Gesellschaft

Zu schmal, nicht vorhanden und schlechter Zustand: Deutschlands Fahrradwege

Hast du bei dem schönen Wetter auch das Fahrrad öfters rausgeholt? Dabei sind dir bestimmt die schlechten Zustände und teils fehlende Fahrradwege aufgefallen. Wir klären dich auf und laden dich ein, bei unserer Umfrage mitzumachen.

Mach mit: Umfrage Fahrradwege
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Hast du bei dem schönen Wetter auch das Fahrrad öfters rausgeholt? Dabei sind dir bestimmt die schlechten Zustände und teils fehlende Fahrradwege aufgefallen. Wir klären dich auf und laden dich ein, bei unserer Umfrage mitzumachen.

10.06.2020 I Ein Beitrag von Jessica Diedenhofen

Gerade in Corona-Zeiten steigen viele auf das Fahrrad um, um die öffentlichen Verkehrsmittel zu meiden um sich so vor möglichen Ansteckungen zu schützen. Dies hat zur Folge, dass es auf den Straßen und vor allem auf den Fahrradwegen voller wird. Die meisten Menschen schrecken jedoch vor dem Fahrrad zurück, weil sie sich im Straßenverkehr und auf den Radwegen nicht sicher genug fühlen. Und das nicht erst seit Corona. Beobachten kann man dies in Großstädten, mit voran Köln. Laut der ADFC-Umfrage gilt Köln als eine der fahrrad-unfreundlichsten Städte Deutschland. Radfahrer haben an den Fahrradwegen der Domstadt viel Kritik auszusetzen. Unter die negativen Aspekte fallen Falschparker auf den Radwegen, schlechte Führung an Baustellen, ungünstige Ampelschaltungen und zu schmale Radwege. Viele Radfahrer fühlen sich im Straßenverkehr bedroht und unsicher. 85% haben sogar ein schlechtes Gefühl, ihr Kind alleine mit dem Rad fahren zu lassen.

Wir haben uns in der Redaktion zusammengesetzt und uns gefragt, was alles an den Fahrradwegen noch optimiert werden muss. Dazu haben wir eine Umfrage erstellt und freuen uns, wenn ihr daran teilnehmt.

Hier geht's zur Umfrage zu den Zuständen der Fahrradwege in Deutschland

Umfrage zu den Zuständen der Fahrradwege in Deutschland (Teilnahme bis zum 15. Juli 2020)

So kann es mit den Fahrradwegen nicht weitergehen

Die Infrastruktur der Fahrradwege hierzulande ist oft in einem so schlechten Zustand, dass es schon eine Erleichterung für Fahrradfahrer ist, wenn sie nur eine Markierung auf der Straße sehen und wissen, dass ihnen ein Platz auf der Straße neben den Autos zugestanden wird.
Die kombinierte Führung von Rad- und Fußverkehr ist nicht wie man denken könnte die Ausnahme, sondern eher die Regel. Dies hat zum großen Nachteil, dass es insbesondere bei zu schmalen Wegbreiten zu erheblichen Beeinträchtigungen und sogar zu Unfällen kommen kann. Sicherer wäre eine klare Trennung von Rad- und Fußverkehr, jedoch lässt sich dies in den meisten Fällen wegen Platzmangel nicht umsetzen.

Deutschland ist, was das Fahrradweg-Netzwerk angeht, kein gutes Beispiel. Großes Fahrrad-Vorbild sind die Niederlande. Hier besteht ein hervorragendes Netz aus Radwegen und bei neuen Projekten ist man besonders experimentierfreudig. So findet man zum Beispiel einen schwebenden Radverkehrskreisel und das größte Fahrradparkhaus der Welt. Auch andere Länder zeigen Innovationsfreude. So führt in der polnischen Kreisstadt Lidzbark Warmiski ein selbstleuchtender Radweg durch die Stadt, der tagsüber Sonnenlicht speichert und nachts wieder abgeben kann.


Wir möchten es aber auch gar nicht so schwarz malen. Denn Deutschland punktet zur Abwechslung auch mit guten Fahrradnetzwerken. 2018 wurde Bremen als fahrradfreundlichste Stadt, mit mehr als 500.000 Einwohnern, Deutschlands gewählt, gefolgt von Hannover und Leipzig.
Karlsruhe, Münster und Freiburg gelten als fahrradfreundlichste Städte mit 200.000 – 500.000 Einwohnern.

Welche Auswirkungen die Corona-Krise bis jetzt auf den Straßenverkehr hat

Tatsächlich wird die Corona-Krise weltweit genutzt, um Straßenraum neu zu verteilen. Bestes Beispiel: Brüssel. Die belgische Hauptstadt hat die komplette Innenstadt kürzlich zur Tempo 20 Zone erklärt, Fußgänger und Radfahrer haben Vorrang vor Autos. Madrid und Mailand haben zahlreiche Straßen in Fahrrad- und Fußgängerzonen umgewandelt, damit sich die Menschen in sicherem Abstand bewegen können. Auch Berlin sperrt Autospuren, um mehr Platz für Fahrradfahrende zu schaffen.

Bundesweite Demonstration für sichere Fahrradwege

Am 13.05.2020 demonstrierten Greenpeace-Ehrenamtliche gemeinsam mit anderen Umweltverbänden in mehr als 30 Städten dafür, baldmöglichst neue Radwege einzurichten. Hierbei wurden sogenannte Pop-Up Radwege eingerichtet: Abtrennung der rechten Spur einer mehrspurigen Autostraße mit Pylonen und Öffnung dieser für Radfahrende geöffnet. Die rechtlichen Möglichkeiten für sichere Radwege sind da, es fehlt nur noch am politischen Willen.

Warum Radwege gerade für Lastenräder optimiert werden müssen

Das Lastenrad ist breiter und länger als ein herkömmliches Fahrrad. Es braucht demnach auch mehr Platz. Doch gerade auf schmalen und nicht abgetrennten Fahrradwegen haben es Lastenradfahrer schwer. Oft sind sie gezwungen auf die stark befahrene Straße auszuweichen, da auf den Radwegen nicht genügend Platz für sie ist. Hast du deine Kinder jetzt noch on board willst du mit großer Wahrscheinlichkeit nicht auf die Straße ausweichen, da dies nicht nur für dich, sondern auch für die Kids gefährlich ist.

Es muss sich etwas ändern: Bessere Bedingungen für Fahrrad und Lastenrad

Fakt ist, dass es so auf die Dauer mit den Fahrradwegen nicht weitergehen kann. Wenn sich die Menschen mehr für das Fahrrad begeistern sollen und somit raus aus dem Auto kommen sollen, muss die Infrastruktur der Radwege dringend verbessert werden, damit man sicher und bequem von einem Ort zum nächsten kommt. Vor allem für Familien mit Kindern wäre dies ein wichtiger Schritt, um sorglos wieder mit den Kleinen mobil zu bleiben.

Was muss sich eurer Meinung nach ändern, damit das Projekt Fahrradwege Erfolg haben kann? Mach mit bei dieser Umfrage in Kooperation mit Babboe und unterstütze uns dabei, dem Thema weitere Relevanz zu schenken. Wir zählen auf euch!

Umfrage zu den Zuständen der Fahrradwege in Deutschland (Teilnahme bis zum 15. Juli 2020)

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Bilder: Unsplash und Pixabay



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