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Gesellschaft

Mobilität trifft Urbanisierung – bleibe in deiner Stadt nachhaltig und innovativ mobil

Weltweit leben immer mehr Menschen in Städten. Städte werden somit zum Lebensraum der Zukunft. Während 1950 noch 30 Prozent der Weltbevölkerung in Städten lebten, werden es im Jahr 2050 voraussichtlich 70 Prozent sein.

Weltweit leben immer mehr Menschen in Städten. Städte werden somit zum Lebensraum der Zukunft. Während 1950 noch 30 Prozent der Weltbevölkerung in Städten lebten, werden es im Jahr 2050 voraussichtlich 70 Prozent sein.

18.05.2020 | Ein Beitrag von Jessica Diedenhofen

Wir alle sind Zeugen einer extrem schnellen Urbanisierung. Immer mehr Menschen zieht es in die Städte und somit wird es auch immer mehr Autos in den Städten geben. Wie die Mobilität zukunftsfähig gestaltet werden kann und wie Urbanisierung auch mit nachhaltiger Stadtentwicklung einhergehet und was das Ganze mit Lastenrädern zu tun hat, erklären wir euch hier.

Was bedeutet Urbanisierung

Unter Urbanisierung versteht man die Ausbreitung und Verstärkung städtischer Lebens-, Wirtschafts- und Verhaltensweisen. Der Begriff stammt vom lateinischen „urbanus“ (Stadt) und wird als Prozess der Zunahme der Städte, der städtischen Bevölkerung und deren Lebensweise bezeichnet. Es handelt sich demnach um die Verdichtung von menschlichen Siedlungen und der Vergrößerung von Wohngebieten.

Wie kommt es zur Urbanisierung?

Die Urbanisierung ist Folge der zunehmenden Industrialisierung. In Deutschland leben zurzeit über 73,8 Prozent der Gesamtbevölkerung in Städten und in den Ballungszentren. Im Vergleich: 1800 waren es ca. 25 Prozent. Mit der zunehmenden Industrialisierung hat es die Menschen immer mehr in die Städte und weg vom Land gezogen. Aus dem mittelalterlichen Handelszentrum ist ein moderner Standort für Produktion und Logistik geworden. Mit dem Wandel der Industriegesellschaft in eine Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft haben die Städte anfangs des 21. Jahrhunderts eine Renaissance erlebt.

Der Unterschied zwischen Urbanisierung und Verstädterung

Urbanisierung bedeutet, wie sich städtische Lebens- und Verhaltensweisen ausbreiten. Das betrifft sowohl die Freizeit- als auch die Arbeitswelt.
Verstädterung hingegen bedeutet, dass sich die Städte ausdehnen: es gibt immer mehr Städte und ihre Einwohnerzahl wächst. Verstädterung bezieht sich somit eher auf Daten für die Statistik.

Die Folgen der Urbanisierung

Durch die Folgen der Urbanisierung kann sowohl die Umwelt, aber auch der Mensch zu kurz kommen. Wenn die Einwohnerzahlen der Städte rasant zunehmen, stehen die Stadtverwaltungen vor dem Problem, ausreichend Infrastruktur anzubieten. So bestimmen die Städte und deren Infrastrukturen immer mehr das Aussehen der Erde.

Zu typischen lokalen und regionalen Umweltauswirkungen zählen die Luftverschmutzung, die Übernutzung der Wasservorräte und Wasserverschmutzung, Lärm und Belastungen durch Abfälle.

Folgen:

  • Die Landwirte müssen mit der gleichen Fläche an Feldern mehr Menschen ernähren. Dies hat zur Folge, dass mehr Menschen mit weniger Land ernährt werden müssen.
  • Fehlende Wohnungen: ziehen viele Menschen auf einmal in die Stadt kommt es zu Wohnungsengpässen. Das führt dazu, dass die Mieten in den Städten so immer teurer werden.

Menschen, die sich Mieterhöhungen nicht leisten können ziehen aus der Stadt raus. Die soziale Vielfalt geht auf diesem Weg verloren, da zu einem gewissen Zeitpunkt nur noch Menschen in den Städten wohnen, die viel verdienen. Dies hat zur Folge, dass sich das Aussehen der Stadtteile verändert.

  • Wasserversorgung wird kritisch: die Versorgung mit frischem Wasser in den Städten wird problematisch, da nicht genug Wasser vorhanden ist und das Abwasser kommt ungereinigt in Flüsse und Meer.
  • Versorgung von Energie und Heizwärme: Städte verursachen zusammen mit Autoabgasen mehr als 70 Prozent der CO2-Emissionen.
  • Viele Städte versinken im Smog, so zum Beispiel Peking.
  • Abfallentsorgung: wachsende Müllkippen in der Nähe der Stadt und Müllverbrennung. Beides zu Lasten der Umwelt.
  • Öffentliche Verkehrs- und Straßennetz instand halten: Straßen und Schienen benötigen Platz. Das Problem: Öffentliche Verkehrsmittel reichen oft nicht bis zu den Außenbereichen von Städten, weshalb man in denen Gebieten auf das Auto angewiesen ist.

Urbanisierung und Nachhaltigkeit

Prognosen der Weltbank sagen voraus, dass 2050 sieben von zehn Menschen in urbanen Regionen leben werden. Es ist somit von Not, dass jetzt schon für eine nachhaltigere Urbanisierung gesorgt wird. Hier sind nur einige, möglichen Ansätze:

  • Urban Gardening: Gemüse und Obst selbst anbauen: auf Hausdächern oder in öffentlichen Anlagen.
  • Wohnraum verdichten: Bestehenden Raum in der Stadt besser nutzen und beispielsweise ungenutzte Hafen- und Fabrikanlagen zu Wohnungen umgestalten.
  • Carsharing und Mitfahrgelegenheiten: Elektroautos und Fahrräder sollen Städte umweltschonender mobil machen.
  • Infrastrukturen: Versorgungsnetze für Energie, Wasser, Abfall, Mobilität und die Gebäude müssen umgebaut werden. Der Umbau muss dabei klimaverträglich stattfinden und das Ziel die Vermeidung zukünftiger Treibhausgasemissionen sein: Energieversorgung auf erneuerbare Energien umstellen. Im Mobilitätssektor ist eine Abkehr vom Individualverkehr nötig und einen Umstieg auf den öffentlichen Transport unvermeidbar.
  • Verschmutzung: Probleme der Luft- und Wasserverschmutzung in Städten muss gelöst werden. Zudem muss der umweltverträgliche Umgang mit Abfällen sichergestellt werden.
  • Lebensqualität der Menschen muss sichergestellt werden. Eine Stadt muss unter anderem Erholungsräume bieten und soziale Interaktion ermöglichen. Dabei stellt sich auch die Frage, wie Menschen an der Gestaltung der Urbanisierungsprozesse mitwirken können.

Mobilität muss zukunftsfähig gemacht werden

Raus aus dem Auto, ab auf das Fahrrad. Damit man in Zukunft besser durch die Städte kommt muss etwas an der Straßeninfrastruktur verändert werden. In den meisten großen Städten sind diese überlastet und man kommt selten ohne Stau von einem Ort an den anderen. Was die Politik plant und was du als einzelner Bürger dafür machen kannst erfährst du jetzt.

Was die Politik leisten kann anhand des Beispiels von Kopenhagen

Zukunftsplan: Mit attraktiven Mobilitätsangeboten und einer verkehrsmittelübergreifenden Vernetzung können Verhaltensänderungen angestoßen, Autoverkehre vermieden und Belastungen verringert werden. Lösungen, mit denen sich Bus und Bahn, Fahrrad, Wege zu Fuß, Carsharing und Fahrgemeinschaften kombinieren lassen, sparen Platz, sind schonender für die Umwelt und kostengünstiger für Städte und Nutzer. Eine mögliche Lösung für das Mobilitätsproblem hat Kopenhagen bereits entwickelt und umgesetzt.

Nachhaltige, am Menschen orientierte Stadtplanung à Kopenhagen

Kopenhagen hat sich zum Ziel gesetzt bis 2025 klimaneutral zu werden. Die Energieversorgung wird durch erneuerbare Energien sichergestellt und verbleibende Treibhausgasemissionen sollen kompensiert werden.

Die dänische Hauptstadt hat sich von der autozentrierten Verkehrsplanung abgewendet. Die Stadt ist besonders für Innovationen und Experimente zur Förderung des Radverkehrs bekannt: das Netz von Radwegen ist hier besonders gut ausgebaut. Der Radverkehr genießt oft den Vorrang vor anderen Verkehrsmitteln, zum Beispiel mit einer „grünen Welle“ für Fahrräder. Kopenhagen hat ein integriertes Mobilitätssystem entwickelt, welches den Wechsel zwischen verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln erleichtern soll.

Außerdem existiert eine ganze Reihe an Ansätzen der politischen Teilhabe. Diese reichen von gesetzlich vorgegebenen Beteiligungsmöglichkeiten an der Stadtentwicklung bis hin zu informellen, kreativen Prozessen. Haushalte werden hier zum Beispiel zu Themen der Stadtentwicklung befragt.

Was kannst du als Stadtbewohner selbst machen?

Auf das Auto zu verzichten ergibt sich von selbst. Öffentliche Verkehrsmittel oder besser sogar das Fahrrad zu benutzen sind die besten Alternativen. Bereits jetzt kann man in vielen Städten auch von dem sogenannten Carsharing profitieren, doch sollte man, wenn möglich, am besten den Weg mit dem Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen. Denn so schadet man der Umwelt am wenigsten.
Jede große Stadt ist in der aktuellen Zeit mit Fahrradwegen ausgestattet. Ab und zu kommt es vor, dass man für kürzere Zeit über die Straße fahren muss, dies sind jedoch nur ein paar Ausnahmen. Die meiste Zeit, kann man sicher auf den Fahrradwegen, getrennt vom Straßenverkehr, radeln.

Neuer alter Trend: Lastenräder - In der Stadt ohne Auto mobil bleiben

In immer mehr Städten sieht man die sogenannten Lastenräder. Diese Bikes kann man entweder zwei- oder dreirädrig fahren, ohne oder mit Motorhilfe. Sie sind dabei ideal zum Transport von Einkäufen, schwereren Lasten, aber auch deine Kinder kannst du mit dem Lastenrad ohne Probleme mitnehmen.

Anbieter für Lastenräder gibt es eine ganze Menge. Wir stellen euch hier bei uns Babboe aus den Niederlanden vor. Babboe bietet Cargobikes für die ganze Familie und das bereits seit 2005. Vor allem mit Kindern gestalten sich die Fahrten ohne Auto problematischer. Denkt man. Babboe fokussiert sich speziell auf Lastenräder, damit du auch deine Kinder mit dem Fahrrad ohne Probleme mitnehmen kannst. Überzeuge dich selbst von den Bikes und lies, worauf es beim Lastenrad für die ganze Familie ankommt.

Auch unser Geschäftsführer hat Kinder und möchte in der Stadt nicht auf ein Auto angewiesen sein. Gleichzeitig wünscht man sich aber alle Freiheiten genießen zu können und möglichst mobil zu bleiben. Auch mit der ganzen Familie. Dazu haben wir uns mit Romek unterhalten.

Bildquelle: Romek Vogel

Wie bleibst du in der Stadt auch ohne Auto mobil?

Romek Vogel: Ich persönlich liebe Bewegung an der frischen Luft und bevorzuge daher in der Stadt immer das Fahrrad. Leider hat Köln noch erhebliches Optimierungspotenzial was die Radwege angeht. Es gibt fast keine Straße ohne große Schlaglöcher und es könnte viel mehr eigene Radwege geben. Häufig sind diese auch sehr schmal, was besonders dann gefährlich wird, wenn man mit einem Lastenrad und Kindern im Gepäck unterwegs ist. Ich bin dann oft gezwungen auf stark befahrene Straßen auszuweichen. Hier hoffe ich, dass die Stadt Köln und die Kommunen insgesamt, die Voraussetzungen für Radfahrer, insbesondere auch für Lastenräder, noch deutlich attraktiver machen.
Ansonsten schätze ich jedoch auch neue Angebote wie Bikesharing. Das funktioniert für mich super und erhöht die Flexibilität zu äußerst fairen Preisen.

Wie sind deine Erfahrungen mit dem Lastenrad?

Romek Vogel: Ich bin tatsächlich schwer begeistert von den unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten. Am häufigsten benutze ich es für meine Kinder zum täglichen Kita-Transport und für große Einkäufe.
Gerade in Corona-Zeiten sorgt das Lastenrad am Wochenende für große Abwechslung, weil wir mit dem flotten Elektroantrieb auch entfernte Ausflugsziele ansteuern können. Die Kids lieben das schnelle Fahrvergnügen und unser jüngster Sohn kann entspannt weiterschlafen während die anderen schon spielen. Neben den Kleinen ist zudem noch ausreichend Platz für Outdoorspiele. Wenn wir das Ganze dann noch mit einem Picknick verbinden, entsteht eine richtige kleine Familienparty und eine nervige Parkplatzsuche erübrigt sich. Dadurch haben wir schon zahlreiche schöne neue Plätze im Grünen entdeckt, auf die wir sonst nie gestoßen wären.
Zudem teilen wir unser Rad mit unserer Hausgemeinschaft, das verringert sogar noch einmal zusätzlich die Anschaffungskosten.

Wir müssen unsere Lebensweise verändern

Die Welt befindet sich in einem rasanten Wandel. Es gibt immer mehr Menschen auf der Erde aber nicht einhergehend auch mehr Platz. Die Folgen der immer schneller werdenden Urbanisierung sind nicht mehr zu übersehen. Die Ansätze, die Lage zu verbessern sind gut, allerdings muss noch konsequenter daran gearbeitet und die Pläne umgesetzt werden.

Die Alternativen zum Auto werden zudem vielfältiger. Es gibt also keine Ausreden mehr, warum man in der Stadt das Auto benutzen muss. Ein Lastenrad ist der perfekte Ersatz, wenn es darum geht Ware oder deine Kinder zu transportieren. Ob nur ein oder mehrere Kinder – es gibt verschiedene Größen an Lastenrädern, sodass man mit dem größten Lastenrad bis zu sechs Kinder bequem transportieren kann. Sogar deinen Hund kannst du mit dem passenden Lastenrad ohne Probleme auf längeren Strecken transportieren.

Wenn jeder ein bisschen mithilft und an die nächsten Generationen denkt, können wir es schaffen die Städte im Bereich Mobilität zukunftsfähig zu gestalten und der Umwelt dabei noch etwas Gutes zu tun.

Lies auch Lastenräder Förderkompass 2019.

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Bilder: Unsplash, Pixabay und Romek Vogel



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