Frag die Expert*innen!

Solaranlagen und Solarstromprodukte – die wichtigsten Fragen und Antworten

INTERVIEW | Eigenen Strom erzeugen, Kosten senken, das Klima schützen – wie realistisch ist das mit einer Solaranlage auf dem eigenen Dach? In diesem Beitrag bekommt ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Solarstrom und Photovoltaik, ergänzt durch praxisnahe Einblicke von unserem LifeVERDE-Experten Dr. Oliver Lang von der Sonnenrepublik.

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INTERVIEW | Eigenen Strom erzeugen, Kosten senken, das Klima schützen – wie realistisch ist das mit einer Solaranlage auf dem eigenen Dach? In diesem Beitrag bekommt ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Solarstrom und Photovoltaik, ergänzt durch praxisnahe Einblicke von unserem LifeVERDE-Experten Dr. Oliver Lang von der Sonnenrepublik.

Überarbeitet am 11.03.2026, von: Eileen Hube, erstveröffentlicht am: 08.08.2022, von Raphael Havemann - Bild: pixabay

Wer seinen Stromverbrauch nachhaltig decken möchte, liegt mit Solarenergie richtig. Photovoltaik- und Solarstromprodukte bieten eine umweltfreundliche Alternative zu fossilen Energien, senken langfristig die Stromkosten und leisten einen Beitrag zur Energiewende. Die steigenden Energiepreise verstärken den Anreiz zusätzlich, in die eigene Stromproduktion zu investieren. Diese und weitere Fragen stellen sich täglich hunderte Menschen – ein klarer Fall für unser Informations-Format „Frag die Expert*innen!“. In diesem Beitrag erfahrt ihr alles Wichtige zu Solaranlagen und Solarstromprodukten – von Installation, Nutzung und Kosten über Wartung bis hin zu gesetzlichen Vorgaben wie der Solarpflicht. Außerdem gibt euch unser LifeVERDE-Experte für Solarstromprodukte Dr. Oliver Lang, Geschäftsführer der SEG Sonnenrepublik Energie GmbH, wertvolle Tipps aus der Praxis. Mit unserem Solaranlagen-Rechner könnt ihr zudem prüfen, welche Anlage am besten zu eurem Gebäude passt, und erhaltet ein unverbindliches Angebot.

Schaue jetzt in die LifeVERDE Bestenlisten: Solaranlagen - hier findest du ein Ranking unterschiedlicher Dienstleister.

Inhaltsverzeichnis

  1. Lohnt sich die private Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage?
  2. An welchen Stellen können Solarstromprodukte im Alltag nützlich sein?
  3. Wie langlebig sind Solaranlagen?
  4. Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik- und Solarthermieanlagen?
  5. Sind Photovoltaikanlagen genehmigungspflichtig?
  6. Wie befestigt man eine Photovoltaikanlage?
  7. Wie kann man eine Photovoltaikanlage nutzen?
  8. Wie oft muss eine Photovoltaikanlage gewartet werden?
  9. Was kostet eine Photovoltaikanlage?
  10. Welche Solaranlage ist die richtige für meinen Gebäudetyp?
  11. Solaranlagen-Rechner
  12. Was ist die Solarpflicht und welche Förderungen kann ich nutzen?
  13. Fazit: Solarstrom für Zuhause – ökologisch, wirtschaftlich und zukunftssicher


Bild: Unsplah/Lara John

LifeVERDE: Lohnt sich die private Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage?

DR. OLIVER LANG: Sowohl rein finanziell als auch unter ökologischen Aspekten betrachtet ein ganz klares Ja!

Falls die Anlage nicht unter extrem ungünstigen bauliche Voraussetzungen errichtet wird, ist sie bei den heutigen Anschaffungskosten und Einspeisevergütungen nach ca. 10-15 Jahren amortisiert, die Komponenten sind aber auf eine Lebensdauer von mindestens 30 Jahren ausgelegt. Wenn man damit täglich sein eigenes Elektrofahrzeug lädt, erhöht sich der Eigenverbrauch deutlich und die Amortisationszeit sinkt noch weiter. Die „Energy Payback Time“, also die Zeitspanne, nach der die Anlage durch ihre Energieerzeugung die eigene Produktionsenergie amortisiert hat, liegt heute bei etwa 1-2 Jahren für die gesamte Anlage. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

LifeVERDE: An welchen Stellen können Solarstromprodukte im Alltag nützlich sein?

Vor allem dort, wo noch kein Stromnetz liegt und die Energie mittels Dieselgeneratoren, Batterien oder anderen Hilfsmitteln erzeugt werden muss. Und natürlich bei allen mobilen elektrischen Geräten, allen voran unseren kleinen täglichen Begleitern wir Smartphone, Tablet oder Notebook. Wenn man damit z.B. mehrere Tage in Gebieten ohne stabile Stromversorgung unterwegs ist, ist ein gut funktionierendes Solarladegerät und dazu noch eine Powerbank oft die einzige Rettung.

Daneben ist der Einsatz von sogenannten Balkon-Solaranlagen seit kurzem stark im Kommen. Damit kann man auf einem sonnigen Balkon, Vordach, Garten etc. mit einfachsten Mitteln (Plug & Play) und ohne Einspeisevertrag seinen eigenen Stromverbrauch und damit auch die Stromrechnung spürbar reduzieren.

LifeVERDE: Wie langlebig sind Solaranlagen?

Die heute auf Häusern und auf Freiflächen verbauten PV-Anlagen sind auf einen reibungslosen Betrieb von mindestens 30 Jahren ausgelegt, wobei man in der Regel von einer Abnahme der Solarmodulleistung um max. 20% nach dieser Zeitspanne ausgeht. Der Betrieb kann danach natürlich ebenso weiterlaufen und durchaus auch 50 oder mehr Jahre betragen. Man muss sich dabei vergegenwärtigen, dass diese Anlagen bis auf minimale Anteile an kurzreichweitiger elektromagnetischer Strahlung keinerlei Emissionen verursachen (wie etwa CO2, Stickoxide, Feinstaub, Lärm, radioaktive Strahlung o.a.) und auch keine Betriebsstoffe benötigen (wie etwa Treibstoff, Schmierstoffe o.a.). Sie sind – bis auf die gelegentliche Reinigung der Solarflächen – daher auch vollkommen wartungsfrei.

Experte für Solartechnik

Dr. Oliver Lang, Geschäftsführer SEG Sonnenrepublik Energie GmbH

Dr. Oliver Lang studierte an der TU Berlin Physik und promovierte im Anschluss daran auf dem Gebiet der Dünnschicht­solarzellen. Seine Experten-Themen liegen auf den Gebieten Solarzellen und Solar­module, Energiespeicher und Materialien. Durch seine nebenberufliche Tätig­keit als Hard- und Softwareentwickler verfügt er über das Know-how zur Entwicklung von kompletten Solarstromversorgungen und solar versorgten elektronischen Produkten. Zwischen 1997 und 2020 gründete er mehrere Solarfirmen, die er zum Teil auch als technischer Geschäftsführer leitete und in denen er über 30 Patent- und Markenanmeldungen durchführte. Durch seine Kontakte zu Wissenschafts­instituten im Bereich der Photovoltaik sowie zu großen Solarunternehmen steht er in ständigem Austausch bzgl. Forschung, Technologie und marktspezifische Trends. 

Seit 2016 ist er Geschäftsführer der "Sonnenrepublik" (SEG Sonnenrepublik Energie GmbH). Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von energieautarken Stromversorgungen  von mobilen Solarladegeräten über flexible Solarmodule und Energiespeicher bis hin zu Balkonkraftwerken und auch größeren Solarsystemen zur autarken Versorgung von Gebäuden oder Geräten.

„Die private Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage lohnt sich — finanziell und ökologisch!"
(Dr. Oliver Lang)


Weitere Hintergrundinformationen zum Thema Solarstrom und Photovoltaik

 

Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik- und Solarthermieanlagen?

Solarthermie dient der Wärmeproduktion. Die Sonnenenergie erwärmt eine Flüssigkeit in Kollektoren, die die Wärme an einen Speicher abgibt. Diese gespeicherte Wärme kann zum Heizen oder für Warmwasser genutzt werden.

Photovoltaikanlagen wandeln Sonnenenergie direkt in elektrischen Strom um. Dieser Strom kann entweder im Haushalt genutzt, in einem Solarspeicher zwischengespeichert oder ins öffentliche Netz eingespeist werden.

Tipp: Aktuelle Zahlen sowie Fakten zu Kostenstrukturen und Systemintegration von Photovoltaik in Deutschland findest als detaillierte Informationen im Bericht von Fraunhofer ISE.

Sind Photovoltaikanlagen genehmigungspflichtig?

Für die meisten privaten Anlagen ist keine Genehmigung nötig. Bauherr:innen tragen die Verantwortung für die Installation.

Ausnahmen bestehen bei denkmalgeschützten Gebäuden oder größeren Freiflächenanlagen. Auch die Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland: In Schleswig-Holstein ist eine Genehmigung beispielsweise erforderlich, wenn der Strom nicht hauptsächlich selbst verbraucht wird; in Bayern gilt dies oft nicht.

Lösungen wie matte Solarpanelziegel helfen, Einschränkungen bei denkmalgeschützten Gebäuden zu umgehen. Vor der Installation sollte man sich stets über die Vorschriften des jeweiligen Bundeslandes informieren.

Wie befestigt man eine Photovoltaikanlage?

Die Befestigung einer Photovoltaikanlage hängt stark vom Gewicht, der Art und Ausrichtung der Module sowie vom Dachtyp ab. Grundsätzlich lassen sich zwei Hauptvarianten unterscheiden:

Befestigung für das Flachdach:
Für Flachdächer eignen sich Aluminiumständer, die die Solarmodule optimal zur Sonne ausrichten. Die Ständer werden entweder fest verschraubt oder durch Gewicht fixiert, wobei auch die Windlast berücksichtigt werden sollte. So lassen sich Module sicher montieren und gleichzeitig in der optimalen Neigung positionieren.

Befestigung für das Schrägdach:
Bei Schrägdächern gibt es unterschiedliche Befestigungsmöglichkeiten. Die Module können entweder auf dem Dach montiert oder in das Dach integriert werden. Indachsysteme oder spezielle Solardachziegel wirken besonders elegant, sind aber teurer.
Die klassische Montage erfolgt auf den Dachziegeln: Dachhaken werden auf dem Dachstuhl und zwischen die Ziegel geschraubt, darauf werden Schienen angebracht – entweder über Kreuz oder parallel zur Dachkante – auf denen die Module befestigt werden.

Die Wahl der Befestigung hängt neben dem Dachtyp auch von regionalen Vorschriften, dem Gewicht der Anlage und der Ausrichtung ab. Indach-Systeme sind optisch ansprechender, Aufdachlösungen meist günstiger und flexibler.


Bild: Unsplash/Bill Mead

Wie kann man eine Photovoltaikanlage nutzen?

Mit einer Photovoltaikanlage erzeugt ihr elektrischen Strom aus Sonnenenergie. Dieser Strom kann direkt im Haushalt verbraucht, in einem Speicher zwischengespeichert oder ins öffentliche Netz eingespeist werden. Wer einen Speicher nutzt, erhöht den Eigenverbrauch und macht die Anlage wirtschaftlicher. Insbesondere in Kombination mit intelligentem Lastmanagement lässt sich so die Rendite der Anlage optimieren. Mobile Anlagen oder Plug-&-Play-Systeme ermöglichen darüber hinaus flexible Nutzung auf Reisen, im Garten oder auf Balkonen. Eine optimale Planung der Verbrauchsprofile in Verbindung mit einem Speicher steigert die Unabhängigkeit vom Stromnetz.

Wie oft muss eine Photovoltaikanlage gewartet werden?

Photovoltaikanlagen haben keine beweglichen Teile und unterliegen daher keiner gesetzlichen Wartungspflicht. Viele Versicherungen empfehlen jedoch regelmäßige Checks. Fachleute empfehlen:

  • Jährliche Sichtprüfung der Module
  • Ausführliche Kontrolle alle vier Jahre
  • Vergleich der Wechselrichterwerte mit Vorjahren

Verbraucher:innen können kleinere Prüfungen selbst übernehmen, zum Beispiel nach Stürmen die Modulflächen auf sichtbare Schäden kontrollieren. Auch die Überprüfung des Wechselrichters kann Hinweise auf Leistungseinbußen geben.

Was kostet eine Photovoltaikanlage?

Die Kosten einer Photovoltaikanlage hängen von Leistung, Speicher, Montage und Dachtyp ab. Typische Anlagen für Einfamilienhäuser liegen zwischen 7 und 15 kWp. Pro kWp werden etwa 7–10 m² Fläche benötigt.

Die Investition bewegt sich ohne Speicher meist zwischen 8.000 und 17.000 €, mit Speicher zwischen 11.000 und 24.000 €. Staatliche Förderungen, Zuschüsse und zinsgünstige Kredite senken die Kosten zusätzlich.

Neben der reinen Investition beeinflussen Dachneigung, Ausrichtung, Modultyp und Energieverbrauch die Wirtschaftlichkeit. Auch die Solarpflicht in vielen Bundesländern spielt eine wachsende Rolle: Neubauten oder größere Dachsanierungen müssen teilweise mit Photovoltaik ausgestattet werden, je nach Bundesland zwischen 30 und 60 % der Dachfläche.

Welche Solaranlage ist die richtige für meinen Gebäudetyp?

Die Wahl der passenden Anlage hängt von Dachtyp, Ausrichtung, Fläche und Energiebedarf ab:

  • Schrägdächer: Klassische Module oder Indachlösungen, je nach Budget und gewünschter Optik.
  • Flachdächer: Ständersysteme mit optimaler Neigung für maximale Energieausbeute.
  • Balkon oder Mini-Dächer: Plug-&-Play-Balkonkraftwerke für Eigenverbrauch.

Ein Stromspeicher steigert Autarkie und Wirtschaftlichkeit, besonders bei hohem Eigenverbrauch. Auch Kombinationen aus Photovoltaik, Speicher und Solarthermie sind möglich, um Strom- und Wärmebedarf gleichzeitig nachhaltig zu decken.

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Was ist die Solarpflicht und welche Förderungen kann ich nutzen?

In vielen Bundesländern Deutschlands gilt inzwischen die sogenannte Solarpflicht: Neubauten oder größere Dachsanierungen müssen teilweise mit Photovoltaik ausgestattet werden. Die verpflichtend genutzte Dachfläche liegt je nach Bundesland zwischen 30 % und 60 %. Teilweise werden auch Solarthermie-Systeme zur Wärmeproduktion akzeptiert. Ausnahmen bestehen bei Denkmalschutz, ungünstiger Dachausrichtung, Verschattung, kleinen Dächern oder wenn die Kosten unverhältnismäßig hoch wären – die Ausnahme muss bei der zuständigen Behörde beantragt werden.

Neben der Pflicht gibt es zahlreiche staatliche Förderungen, Zuschüsse und zinsgünstige Kredite, die die Investitionskosten erheblich senken können. Kombinationen aus Förderprogrammen, Einspeisevergütung und optimal dimensionierten Speichern erhöhen die wirtschaftliche Rentabilität der Anlage deutlich.

Hausbesitzer:innen sollten sich frühzeitig über die Vorschriften im jeweiligen Bundesland informieren, Angebote von Solarteuren einholen und die Planung rechtzeitig starten, da es oft Wartezeiten bis zum Netzanschluss gibt. Verstöße gegen die Solarpflicht können mit Bußgeldern von mehreren Tausend Euro geahndet werden.


Bild: Unsplash/Markus Spiske

Fazit: Solarstrom für Zuhause – ökologisch, wirtschaftlich und zukunftssicher

Solaranlagen sind heute nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch eine attraktive Investition für Eigenheime. Sie ermöglichen unabhängigen, nachhaltigen Stromverbrauch, reduzieren CO₂-Emissionen und bieten langfristige Rendite, besonders in Kombination mit Speichern. Die Wahl der richtigen Anlage hängt vom Gebäudetyp, der Dachfläche, Ausrichtung und Verbrauchsprofil ab. Dank staatlicher Förderungen, wachsender Akzeptanz, der Solarpflicht in vielen Bundesländern und innovativer Technologien ist Solarstrom heute rentabel und einfach nutzbar. Ob Balkonmodule, Indachsysteme oder große Dachanlagen – jede Lösung kann individuell angepasst werden, um ökologisch und wirtschaftlich optimal zu funktionieren. Wer frühzeitig Planung, Montage, Speicherintegration, Wartung und gesetzliche Vorgaben berücksichtigt, profitiert von einer langfristig nachhaltigen, klimafreundlichen und zukunftssicheren Energieversorgung.

Vielen Dank für das Interview!

Auch interessant: Vom Stromverbraucher zum Selbstversorger: Dein Weg zur Energieunabhängigkeit mit Solarstrom




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