Grünes Geld Zahlen, Daten, Fakten
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Grünes Geld – Zahlen, Daten, Fakten

Öko, fair, sozial und dabei auch noch rentabel: Grüne Geldanlagen versprechen so einiges. Wir haben uns den „Öko-Hype“ in der Finanzwelt genauer angeschaut.

Öko, fair, sozial und dabei auch noch rentabel: Grüne Geldanlagen versprechen so einiges. Wir haben uns den „Öko-Hype“ in der Finanzwelt genauer angeschaut.

31.01.2018| Ein Beitrag von Bianca Schillinger

Die Deutschen sparen gerne und viel, das war schon immer so. Doch wo sie ihr Geld anlegen, das ändert sich langsam. Immer mehr Deutsche machen sich Gedanken, wofür ihr Geld verwendet wird und was sie durch ihre Geldanlagen finanzieren. Darum wechseln sie von Sparkasse, Deutscher Bank und Co. hin zu nachhaltigen Banken. Dieses Verhalten zeigt sich weltweit: Das Volumen nachhaltiger Geldanlagen hat sich laut Angaben der Global Sustainable Investment Alliance in den vergangenen zehn Jahren versechsfacht – auf 23 Billionen Dollar. Doch ist das nur ein kurzlebiges Phänomen oder lässt sich hier ein zukunftsträchtiger Trend erkennen? Und lohnen sich grüne Geldanlagen überhaupt?

Nicht nur für Weltverbesserer

Einer der einleuchtendsten Gründe, sein Geld nachhaltig (sprich: ökologisch und/oder sozial) anzulegen, ist der idealistische Wunsch, etwas Gutes zu tun. Doch bei Geldanlagen, Fonds und Risikoanlagen geht es immer auch um eines: Profit. Im ersten Moment scheinen sich diese beiden Ansätze zu widersprechen. Doch grüne Banken bieten für jeden Anleger Vorteile, unabhängig davon, ob sie die Welt verbessern wollen. Denn der grünen Revolution gehört die Zukunft, was sich auch im Geschäft der Banken widerspiegelt.

Eine akute Gefahr für das klassische Finanzsystem sind die angepeilten CO2-Richtlinien. In den kommenden Jahren stehen allen Unternehmen drastische Veränderungen bevor, damit die CO2-Ziele erreicht werden können. Bisher berücksichtigen nur wenige Unternehmen ausreichend, wie sie aktiv den Kohlendioxidausstoß eindämmen können. Die Folgen werden teure Umbau- und Umgestaltungsmaßnahmen sein, welche zu schrumpfenden Gewinnen führen. Denn die gewinnbringendsten Unternehmen sind nach wie vor oft auch die, die am schädlichsten sind für unser Klima.

Wobei wir schon bei einem zweiten guten Argument wären: Grüne Technologien werden immer wichtiger. Der Verbrennungsmotor ist ein Auslaufmodell und wird Elektroantrieben weichen müssen, auch wenn die deutsche Autoindustrie das noch nicht wahrhaben will. Auch erneuerbare Energien sind nicht nur ein Trend, sondern werden Kohle, Atomkraft und Co. auf lange Sicht ersetzen. Darum lohnt es sich, schon früh in diese Branchen zu investieren – denn wo sonst lassen sich so langfristig positive Entwicklungen vorhersagen? Noch dazu Entwicklungen, die zugleich drastische Verluste der konkurrierenden Branchen mit sich bringen werden.

Grünes Wachstum

Eine Messung seit 2002 ergibt ein kontinuierliches Wachstum der durchschnittlichen Bilanzsumme aller Ökobanken. Die UmweltBank legte jährlich um durchschnittlich 20,2% zu, die Triodos-Bank um 17,6% und die GLS-Bank immerhin um 15,5%. Das Geschäftsvolumen der Triodos-Bank betrug 2016 13,454 Millionen Euro, das der UmweltBank 3,416 Millionen. Dabei wird deutlich, wie erfolgreich die Triodos-Bank außerhalb Deutschlands ist: Während viele nachhaltige Banken ausschließlich in Deutschland aktiv sind, hat die Triodos-Bank schon eine enorme Expansion hinter sich. Sie besitzt Standorte in den Niederlanden (ihrer Heimat), in Belgien, Deutschland, Spanien und Großbritannien. An all diesen Standorten verzeichnet das nachhaltige Unternehmen einen stetigen Kunden-Zuwachs. Am fleißigsten sparen die Niederländer: Unsere Nachbarn besitzen über 370.000 Konten bei der grünen Bank.

Saftig grüne Renditen

Anleger müssen dabei auf nichts verzichten, erst recht nicht auf ihre Rendite: Mehrere Studien (z.B. von Mercer, Allianz Global Investors und diversen Hochschulen) legen nahe, dass Grüne Geldanlagen gleich viel oder sogar mehr Gewinn abwerfen und sicherer sein können als die herkömmlichen Konkurrenten. Denn sie agieren oft weniger riskant, sind im Wettbewerb besser aufgestellt und entwickeln sich auch an der Börse oftmals besser. Ein Beispiel: Der Natur Aktien Index (NAI) kam in den Jahren 2008 bis 2017 auf eine jährliche Rendite von 12,9% - der DAX schaffte im Vergleich nur 11,6%. Seit 1997 wächst der NAI um 34% jährlich, der DAX schafft gerade einmal durchschnittlich 12%.

Unbedingt vergleichen!

Vor jeder Anlage und vor jedem Investment sollte man sich Zeit nehmen, die vielfältige Angebote in Ruhe zu vergleichen. Das gilt selbstverständlich auch bei grünen Banken, deren Angebote sich stark unterscheiden. Einerseits muss geklärt werden, wohin das investierte Geld tatsächlich fließt und ob sich das mit den eigenen Wünschen und Zielen deckt. Dann gilt es, den für die jeweiligen Ansprüche besten Anbieter zu finden, wobei sich gründliches Rechnen lohnt: Allein die Preise für Depotführungen variieren von kostenlos bis zu 55 Euro pro Jahr. Oder die Banken rechnen nicht nach Laufzeit, sondern nach Depotinhalt ab. Bei Laufzeiten von mehreren Jahren oder Jahrzehnten führt das zu mehreren Hundert Euro Preisunterschied.

Woran erkenne ich grüne Banken und Fonds?

Auch in der Finanzbranche kann man sich an Siegeln orientieren. Das wohl bekannteste ist das FNG-Siegel. Es wird vom Forum nachhaltige Geldanlage vergeben und wurde in Zusammenarbeit mit dem Sustainable Business Institute (SBI) entwickelt. Im deutschsprachigen Raum setzt es die Vorgaben des europäischen Dachverbands für nachhaltige Geldanlage um. Es steht für eine Vielzahl an Kriterien, darunter z.B. den Ausschluss von Kernenergie und die Einhaltung des UN-Global Compact (dazu zählen Menschenrechte, Arbeitsrecht, Umweltschutz und die Bekämpfung von Korruption). Zurzeit tragen 44 Aktien-, Renten- und Mischfonds das FNG-Siegel.

Wer sich nicht mühsam selbst einarbeiten will und persönliche Beratung wünscht, kann sich auch an spezialisierte Fondsgesellschaften wenden. Diese verfolgen strenge Kriterien, nach denen jede Firma geprüft wird, bevor sie in ihr Angebot aufgenommen wird. Und auch nach der Aufnahme folgen regelmäßige Kontrollen auf Transparenz, Nachhaltigkeit und soziales Engagement. Als Kunde hat man bei diesen Fondsgesellschaften einen bequemen Überblick über eine Vielzahl verschiedener Fonds und kann sich individuell beraten lassen. So wird ein ganz persönlicher Anlageplan erstellt, der garantiert alle Kriterien erfüllt, die man an seine Investments stellt.

Ein Wechsel kann sich lohnen

Grüne Geldanlagen sind zwar noch in der Anfangsphase, doch die nachhaltige Finanzbranche hat definitiv eine vielversprechende Zukunft vor sich. Denn wie in allen Lebensbereichen beginnen Privatpersonen und Firmen umzudenken. Auch die politischen Entwicklungen werden auf lange Sicht den Ausbau von nachhaltig agierenden Fonds und Banken vorantreiben. Schon jetzt lässt sich voraussagen, dass sich Umweltbewusstsein und soziales Engagement rechnen werden – auch auf dem Bankkonto.

 

Quellen und weiterführende Links:

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