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Tipps für Nachhaltigkeit im Wintersport

Jeden Winter verbringen viele begeisterte Outdoor-Sportler*innen ihre Ferien auf den Pisten beim Ski oder Snowboard Fahren. Doch wie kann nachhaltiger Winterurlaub aussehen?

Nachhaltigkeit im Wintersport
Designelement

Jeden Winter verbringen viele begeisterte Outdoor-Sportler*innen ihre Ferien auf den Pisten beim Ski oder Snowboard Fahren. Doch wie kann nachhaltiger Winterurlaub aussehen?

12.11.2020 | Ein Beitrag von Michelle Markwart | Bilder: Unsplash

Für den Bau von Skipisten werden Wälder gerodet, Flüsse müssen umgeleitet werden und Hotels, Parkplätze sowie Gondeln nehmen sehr viel Platz ein. Das alles belastet die Umwelt und zerstört den Lebensraum der dort beheimateten Tiere. Abseits von Pisten zu fahren, ist auch keine gute Idee, da du dort direkt in den Lebensraum der Tiere eingreifst und sie gefährdest. Zusätzlich problematisch ist der Einsatz von Schneekanonen, die einen enorm hohen Wasser- und Energieverbrauch haben und viel Lärm erzeugen. Wenn dich die negativen Folgen von Kunstschnee interessieren, schau dir das Video von der WELT an:

Jetzt fragst du dich sicher, was zu tun ist, damit du einen nachhaltigen Winterurlaub genießen und deinem Hobby ohne schlechtes Gewissen nachgehen kannst. Geht das denn überhaupt? Umweltorganisationen wie der WWF setzen sich seit Jahren dafür ein, dass keine weiteren Skipisten angelegt werden und dass Hersteller von Outdoor-Bekleidung und -Ausrüstungen mit umweltfreundlichen Materialien produzieren. Wir zeigen dir, worauf du bei deinem nächsten Wintersporturlaub achten solltest und welche nachhaltigen Hersteller für Skizubehör vertretbar sind.

Reise umweltfreundlich an

Dass Bahnfahren umweltfreundlicher als Autofahren ist, ist wahrscheinlich klar. Nicht nur der CO2-Ausstoß ist viel geringer, sondern du reduzierst auch das immer so hohe Verkehrsaufkommen. Wenn es kein Bahnnetz gibt, dann nimm den Linien- oder Shuttlebus, der in die Skiregionen fährt. Manchmal gibt es sogar ein spezielles Ski-Ticket von der Deutschen Bahn. Es ist ein Kombi-Ticket, das einen Skipass enthält. Es lohnt sich also auf jeden Fall, sich zu informieren!

Fahre in eine nachhaltige Skiregion 

Inzwischen sind einige Skigebiete bemüht, ihre Region nachhaltiger zu gestalten. Orte, die extrem expandieren und ihre Infrastruktur immer weiter ausbauen, errichten meist nur noch mehr Hotels und Freizeitanlagen. Diese solltest du daher meiden. Nachhaltige Skiregionen haben zwar noch keine Zertifizierung, aber du erkennst sie daran, dass sie auf künstlich präparierte Pisten verzichten, eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel bieten, regenerative Energien nutzen oder nur eine bestimmte Menge an Skifahrern auf den Berg lassen, um Überfüllung zu vermeiden. Wir haben dir drei Skigebiete herausgesucht, die ihre Region und den Skispaß nachhaltig verändern möchten. 

Garmisch-Partenkirchen in Bayern

Mit dem Projekt „Nachhaltiges Garmisch-Partenkirchen“ hat das beliebte Skigebiet eine Nachhaltigkeitsstrategie 2020 ins Leben gerufen, die nachhaltigen Tourismus sicherstellen soll. Die Maßnahmen beziehen sich auf die Themen Mobilität, Demografie, Tourismus, Umweltschutz und Naturschutz. 

Kitzsteinhorn in Kaprun, Österreich

Das Skigebiet hat schon seit vielen Jahren ein Qualitäts-, Umwelt- und Energiemanagementsystem und ist mehrfach zertifiziert und ausgezeichnet worden. Es werden kostenlose Skibusse zwischen Kaprun und Zell am See angeboten und der Strom der Seilbahnen wird vollständig aus erneuerbaren Energien bezogen. 

Tenna in Graubründen, Schweiz

Der Skilift in Tenna wird komplett mit Solarenergie betrieben und ist somit der weltweit erste Solarskilift. Mit einem Trägersystem für Solarzellen kann eine optimale Ausrichtung der Solarzellen auf den Sonnenstand ermöglicht werden. Die sogenannten "Solar Wings" produzieren so bis zu 30 Prozent mehr Energie und speisen zusätzlich etwas in das Stromnetz ein.

Das sind natürlich nur einige wenige Beispiele für nachhaltige Skigebiete. Bei den Alpine Pearls, ein Verbund mit mehreren Touristikorten, findest du viele Urlaubsorte in den Alpen, die auf Nachhaltigkeit Wert legen und sanften Tourismus schaffen wollen. Dort kannst du auch nach Skigebieten in einem spezifischen Land suchen, falls du einen genauen Wunsch hast. 

Wähle eine nachhaltige Unterkunft

Da du im besten Fall nicht Ein-Tages-Trips zum Skigebiet machst, sondern für mehrere Tage anreist, musst du natürlich irgendwo übernachten. Wenn du nicht in einer Ferienwohnung oder einem Hostel bleibst, wirst du um ein Hotel nicht herumkommen. Das ist aber auch gar nicht so schlimm, denn glücklicherweise gibt es einige nachhaltige Hotels in Skigebieten, die Bio-zertifiziert und oft auch CO2 neutral sind. In unserem Beitrag Nachhaltige Hotels in Skigebieten findest du einige Hotel-Tipps von uns. 

Trage nachhaltige Ski- und Snowboard-Mode

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat in verschiedenen Tests aufgezeigt: Unsere Wintersportbekleidung und –Ausrüstung belastet die Umwelt. Das größte Problem an der Outdoor-Kleidung seien demnach die in den meisten Materialien enthaltenen Gifte und Schadstoffe wie PFC. Diese Chemikalien reichern sich überall in der Umwelt an und können gesundheitsschädlich sein. Immer mehr Outdoor-Modefirmen setzen deshalb auf umweltfreundlichere Herstellungsprozesse und Materialien. Hier findest du einige nachhaltige Outdoor-Modellabel:

Dilling

Bevor du in deine Ski- und Snowboardanzüge schlüpfst, solltest du dich darunter erstmal warm einpacken. Dafür musst du nicht so viele Pullis übereinander anziehen, bis du dich nicht mehr bewegen kannst, sondern wir empfehlen dir die dünne, aber wärmende Thermounterwäsche aus Merinowolle von DILLING. Die nachhaltige Mode-Marke achtet auf das Wohl ihrer Schafe, auf eine umweltfreundliche Färberei, und auf eine faire Produktion in Europa. Damit du bei deinem Trip nicht frierst, kannst du dich zum Beispiel mit einem Top, einem Langarmshirt oder einer Kaputzenjacke, einer Leggins und einer wärmenden Schlupfmütze ausstatten. Auch für Kinder gibt es die volle Montur in schönen Farben. Die meisten Produkte sind aus Merinowolle, die von Natur aus einzigartige Eigenschaften hat: Sie ist temperaturregulierend und passt sich automatisch an die natürliche Wärme des Körpers an. Somit kann sowohl Wärme als auch Kälte isoliert werden. Außerdem ist sie schweißabsorbierend. Das heißt die Wolle sorgt dafür, dass du beim Ski- und Snowboardfahren weniger schwitzt, weil die Feuchtigkeit vom Körper wegtransportiert wird. Die Materialien sind sehr angenehm zu tragen und du hast viel Bewegungsfreiheit – also perfekt für den Outdoor-Sport.

Mit dem Rabattcode Lifeverde15 erhälst du 15% auf alle Produkte im Webshop.

The Fair Cottage

Bei The Fair Cottage findest du eine breite Palette nachhaltiger Outdoor-Produkte für alle Outdoor-Freaks, die sich für Ski- und Snowboardfahren (aber auch Klettern, Trekking, Wandern, Surfen und Yoga) begeistern. Ob Kleidung oder Ausrüstung, wenn du dich grundausstatten willst, dann bist du hier richtig. Für deinen nächsten Winterurlaub hast du die Wahl zwischen verschiedenen Holzski von PUSU oder farbenfrohen Snowboards von Arbor Collective. Darüber hinaus findest du auch Hoodies, Shirts, Sporthosen und Mützen für die kalte Saison.

Die Marken von The Fair Cottage erfüllen bestimmte Nachhaltigkeitskriterien. Dazu zählen die nachhaltige Herstellung und Beschaffung von Rohstoffen, Verringerung von Emissionen, Energie-, Wasser- und Abfallmanagement, fairer Handel, Transparenz und die Förderung sozialer Projekte. Du kannst hier also sicher sein, dass die Produkte allesamt nachhaltig, emissionsreduziert und fair produziert wurden. Schau auch im Blog vorbei, dort werden dir Öko-Labels, Zertifizierungen und nachhaltige Produktmaterialien erklärt. So bleibst du informiert und behältst bei der Suche nach deinem nächsten nachhaltigen Produkt den vollen Durchblick.

Patagonia 

Patagonia stellt ihre Skihosen und -jacken sowie die modischen Polyester-Fleece zu fast 100% aus recycelten Plastikflaschen her. Seit 1993 hat die Firma mit ihrer Herstellungsmethode, nach eigenen Angaben, rund 90 Millionen PET-Flaschen wiederverwerten können. Die Patagonia-Kleidung kann, wenn sie nicht mehr gebraucht wird, an den Hersteller zurückgeschickt werden. Daraus entsteht dann neue Kleidung. 

Vaude

Vaude verwendet ebenfalls Materialien aus recycelten Stoffen und Biobaumwolle und produziert fair und nach strengen Umweltstandards an den Standorten China, Vietnam und Deutschland. Die Lieferketten sind transparent und du kannst bei den Winterprodukten sehen, wer diese hergestellt hat. Die Ausrüstung ist langlebig, recyclebar und reparierbar. Bei der VAUDE-eigenen Reparaturwerkstatt können Schäden behoben werden. Wenn du dein handwerkliches Geschick unter Beweis stellen willst, kannst du es auch mit den online verfügbaren DIY-Anleitungen oder Reparatur-Werkstätten versuchen. 

Pyua

Pyua verarbeitet in seiner Bekleidung recycelte und recyclebare Materialien und Schnurwolle, die nur aus kontrolliert biologischer Tierhaltung stammt. Auch hier kann die alte Kleidung zurückgegeben werden und so beispielsweise aus einer alten Jacke eine neue Ski-Hose entstehen.

Picture Organic clothing

Die Textilien von Picture Organic clothing sind zu 100 Prozent aus Bio-Baumwolle hergestellt und vom Global Organic Textile Standard zertifiziert. Die Picture-Mode ist für seine bunten und lässigen Designs bekannt.

Statte dich mit nachhaltiger Ski- und Snowboardausrüstung aus

In Skigebieten gibt es natürlich eine große Auswahl an Skiverleihen. Das Mieten ist eine gute Sache, allerdings willst du bestimmt eine eigene Ski- oder Snowboardausrüstung, wenn du öfters fährst. Für den Fall haben wir dir Marken mit nachhaltiger Ausrüstung ausgesucht.

Fischer: Der österreichische Hersteller Fischer stellt seit 2001 seine Skier mit Energie aus erneuerbaren Quellen her. Nachdem die Skier ausgedient haben, werden sie thermisch verwertet und zu Wärmeenergie umgewandelt.

Indigio: Indigo setzt auf Bambus und stellt seine Skier, Snowboards und Zubehör aus dem schnell nachwachsendem Rohstoff her – und das alles in einer Manufaktur in Handarbeit. 

Grown: Die Firma Grown Skis hat einen Tourenski entwickelt, der zu 70 Prozent aus heimischem Hartholz besteht. 2008 gewann sie damit den ECO-Preis auf der Internationalen Fachmesse für Sportartikel und Sportmode.

Schneebrett: Schneebrett ist auf Snowboards spezialisiert und stellt diese aus umweltfreundlichen Materialien her. Das Unternehmen bezieht das Holz aus heimischen Wäldern in der Region Thüringen. Bei der Produktion werden ausschließlich lösungsmittelfreie und wasserbasierende Lacke verwendet. 

Purl: Das Bio-Snowboard-Wachs von Purl, das aus erdölfreien Produkten besteht, rundet die „grünen“ Vorbereitungen für den Winterurlaub perfekt ab.

Melt: Die schmelzenden Gletscher haben Melt dazu gebracht, auf Wachs zu verzichten. Sie stellen Skier her mit einem Nivylen Nano Carbon Belag, der nicht mehr gewachst werden muss. Der Belag franst nicht aus, dementsprechend musst du mit keiner schlechteren Gleitfähigkeit und Grauwerden des Belages rechnen. Zudem ist das Nivylen voll recyclingfähig. Das Ergebnis des neuesten Know-Hows aus Nanotechnologie und Thermoplast ist eine Oberfläche, auf der du wie ein heißes Messer durch Butter gleitest, ohne unnötige Wachsspuren zu hinterlassen.

Dein nachhaltiger Ski- oder Snowboardurlaub

Wie du siehst, gibt es zum Glück schon einige Skigebiete und Hersteller, die die Umweltzerstörung durch unseren Skispaß verhindern möchten. Du kannst inzwischen bei fast allen Bereichen des Wintersports auf eine grüne Alternative zurückgreifen: ob bei der Anfahrt, dem Hotel und der Ausrüstung. Mit dieser Hilfestellung kannst du deinen nächsten Winterurlaub von Anfang bis Ende nachhaltiger planen und zumindest mit etwas weniger schlechtem Gewissen genießen. So steht der nächsten Saison auch nichts mehr im Wege, wenn die Berge dich wieder rufen!

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Du möchtest dich schon einmal auf deine Auszeit im Urlaub einstimmen? Lies auch: Indoor Wellness – Entschleunigung für zuhause

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