Nachhaltige Geldanlagen und Banken
Grüne Wirtschaft

Nachhaltige Geldanlagen und Banken

Was bedeutet es, Geld nachhaltig anzulegen? Wir liefern euch Erklärungen, Tipps zu grünen Banken, Trendanalysen und Fakten.

Was bedeutet es, Geld nachhaltig anzulegen? Wir liefern euch Erklärungen, Tipps zu grünen Banken, Trendanalysen und Fakten.

04.03.19 - Ein Beitrag von Maria Pfeiffer - Bild: Pixabay

Nachhaltige Geldanlagen, alternative Banken, grüne Finanzen. Was kann man darunter eigentlich verstehen? Spricht man von Nachhaltigkeit im Finanzsystem, sind meist Investments und andere Anlageprozesse gemeint, die sich an den ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Governance) orientieren. Während die Transparenz bei konventionellen Banken oftmals schwierig ist, versprechen nachhaltige Banken nur in umwelt- und sozialfreundliche Projekte zu investieren. Eine genaue Definition für “Nachhaltigkeit” gibt es allerdings nicht und wird von den einzelnen Unternehmen selbst festgelegt.

Welche Anlegemöglichkeiten gibt es?

Wer sein Geld nachhaltig anlegen möchte, sollte sich zunächst über die eigene Risikobereitschaft klar werden.  Man unterscheidet zwischen drei nachhaltigen Geldanlagen, die jeweils mit unterschiedlich hohen Risiken verbunden sind:

  • Sparanlagen: In Form von  Sparbriefen, Sparbüchern, Wachstumssparen und Ratensparverträge bieten einige Banken klimafreundliche Alternativen. Diese Form der Geldanlage ist generell mit einer hohen Sicherheit verbunden, gleichzeitig jedoch auch mit einer geringen Rendite.
  • Aktien- und Investmentfonds: Banken können ihr Geld in unterschiedlichen Sektoren anlegen. Nachhaltige Themenfonds findet man vor allem in Branchen der grünen Immobilien, erneuerbaren Energie, Mikrofinanzierung, nachhaltigen Rohstoffe, sowie Investitionen in soziale Projekte. Diese Art des Geldanlegens ist mit einem höheren Risiko, aber gleichzeitig auch mit höheren Gewinnchancen verbunden.
  • Kapitalanlagen: Geschlossene Fonds und Genussrechte. Hier investieren Anleger in ein bestimmtes Unternehmen oder Projekt, wie beispielsweise einen Windpark. Diese Form der Geldanlage birgt ein hohes Risiko, da man die Wirtschaftlichkeit des Investitionsgegenstandes kaum vorher beurteilen kann. Kapitalanlagen können mit einem hohen Gewinn verbunden sein, bei Unternehmensinsolvenz ist der Verlust jedoch umso höher.

(Quelle: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/nachhaltige-geldanlage/gut-fuers-klima-nachhaltigkeit-bei-geldanlagen-11410 )

Wohin fließt das Geld und wer ist dafür verantwortlich?

Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland fließen hauptsächlich in Unternehmensanleihen (37%), Aktien (31%) und Staatsanleihen (15%). 91% der nachhaltigen Geldeinlagen kommen von institutionellen Investoren. Zu den institutionellen Investoren gehören vor allem kirchliche Institutionen und Wohlfahrtsinvestitionen (35%). Versicherungsunternehmen und Vereine auf Gegenseitigkeit belegen mit 19% den zweiten Platz.

Die Top 5 Ausschlusskriterien bei nachhaltigen Geldanlagen sind Arbeitsrechtsverletzungen, Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörung, Waffen und Rüstung, sowie Korruption und Bestechung.

Welche Banken agieren unter dem Banner der Nachhaltigkeit?

Vier Banken, die versprechen ihre Investitionen an den ESG-Kriterien zu orientieren, sind die Triodos Bank, die GLS-Bank, die UmweltBank und die EthikBank. Diese wollen wir hier kurz genauer beleuchten.

Triodos Bank

Die Triodos Bank investiert in eine Vielzahl an Sektoren, u.a. in Mikrofinanzen, grüne Immobilien, FairTrade und Bildung. Mit einer Bilanzsumme von 9.902 Mio. Euro im Jahr 2017 ist sie die größte „Nachhaltigkeitsbank“. Ihr Gewinn lag im selben Jahr bei 37,4 Mio. Euro und das Volumen der Einlagen bei 8.722 Mio. Euro. Das Volumen der vergebenen Kredite steigt kontinuierlich an und lag 2017 bei 6.59 Mio. Euro und einer Anzahl an 60.339 vergebener Kredite.

GLS Bank

Die GLS Bank investiert in keine Wertpapiere von Ländern, in welchen der Vollzug der Todesstrafe und Folter legal sind, die gegen demokratische und politische Grundrechte verstoßen, die den Atomwaffensperrvertrag oder die Genfer Kriegsrechtskonvention nicht unterzeichneten oder ein hohes Maß an Korruption aufweisen. Die Bilanzsumme der GLS Bank steigt kontinuierlich und lag im Jahr 2017 bei 5.056,5 Mio. Euro. Im selben Jahr lag der Bilanzgewinn bei 7.623 Euro und sie vergab ein Kundenkreditvolumen von 3.036,6 Mio. Euro.

UmweltBank

Die UmweltBank investiert ausschließlich in Umweltprojekte. Auch ihre Bilanzsumme steigt stetig und lag im Jahr 2017 bei 3.485 Mio. Euro. Gleichzeitig lag das Volumen der zugesagten Kredite bei 2.710 Mio. Euro.

Ethikbank

Die Ethikbank setzt eine lange Liste an Anlagekriterien praktisch um. Tabu-Kriterien sind u.a. die Herstellung und der Vertrieb von Militärwaffen, die Gentechnische Veränderung von Pflanzen und Saatgut, Kohleförderung und Tierversuche. Das Volumen der Kundeneinlagen bei dieser nachhaltigen Bank lag 2017 bei 211,2 Mio. Euro. Das Volumen der vergebenen Kredite lag im selben Jahr bei 42,3 Mio. Euro.

Das wichtigste bei der Entscheidung nachhaltig Geld anzulegen: Risikobewertung und Nachhaltigkeitskriterien

Banken die ihrer sozialen Verantwortung nachgehen sind keine Seltenheit mehr. Wer sich ernsthaft darüber Gedanken machen möchte, wie das eigene Vermögen sinnvoll in alternative Banken investiert werden kann, sollte sich über die verschiedenen Typen des Anlegens informieren. Wichtig ist sich darüber im Klaren zu sein, wie viel Risiko man bereit ist einzugehen. Da jede Bank zudem ihre eigenen Ausschlusskriterien und Definitionen dafür festlegt, was als nachhaltig gilt, geht kein Weg daran vorbei, sich bei den Banken persönlich noch einmal zu informieren. Da grüne Banken stets Wert auf Transparenz legen, können jegliche Informationen und Daten zu den einzelnen Investitionen und deren Kriterien auf den jeweiligen Websites abgerufen werden.

 

Auch interessant: https://www.lifeverde.de/nachhaltigkeitsmagazin/gruene-wirtschaft/oekologische-geldanlagen

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