Trinkwasser aus der Luft
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Trinkwasser aus der Luft

Wie gewinnt man Trinkwasser in heißen Wüstengebieten? Indem man das Wasser aus der Luft zieht – mit den Maschinen von Water-Gen.

Wie gewinnt man Trinkwasser in heißen Wüstengebieten? Indem man das Wasser aus der Luft zieht – mit den Maschinen von Water-Gen.

16.11.2017 - ein Beitrag von Gessica Mirra

Laut UNICEF haben 748 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Täglich sterben fast 1000 Kinder an den Folgen. Sie leben zu 90 Prozent in Asien und Subsahara-Afrika.

Die israelische Firma Water-Gen will das ändern und die Menschheit mit niemals endendem Vorrat an sauberem Wasser versorgen. Das Unternehmen hat eine Maschine gebaut, die trinkbares Wasser aus der Luft gewinnt und die Ingenieure haben bereits drei verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Kapazitäten konzipiert.

Die Water-Gen-Systeme gewinnen bis zu 3.122 Liter Wasser pro Tag

Water-Gen bietet die besonderen Maschinen in drei verschiedenen Größen an: Die größte Variante kann bei einer Temperatur von 26 Grad Celsius und einer Luftfeuchte von 60 Prozent 3.122 Liter Trinkwasser am Tag produzieren. Die mittlere Variante gewinnt bis zu 440 Liter Wasser und die kleinste Maschine schafft 15 Liter pro Tag.

Die große Variante – sie soll ganze Siedlungen mit Wasser versorgen können – ist ein zweieinhalb Meter hoher wie breiter und 2900 Kilogramm schwerer Kasten. Optisch ähnelt dieser einer riesigen Klimaanlage. Durch ein Lamellengitter an der oberen Seite, saugt das System die Umgebungsluft an, ein Kühlsystem im Inneren sorgt dafür, dass die Luftfeuchtigkeit kondensiert.

Alle Varianten basieren auf einem System aus künstlichen „Blättern“ aus Plastik, die warme und feuchte Luft durch das Gerät leiten.
Für die Wasserproduktion ist kein großer logistischer Aufwand nötig, lediglich ein Stromanschluss. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 2 bis 3 Cent pro Liter.

Sauberes Trinkwasser durch die Water-Gen-Wasserfilter

Neben diesen Geräten stellt Water-Gen auch einen batterie- oder solarbetriebenen Wasserfilter zur Verfügung, der so gut wie alle Schadstoffe aus dem Wasser filtern kann. Mit einem Filter können bis zu 1.200 Liter Wasser aufbereitet werden.
Nach der mehrstufigen Wasserreinigung und –filterung wird das Wasser im Tank gelagert und steril gehalten. Dem Wasser werden außerdem Mineralstoffe beigesetzt, welche für den Geschmack notwendig sind und dem Körper wichtige Nährstoffe liefern.

Erste Systeme in Mumbai, Shanghai und Mexico City installiert

Die ersten Tests wurden in den Städten Mumbai, Shanghai und Mexico City durchgeführt. Dort stehen die Maschinen nun und können bereits 3.000 Liter Wasser pro Tag aus der Luft gewinnen – und das zu 2 US-Cent pro Liter.

Weitere Informtionen zu Water-Gen.

ViciLabs: Wasser aus der Kraft des Windes

Auch viele andere Forscher haben in den letzten Jahren immer wieder Systeme entwickelt um Trinkwasser zu gewinnen. ViciLabs aus den USA beispielsweise setzt mit seinem WaterSeer auf die Kraft des Windes. Etwa zwei Meter tief in der Erde wird dafür ein Auffangbecken installiert, ein Rohr führt von dort an die Oberfläche. Mithilfe einer vertikalen Windturbine wird die Luft dann in den unterirdischen Raum gesogen. Durch die umgebende Erde kühlt sich diese ab und der Wasserdampf aus der Luft kondensiert.

So macht es FogQuest: Nebel mit Netzen abfangen und Wasser gewinnen

FogQuest aus Kanada nutzt bereits seit fast zwei Jahrzehnten Netze aus Polyethylen oder Polypropylen, um Nebel abzufangen. Vor allem in bergigen Regionen in Schwellenländern wie Chile, Haiti, Ecuador, der Dominikanischen Republik und Peru werden solche 40 Quadratmeter großen Netze wie Segel aufgespannt. Sie kosten rund 1.000 bis 1.500 Dollar, können täglich aber 200 Liter erzeugen – vorausgesetzt natürlich, es herrscht Nebel.

Die Wassertürme von Warka Water

Die US-Nichtregierungsorganisation Warka Water sammelt Regen, Nebel und Tau mit biomimetischen Wassertürmen. Finanziert durch die Funding-Plattform Kickstarter hat Warka Water bereits einen Water Tower in Äthiopien gebaut, ein Turm für Haiti ist in Planung.

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