Kurz vorgestellt: Fachverband Medienproduktioner
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Kurz vorgestellt: Fachverband Medienproduktioner

Kern der nachhaltigen Medienproduktion sollte stets die Devise „Vermeiden, Reduzieren, Ausgleichen“ sein. Das gilt f├╝r jeden Bereich und f├╝r jedes Medium. Entsprechende L├Âsungsans├Ątze sind sehr vielf├Ąltig und umfassen die Materialwahl genauso wie die Senkung der CO2-Emission oder den „Water Footprint“.

Kern der nachhaltigen Medienproduktion sollte stets die Devise „Vermeiden, Reduzieren, Ausgleichen“ sein. Das gilt f├╝r jeden Bereich und f├╝r jedes Medium. Entsprechende L├Âsungsans├Ątze sind sehr vielf├Ąltig und umfassen die Materialwahl genauso wie die Senkung der CO2-Emission oder den „Water Footprint“.

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Interview mit R├╝diger Maa├č - Gesch├Ąftsf├╝hrer des Fachverbandes Medienproduktioner e.V.

 

Herr Maa├č, Sie sind seit 1998 als Gesch├Ąftsf├╝hrer des Fachverbandes Medienproduktioner e.V. t├Ątig. Wer sind Ihre Mitglieder und welche ├╝bergeordneten Ziele verfolgen Sie?

R├ťDIGER MAA├č: Als Fachverband vertreten wir die Interessen aller, die am Prozess der Medienproduktion beteiligt sind. Das reicht von der Kreation bis zur Weiterverarbeitung, von der Druckproduktion bis zu den sogenannten Neuen Medien. Um dieser Aufgabe bestm├Âglich gerecht zu werden, ist es unser Bestreben, ma├čgeblich an der Entwicklung von Branchentrends mitzuwirken. Dazu f├Ârdern wir die Kommunikation und Kooperation zwischen Mitgliedern und Partnern und tragen durch ein umfangreiches Kongress-, Seminar- und Weiterbildungsprogramm zum stetigen Wissensaufbau in unserer Branche bei. Dabei sind wir stets bem├╝ht, nicht nur f├╝r ├Âkonomische, sondern ebenso f├╝r ├Âkologische und soziale Verantwortung zu ├╝bernehmen. Die Brancheninitiative Media Mundo ist das beste Beispiel daf├╝r.

„Media Mundo“ ist eine Brancheninitiative des f:mp., die sich dem Thema nachhaltige Medienproduktion widmet. Geht es dabei ausschlie├člich um Printmedien?

Weder der f:mp. noch die Brancheninitiative Media Mundo (http://www.MediaMundo.info) sehen Druck und Internet, Mobile Media oder Video als Gegens├Ątze. Ganz im Gegenteil sind wir der ├ťberzeugung, dass sich s├Ąmtliche Medien in ihrer Wirkung erg├Ąnzen und zukunftsorientierte Synergien bilden sollten – beispielsweise in der Verkn├╝pfung von Printkampagnen und Internetangeboten. Insofern kann sich das Thema Nachhaltigkeit nicht allein auf einen Bereich beschr├Ąnken. Vielmehr beruht das Konzept der nachhaltigen Medienproduktion auf einer ganzheitlichen Strategie, die m├Âglichst alle Aspekte von der Kreation bis zur Distribution wie auch alle verwendeten Medien ber├╝cksichtigt.

Was macht eine nachhaltige Medienproduktion aus?

Kern der nachhaltigen Medienproduktion sollte stets die Devise „Vermeiden, Reduzieren, Ausgleichen“ sein. Das gilt f├╝r jeden Bereich und f├╝r jedes Medium. Entsprechende L├Âsungsans├Ątze sind sehr vielf├Ąltig und umfassen die Materialwahl genauso wie die Senkung der CO2-Emission oder den „Water Footprint“. So ist beispielsweise bei Serverr├Ąumen der Energieverbrauch ein Thema. Hier k├Ânnen durch intelligente K├╝hlung ebenso wie durch moderne Technologie und die Nutzung von ├ľkostrom der Energieverbrauch und die Treibhausgasentstehung deutlich reduziert werden. Die Emissionen durch notwendige und nicht vermeidbare Restverbr├Ąuche k├Ânnen durch den Ankauf und die Stilllegung von Emissionszertifikaten ausgeglichen werden. Letzten Endes k├Ânnen Serverr├Ąume auf diese Weise CO2-neutral betrieben werden.

F├╝r die nachhaltige Medienproduktion entscheidend ist aber vor allem, dass solche Ma├čnahmen nicht f├╝r sich allein stehen, sondern im Rahmen einer ganzheitlichen Strategie ineinandergreifen. Die nachhaltige Medienproduktion setzt sich aus einer ganzen Reihe von Schritten zusammen, die ein Medienunternehmen gehen muss, um auf Basis einer ganzheitlichen Strategie eine ├Âkonomisch vertretbare sowie ├Âkologisch und sozial verantwortungsvolle Kommunikation anbieten zu k├Ânnen.

Schlie├člich m├╝ssen auch Inhalte nachhaltig sein. Nur eine zielgerichtete und wirkungsvolle Kommunikation erreicht den Kunden tats├Ąchlich. Hier ist Qualit├Ąt statt Quantit├Ąt der entscheidende Stichpunkt. Ist die Kommunikation f├╝r den Empf├Ąnger nicht relevant, ist jedes noch so umweltschonend produzierte Medium eine Verschwendung wertvoller Ressourcen.

Wie nachhaltig ist es um unsere Medienlandschaft bestellt?

Viele Dienstleister bieten umweltfreundliche Produktionsweisen, Materialien oder Zertifizierungen an. Dies zeigt, dass die Verantwortung der Medienlandschaft, die schlie├člich in der Pflicht ist, glaubw├╝rdig auch ├╝ber Nachhaltigkeit zu kommunizieren, ernst genommen wird. Leider erkennen wir aber auch immer wieder den Kardinalsfehler einer solchen Handlungsweise: Sie folgt nicht stringent dem roten Faden einer ganzheitlichen und ernst genommenen Strategie. Diese ist aber das A und O einer wirklich nachhaltigen Medienproduktion.

Wie k├Ânnte eine klimaneutrale Medienlandschaft in 20 Jahren aussehen? Welche Ziele und Ver├Ąnderungen w├Ąren Ihrer Meinung nach w├╝nschenswert und realistisch?

Nun, die Frage ist nicht ob und wie generell nur klimafreundlich produziert werden kann. Aufgabe ist es langfristig nachhaltig zu agieren. Dazu geh├Ârt die 3 S├Ąulen ├ľkologie, ├ľkonomie und Soziales. Mediendienstleister werden sich zu Partnern weiterentwickeln, die eine nachhaltige Strategie anbieten und entsprechende Ideen unkompliziert und wirtschaftlich sinnvoll umsetzen k├Ânnen. In dieser Hinsicht spielt vor allem die Beratungskompetenz eine entscheidende Rolle. Gerade bez├╝glich der angesprochenen ganzheitlichen Konzepte steht die Medienlandschaft jedoch jetzt noch am Anfang. Medien greifen noch nicht sinnvoll genug ineinander. Es gibt noch sehr viele Einzeldisziplinen, die erst zusammenwachsen m├╝ssen. Das betrifft nicht nur die Medienproduktion an sich, sondern auch die Kreation. Agenturen haben oft noch keine wirklichen Konzepte parat, wie eine Kommunikation ├╝ber Nachhaltigkeit aussehen soll, wie man Nachhaltigkeit wirksam demonstriert. Im Laufe der kommenden Jahre werden aber sicherlich noch viele innovative L├Âsungen entwickelt, die alle Aspekte und M├Âglichkeiten einer nachhaltigen Medienproduktion und sinnvollen Medienkonvergenz ebenso wie die individuellen Anforderungen der Kunden ber├╝cksichtigen.

Kritiker behaupten, die angebotenen Zertifizierungen dienten mehr Marketingzwecken als dem Umweltschutz. Was sagen Sie?

Unternehmen nutzen nat├╝rlich ihr Engagement im Umweltschutz f├╝r Marketingzwecke. Allerdings handelt es sich dabei nicht um einen Widerspruch zum Umweltschutz. Wir sind in der Situation, dass hier Synergieeffekte auftreten. Wenn ├Âkologische oder soziale Verantwortung ├╝bernommen wird, warum soll man dar├╝ber nicht reden? Es geht nat├╝rlich nicht darum, Nachhaltigkeit als Feigenblatt zu benutzen. Das funktioniert im Informationszeitalter ohnehin nicht. Kunden lassen sich von leeren Worth├╝lsen nicht mehr t├Ąuschen und reine Marketingfloskeln werden als solche schnell entlarvt. Transparenz, Authentizit├Ąt und Wahrhaftigkeit sind die zentralen Bausteine des Kommunikationserfolgs. Hinter den Zertifizierungen muss immer die klare strategische Positionierung eines Unternehmens zu erkennen sein, dann wird das Engagement von den Kunden honoriert.

Woran k├Ânnte es liegen, dass sich so wenige Menschen bewusst mit den Themen Umwelt- und Klimaschutz auseinandersetzen und aktiv handeln?

Tats├Ąchlich sind es gar nicht so wenige Menschen, die sich bewusst mit dieser Thematik auseinandersetzen. So leiden beispielsweise Unternehmen, die gegen den Umweltschutz versto├čen, unter einer deutlich ablehnenden Haltung der Konsumenten. Das belegt die bislang umfangreichste Studie zum Thema Nachhaltigkeit der IBH RETAIL CONSULTANTS in Zusammenarbeit mit one sustainability. Demnach hat jeder zweite Verbraucher schon einmal Produkte von Firmen boykottiert, die nachweislich die Umwelt sch├Ądigen oder sozial bedenklich sind. Nicht umsonst ist Nachhaltigkeit ein Trend, mit dem sehr bewusst geworben wird. Auf der anderen Seite steigt die Nachfrage nach umweltgerechten Produkten konstant an. Voriges Jahr wurden allein in Deutschland Bio-Produkte im Wert von 5,9 Milliarden Euro umgesetzt. All diese Fakten belegen im Grunde ein recht gro├čes Interesse. Ich denke aber, dass Verbraucher oft nur unzureichend informiert sind – und zwar nicht nur ├╝ber die Produkte und ihre Herstellung, sondern auch ├╝ber die eigene M├Âglichkeit der Einflussnahme. Das resultiert in einer Verunsicherung, die sehr leicht als Desinteresse interpretiert werden kann. Gerade aus diesem Grund haben wir mit der Brancheninitiative Media Mundo ein Forum geschaffen, bei dem sich nicht nur Produzenten, sondern auch Auftraggeber ├╝ber die verschiedenen M├Âglichkeiten der nachhaltigen Medienproduktion informieren k├Ânnen.
 

Glauben Sie, dass Hamburg als erste offizielle Umwelthauptstadt ihrem Titel gerecht wird und sich als Vorreiter einer gr├╝nen Metropole nachhaltig in den K├Âpfen der Menschen verankern kann?

Ob Hamburg eine Vorreiterrolle im Umweltschutz innehat, ist fraglich. Bez├╝glich des Umweltschutzes bietet Hamburg noch einiges an nicht genutztem Potenzial. Ich denke aber, dass Signale wie die Wahl einer Umwelthauptstadt durch die Europ├Ąische Kommission dem Thema Nachhaltigkeit insgesamt noch etwas mehr Kontur geben k├Ânnen. Wie schon erw├Ąhnt, beruht die gr├Â├čte Hemmschwelle f├╝r ein wirksames Engagement nach wie vor auf dem mangelnden Informationsfluss. Und auch f├╝r die Hansestadt wird das mit Sicherheit wichtige Impulse f├╝r eine nachhaltige Entwicklung geben. Bereits jetzt wurde angek├╝ndigt, dass Hamburg den CO2-Aussto├č bis 2020 gegen├╝ber dem Stand von 1990 um 40 % und bis 2050 sogar um 80 % zu senken beabsichtigt. Das ist eine Entwicklung, die man nur begr├╝├čen kann.

R├╝diger Maa├č
(Gesch├Ąftsf├╝hrer)
Fachverband Medienproduktioner e. V.
Waldbornstra├če 50 56856
Zell/Mosel

http://www.f-mp.de

 



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