Frag die Expert*innen!

Frag die Expert*innen! Naturkosmetik

Ausgewählte Expert*innen beantworten deine Fragen zum Thema Naturkosmetik.

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Ausgewählte Expert*innen beantworten deine Fragen zum Thema Naturkosmetik.

Karoline Smit (ELEWA), Wolfgang Mittermair (COSPHERA), Irina Gerlez (Zauberblick)I Bild: Pixie

Unter den Begriff Naturkosmetik fallen die Arten von Kosmetika, deren Inhaltsstoffe größtenteils natürlichen Ursprungs sind. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn Naturkosmetik ist kein geschützter Begriff. Teilweise werden daher Pflegeprodukte als Naturkosmetik bezeichnet, die chemische Abkömmlinge von natürlichen Rohstoffen beinhalten. Aber woran kann ich erkennen, ob es sich tatsächlich um Naturkosmetik handelt? Und welche Siegel können dabei helfen, vertrauenswürdige Naturkosmetik zu erkennen?

Solche und ähnliche Fragen zum Thema Naturkosmetik stellen sich hunderte Menschen täglich – ein klarer Fall für unser Informations-Format “Frag die Expert*innen!”. Wir bringen Licht in den naturkosmetischen Begriffs-Dschungel und geben eure Fragen rund um nachhaltige Produkte und Themen direkt an unsere Partner*innen weiter, die selbst Hersteller*innen, Produzent*innen, Dienstleister*innen, Wissenschaftler*innen oder aus einem anderen Grund Expert*innen auf dem jeweiligen Gebiet sind.

1. Was ist echte Naturkosmetik?
2. Wodurch hebt sie sich von herkömmlichen Pflegeprodukten ab?
3. Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen konventioneller Kosmetik und Naturkosmetik?
4.Worauf kann man beim Kauf von Pflegeprodukten achten? 
5. Was steckt hinter fairem Handel für Naturkosmetik?
6. Wie wird nachhaltiger Versand für Naturkosmetik gestaltet?
7. Welche Inhaltsstoffe werden für Naturkosmetik genutzt?
8. Welche Inhaltsstoffe schließt Naturkosmetik grundsätzlich aus?
9. Welche Zertifizierungen oder Siegel zeichnen Naturkosmetik aus? 

1.  Was ist echte Naturkosmetik?

Echte Naturkosmetik“ zeichnet sich aus durch die bewusste Auswahl der Rohstoffe, welche eingesetzt werden. Vielmals wird auch Wert auf eine umweltschonende Wertschöpfungskette gelegt. So wird z. B. auch auf die biologische Abbaubarkeit der Produkte sowie deren Verpackung geachtet.

Um etwas mehr Transparenz zu schaffen, gibt es mehrere Naturkosmetik-Siegel, wie z. B. Cosmos, Ecocert und Natrue. Jedes Siegel hat seine eigenen Richtlinien und definiert, welche Rohstoffe in den Kosmetikprodukten eingesetzt werden dürfen bzw. mit welchen prozentuale Einsatzobergrenzen, und welche nicht. Die Stoffe werden beurteilt nach ihrer Herkunft, dem chemischen Syntheseweg, etwaige benötigte Hilfsstoffe und die (biologische) Abbaubarkeit. Wichtig zu wissen ist, dass der Begriff „Naturkosmetik“ in der EU rechtlich nicht geschützt ist.

Ein anderer Trend, der sich seit einiger Zeit abzeichnet, ist die „Cleane Kosmetik“: Es gibt viele sinnvolle Wirkstoffe, die aufgrund ihrer synthetischen Herkunft nicht in zertifizierter Naturkosmetik eingesetzt werden dürfen, z. B. naturidente (natürlich vorkommende, aber chemisch nachgebaut) Stoffe wie Vitamine, Peptide oder Aromen. Daher stellen einige Unternehmen ihre Produkte nach „cleanen“ Kriterien her. Oft legen sich diese Unternehmen die Kriterien selbst auf und sind teilweise sogar richtig streng dabei.

Wolfgang Mittermair (COSPHERA)

2. Wodurch hebt sie sich von herkömmlichen Pflegeprodukten ab?

Naturkosmetik hebt sich üblicherweise durch eine besonders bewusste Auswahl der Inhaltsstoffe sowie einer (umwelt-)bewussten und möglichst nachhaltigen Wertschöpfungskette ab.

Einige Naturkosmetik-Marken verwenden z. B. Bio-Rohstoffe, achten auf eine vegane Inhaltsstoffe, verzichten bewusst auf Mikroplastik, Mineralöle, Paraffine, Silikone, synthetisches Parfum, PEGs, und verwenden nur Stoffe von bester Qualität und höchster Bioverfügbarkeit.

Wolfgang Mittermair (COSPHERA)

3. Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen konventioneller Kosmetik und Naturkosmetik?

Es ist wichtig zu wissen, dass der Begriff Naturkosmetik gesetzlich nicht geregelt, also auch nicht geschützt ist. Begrifflich gibt es den Unterschied zwischen „Naturkosmetik" und der „naturnahe Naturkosmetik“. 

Handelt es sich um ein naturnahes Kosmetikprodukt, so wird es weitestgehend konventionell produziert – nur einzelne Inhaltsstoffe sind organisch. 

Bei einem echten Naturkosmetikprodukt werden jedoch (bis auf wenige Ausnahmen) ausschließlich natürliche Substanzen verarbeitet. Verzichtet wird zum Beispiel auch auf Parabene, Silikone, Paraffine, Konservierungsstoffe und synthetische Duftstoffe. 

Bei der Naturkosmetik gibt es noch folgende Orientierungen: Naturkosmetik mit Bio-Anteil - mindestens 70 Prozent der Inhaltsstoffe stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Bio-Kosmetik - 95 Prozent der Inhaltsstoffe aus biologischem Anbau. 

Weder das eine, noch das andere ist generell besser oder schlechter. Es kommt ganz auf die persönlichen Präferenzen an. Wer aber besonders viel Wert auf die genaue Zusammensetzung legt, sollte sich eben entsprechend ausführlich mit den Firmen, ihren Marken und den Produkten auseinandersetzen. Also bitte nicht ausschließlich auf das Marketing verlassen.

Irina Gerlez (Zauberblick)

4. Worauf kann man beim Kauf von Pflegeprodukten achten? 

Grundsätzlich sollte man sich in erster Linie fragen, was und wofür benötige ich wirklich und wie erreiche ich das am besten. 

Bei der Wahl der konkreten Produkte ist es dann zu empfehlen, sich auch mit den Brands genauer zu beschäftigen. Zu wem gehören sie? Handelt es sich um ein Produkt aus der Massenproduktion? 

Denn hinter vielen Marken, auch vermeintlich kleinen und noch unentdeckten, stecken am Ende oft große Konzerne. Wie rein ist dann der Inhalt wirklich? Wie glaubwürdig das nachhaltige Verpackungskonzept?

Irina Gerlez (Zauberblick)

5. Was steckt hinter fairem Handel für Naturkosmetik?

Rohstoffe für Naturkosmetik stammen in der Regel aus nachhaltigem Anbau oder auch aus Wild-Pflückung. Auf jeden Fall sind viele Menschen am Anbau, der ständigen Qualitätskontrolle und letztendlich an der Ernte und Herstellung der Produkte beteiligt. Rohstoffe können natürlich regionaler Herkunft sein, z. B. Alpenkräuter, allerdings wird ein Großteil aus verschiedenen asiatischen Ländern oder Afrika bezogen.

Fairer Handel sorgt dafür, dass alle Menschen, die an diesem Prozess beteiligt sind, angemessen für ihre Arbeit bezahlt werden. Oft wird die Arbeit auf den Feldern oder auch das Pflücken in der Natur von Frauen übernommen. Sie sind auf ihren Verdienst angewiesen, um ihre Familien zu ernähren oder die Lebensqualität zu verbessern. Durch fairen Handel können soziale Strukturen gestärkt und Armut entgegengewirkt werden.

Karoline Smit (ELEWA)

6. Wie wird nachhaltiger Versand für Naturkosmetik gestaltet?

Nachhaltiger Versand für Naturkosmetik beginnt im Idealfall schon beim Rohstoff-Versand. Er sollte auf ein Mindestmaß reduziert werden.

Für den Versand von fertigen Produkten kommen ausschließlich Verpackungen aus recycelten Materialien, Papier, Karton oder Stoff in Frage. Einige Naturkosmetik-Marken verwenden zum Beispiel Stoffbeutel aus nachhaltig produzierter Baumwolle, die sehr langlebig sind.

Karoline Smit (ELEWA)

7. Welche Inhaltsstoffe werden für Naturkosmetik genutzt?

Idealerweise sind Inhaltsstoffe für Naturkosmetik von pflanzlicher Herkunft, aber auch einige tierische Inhaltsstoffe werden gerne verwendet. Das können Bienenwachs, Gelee Royal, Kamelmilch oder Ziegenmilch sein. Naturkosmetik ist also nicht automatisch vegan, wie allerdings häufig angenommen wird.

Beliebte Inhaltsstoffe, die für naturkosmetische Produkte verwendet werden sind dennoch pflanzliche Extrakte, Öle und Fette. Hier einige Beispiele:

  • Kokosnussöl, Olivenöl, Arganöl, Jojobaöl, Sheabutter
  • Kamille
  • grüner oder weißer Tee
  • Beeren
  • Granatapfel
  • Ätherische Öle
  • Weidenrinde
  • Wildrose

Diese Rohstoffe enthalten Vitamine und Mineralstoffe, die einen gesunden Hautstoffwechsel positiv beeinflussen können.

Karoline Smit (ELEWA)

8. Welche Inhaltsstoffe schließt Naturkosmetik grundsätzlich aus?

Rohstoffe, die in der Regel in zertifizierten Naturkosmetik nicht zum Einsatz kommen dürfen, sind petrochemische Erzeugnisse oder z .B. silikonbasierte oder synthetische Rohstoffe.

Auch die Verwendung von Rohstoffen vom toten Tier sehen einige Anbieter*innen von Naturkosmetik-Siegeln kritisch. Dennoch ist Naturkosmetik nicht automatisch gleichzusetzen mit veganer Kosmetik, da viele Ausgangsrohstoffe vom lebenden Tier (Milch, Lanolin, Wolle, Honig) weiterhin erlaubt sind. Man sieht, der Begriff „Naturkosmetik“ hat gute Ansätze und dient als eine erste grobe Einschätzung. Siegel geben eine zusätzliche Orientierungshilfe. .

Wolfgang Mittermair (COSPHERA)

9. Welche Zertifizierungen oder Siegel zeichnen Naturkosmetik aus? 

Die gängigsten Siegel in der Naturkosmetik sind beispielsweise: BDIH-Siegel, NatTure-Siegel, Demeter- Siegel, Ecocert- Siegel. Darüber hinaus gibt es noch Siegel für den Fairtrade Handel von Hautpflege Produkten. 

Grundsätzlich gelten Tierversuche für Kosmetikprodukkte in der EU seit 2013 als verboten. Und so entstanden auch folgende Siegel dafür: Hase mit schützender Hand, der Leaping Bunny, Vegan Blume sowie das Peta Zeichen „Cruelty free“.

Irina Gerlez (Zauberblick)

Expertin für zertifizierte Naturkosmetik

Karoline Smit, Entwicklerin von ELEWA Natural

Karoline Smit hat ELEWA Natural Skin care 2014 entwickelt. Die Pflegeserie gehört zur Body Contour Company LLC,  die für einen nachhaltigen Lebensstil steht. Natur – Körper  – Geist – Seele in Balance. Zu einem bewussten Lebensstil muss auch die Hautpflege gehören.
Als ganzheitliche Gesundheitsberaterin, medizinische Fachkosmetikerin und Lymphdrainage-Massagepraktikerin hat sie den medizinischen Hintergrund auf dessen Wissen ist ELEWA entstanden.

 

„Die Haut ist unser größtes und ein lebenswichtiges Organ. Ein gesunder Lebensstil und eine gesunde Hautpflege lassen sich nicht voneinander trennen.“ (Karoline Smit)

Expertin für Zero Waste Kosmetik

Irina Gerlez, Gründerin von Zauberblick

Irina Gerlez hat vor mehr als 10 Jahren Zauberblick in Hamburg gegründet. Die Marke steht für hochwertige Wimpernverlängerungen und für exklusive Hautpflegeprodukte. Nachhaltigkeit in der Beauty Branche, insbesondere Inhaltsstoffe und Verpackungskonzepte sind ihre Leidenschaft.

„Wer aber besonders viel Wert auf die genaue Zusammensetzung legt, sollte sich eben entsprechend ausführlich mit den Firmen, ihren Marken und den Produkten auseinandersetzen. Also bitte nicht ausschließlich auf das Marketing verlassen.“
(Irina Gerlez)

 

Experte für natürliche Wirkstoffkosmetik

Wolfgang Mittermair, Gründer von COSPHERA

Wolfgang Mittermair hatte die Idee, eine Hyaluron Creme für den eigenen Gebrauch zu kreieren, die Hautprobleme minimiert und die Ansprüche von Wirkstoff- und Naturkosmetik verbindet. 2017 gründete er gründete das Unternehmen H1-Performance GmbH und zusammen mit der Beauty Expertin Katharina Kopp die Marke COSPHERA.

Der Markenname vereint die Begriffe Atmosphäre, Kosmos und Kosmetik und steht für Engagement und Mission von COSPHERA: natürlich gesunde Schönheit und Wohlbefinden von außen und innen. COSPHERA Produkte vereinen das Beste aus Wissenschaft und Green Lab mit der Regenerationskraft der Natur.

„Einer unserer wichtigsten Werte ist Nachhaltigkeit. Wir setzen auf Clean Beauty Care.“(Wolfgang Mittlermair)

Was sind deine Fragen zum Thema nachhaltige Naturkosmetik?

Schreib uns gerne an expertinnen@lifeverde.de, wir sichten und sammeln die Themen und geben sie dann weiter an unsere Expert*innen.

Du bist selbst Expert*in auf einem nachhaltigen Gebiet und möchtest als LifeVERDE-Expert*in Fragen zu deinem Fachthema beantworten? Wir freuen uns über eine Nachricht an expertinnen@lifeverde.de.




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