Grüne Wirtschaft

Wie sustaineration die nachhaltige Entwicklung von Unternehmen begleitet

INTERVIEW | Eine nachhaltige Entwicklung und Ausrichtung von Unternehmen wird zunehmend wichtiger. Als Nachhaltigkeitsberatung unterstützt sustaineration Wirtschaftsakteure auf ihrem Weg.

INTERVIEW | Eine nachhaltige Entwicklung und Ausrichtung von Unternehmen wird zunehmend wichtiger. Als Nachhaltigkeitsberatung unterstützt sustaineration Wirtschaftsakteure auf ihrem Weg.

19.07.2021 | Ein Interview geführt von Deborah Iber | Bilder: sustaineration


Nicht nur durch gesetzliche Forderungen steigt die Pflicht zur nachhaltigen Ausrichtung des unternehmerischen Handelns. Auch den Unternehmen selbst wird bewusst, dass das ein guter und wichtiger Weg ist. Dazu gehört jedoch eine Menge Arbeit: viele Analysen, Strategien und Berichterstattungen. Eine gute Beratung und Unterstützung von Expert*innen kann da einiges leichter machen. Dafür ist sustaineration da: Das vierköpfige Team steht Unternehmen aller Art bei ihren Nachhaltigkeitsentwicklungen beratend zur Seite.

Wer hinter der sustaineration steckt, was eine Nachhaltigkeitsberatung umfasst und weitere spannende Insides bekommst du im Interview mit Gründer Niels.
 

LifeVERDE: Niels, die sustaineration Nachhaltigkeitsberatung gibt es seit 2014. Wie kamst du dazu, sustaineration zu gründen und was treibt dich an?

Niels Christiansen: Tatsächlich geht die Gründung von sustaineration nicht allein auf mein Konto. Während meines Studiums in Berlin wuchs bereits der Wunsch, eines Tages ein Beratungsunternehmen zum Thema Nachhaltigkeit zu gründen. In einem Gespräch mit meiner damaligen Kommilitonin Ting war sie sofort angetan von der Gründungsidee. Noch während des Studiums haben wir ein Leistungsportfolio entwickelt und – neben dem Verfassen unserer Masterarbeiten – sustaineration gegründet. Da wir beide nebenberuflich studierten und bereits Erfahrungen im Nachhaltigkeitsumfeld hatten, war es für uns der ideale Zeitpunkt in die Selbständigkeit zu starten.  
 

Hinter sustaineration stecken neben dir noch drei weitere Nachhaltigkeitsvertreter*innen. Stell uns euer Team und eure Aufgaben einmal vor.

Gerne. Meine Co-Gründerin Ting ist heute leider nicht mehr an Board, sie zog es zwischenzeitlich zurück in ihre Heimat San-Francisco. Daraufhin war ich einige Jahre als Einzelunternehmer unterwegs. Seit diesem Jahr gibt es nun aber ein kleines Team, bestehend aus Samanta, Anje und Dan. Samanta ist vor allem für die strategische Kommunikation zu sustaineration verantwortlich, arbeitet aber auch in Beratungsprojekten für unsere Kund*innen, beispielsweise in der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Anje unterstützt unsere Beratungsprojekte und führt dabei insbesondere Analysen zur IST-Situation hinsichtlich der Nachhaltigkeit bei unseren Kund*innen durch und Dan entwickelt unsere digitalen Produkte. Als Softwareentwickler konzipiert und entwickelt er Lösungen, mit denen wir unsere Beratungsinhalte digitalisieren und in Form von beispielsweise Online-Tools zur Verfügung stellen.


Niels Christiansen und sein sustaineration Team (Bild: Ralph Kerpa).

Danke für den kleinen Einblick. Welche Art von Beratungsleistungen bietet ihr an und an welche Unternehmen richtet sich euer Angebot?

Als Nachhaltigkeitsberatung begleiten wir Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien, das heißt wir führen umfangreiche Analysen durch, mit denen wir den Status-Quo eines Unternehmens abbilden und entwickeln gemeinsam Strategien zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung. Darüber hinaus konzipieren wir individuell angepasste Methoden zur Evaluation und Messung der Nachhaltigkeitsentwicklung, beispielsweise in Form von Öko- oder CO2-Bilanzierung und unterstützen Unternehmen bei der Vorbereitung von Zertifizierungen. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Berichterstattung zur Nachhaltigkeit. Als Schulungspartner des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) berichten wir selbst auch über den Stand und die Entwicklung der Nachhaltigkeit bei sustaineration.

Neben den klassischen Beratungsangeboten wächst unser Angebot an digitalen Leistungen momentan deutlich. Die Erfassung des Status-Quo, die Durchführung von Benchmarks und bald auch Stakeholder- und SDG-Analysen können Unternehmen mit unseren Tools umsetzen.
 

sustaineration hat seinen Sitz in Husum. Seid ihr also nur im Norden Deutschlands tätig oder auch an weiteren Orten?

Gegründet wurden wir eigentlich in Berlin. Doch als es mich in meine Heimat Nordfriesland zurückzog, wurde sustaineration auch zum Nordlicht. Wir wirken jedoch bundesweit und unsere Kund*innen sind auch in ganz Deutschland verortet, von Nordfriesland bis nach München.

Die überregionale Zusammenarbeit ist heute deutlich einfacher als noch vor einigen Jahren und die nordfriesische Küste verbinden viele unserer Kund*innen oftmals mit ihrem letzten Nordsee-Urlaub, was immer sehr schöne Momente in der Zusammenarbeit kreiert.
 

Ihr bietet unter anderem Hilfe zur Erstellung des Nachhaltigkeitsberichtes. Wie wichtig ist es deiner Meinung nach, dass (auch nicht verpflichtete) Unternehmen einen CSR-Bericht vorweisen und findest du, dass dazu alle Firmen verpflichtet werden sollten?

Nein. Ich denke nicht, dass alle Unternehmen dazu verpflichtet werden sollten. Das würde ja bedeuten, dass auch Kleinstunternehmen zur Berichterstattung gezwungen werden, was mir persönlich etwas übertrieben erscheint. Sind es ja oftmals Betriebe, die besonders durch bürokratische Auflagen belastet werden.

Dennoch halte ich die Berichtspflicht für sinnvoll, insbesondere bei größeren Unternehmen und Unternehmen kritischer Branchen, wie es die Finanzbranche meiner Meinung nach eine ist.

Wie wichtig die Berichterstattung für nicht verpflichtete Unternehmen ist, hängt insbesondere von den Anforderungen der Stakeholder des Unternehmens ab. Besteht die Forderung nach mehr Transparenz und Kommunikation zur Nachhaltigkeit, ist eine strukturierte Berichterstattung nach einem anerkannten Standard empfehlenswert.


sustaineration unterstützt Unternehmen beispielsweise bei der CO2-Bilanzierung (Bild: Ralph Kerpa).

Wie sind aktuell die Bereitschaft bzw. der Wille von Unternehmen, nachhaltiger zu handeln und aktiv Hilfe einzufordern?

Höher als jemals zuvor! So nehmen wir die Entwicklung in der Wirtschaft zumindest wahr. Ich persönlich habe das Gefühl, dass die Notwendigkeit, dass sich die Wirtschaft ökologisch und sozial verträglich entwickelt, in der Breite der Gesellschaft angekommen ist – somit auch in der Wirtschaft selbst. Allerdings unterschiedet sich die zeitliche Perspektive: Während die einen die Transformation des Unternehmens schnellstmöglich erreichen wollen, versuchen andere Zeit zu gewinnen, um das bestehende Geschäftsmodell möglichst lange aufrechterhalten zu können.

Doch der rechtliche Druck ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und wird auch die kommenden Jahre weiter zunehmen, wodurch sich immer mehr Unternehmen gezwungen sehen, sich mit ihrer Wirkung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu befassen.

Uns ist aufgefallen, dass wir seit einiger Zeit keine Argumente mehr liefern müssen, warum es für Unternehmen wichtig ist, nachhaltiger zu handeln. Das spiegelt sich auch in den Beratungsanfragen wider. Das aktive Einfordern von Hilfe erleben wir also mehr denn je.
 

Das ist ja eine gute Nachricht. Was denkst du sind die wichtigsten Aspekte, die Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit angehen sollten?

Wenn ich über die Frage nachdenke, kommen mir direkt zwei Punkte, die ich als enorm wichtig erachte.

Ein Unternehmen sollte sich unbedingt am eigenen Geschäftsmodell orientieren. Der Fokus sollte nicht darauf liegen, dass das, was ein Unternehmen macht, irgendwie besser gemacht wird. Es sollte darum gehen, dass das Unternehmen Gutes tut. Es geht um das „WAS“ machen wir, danach kommt das „WIE“, was natürlich auch ökologisch und sozial verträglich umgesetzt werden sollte.

Der zweite Punkt ist die Einbindung der Mitarbeiter*innen. Das klingt so plakativ und banal, ist aber so entscheidend. Nachhaltigkeitsentwicklungen bedeuten Veränderungen, ja oftmals sogar Transformation. Prozesse, die einerseits viele Unsicherheiten für Mitarbeiter*innen mit sich bringen können, aber auch Prozesse, in denen Mitarbeiter*innen wertvolle Beiträge liefern können. Diese Entwicklung muss von allen getragen werden.
 

Und zu guter Letzt: Wie handelt sustaineration selbst nachhaltig?

Als Dienstleistungsunternehmen ist es für uns ja etwas leichter als für manch andere. Wir nutzen Ökostrom, beziehen nachhaltige Büro- und Workshop-Materialien, refurbished IT-Hardware und haben unser Konto bei einem nachhaltigen Finanzinstitut. Da das Beratungsgeschäft sehr reiseintensiv ist, fahren wir grundsätzlich mit der Bahn, müssen jedoch im ländlich geprägten Schleswig-Holstein manchmal auf ein Auto zurückgreifen und sind ab 2022 auch hier endlich elektrisch unterwegs.

Als Mit-Initiator des grenzenløs Daags versuchen wir, viele Unternehmen in unserer Heimat für die Umwelt- und Gesellschaftsherausforderungen in der Region zu sensibilisieren. Der grenzenløs Daag ist ein gemeinnütziger Aktionstag, an dem Unternehmen aus der deutsch-dänischen Grenzregion ihre Mitarbeiter*innen freistellen, damit diese sich in gemeinnützigen Projekten engagieren. Wir organisieren diesen Tag gemeinsam mit weiteren Akteuren aus der Region und unterstützen selbst natürlich auch ein gemeinnütziges Projekt. Im letzten Jahr waren wir beispielsweise am Deich von Nordstrand, um diesen von Müll und anderen Unliebsamkeiten zu befreien.

Seit 2018 sind wir außerdem durch EcoControl als geprüft nachhaltiges Unternehmen nach dem CSE-Standard (Certified Sustainable Economics) zertifiziert und berichten in diesem Zusammenhang seit 2019 alle zwei Jahre über unsere Nachhaltigkeitswirkung und -entwicklung nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex.

 

Vielen Dank für das Interview, lieber Niels!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an sustaineration stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare - wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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