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Karen Wittel von atambo tours zum Thema nachhaltig Reisen

INTERVIEW | Von Reisen kann man nie genug kriegen - wirklich nachhalitg ist es allerdings nicht immer. Das Reisebüro atambo sorgt dafür, dass sich das ändert.

INTERVIEW | Von Reisen kann man nie genug kriegen - wirklich nachhalitg ist es allerdings nicht immer. Das Reisebüro atambo sorgt dafür, dass sich das ändert.

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16.05.2014 | Ein Interview geführt von LifeVERDE | Bilder: atambo

 

Wunderschöne Orte entdecken, neue Kulturen kennenlernen, Kraft tanken und abschalten.

Das und noch viel mehr macht eine Reise möglich. Nirgends sonst als auf einer Reise können wir über uns hinauswachsen, über unseren Tellerrand blicken und etwas von anderen lernen. Leider sind Reisen aber auch mit Umweltbelastungen verbunden - von der An- und Abreise des Reisenden selbst bis zum Flächenverbrauch und Biodiversitätsverlust durch den Tourismus vor Ort. Es gibt aber auch eine Möglichkeit, das Reisen nachhaltiger zu gestalten: Zum Beispiel mit einem Reiseportal, das großen Wert auf Nachhaltigkeit und CSR legt. atambo ist so eines - im Interview stellt Geschäftsführerin Karen Wittel ihr Reiseunternehmen vor und redet mit uns über nachhaltiges Reisen.
 

LifeVERDE: Frau Wittel, was würden Sie sagen, ist das Besondere an Ihrem Reiseportal "atambo"?

KAREN WITTEL: Unsere Maßschneiderei. Bei uns bekommt der Kunde keine Bausteine aus der Schublade und auch keine Gruppenreise von der Stange. Wir erstellen ganz individuelle Urlaubspläne – und diese sind on top auch noch 100% nachhaltig. atambo tours trägt seit 2010 das CSR-Siegel für nachhaltigen Tourismus. Dabei setzen wir auf Exklusivität und Geheimtipps.

Wann und wie kamen Sie auf die Geschäftsidee zu atambo tours?

Mein Leben war schon von Kindesbeinen an vom Reisen geprägt. Durch die Arbeit meiner Eltern, die als Entwicklungshelfer tätig waren, haben wir in der Familie die ganze Welt bereist. Afrika, Asien, Südamerika. Es war mir schon immer klar, dass ich vom Reisen nicht lassen kann. Nachhaltigkeit als Thema habe ich schon quasi „mit der Muttermilch“ aufgenommen. Und: Das Thema Ökologie und bewusster Konsum, sowie Individualität, ist Zeitgeist. Da war es ein logischer Schritt ein nachhaltiges Reiseunternehmen zu gründen.
 

Was genau bedeutet nachhaltig Reisen für Sie? Ist der erkennbare Trend zur „Entschleunigung“ ebenso ein Nachhaltigkeitskriterium?

Nachhaltigkeit hat für mich unterschiedliche Dimensionen. Es ist der respektvolle und schonende Umgang mit Mensch und Natur. Und es umfasst auch die Dimension der Sozialverträglichkeit.

Also in Bezug auf den Tourismus ist es uns wichtig, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in unseren Zielgebieten respektiert werden. Letztlich ist Nachhaltigkeit auch ökonomisch zu sehen. Für uns bei atambo ist Nachhaltigkeit Unternehmenskultur. Das fängt bei grünem Strom an und setzt sich über alltägliche Themen wie Stromverbrauch, fairer Kaffee, Anfahrt zur Arbeit mit der Bahn oder dem Rad, Kompensation von Dienstreisen sowie respektvoller Umgang der Mitarbeiter*innen untereinander fort.
 

Ist nachhaltiges Reisen aktuell noch eine Nische? Wozu müssten sich alle Reiseanbieter verpflichten, damit Reisen weltweit unter nachhaltigen Bedingungen stattfinden können?

Der Begriff Nachhaltigkeit hat sich in den letzten Jahren rasant ausgebreitet und ist zu einem der Schlagworte überhaupt im Marketing geworden. Bio und Fairtrade liegen im Trend, und der macht natürlich auch vor der Reisebranche nicht halt. Was ich sagen will, ist, dass auch große Veranstalter diesen Zeitgeist entdeckt haben und mit diversen Siegeln in den Katalogen ihr grünes Engagement nachweisen. Doch besser wäre es, wenn sich die Reisebranche einem Kriterienkatalog verpflichten würde, der für die Verbraucher*innen transparent, nachvollziehbar und auch überprüfbar ist.
 

Kopenhagen ist Europas Umwelthauptstadt 2014. Wie kann Ihrer Meinung nach nachhaltiger Städte-Tourismus aussehen?

Ich denke eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, insbesondere an die Bahn, ist wichtig, um Individualverkehr zu vermeiden. Angebote wie Rad- oder Rundwanderwege sind aus meiner Sicht ebenfalls ein wichtiges Kriterium. Da Shopping ein wichtiges Thema beim Städtetourismus spielt, sollten die individuellen Nischenanbieter, Boutiquen und Restaurants gefördert werden um Verödung und Einförmigkeit vorzubeugen und ein lebendiges Stadtbild zu schaffen. Um für die Besucher*innen ein wirklich "nachhaltiges" Erlebnis zu schaffen bei einer Städtetour, muss vor allem auch das kulturelle Angebot stimmen.
 

Was war Ihr inspirierendstes Reiseland und Urlaubserlebnis unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten?

Im vergangenen Jahr war ich mit meiner Familie in Bhutan. Für mich absolute Vordenker in punkto Nachhaltigkeit. Sie haben die Systematik der Gross National Happiness, des Bruttosozialglücks, eingeführt. Ein spannender ganzheitlicher Ansatz, der materielle und spirituellen Werte kombiniert und in Einklang bringt.

Spannend ist auch deren Tourismuskonzept. Die Preise sind extrem hoch und damit verschließt sich das Land ganz automatisch den Massen und Backpackern; ein schonender Tourismus wird so leichter handelbar.

Und keine Plastiktüten. Ja, sicher nur eine Kleinigkeit. Aber schon verrückt, es geht tatsächlich – eine Welt ohne Plastiktüten.

Welche Art von Reise würden Sie gestressten Büro-Mitarbeiter*innen empfehlen?

Ich persönlich unterscheide zwischen „Reise“ und „Urlaub“. Die Reise ist von Bewegung, Veränderung und ständig neuen Eindrücken geprägt. Unabhängig vom Ziel kann dies schon prima beim Abschalten helfen, denn wer sich stetig bewegt, der erhält Inspiration und gewinnt Abstand von der Alltäglichkeit. Urlaub ist für mich gleichbedeutend mit Ruhe, es ist eine Zeit die nach innen gerichtet ist und dient der Entspannung.

Aus unserem atambo Portfolio finde ich einen privaten Segeltörn auf einer kleinen Segeljacht mit Skipper durch die türkisblaue Welt der Grenadinen (Karibik) jenseits des Pauschaltourismus eine prima Gelegenheit so richtig abzuschalten!
 

Welches sind Ihre nächsten Meilensteine?

Wir haben viel vor. So zum Beispiel wollen wir noch mehr Reisebüros für unsere nachhaltigen Reiseprodukte begeistern und so unseren Vertrieb ausdehnen.

Wir erarbeiten gerade nachhaltige Reiseangebote für die USA – eine neue atambo Destination, das ist gar nicht so einfach. Technisch steht als nächstes die mobile Version des atambo Auftritts an.

 

Vielen Dank für das Interview, Frau Wittel!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an atambo stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare - wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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