Erneuerbare Energien: Norwegen ist Vorreiter
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Erneuerbare Energien: Norwegen ist Vorreiter

Das norwegische Unternehmen Statkrafts Markets GmbH hat es sich zur Aufgabe gemacht, Wasserkraftwerke technologisch immer weiter zu entwickelen und dabei gleichzeitig nur minimal in die Natur einzugreifen. Dafür arbeiten sie zur Zeit an einer Forschungsarbeit zusammen mit Universitäten und Forschungsinstituten.

<p>Das norwegische Unternehmen Statkrafts Markets GmbH hat es sich zur Aufgabe gemacht, Wasserkraftwerke technologisch immer weiter zu entwickelen und dabei gleichzeitig nur minimal in die Natur einzugreifen. Dafür arbeiten sie zur Zeit an einer Forschungsarbeit zusammen mit Universitäten und Forschungsinstituten.</p>
07.03.2017 - © Statkraft Markets GmbH

LifeVERDE: Was ist das Kerngeschäft von Statkraft?

Stefan-Jörg Göbel, Geschäftsführer Statkraft Markets GmbH: Statkraft ist international führend in Wasserkraft und Europas größter Erzeuger erneuerbarer Energie. Wir erzeugen Strom aus Wasser, Wind, Biomasse und Gas. Außerdem produzieren wir Fernwärme und sind im Energiehandel aktiv. Statkraft bietet Marktzugang für Dritte, Stromabnahme- und Stromlieferverträge im Bereich erneuerbarer Energien und Dienstleistungen im Bereich Grünstrom – und CO2-Zertifikate.

In Deutschland sind wir zudem im Bereich Direktvermarktung erneuerbarer Energie tätig und treiben deren Integration in den Strommarkt voran. Mit unserem Solar-Produkt StatkraftSonnenpakt können Unternehmen Photovoltaik-Anlagen von uns pachten und wir übernehmen die Planung, Finanzierung und Installation der Solaranlage.

Wir sind für eine Vielzahl von Kunden da: Von kleinen Erzeugern, die den Strom ihrer eigenen Kraftwerke verkaufen, über große Industrieunternehmen und Stadtwerke, die individuelle Energiemarktdienstleistungen benötigen, bis hin zu Energieversorgern, die auf der Suche nach Partnern sind.

Sie sind Europas größter Erzeuger erneuerbarer Energie. Wie groß ist Ihr Marktanteil in Deutschland und welche Form der erneuerbaren Energien hat bei Ihnen im Unternehmen den größten Anteil?

Im Bereich Stromerzeugung bewegt Statkraft sich in Deutschland im Mittelfeld, wir betreiben hier Biomasseheiz-, Gas- und Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von knapp 2700 MW. In der Direktvermarktung erneuerbarer Energie haben wir einen Marktanteil von 15% - rechnet man nur den Windbereich sind es sogar 20%. Damit sind wir Marktführer.

Statkraft ist ein norwegisches Unternehmen. Ihre Firmengeschichte und auch die Geschichte Norwegens ist besonders, was die Erzeugung von Energie anbelangt. Ende des 19. Jahrhunderts begann in Norwegen die Nutzbarmachung von Wasserfällen zur Erzeugung von Energie.

Findet die Energieproduktion in Norwegen heute noch immer wie damals statt oder ist Norwegen mittlerweile auch breiter aufgestellt, was die Produktion erneuerbarer Energien anbelangt?

In erster Linie erzeugt Statkraft in Norwegen Strom aus Wasserkraft. Das technische Prinzip der Stromerzeugung aus Wasserkraft hat sich im Laufe der Jahre nicht grundlegend verändert. Natürlich hat sich die Technik weiterentwickelt. Seit 2002 betreibt Statkraft in Norwegen auch Windparks. Derzeit wird Europas größter Onshore-Windpark in Mittelnorwegen gebaut. Dieser wird aus 278 Turbinen bestehen und eine installierte Leistung von 1.000 MW haben. Damit können 170.000 norwegische Haushalte mit Strom versorgt werden.

Immer wieder sind aus der Politik und Wirtschaft Gegenargumente zur ausschließlichen Nutzung von erneuerbarer Energie zu verlauten. Dort heißt es dann, dass Windräder nur Strom produzieren, wenn der Wind weht und Solarstrom nur produziert werden kann, wenn die Sonne scheint. Was entgegnen Sie solchen Kritikern?

Statkraft ist gut aufgestellt, was die Speicherung von erneuerbarer Energie betrifft. In Deutschland betreiben wir ein Pumpspeicherkraftwerk, das Strom zwischenspeichern kann, wenn es einen Überschuss gibt, aber auch Regelleistung anbietet, um eine fluktuierende Stromerzeugung auszugleichen. Außerdem testen wir die Speicherfähigkeit von Lithium-Ionen-Batterien: Wir betreiben eine 3-MW-Batterie, die wir in einer Stunde laden oder entladen können. Bei einem weiteren Ausbau der Kabelverbindungen zwischen Norwegen und Deutschland bzw. Kontinentaleuropa könnten wir mit unseren großen Wasserspeichern auch Europas grüne Batterie werden. Der Blåsjø-Staudamm fasst zum Beispiel 7,8 TWh Energie. Damit könnte eine Stadt wie Stavanger vier Jahre lange mit Strom gespeist werden.

Sie leisten sich eine eigene Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Woran forschen Sie derzeit und inwiefern lohnt sich eigene Forschung für Sie?

Derzeit beschäftigt sich Statkraft zum Beispiel damit, wie bestehende Wasserkraftwerke technologisch weiter entwickelt werden können bei gleichzeitig minimalen Eingriffen in die Natur. Oder auch, wie die Ausbeute der Windkraft erhöht wird durch eine bessere Planung der Windparks. Die meiste Forschungsarbeit wird von Universitäten oder Forschungsinstituten ausgeführt; oft im Verbund mit anderen Unternehmen. Statkraft setzt auf Innovation und versteht Innovation breit. Das heißt, dass wir als einer der Vorreiter im Bereich erneuerbarer Energien, wissen wollen, welche Risiken, aber auch Geschäftsmöglichkeiten sich aus den Änderungen im Energiemarkt, der Technologie und des Klimawandels ergeben können. Das zu verstehen, ist grundlegend wichtig für uns.

Was sind Projekte oder Ideen, die Sie in Zukunft angehen möchten?

Der Bereich Geschäftsentwicklung in Norwegen guckt sich unterschiedliche Biobrennstoffkonzepte der zweiten Generation an, zum Beispiel Dieseltreibstoff aus Holz. Darüber hinaus untersuchen wir die Möglichkeiten in industriellen Prozessen Wasserstoff statt Erdgas einzusetzen. Wobei der Wasserstoff dann natürlich mit erneuerbarem Strom hergestellt wird. Außerdem hält Statkraft den Mehrheitsanteil an dem norwegischen Ladestationen-Unternehmen Grønn Kontakt. Hier wurde zuletzt eine Zusammenarbeit mit weiteren europäischen Ladestationsbetreibern beschlossen, um das Ladestationen-Netzwerk von Norden nach Süden für den Verbraucher durchlässiger zu machen. Mit Statkraft Ventures investiert Statkraft zudem in zukunftsträchtige Start-up-Unternehmen.





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