Situation geändert und wir werden nach Kooperationen angefragt. Anerkennung muss man sich erarbeiten. Manchmal ist es einfach wichtig, am Ball zu bleiben und sich nicht entmutigen zu lassen, nur weil man gerade was nicht ganz nach Plan läuft.

Johann Wolfgang von Goethe sagte schon früher: Erfolg hat drei Buchstaben: TUN! Er hat Recht.

Sie berichten auf Social-Startups über Geschäftsideen, bei denen das Lösen von gesellschaftlichen Problemen im Vordergrund steht. Welche Ideen haben Sie besonders begeistert?

Einer meine Favoriten ist ganz klar die Initiative PC-Spenden von Viafrica. Das Unternehmen kümmert sich um abgeschriebene alte Hardware von Unternehmen. Sie holen es kostenlos ab, verkaufen was noch zu gebrauchen ist und der Rest wird einem renommierten Entsorgungsunternehmen gegeben. Die Erlöse aus dem Verkauf werden wiederrum in soziale Projekte in Afrika investiert. Ich selbst habe Wirtschaftsinformatik studiert und bin daher schon oft auf die Frage gestoßen, ob es nicht einen sozialeren Weg gibt, als PC´s einfach nur wegzuschmeißen. PC-Spenden ist mit Sicherheit eine sehr gute Antwort auf die Frage.

Eine weitere sehr schöne Idee kommt von Vekoop. Dort wird derzeit an einem Online Shop für Allergiker und Vegetarier gearbeitet. Durch die Angaben seine Ernährungspräferenzen identifiziert Vekoop dann unverträgliche Lebensmittel und entfernt sie aus dem Warenkorb oder tauscht sie einfach aus. Das könnte das Einkaufen für Allergiker ein Stück weit revolutionieren.

Auch Social Startups können ohne finanzielle Mittel nicht existieren, daher stellen Sie auf Ihrer Seite auch Organisationen (Social Investors) vor, die Social Entrepreneurs bei der Finanzierung ihres Unternehmens unterstützen können. Welche sind das genau und was unterscheidet diese Investoren von den klassischen Risiko-Kapitalgebern?

Wir haben auf unserer Website die wichtigsten und bekanntesten Social Investors vorgestellt. Unter anderen sind das BonVenture, Social Venture Fund, KfW oder Ashoka.

Zwischen Social Investors und normalen Investoren gibt es weniger Unterschiede wie man vielleicht vermuten mag. Beide Varianten helfen Unternehmen, Projekten und Organisationen bei der Finanzierung und manche stehen darüber hinaus noch bei Beratungsfragen zur Verfügung.

Traditionellen Investoren fehlt es aber leider oftmals an Anreizen um sich bei sozialen Unternehmen und Projekte zu beteiligen. Unternehmen, die mit Ihrer Idee Millionen im Jahr an Gewinn einfahren könnten, bekommen eher eine Wachstumsförderung als Unternehmen, die sich um die Bildung in Afrika kümmern und somit weniger Gewinne erwirtschaften können.

Genau darin unterscheiden sich die Social Investors. Für sie spielen marktorientierte Ansätze zur Lösung ökologischer und sozialer Problemstellungen eine größere Rolle als Gewinne.

Sie haben eine neue Dienstleistung hinzugenommen, nämlich die Beratung. Wen beraten Sie und in welchen Fragen?

Derzeit beraten wir erst mal nur Viafrica und Ihre Initiative PC-Spenden. Man kann das vielleicht als so eine Art Pilotprojekt für uns ansehen. Viafrica möchte sich hier in Deutschland positionieren und genau da setzen wir an. Wir klinken uns in verschiedene Marketing- sowie Personalprozesse ein und unterstützen so das Unternehmen.

Da wir durchaus beeindruckende Erfolge erzielen konnten, ist es möglich, dass wir das Konzept ausweiten und weitere Firmen in die Beratungsphase aufnehmen. Wenn, dann werden wir uns dabei aber auf soziale Startups beschränken.

Was hält das Jahr 2013 für Sie noch bereit?

Ich hoffe doch viele Erfolge und natürlich nur gute Nachrichten! Vielleicht auch noch den einen oder anderen neuen Kooperationspartner – mal sehen.

Möchten Sie vielleicht ein paar Tipps und Ideen für junge Gründer loswerden?

Gerne. Der beste Rat den ich geben kann, ist zu lernen, ausgelassener zu werden. Ich habe nun schon in ein paar Unternehmen gearbeitet, in denen die Fähigkeit, Ruhe bewaren zu können, ein seltenes Gut geworden ist. Die Folge sind Fehlentscheidungen. Gerade in der Gründungszeit ist es unheimlich wichtig, nicht übereilt Entscheidungen zu treffen.

Ein Vorteil von Startups ist zudem die Flexibilität. Anders als in großen Konzernen sind Startups meistens noch sehr klein und die Entscheidungswege sind viel kürzer. Ideen lassen sich somit effizienter umsetzen. Ein Vorteil, den jedes Startup für sich nutzen sollte.

Was wünschen Sie sich für Ihr Projekt?

Ganz klar: Es soll sich so gut weiterentwickeln wie bisher. Wir sind stolz auf das, was wir bisher geschafft haben!

Weitere Informationen:

Social-Startups.de



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