Green City AG: Ein Unternehmen für Städte von morgen
Grüne Wirtschaft

Green City AG: Ein Unternehmen für Städte von morgen

INTERVIEW  | Seit 15 Jahren treibt Green City die Energie- und Verkehrswende auf unterschiedlichen Geschäftsfeldern voran. Für Vorstand Jens Mühlhausgilt die Devise: "Wir müssen komplett umdenken, damit das Leben in der Stadt wieder Spass macht!"

 

INTERVIEW  | Seit 15 Jahren treibt Green City die Energie- und Verkehrswende auf unterschiedlichen Geschäftsfeldern voran. Für Vorstand Jens Mühlhausgilt die Devise: "Wir müssen komplett umdenken, damit das Leben in der Stadt wieder Spass macht!"

 

31.10.2019 - Das Interview führte Romek Vogel


LifeVERDE: Herr Mühlhaus, die Green City AG versteht sich als ganzheitliches Energie- und Verkehrswende- Unternehmen.

Was bedeutet das konkret und in welchen Tätigkeitsfeldern ist das Unternehmen aktiv?

Jens Mühlhaus (Vorstand Green City AG): Unser Ziel ist es, lebenswerte Städte zu schaffen. Wir stehen angesichts von Klimawandel und Urbanisierung vor gigantischen Herausforderungen - aber auch vor großen Chancen!

Das Hauptaugenmerk wird sich künftig auf die Verknüpfung der Handlungsfelder Energie, Mobilität und Stadtgestaltung richten. Und genau das sind die Bereiche, die wir schon seit nunmehr fast 15 Jahren abdecken. Wir verstehen uns als Schrittmacher der Energie- und Verkehrswende und um diese umzusetzen haben wir unseren Fokus auf die Geschäftsfelder Renewables, Power, Finance, Drive und Experience gesetzt.


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Wir müssen komplett umdenken. Es geht darum, urbane Strukturen so zu verändern, dass das Leben in der Stadt wieder Spaß macht – und nachhaltiger wird. Beim Verkehr heißt das: weg von der Individualmobilität, hin zu Mobilitätssystemen! Dafür muss der öffentliche Raum in Städten neu aufgeteilt werden, wir müssen uns wieder stärker an den Bedürfnissen der Menschen orientieren.

Auch die Energieversorgung müssen wir rasch auf Erneuerbare Energien umstellen. Denn mit dem Zusammenwachsen der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität wird Ökostrom zur wichtigsten Energiequelle in allen Lebens- und Arbeitsbereichen. Und genau da setzt die Green City AG an, als ein Unternehmen mit einer klaren Zielsetzung und Vorstellung für Städte von morgen.

Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen und welche innovativen Ansätze verfolgt Green City hierbei? Können Sie ein paar konkrete Beispiele geben?

Eine ganz zentraler Punkt wird meiner Meinung nach die Frage sein: wie schaut die Stadt der Zukunft aus? Denn in den Städten entscheidet sich, ob wir das Ruder im Hinblick auf einen nachhaltigen Lebensstil und die Bewältigung der Klimakrise noch rumreißen können oder nicht. Will beispielsweise Deutschland noch sein Ziel erreichen und bis 2020 mindestens 40 Prozent weniger CO2-Ausstoß im Verkehrsbereich im Vergleich zum Jahr 1990 schaffen, brauchen wir zwangsweise neue Lösungen.

Und die können nicht allein im kleinen Kämmerchen entwickelt werden, sondern da müssen sich Akteure aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammensetzen und kreative Ansätze entwickeln. Hier stehen wir Kommunen beispielsweise beratend zu Seite. Im November sitze ich u.a. mit Vertretern der Stadt München auf dem Mobilitätsgipfel zusammen, um zu diskutieren, wo es mit der Metropole hingeht und wie wir diesen Weg gemeinsam gestalten können. Agieren statt reagieren, wir sind viel zu zaghaft.

Eine ganz andere Herausforderung wird für uns Betreiber von Erneuerbaren-Energien-Anlagen sicherlich auch der nahende Wegfall der EGG-Förderung sein. Sich jetzt schon auf die Post-EGG-Ära einzustellen, langfristige Stromlieferverträge zu schließen, das werden Punkte sein, die bei uns in den kommenden Monaten sicher ebenfalls weit oben auf der Agenda stehen werden.

Die dezentrale Energiewende gehört zur Vision von Green City. Warum glauben Sie, kann die Energiewende nur so gelingen?

Ich bin der Meinung, dass es absolut nötig ist, den Fokus auf die lokale, verbrauchernahe Stromerzeugung und -verbrauch zu legen. Seit über 20 Jahren bauen wir, wie viele andere, den Energiemarkt auch gegen den Widerstand der vielen Bundesregierungen um – und zwar bei den Bürgern, vor Ort. Teilhabe und Akzeptanz sind meines Erachtens dabei ein weiterer Schlüssel für das Gelingen der Energie- und Verkehrswende. Die Green City AG wendet sich direkt an Bürger und Entscheider: An private und institutionelle Investoren, Ökostrom-Kunden, Eigentümer von Immobilien und Quartieren, Kommunen, Institutionen und Unternehmen. Denn die dezentrale Energiewende und eine neue Mobilitätskultur etabliert sich im Kleinen: Sie beginnt bei jedem Menschen vor Ort und seiner Bereitschaft, unsere Lebenswelt neu zu denken. Wir haben schon vor Jahren gesagt: Wir machen’s einfach! Und diesem internen Motto sind wir immer treu geblieben und haben uns nicht aus dem Konzept bringen lassen. Und jeder kann sich beteiligen. Sofort, nicht erst morgen.


Solarpark Wachstedt

Mit Green City FINANCE gehören nun auch nachhaltige Kapitalanlagen zum Portfolio. Welche Kapitalanlagen gehören dazu und wo kann man diese erwerben?

Aktuell haben Anlegerinnen und Anleger die haben die Möglichkeit, schon ab 1.000 Euro in Erneuerbare Energien-Kraftwerke der Green City-Gruppe oder in zukunftsweisende Mobilitätslösungen zu investieren. Beim „Green City Solarimpuls“, einer festverzinslichen Inhaberschuldverschreibung, investieren Sie in ganz konkret in Solarkraft. Dieses Wertpapier kann übrigens noch bis Ende Oktober gezeichnet werden.

Und beim Genussschein „Green City Smart Mobility“ bieten wir die Möglichkeit, vom Wachstum des europaweit expandierenden Rollersharing-Anbieters emmy zu profitieren. Und genau auf dem Weg bringen wir seit 15 Jahren Wertschöpfung und Wertorientierung zusammen. Für mehr Klimaschutz und eine generationengerechte Zukunft. Anfangs war das noch ein Nischenmarkt, aber mittlerweile sind grüne Anleihen zu einem wichtigen Instrument geworden beim Kampf gegen den Klimawandel. Und einfach und bequem ist es auch, alle Kapitalanalgen können Online unter www.greencity-finance.de gezeichnet werden.

Wie wird Nachhaltigkeit bei Green City selbst gelebt? Haben Sie ein paar aktuelle Beispiele?

Zusammen mit einem Großteil der Kollegen komme ich beispielsweise jeden Tag mit dem Rad ins Büro. Der Rest nutzt den öffentlichen Nahverkehr. Und für unsere Küche gilt Zero Waste, das heißt, wir versuchen, Müll so gut es geht zu vermeiden. Ebenso setzen wir auf vegane oder vegetarische Mittagssnacks. Und, ganz wichtig: Wir haben natürlich eine Solaranlage auf dem Dach und versorgen uns mit unserem eigenen Ökostrom. Ob Kollegen sich mit einer nachhaltigen Lebensweise identifizieren können, erfragen wir immer schon im Vorfeld bei den Bewerbungsgesprächen.

Zur Green City AG gehört auch der Green City e.V. Worauf konzentriert sich die Arbeit des Vereins und wie wirken Verein und AG sinnvoll zusammen?

Umgekehrt wird ein Schuh draus: die Green City AG ist aus dem Verein entstanden! Seit 1990 ist Green City e.V. als Umweltorganisation für ein grüneres München aktiv. Und die DNA unseres Muttervereins ist für die ganze Green City-Familie entscheidend. Für die AG heißt das konkret: wir handeln politisch und unternehmerisch zugleich. Während der Umweltschutzverein seine Ziele im Großraum München auf die Agenda bringt, agieren wir als AG deutschland- und europaweit. Der Verein ist ein Treiber für die sehr erfolgreichen Bürgerbegehren für Luftreinhaltung oder den Münchner Radentscheid. Wir haben in Europa bereits Wind-, Wasser- und Solarkraftwerke mit über 250 MW Leistung errichtet. Und das war erst der Anfang. Denn wir sind überzeugt, dass wir als Impulsgeber auf beiden Ebenen viel erreichen können.

Warum sollte man sich für die Green City AG als Arbeitgeberin entscheiden? Welche Anreize bieten Sie den Mitarbeitern und neuen Kandidaten?

Sie meinen, abgesehen von unserer absolut traumhaften Dachterrasse (lacht)?! Wir sind immer auf der Suche nach klugen Köpfen, die nicht nur nach Schema F denken und handeln, sondern auch über den Tellerrand hinaus schauen und neue Ansätze entwickeln. Dafür bieten wir Jobs mit Sinn und vor allem Zukunftsperspektive! Wir sind in einem extrem dynamischen, nachhaltigen und zukunftsweisenden Umfeld tätig – und wer Lust hat, die Zukunft mitzugestalten, der ist bei uns genau richtig!


Jens Mühlhaus, Vorstand Green City AG


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