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Nachhaltig Heizen statt teure Heizkosten

Die Heizkosten sollen 2021 stark steigen. Wie man diesen Winter Kosten sparen kann und gleichzeitig nachhaltig heizt, zeigen wir dir hier.

Die Heizkosten sollen 2021 stark steigen. Wie man diesen Winter Kosten sparen kann und gleichzeitig nachhaltig heizt, zeigen wir dir hier.

10.11.2021 I Ein Beitrag von Clara Spengler | Bild: Isaac Martin, Unsplash

 

Der Heizspiegel 2021 zeigt, dass wir dieses Jahr mit höheren Kosten rechnen müssen. Je nachdem welche Heizmethode du verwendest, gibt es da aber große Unterschiede. Nicht nur die Kosten unterscheiden sich, sondern auch die Auswirkungen auf die Umwelt. Aber was ist eigentlich die nachhaltigste Heizmethode? Und welche Tipps gibt es, um nachhaltig und effizient zu Heizen?

 

Heizen wird teurer

Im Durchschnitt wird das Heizen diesen Winter um 13 Prozent teurer, was vor allem an den steigenden Energiepreisen, dem Wetter und dem CO2-Preis liegt. Die Zahlen stammen aus dem jährlichen Heizspiegel, der durch eine Auswertung von rund 30 Mio. zentralbeheizten Haushalten entsteht. Das Ergebnis zeigt, dass es noch viel Potential gibt, um bei Wohngebäuden Geld zu sparen und die Umwelt besser zu schützen. Insgesamt soll effizientes Heizen jährlich 14 Mrd. Euro sparen und klimaschädliche Emissionen um rund 58 Mio. Tonnen CO2 senken.

Jeder zweite deutsche Haushalt heizt mit einer Gasheizung und die zweithäufigste Methode ist mit 24 Prozent die Ölheizung. Erneuerbare Energien werden bisher nicht so häufig eingesetzt- es gibt aber große regionale Unterschiede.

Während Heizöl 44 Prozent teurer wird (nach einem Rückgang im Vorjahr von 26 Prozent) und die Preise für Erdgas 13 Prozent steigen, befindet sich die Steigung der anderen Möglichkeiten im einstelligen Bereich. Langfristiges Planen mit Heizöl und Erdgas wird immer schwieriger – ein Grund mehr, auf nachhaltige Alternativen zurückzugreifen.

 

Nachhaltige Heizsysteme

Der Energiesektor hat große Auswirkung auf das Klima. Ein Drittel des Energieverbrauchs in Deutschland ist auf private Haushalte zurückzuführen. Pro Haushalt geht 70 Prozent der Energie auf das Konto vom Heizen. Deshalb ist es so wichtig auf nachhaltige Heizmethoden zurückzugreifen. Aber welche Heizmethoden schaden dem Klima am wenigsten?

Solardach

Es gibt verschiedene nachhaltige Heizmethoden. Erneuerbare Energien spielen dabei eine wichtige Rolle (Bild: pixabay).

 

Solarheizung

Die Solarheizung ist die umweltfreundlichste Heizung und wandelt kostenfreie Strahlungsenergie in Heizwärme um. Solarthermieanlagen sehen auf den ersten Blick aus wie Photovoltaikanlagen, aber wandeln das Sonnenlicht nicht in Strom, sondern in Wärme um. In Sonnenhäusern beladen große Kollektoren einen Wasserspeicher mit so viel Sonne, dass der Vorrat ein Haus im Winter fast komplett alleine versorgen kann. Allerdings eignet sich ein Sonnenhaus nicht für jeden Interessenten, vor allem wegen der großen Nutzungsfläche.

Wärmepumpe

Benutzerfreundlicher und deswegen voll im Trend ist der Einsatz einer Wärmepumpe. Attraktiv ist das System auch, da es staatlich gefördert wird. Jeder dritte deutsche Neubau verwendet das Heizsystem, welches als kostengünstig, effizient und klimaschonend gilt. Wärmepumpen brauchen nur etwas elektrische Energie, um aus Luft, Erde oder Grundwasser Energie zu gewinnen. Das funktioniert zum Beispiel so: Ein paar Meter unter der Erdoberfläche liegt die Temperatur das ganze Jahr über bei circa 10 Grad. Erdsonden leiten diese Wärme an eine Wärmepumpe im Keller weiter und können die 10 Grad schnell auf das fünffache erhitzen. Diese Hitze wird dann durch die Heizungsanlage im Haus verteilt.

Holzheizungen

Immer mehr Menschen entscheiden sich heutzutage für eine moderne Scheitholz- oder Pelletheizung. Scheitholzheizungen sind eher aufwendig von Hand zu bestücken und Pelletheizungen arbeiten vollautomatisch, indem sie Stäbchen aus gepressten Sägespänen verbrennen. Holzheizungen haben einen niedrigen CO2 Ausstoß und Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der regional gewonnen werden kann. Früher wurde der hohe Feinstaubausstoß bemängelt, doch inzwischen gibt es verbesserte Filtertechniken, die sogar die Asche noch als umweltfreundlichen Dünger weiterverwerten.

 

Unsere Heiztipps

Zu viel Energie geht verloren, weil wir nicht richtig heizen. Das ist schade, weil wir mehr Geld zahlen und die Umwelt belasten, obwohl es nicht nötig ist. Mit unseren Tipps wollen wir zeigen, wie man mit kleinen Veränderungen nachhaltiger und effizienter heizen kann.

Raumtemperatur anpassen

Muss es wirklich so warm drinnen sein? Jedes Grad weniger spart Heizenergie. Wir empfehlen 22 Grad fürs Badezimmer, 20 Grad für andere viel genutzte Räume und im Schlafzimmer darf es sogar noch weniger sein. Nützlich sind auch Thermostatventile, die die Temperatur der Tageszeit anpassen. Wir wollen natürlich nicht, dass du frierst, aber probiere einfach mal aus, ob du den Unterschied wirklich merkst, wenn du die Heizung etwas runterdrehst. Und ganz ehrlich: Ist es nicht sowieso gemütlicher in einem warmen Pulli oder mit kuscheligen Wärmequellen wie einer nachhaltigen Decke, einer umweltfreundlichen Wärmflasche oder einem regionalen Kirschkernkissen?

Thermostatventil richtig anwenden

Egal ob du den Heizkörper auf 3 oder 5 stellst, der Raum wird nicht schneller warm, aber verbraucht bei Stufe 5 mehr Energie. Die Stufen geben die erwünschte Temperatur an und stoppen die Wärmezufuhr, sobald diese erreicht ist. Normalerweise sind die Stufen auf dem Thermostatventil wie folgt eingeteilt:

  • (Sternchen): ca. 5° C, Frostschutz
  • Stufe 1: ca. 12° C
  • Stufe 2: ca. 16° C
  • Stufe 3: ca. 20° C
  • Stufe 4: ca. 24° C
  • Stufe 5: ca. 28° C

Ein weiterer Tipp ist, das Thermostatventil nicht komplett runterzudrehen, wenn du nur ein paar Stunden nicht da bist, da das Neu-Aufheizen eines Raumes viel Energie schluckt.

Heizung

Mit der richtigen Verwendung des Thermosatventils lässt sich Energieverschwendung vermeiden (Bild: pixabay).

Rollläden runterlassen

Du kannst bis zu 20 Prozent an Wärmeverlusten vermeiden, wenn du zu passenden Zeiten die Rollläden herunterlässt oder die Vorhänge zuziehst. Aber achte darauf, dass dicke Vorhänge nicht direkt die Heizung verdecken. Generell sollten auch keine anderen großen Gegenstände vor dem Heizkörper stehen.

Richtig Lüften

Lange gekippte Fenster kühlen die Wände aus, aber sorgen kaum für Luftaustausch. Stoßlüften spart nicht nur Energie, es ist auch gesund für dich und besser für dein Eigenheim, damit sich kein Schimmel bilden kann. Am besten mehrmals täglich für ein paar Minuten stoßlüften und währenddessen auf jeden Fall das Thermostatventil herunterdrehen.

Heizung entlüften und Dämmung kontrollieren

Deine Heizung sollte regelmäßig gewartet werden und du selber solltest deine Heizkörper erst einmal richtig entlüften, bevor du im Winter mit dem Heizen startest. Viel Wärme geht auch durch undichte Fenster und Türen verloren, deshalb kontrolliere vor allem bei alten Häusern, ob die Außenwände richtig gedämmt sind.

Erneuerbare Energien nutzen

Wenn mit Strom geheizt wird, dann bitte mit erneuerbaren Energien. Immer noch nicht zu einem nachhaltigen Strom- und Gasanbieter gewechselt? Dann wird es Zeit! Damit kannst du einen großen Einfluss auf den Umweltschutz haben. In unserer Bestenliste findest du interessante Hintergründe und die besten nachhaltigen Anbieter.

 

Nachhaltig Heizen spart Geld und schützt die Umwelt

Die steigenden Heizkosten für Heizöl und Erdgas, sollten nochmal mehr Ansporn geben, auf nachhaltigere Alternativen zurückzugreifen. Solarthermieanlagen, Wärmepumpen oder Holzheizungen bieten gute Möglichkeiten, um das Eigenheim zu erwärmen. Wer zur Miete wohnt und nicht so großen Einfluss auf das Heizsystem hat, kann zu einem nachhaltigen Ökostrom oder Ökogasanbieter wechseln und einfache Tipps für effizientes Heizen und Lüften umsetzen.

 

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Passend zum Thema: Winter Wonderland – Nachhaltige Tipps für die kalte Jahreszeit

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