Winterurlaub aber nachhaltig!
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Winterurlaub – aber nachhaltig!

Sobald die kalte Jahreszeit beginnt, scheiden sich bei Reiselustigen die Geister. Während die einen in die Sonne fliegen, gibt es für die anderen kaum ein perfekteres Urlaubsszenario als ausreichend Schnee und klirrende Kälte.Wie aber sieht nachhaltiger Winterurlaub aus?

<p>Sobald die kalte Jahreszeit beginnt, scheiden sich bei Reiselustigen die Geister. Während die einen in die Sonne fliegen, gibt es für die anderen kaum ein perfekteres Urlaubsszenario als ausreichend Schnee und klirrende Kälte.Wie aber sieht nachhaltiger Winterurlaub aus?</p>
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22.12.2016 - Ein Bericht von Lucia Behrend

Sobald die kalte Jahreszeit beginnt, scheiden sich bei Reiselustigen die Geister. Während die einen in die Sonne fliehen, gibt es für die anderen kaum ein perfekteres Urlaubsszenario als ausreichend Schnee und klirrende Kälte. Den Winter in den verschneiten Bergen auf Ski oder Snowboard zu erleben, ist für Wintersportler ein absolutes Highlight. Doch der Einfluss, den der Skitourismus auf die ökologisch und landschaftlich sensible Bergwelt ausübt, ist bedenklich. Die Waldrodungen für Pisten und Loipen begünstigen Lawinen und beschneiden den Lebensraum der Bergtiere. Zudem wird für das Betreiben der Lifte viel Energie und für die Betätigung von Schneekanonen Unmengen von Wasser verbraucht – alles in einem eine verheerende Ökobilanz. Doch die Tourismusbranche reagiert auf das gestiegene Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Mit grüneren Alternativen macht sie den Winterurlaub auch für Reisende, die ihren ökologischen Fußabdruck im Blick haben, möglich.  

Man mag es kaum glauben aber die größten Klimabelastungen des Wintersports stellen tatsächlich die An- und Abreise dar. Dass Winterurlaube gerne auch als Kurztrip übers Wochenende angelegt werden, verstärkt diesen Effekt noch. Umweltfreundliche Alternativen zur Anreise mit dem Flugzeug oder dem Auto bieten Fernbus oder Bahn. Während die Fernbusse mit niedrigen Preisen locken, wirbt die Bahn mit Schnelligkeit und anderen Annehmlichkeiten. Um in puncto Reisekomfort mithalten zu können, bietet die Deutsche Bahn z.B. einen Gepäckservice an, bei dem Urlauber das sperrige Ski-Equipment schon vorab ins Hotel schicken können. Auch die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs gilt als zukunftsträchtig, da er unnötige Klimabelastungen vor Ort vermeidet. Skiorte, die sowohl eine gute Anbindung an das Bahnnetz als auch eine ausgebaute Infrastruktur des Nahverkehrs vorweisen können, erfreuen sich deswegen wachsender Beliebtheit. Denn obwohl es noch keine allgemeine Zertifizierung für nachhaltige Skiorte gibt, ist die Verkehrsanbindung ein starkes Kriterium für eine grüne Alternative. Weitere Anhaltspunkte bei der Suche von nachhaltig ausgerichteten Reiseveranstalters geben zudem Gütesiegel wie das „CSR tourism certified“. Um diesen Ansprüchen nachzukommen, setzen immer mehr Betreiber von Unterkünften und Liften auch regenerative Energien ein. Liftbetreiber setzen zudem verstärkt auf Sessellifte anstelle der Schlepplifte. Werden dieser mit einer Photovoltaikanlage betrieben, zeichnen sie sich durch besondere Umweltfreundlichkeit aus, da der Boden sich erholen kann. Als Faustregel kann festgehalten werden, dass kleine Skiorte und einfache Unterkünfte oftmals weniger umweltschädlich sind und häufiger lokal betrieben werden. Bei riesigen Skigebieten, die Schneesicherheit versprechen, kann man hingegen davon ausgehen, dass viele Schneekanonen mit hohem Ressourcenverbrauch eingesetzt werden.

Im Bereich der Ausrüstung gibt es bereits eine große Auswahl an Anbietern, die auf die nachhaltige Produktion von Ski- und Snowboardzubehör spezialisiert sind. Zur Orientierung dienen hier Herstellerhinweise oder Siegel wie zum Beispiel das „Blue Sign“. Marken wie Vaude, Bergans oder Patagonia werben mit ihrer umweltschonenden und fair produzierten Kleidung und unter den Ski- und Snowboard-Hersteller machen Unternehmen wie Salomon, Atomic, Völkl u. a. mit Preisen von sich reden, die sie für innovative, nachhaltig hergestellte Produkte gewinnen. Doch auch der Trend zum gebraucht Kaufen oder Tauschen bietet sich besonders für den Saisonsport an. Fachgeschäfte mit Secondhand Artikeln finden sich in vielen großen Städten und Tauschbörsen sind online standortübergreifend verfügbar.

Beim Skifahren ist besonders achtsames Fahren von großer Bedeutung. Wer die Grenzen von präparierten Pisten nicht achtet, stört das Gleichgewicht von Flora und Fauna. Obwohl die Abfahrt abseits der Pisten im Tiefschnee großen Spaß verspricht, wird so in den ohnehin schon begrenzten Lebensraum der ansässigen Tiere eingedrungen und die Gefahr eine Lawine auszulösen erhöht. Apropos Abfahrt – die schnelle Variante sich durch den Schnee zu bewegen, ist aufgrund der benötigten Lifte auch die mit dem höchsten Energieverbrauch. Anbieter setzen aber auch vermehrt auf umweltfreundlichere Varianten wie Langlauf, Winterwandern, Schneeschuh- oder Huskytouren, Eislaufen oder Rodeln. Auch im Hinblick darauf, dass Entschleunigung einen Gewinn an Entspannung und Achtsamkeit verspricht, werden solche Alternativen in Zukunft wohl zunehmen.

Insgesamt sollten Wintersportler bei ihrer Urlaubsplanung flexibel bleiben. In Zeiten des Klimawandels werden schneesichere Winter immer ungewisser. Sind Schnee und Kälte trotz gebuchter Reise nicht in Sicht, sollte es vielleicht nicht auf Teufel komm´ raus ein Skiurlaub werden. Auch ohne den Ressourcenverbrauch für künstlichen Schnee gibt es schließlich ausreichend schöne Alternativen, die Berglandschaft im Einklang mit der Natur zu erleben.





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