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Elektromobilität, Diesel-Skandal, Kaufprämien – Gute Gründe jetzt ein E-Auto zu kaufen

Du überlegst dir, demnächst ein neues Auto zu kaufen? Wir haben einmal gute Gründe für ein E-Auto recherchiert, von Kaufprämien, über Hersteller bis hin zu Lademöglichkeiten in Deutschland und Europa.

Gründe fürs E-Auto
Designelement

Du überlegst dir, demnächst ein neues Auto zu kaufen? Wir haben einmal gute Gründe für ein E-Auto recherchiert, von Kaufprämien, über Hersteller bis hin zu Lademöglichkeiten in Deutschland und Europa.

15.01.2020 - Bild: Pixabay (Symbolbild) Deborah Iber

 

Mit Elektro-Autos in eine umweltfreundliche Zukunft 

Smart und umweltfreundlich – so soll unser Lebensstil in Zukunft sein und darauf wird durch gesetzliche Vorgaben und Innovationen hingearbeitet. Eine dieser Vorgaben betrifft die Automobilindustrie: Durch die EU wurde festgelegt, dass der CO2-Ausstoß von Neuwagen bis zum Jahr 2030 um 37,5 % geringer sein soll als bisher. Die passende Entwicklung: Elektroautos.

Die Ausweitung der Elektromobilität soll künftig dazu beitragen, dass die notwendige Umstellung unseres Lebens auf „umweltfreundlich“ auch wirklich erreicht wird – denn für die bisherige Verschlechterung unserer Umwelt und unserer Gesundheit wird vor allem die Automobilbranche mit ihren enormen Mengen an CO2-Emissionen verantwortlich gemacht.

Du überlegst dir, demnächst ein neues Auto zu kaufen? Wir haben einmal ein paar gute Gründe für ein Elektro-Auto recherchiert, von Kaufprämien, über Hersteller bis hin zu Lademöglichkeiten in Deutschland.
 

Wie es mit den E-Fahrzeugen anfing

Bevor wir mit den Facts starten, gibt´s erstmal einen kleinen Überblick über die Geschichte dahinter. Die heutigen Elektrofahrzeuge sind nämlich nicht die ersten, die am Straßenverkehr teilhaben.

Die Geschichte der E-Fahrzeuge begann schon Ende des 19. Jahrhunderts, und zwar mit einem elektrisch betriebenen und aufladbaren Dreirad. Bald darauf legte ein belgischer Ingenieur noch einen drauf: Er entwickelte ein 100 km/h schnelles Elektro-Straßenfahrzeug. Schon ein Jahr später kam Porsche ins Spiel und stellte das erste Hybridfahrzeug her – eines, das mit einem Verbrennungsmotor und einem Stromgenerator ausgestattet war.

Die E-Autos waren Anfang des 20. Jahrhunderts dann sehr beliebt und machten teilweise die Hälfte des Straßenverkehrs aus. Doch nach etwa 10 Jahren flachte das Interesse rasant ab: Da zu der Zeit ein einfacher Anlasser für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor entwickelt wurde und Erdöl als Tankquelle einfach billiger war, wurden diese Autos auf einmal viel beliebter. Und den E-Autos wurde erstmal der Rücken gekehrt.

Der Durchbruch, der bis heute anhält, kam dann im Jahr 2006: Tesla stellte das erste Elektroauto her, dessen Durchhaltevermögen über längere Distanzen hält und sogar Autobahn-tauglich ist. Daraufhin begannen weitere Automobilhersteller Großserien von Elektroautos zu produzieren und immer mehr Modelle kamen in Umlauf.

Seit dort werden es immer mehr: Weltweit ist der Bestand an Elektrofahrzeugen von 2012 bis 2018 um etwa das 20fache gestiegen, nun liegt er bei über 5,5 Millionen Elektroautos. Mittlerweile werden etwa 130 reine Elektroautomodelle angeboten und 90 Hybridmodelle. Zu den wichtigsten Märkten für Elektromobilität zählt neben China, Frankreich und den USA auch Deutschland.
 

Status Quo in Deutschland

In Deutschland selbst ist die Anzahl von Elektro-Autos von 2006 bis 2019 auch rasant gestiegen: Von 1.931 E-Autos auf 83.175. So gab es beispielsweise im Jahr 2019 fast doppelt so viele Fahrzeugzulassungen auf einen neuen Halter als ein Jahr zuvor.

Betrachtet man die Anzahl umherfahrender E-Autos in den einzelnen Bundesländern, liegen Bayern, Baden-Württemberg und Nordrheinwestfalen ganz klar vorne: In Bayern ist etwa ein Viertel der gesamten deutschen Elektroautos zu finden, in Baden-Württemberg sind es etwa 19% und in Nordrheinwestfalen 16%.

Die Top 3 der Hersteller, die durch Elektro-Autos momentan am stärksten vertreten sind, sind VW, Smart und Renault. In Sachen Automodell sind die Favoriten der Deutschen, gemessen an der Anzahl der Neuzulassungen im Jahr 2019, der Renault Zoe, der BMW i3 sowie das Tesla Model 3.  
 

Warum ein E-Auto kaufen?

Nach diesem kleinen Einblick in den aktuellen Stand der Elektro-Mobilität in Deutschland wollen wir nun mal klären, welche Gründe denn für einen Kauf eines E-Autos sprechen.

Dieselfahrverbote

Wir fangen mal mit der Luft in deutschen Städten und den dafür zuständigen Verkehrssündern, nämlich den Dieselfahrzeugen, an. Aufgrund der enormen Luftverschmutzung in den Städten durch die ausgestoßenen Mengen an CO2 werden seit dem Jahr 2018 immer wieder Fahrverbote für bestimmte Fahrzeuge mit Dieselantrieb erlassen. Mit dem Kauf eines solchen Autos könnte man also eventuell nicht weit kommen. Da sind Elektro-Autos die bessere Wahl, denn sie können jederzeit und völlig emissionsfrei durch die Stadt fahren.

Preise und Kosten

Aufgrund der Umwelt-Unfreundlichkeit von Dieselautos fällt auch deren Wert, sodass eine Investition in solch ein Auto nicht wirklich lohnenswert ist. Wird das Geld dagegen in ein Elektro-Auto gesteckt, investiert man in die Zukunft. Im Durchschnitt sind Elektro-Autos mittlerweile auch gar nicht mehr viel teurer als die konventionellen. Die Batteriepreise, die maßgeblich zur Höhe des Auto-Preises beitragen, sind in den letzten 6 Jahren kontinuierlich gesunken – und sie werden weiter sinken. Im Jahr 2013 lag der Preis pro Kilowattstunde noch bei 400 Euro, mittlerweile ist es nur noch ein Viertel davon.

Die Kosten, die für ein Auto anfallen, häufen sich auch durch Reparaturen und Wartungen. Da der Aufbau eines E-Autos um einiges einfacher und flexibler ist und das Auto aus viel weniger Bauteilen besteht, gibt es auch weniger Abnutzungsmöglichkeiten. Daher sind bei Elektro-Autos die Reparaturmaßnahmen und -kosten generell viel geringer. Stand heute sind die durchschnittlichen Kosten innerhalb der ersten vier Nutzungsjahre bei E-Autos und Benzinern ähnlich. Laut einer Prognose werden die Kosten für ein E-Auto in den nächsten Jahren weiter sinken.

Kaufprämien und Umweltboni

Die Bundesregierung möchte den Kauf von Elektro-Autos unterstützen und den Absatz fördern – mithilfe eines Förderprogramms, dem sogenannten Umweltbonus. Die eine Hälfte davon wird durch den Staat gewährt, die andere Hälfte durch den Hersteller. Seit einer neuen Förderrichtlinie von November 2019 können beim Kauf eines Elektrofahrzeugs nun bis zu 6.000 Euro, beim Kauf eines Hybridfahrzeugs bis zu 4.500 Euro gespart werden. Im Jahr 2016 lagen die Werte noch bei 4.000 und 3.000 Euro. Die Höhe des Bonus hängt vom jeweiligen Fahrzeugmodell ab. Mit dem Umweltbonus versehen werden nur diese E-Autos, die sich der Liste förderfähiger Elektrofahrzeuge befinden – das sollte auf jeden Fall zuvor gecheckt werden. Fördern kann man den Bonus als Privatperson, als Unternehmen, Stiftung oder Verein. 

Dazu noch ein paar interessante Zahlen und Fakten: Im Jahr 2019 wurden in Deutschland für Elektro- und Hybridfahrzeuge über 164.000 Umweltboni beantragt. Die meisten Anträge (mehr als die Hälfte) kamen von Unternehmen, dicht gefolgt von Privatpersonen (etwas weniger als die Hälfte). Unter den Automobilherstellern waren BMW, Renault und VW diejenigen mit der höchsten Anzahl an Anträgen.

Gut zu wissen: Wer sich bis Ende des Jahres 2020 ein Elektrofahrzeug anschafft, spart noch mehr ein: Wenn die Zulassung bis zum 31.12.2020 erfolgt, ist das Elektroauto steuerfrei, und das ganze 10 Jahre lang.
 

Ladeinfrastruktur

Nun zum wichtigsten Zubehör von Elektro-Autos: Das Aufladen. Laut Meinung der Deutschen gibt es bisher zu wenig öffentlich zugängliche Ladestationen. Das soll sich aber in Zukunft ändern, und die Anzahl an Ladestationen ist deutlich am Wachsen. Allein zwischen den Jahren 2018 und 2020 hat sich die Anzahl an Ladestationen in Deutschland mehr als verdoppelt: Von 6.772 auf 17.859 Ladesäulen. Davon haben 9 % normale Anschlüsse, 14,2 % sind Halb-beschleunigt, 64,8 % sind beschleunigt und 12 & sind schnell.

Ein Viertel der Ladesäulen in Deutschland sind Stand Anfang 2020 auf Parkplätzen und in Parkhäusern zu finden. Weitere öffentliche Plätze, die über Ladesäulen verfügen, sind inzwischen: Rathäuser, Autobahnen, Restaurants, Bahnhöfe, Tankstellen, Flughäfen, Museen, Campingplätze und Kirchen. Auch auf den Grundstücksflächen von einigen Hotels, Unternehmen und Automobilherstellern sind mittlerweile Elektro-Ladesäulen vorhanden.

Stand Ende 2019 verfügen auch hier – wie bei der Anzahl an Elektrofahrzeugen – dieselben drei Bundeländer über die meisten öffentlich zugänglichen Ladesäulen: Bayern (5.656), Baden-Württemberg (4.094) und Nordrheinwestfalen (3.880).

Schaut man sich die Ladesäulen-Anzahl in den Großstädten an, liegt Hamburg mit 948 öffentlichen Ladesäulen an erster Stelle, dicht gefolgt von München (945) und Berlin (933). Stuttgart liegt mit 398 Ladesäulen an vierter Stelle.

Die Angst vor dem plötzlichen Akku-Aus spielt beim Leuten, die überlegen ein Elektro-Auto zu kaufen, häufig eine Rolle. Das muss aber nicht sein. Die Betreiber von E-Tankstellen sind dazu verpflichtet, ihre Ladesäulen-Positionen anzugeben. Damit die E-Tankstellen dann auch schnell und sicher gefunden werden, gibt es mittlerweile einige praktische Apps, die alle Tankstellen auf einer Karte anzeigen. Viele zeigen dabei auch an, um welchen Lade-Typ es sich handelt. Bewährte Apps sind zum Beispiel die „Ladesäulenkarte Deutschland“ und die „GoingElectric“.
 

Reichweite

Was viele Leute vom Kauf eines Elektro-Autos abhält, ist die Reichweite der Fahrzeuge. Mittlerweile haben reine Elektroautos eine durchschnittliche Reichweite von 200 bis 300 Kilometern – für den Weg zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen reicht das vollkommen aus. Pro Tag werden mit den meisten privaten PKWs nämlich nur etwa 40 bis 60 Kilometer zurückgelegt und sie bleiben die meisten Stunden des Tages unbewegt. Da ist genug Zeit zum Aufladen. Zukünftig soll die Reichweite der Elektro-Autos auf bis zu 500 Kilometer erweitert werden, außerdem ist die Ausweitung des Ladenetzes geplant. Mit einem Hybridmodelle können bisher schon bis zu 850 Kilometer zurückgelegt werden.
 

Elektro-Autos als Fahrzeug der Zukunft

Fassen wir nochmal zusammen:

Der Bestand an Elektro-Autos wächst und wächst. Es gibt Grund zur Annahme, dass die Zeit der Verbrennungsmotoren in Zukunft langsam zu Ende geht und durch die Elektromobilität ersetzt wird. Dafür gibt es gute Gründe:

  • E-Autos halten die Luft rein und können auch fahren, wenn es mal wieder „Fahrverbot“ heißt.
  • Die Investition in ein E-Auto lohnt sich: Während der Nutzung fallen weniger Reparaturkosten an. Verbrennungsmotoren werden zukünftig weniger Wert sein.
  • Wer E kauft, kann von Umweltbonus und Steuerfreiheit profitieren und spart damit einiges.
  • An der Ladeinfrastruktur und der Reichweite der Elektro-Autos wird sich in Zukunft einiges zum positiven verändern: Sie werden erweitert und erhöht.

Mit diesen Punkten im Hinterkopf ist der Kauf eines Elektro-Autos definitiv eine Überlegung wert. Wenn du eher der Roller-Typ bist, könnte dich unser Artikel über Elektromofas - Schnell und lässig von A nach B interessieren.

 



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