Jeder kann erneuerbare Energien im Alltag nutzen
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Jeder kann erneuerbare Energien im Alltag nutzen

Es ist wichtig, Energie nicht nur sparsam einzusetzen, sondern auch möglichst umwelt- und klimafreundlich zu erzeugen. Erneuerbare Energien, Sonnen- und Wasserkraft, Erdwärme, Windenergie und Biomasse können auch Do-It-Yourself produziert und verwendet werden.

Es ist wichtig, Energie nicht nur sparsam einzusetzen, sondern auch möglichst umwelt- und klimafreundlich zu erzeugen. Erneuerbare Energien, Sonnen- und Wasserkraft, Erdwärme, Windenergie und Biomasse können auch Do-It-Yourself produziert und verwendet werden.

24.04.2017 - ein Beitrag von Gessica Mirra

Laut Umweltbundesamt wurden 2016 in Deutschland insgesamt 386 Terawattstunden - 1 TWh entspricht 1 Milliarde Kilowattstunden - aus erneuerbaren Energien bereitgestellt. Allerdings entwickelten sich die Erneuerbaren im Jahr 2016 in allen Sektoren im Vergleich zum Vorjahr nur mäßig. So stieg der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor nur von 31,5% im Jahr 2015 auf 31,7%. Die Anteile der erneuerbaren Energien im Wärme- und Verkehrssektor sanken sogar jeweils leicht: Im Wärmebereich war ein Rückgang um 0,1 auf 13,4% zu verzeichnen, Biokraftstoffe und erneuerbarer Strom im Verkehr gingen ebenfalls um 0,1 auf 5,1% zurück.
Sektorübergreifend ist die Biomasse mit einem Anteil von etwa 59% in der Energiebereitstellung der wichtigste erneuerbare Energieträger.

Erneuerbare Energien für sich nutzen

In unserem täglichen Leben nimmt elektrischer Strom eine enorme Rolle ein: Haushaltsgeräte wie Kühlschrank, Waschmaschine und Herd sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. In einem deutschen Durchschnittshaushalt finden sich laut Schätzungen mehr als 50 Elektro- und Elektronikgeräte.
Darüber hinaus begleitet uns eine Vielzahl elektrischer Geräte wie MP3-Player, Föhn, Computer, Fernseher, Tablet, Smartphone im Alltag. Steuerungssysteme vernetzen das Eigenheim, Lampen, Jalousien, Heizung, Herd, Kühlschrank und Waschmaschine, aber auch die Unterhaltungselektronik. Diese technischen Verfahren erhöhen im besten Fall die Wohn- und Lebensqualität, geben Sicherheit und garantieren eine effiziente Energienutzung.

Neue Häuser mit Solarthermieanlagen

Solarthermieanlagen gehören in Deutschland inzwischen zur Standardausstattung neuer Häuser. Will man Sonnenlicht für die Produktion von Strom nutzen, so gibt es zwei Möglichkeiten: Mit Solarzellen, die das Sonnenlicht direkt in Strom umwandeln oder mit großen Spiegeln, die das Sonnenlicht gebündelt in Wärme umwandeln und so Dampfturbinen antreiben. Die produzierte Wärme kann im Alltag konkret zum Heizen, Duschen und für die Spül- und Waschmaschine genutzt werden.

Herstellung und das Recycling von Photovoltaik-Anlagen sind energieintensive Prozesse, doch während des Betriebs der Solarzellen fallen keine weiteren CO2-Emissionen an.  So weisen sie über ihre gesamte Lebensdauer gerechnet eine deutlich bessere CO2-Bilanz auf als fossile Energieträger.

Deutschland ist „Windenergie-Weltmeister“

Windenergie lässt sich mit Hilfe von Windkraftanlagen nutzen. Dabei dreht der Wind die Rotorblätter, ein Generator wandelt die Energie der Drehbewegung in elektrischen Strom um.
Obwohl Deutschland nicht zu den windreichsten Ländern der Welt gehört, sind wir mittlerweile „Windenergieweltmeister“: Im Jahr 2015 produzierten die knapp 26.000 Windräder - mit einer Leistung von mehr als 41.000 Megawatt - über 13 Prozent des deutschen Strombedarfs.
Kleine Windkrafträder gibt es bei verschiedenen Anbietern. Diese können von den Experten in Ihrem eigenen Garten installiert werden.

Fließendes Wasser zur Stromgewinnung

Die fließende Kraft des Wassers wird genutzt, um Wasserräder anzutreiben. In Stauseen wird das Wasser gesammelt, damit es kontinuierlich - oder gezielt dann, wenn Strom gebraucht wird, - abgelassen werden kann. Dabei werden Turbinen eines Kraftwerks angetrieben, die mithilfe von Generatoren Strom erzeugen. Etliche große Unternehmen, die Strom erzeugen und verkaufen, nutzen fließendes Wasser zur Stromgewinnung.

Die Wärme der Erde nutzen

Bei der Geothermie wird das bis zu 200° C heiße Wasser aus circa fünf Kilometern Tiefe geholt und zu einem Wärmekraftwerk gepumpt. Große Erdwärmekraftwerke mit Leistungen um 50 MW können über Fernwärmenetze ganze Stadtteile versorgen.
Mit Erdwärmekollektoren kann aber auch für den Privathaushalt - in bereits zwei Metern Tiefe - Energie gewonnen werden. Die Erdwärmekollektoren für die Wärmepumpen benötigen eine unterirdische Fläche, die etwa ein- bis anderthalb Mal so groß ist wie die zu beheizende Fläche. Die Wärme wird gespeichert und steht im Haus fürs Heizen und für Warmwasser zur Verfügung.

Strom aus Pflanzenresten, Biomüll und Gülle

Unter den erneuerbaren Energien spielt Biomasse eine signifikante Rolle, denn sie ist im Vergleich zu den anderen speicherbar. Die Biomasse, aus der der Strom erzeugt wird, besteht aus Pflanzenresten, Biomüll oder Gülle. In Biogasanlagen werden diese in sogenannten  Fermentern zum Gären gebracht.
Die biogenen Kraftstoffe sind in den vergangenen Jahren allerdings in Verruf geraten. Denn für den Rohstoffanbau wurden bereits ganze Regenwälder abgeholzt.

Energie für den eigenen Haushalt kann bewusst aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Wie erklären wir in dieser Woche anhand verschiedener Interviews mit Experten und Unternehmen.



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